Ansichten eines “Padel Pals”

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Wir waren überrascht: unser letzter Post über Padel-Tennis hat den Blog gerockt! Die Besucherzahl gehörte zu den 10 besten Tagesergebnissen seitdem der Tennisblog sich im Internet „breit gemacht hat“. Zum Schluss des Posts hatten wir ein Interview mit Tim Neidhardt, einem Padel-Tennis-Enthusiasten aus Hamburg, der „wirklich brennt“ und die „PadelPals“-Community ins Leben gerufen hat, angekündigt.

Tim ist 26 Jahre alt und hat in der Jugend mit Begeisterung Tennis beim TC Nordheide im nördlichen Niedersachsen gespielt. Er hat nach dem Abitur in den USA studiert und ist als MBA in seine Heimat zurückgekehrt. Hier arbeitet er jetzt in dem Bau-Unternehmen seines Vaters. Während dieser Berufsausübung hat er „die harten Bandagen“, die gnadenlose Konkurrenz in dieser Branche miterlebt. Sein Engagement für Padel-Tennis kann – nach eigener Aussage – als coole und relaxte Alternative zu diesem Berufsstress verstanden werden. In dem folgenden Interview gibt er einen Einblick in seine Padel-Philosophie und weist auf interessante Perspektiven diesen neuen Trendsports hin.

 T.Neidhardt

Tim, wo und wann war deine erste Begegnung mit Padel Tennis?

Während meines MBA Studiums in Spanien in 2012/2013. 

 

Hattest du vorher schon etwas von dieser Trendsportart gehört?

Nein, aber ich habe die vorwiegend amerikanische Version „Paddle Tennis“ bereits vor vielen Jahren in Kalifornien gesehen.

 

Was hat dich am PT spontan begeistert?

Als Tennisspieler hat mich die Mischung aus Schnelligkeit, technischer und taktischer Finesse und besonders die gesellige Atmosphäre sofort begeistert. Der Sport ist aber auch besonders interessant für Anfänger, da er schnell erlernbar ist und von der ersten Minute an Spaß macht. 

 

Wo siehst du das Potential in Deutschland?

Ich glaube, dass Padel-Tennis als Ergänzung zum traditionellen Tennissport in der heimischen Vereinslandschaft zum Breitensport aufsteigen wird.

 

Warum setzte sich deiner Meinung nach PT in Spanien und Südamerika so schnell durch, während Deutschland noch in den Startlöchern steckt?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst einmal stammt Padel aus den dortigen Regionen und hat sich naturgemäß auch dort organisch verbreitet. Zum Anderen stellt der Bau einer Padelanlage in Deutschland für Bauämter Neuland dar, so dass es häufig zu genehmigungsrechtlichen Problemen kommt, zumal das gesamte technische know-how vorwiegend in spanischer Sprache existiert. Dies erschwert einen ungehinderten Informationsaustausch und verursacht planungstechnische Schwierigkeiten.

 

Du hast eine PT-Community gegründet. Was sind die primären Ziele?

Wir wollen für unsere Padel-Enthusiasten bis zum Frühjahr 2014 die erste Padelanlage Hamburgs errichten und den Sport hier populär machen. Derzeit muss man bis nach Berlin oder Cuxhaven fahren, um Padel spielen zu können.

 

Wie ist die bisherige Resonanz?

Wir haben es geschafft, in nur wenigen Wochen eine engagierte und begeisterungsfähige Community an Padel-Begeisterten zu aktivieren, die sich in verschiedenster Form an der Umsetzung des Vorhabens beteiligen möchte. Wir haben bereits erste Vormitgliedschaften geschlossen.

 

Eine ganz persönliche Frage: Was macht PT in deinen Augen so attraktiv für dich, aber auch für die zukünftigen Spieler?

Ich bin zwar im Herzen Tennisspieler, aber Padel ist für mich einfach relaxter. Die Atmosphäre ist beim Padel ungezwungener. Matches dauern nicht so lange, so dass viel schnellere Turnierrunden gespielt werden können. Man scherzt und lacht beim Padeln viel, weil die Ballwechsel oft spektakulär und vielseitig sind, wo man auch aus der Defensive schnell noch das „Blatt wenden“ kann.

 

Was unterscheidet es vom Tennis?

Rein technisch ist es dem Tennis sehr ähnlich. Die Bewegungen sind aber kürzer, denn es wird viel im Volley gespielt. Der Aufschlag wird per Unterarm ausgeführt. Die Punktezählung funktioniert wie beim Tennis. Gespielt wird quasi ausschließlich im Doppel, wobei Tennis zumeist ein Einzelsport ist. Entscheidend ist, dass die Hinter- und Seitenwände aktiv ins Spiel einbezogen werden ähnlich wie im Squash, so dass man immer eine „zweite Chance“ hat den Ball zu schlagen, auch wenn er an einem vorbeifliegt.

 

Welche Kooperationsmöglichkeiten bieten sich eventuell an?

Fast alle Padelanlagen in Deutschland werden in einem existierenden Sport- oder Tennisclub integriert, weil diese den operativen Spielbetrieb unkompliziert übernehmen können. Weitere Kooperationen mit Tennis- und Sportmarken bieten sich an.

 

Welches sind die nächsten Schritte der Padel Pals?

Wir sind derzeit mit mehreren Hamburger Sportclubs in ernsthaften Gesprächen, um eine für beide Seiten sinnvolle Kooperation auszuloten. Wir möchten gerne noch im frühen Herbst unseren Standort für unsere Padelanlage gefunden haben.

 

Verbindest du eine bestimmte Philosophie mit dieser Trendsportart?

Absolut. Ich verbinde mit Padel Geselligkeit, Spaß und Bewegungsfreude in generationsübergreifender Form.

 

Welche Bedeutung oder welchen Stellenwert wird PT deiner Meinung nach in 5 Jahren in der BRD haben?

Ich glaube, dass es zu einer der anerkannten Schlagsportarten auch im Wettkampfbereich aufsteigen wird. Bereits dieses Jahr wurden in Deutschland die ersten Turniere mit internationaler Weltranglistenpunktevergabe veranstaltet. Ich denke, dass der sportliche Charakter eher jung bleibt, aber dass auch sämtliche Altersschichten sich dem Sport mit Freude annehmen werden.

Ein Kommentar

  1. Klingt sehr vielversprechend. Ich freue mich schon riesig auf die erste Anlage in Hamburg und darauf, dort den Spielerinnen und Spielern zusehen zu können und die matches mitzuerleben.

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