26. Juli 2017
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Die deutschen Herren sind im Tennis in dieser Woche wieder das starke Geschlecht!

Hamburg hat den G 20 – Gipfel heil überstanden und feiert jetzt den friedlichen weißen Sport bei den German Tennis-Championships am Rothenbaum.

Tennis-Stadion am Rothenbaum / Hamburg

Bevor wir auf die Matches vom Mittwoch näher eingehen, beweisen wir die typischen  weiten Horizonte der Hanseaten und wenden uns den deutschen Tennisprofis zu, die außerhalb unserer Metropole in dieser Woche um Weltranglistenpunkte streiten.

Nicht weit von der Hansestadt – einen Sprung über die Ostsee hinweg – liegt der schwedische Seeort Bastad. Bei den mit 226750 Dollar dotierten Ericsson Open Bastad gingen fünf deutsche Teilnehmerinnen an den Start. Die deutsche Tennis-Frauenpower hatte offensichtlich bei der Überquerung des Binnenmeeres Kraft verloren:

Es begann am ersten Tag mit einer überraschenden Niederlage von Julia Görges (WTA 45). Die Finalistin von Bukarest gab nach dem 4:6-Verlust des 1.Satzes beim Stand von 2:2 im 2.Satz gegen die klare Außenseiterin Viktorija Tomova (WTA 171) auf.

Völlig von der Rolle war Annika Beck (WTA 114), die 0:6, 0:6 in der ersten Runde gegen die 21-jährige Barbora Krejcikova (WTA 140) ausschied.

Carina Witthöft (WTA 62) flog dann gegen die an 2-gesetzte Kiki Bertens (WTA 26) aus den Niederlanden mit 1:6, 4:6 in ihrem Auftaktmatch aus dem Turnier.

Die Niederlagenserie setzte dann Tamara Korparsch (WTA 124) fort. Die Hamburgerin unterlag der Italienerin Sara Errani (WTA 98) 6(11):7 und 2:6.

Mona Barthel (WTA 47)  holte dann zwar die Kohlen aus dem Feuer, machte sich aber beim Publikum unbeliebt: Die Neumünsteranerin schlug in einem Tenniskrimi die schwedische Nr.1 Johanna Larsson (WTA 51) 6(2):7,7:5 und 7:6(4).

mona

Im Schweizer Alpenkurort Gstaad traten drei deutsche Herren bei den mit 426 000 Euro dotierten Swiss Open an.

Der Qualifikant Yannick Hanffmann (ATP 170) bestätigte auch in der Schweiz seine Leistungsverbesserung und gewann sein Erstrundenmatch gegen den Argentinier Facundo Bagnis (ATP 109) mit 6:3, 6:7 und 6:4.

Der zweite deutsche Qualifikant Daniel Brands (ATP 205) unterlag dann leider  Ernests Gulbis (ATP 313) aus Lettland 4:6, 4:6.

Dustin Brown ( ATP 113) schlug in der ersten Runde den an 7-gesetzten Serben Dusan Lajovic (ATP 70), schied aber in der zweiten Runde am Mittwoch gegen den Usbeken Dennis Istomin (ATP 82) 3:6, 6(3):7 aus.

Ein deutscher Spieler präsentiert das deutsche Tennis auf dem amerikanischen Kontinent erfolgreich: Peter Gojowczyk (ATP 108) schreitet Schritt für Schritt in der Weltrangliste voran: Der 28-jährige Münchner gewann bei den mit 720410 Dollar dotierten Atlanta Open sein Auftaktmatch gegen Guido Pella (ATP 97) nach hartem Kampf mit 4:6, 6:3 und 7:6(3).

gojo

Bei den German Tennis-Championships in Hamburg erreichte Florian Mayer (ATP 102) das Viertelfinale mit einem 6:3, 4:6, 6:4-Erfolg über den Russen Andrey Kuznetsov  (ATP 71).

Der Qualifikant und Erstrundensieger Cedric Marcel Steebe trumpfte im 1.Satz gegen den an 6-gesetzten Diego Schwartzmann (ATP 38) auf und setzte sich klar mit 6:1 durch. Im 2.Satz hielt der Vaihinger ebenbütig mit, musste sich aber 4:6 geschlagen geben.  Im 3.Satz gab der Argentinier die Oberhand nicht mehr ab und gewann den Durchgang 6:2 und zog in das Viertelfinale ein.

Noch ein Wort zum Wetter in Hamburg?… Kein Regen! Es gab Zuschauer, denen schienen sogar einige Sonnenstrahlen in das Gesicht!

 

25. Juli 2017
von admin
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Nur Kohli erreicht am Dienstag das Achtelfinale am Rothenbaum!

Die Absagen der beiden Hamburger Lokalmatadoren Alexander und Mischa Zverev haben bei den German Open Unverständnis und Enttäuschung bei dem Turnierdirektor und beim Publikum hervorgerufen. Am Dienstag, dem zweiten Turniertag, hatte eine Zuschauerattraktion, die für die Zverevs in die Bresche gesprungen war, seinen ersten Auftritt am Rothenbaum : Der 39-jährige Hamburger Tommy Haas trat in seiner Heimatstadt anlässlich seiner ATP- Abschiedstournee 2017 auf dem Center Court gegen den Argentinier Nicolas Kicker (ATP 96) an.

„1985 war ich als Siebenjähriger das erste Mal hier und habe dem 17-jährigen Wimbledonsieger Boris Becker in dem Davis Cup-Viertelfinale gegen die USA zugejubelt“ berichtete Tommy der Presse.

haas

Auf die Frage, wie der perfekte Abschied für ihn aussehe, antworte der Altmeister, der in den letzten Monaten mehr als 1000 Plätze auf der ATP-Weltrangliste gut gemacht hatte : „Der perfekte Abschied ist Pete Sampras gelungen, als er 2002 die US Open gegen Andre Agassi im Finale gewonnen hatte und danach zurückgetreten ist.“ Lächelnd fügte er hinzu: „ Also, ein Turniersieg hier – dann würde ich aufhören.“

Das Publikum stand dann auch bei seinem Match gegen den Argentinier auf dem Center Court wie eine Wand hinter ihm, um ihn auf den ersten Schritt zur Realisierung seines Traumziels zu unterstützen. Bis zum 2:2 gewannen beide ihre Aufschlagspiele. Der Hamburger mit Wohnsitz Florida vergab dann einen Breakball, fing anschließend selbst ein Break. Ihm gelang das Rebreak, um wieder sein Aufschlagspiel zu verlieren. Seine Miene wurde düsterer, er knallte seinen Schläger auf den Sand, musste den 3:5 Rückstand hinnehmen. Der Tennis-Dino gewann nach Abwehr von drei Satzbällen in Folge  endlich wieder sein Servicegame, verkürzte auf 4:5 und breakte den Argentinier zum 5:5-Ausgleich, um gleich ein Rebreak zum 5:6 zuzulassen. Mit einem Netzroller gewann dann Kicker den kuriosen 1.Satz 7:5. Im 2.Satz geriet der Publikumsliebling schnell 0:2 in Rückstand. Er konnte das Match nicht mehr drehen, verlor 2:6, schied aus und wird deshalb seine Karriere nicht in Hamburg beenden.

Gute Geste: Der Turnierdirektor Stich, unser Tennismichel, kam nach der partie auf den Platz und verabschiedete Tommy Haas unter dem Jubel der Zuschauer würdig.

Vor dem Match des Oldtimers hatte ein Duell der Young Guns auf dem vom Dach geschützten Center Court stattgefunden. Die wohl größte deutsche Nachwuchshoffnung, der 16-jährige Rudolf Molleker (ATP 923), hatte sich sensationell durch die Qualifikation geschlagen und dabei den hochgehandelten Norweger Ruud und Leonardo Mayer, den German Open-Sieger von 2014, geschlagen. Der junge Berliner  traf in seinem ersten Match im Hauptfeld eines großen ATP-Turniers auf das russische Ausnahmetalent Karen Khachanov (ATP 32). Der deutsche Youngster hielt großartig mit dem an Position 3-gesetzten 21-jährigen Moskowiter mit, musste sich aber am Ende mit 4:6, 3:6 geschlagen geben.

Am Dienstagabend ging mit Philipp Kohlschreiber (ATP 58) der dritte Deutsche zu seinem Auftaktmatch gegen Andrey Rublev (ATP 49) auf den Center Court. Der 19-jährige Russe hatte am vergangenen Sonntag sensationell das ATP-Turnier in Umag gewonnen. Er begann auch stürmisch offensiv, aber der Augsburger spielte taktisch clever, agierte mit Variationen, um den Rhythmus  seines Gegners zu zerstören. Das Konzept war erfolgreich: Kohli konnte den 1.Satz 6:3 für sich entscheiden.

kohli

Konsequent setzte er seine Strategie auch im nächsten Durchgang fort, gab dem jungen Russen keine Chance mehr und zog mit dem souveränen 6:1-Gewinn des 2.Satzes als vierter deutscher Spieler in das Achtelfinale der German Tennis Championships ein.

Der an 2-gesetzte Pablo Cuevas(ATP 25) schied am Dienstag überraschend gegen Andrey Kuznetsov (ATP 71) in zwei Sätzen aus.

Zum Schluss noch der obligatorisch skeptische Blick auf das Wetter in Hamburg: Business as usual – es regnete unaufhörlich, so dass auf den Außenplätzen nicht gespielt werden konnte.

24. Juli 2017
von admin
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Die deutschen Herren machten am ersten Tag der German Open Freude!

Turnierdirektor Michael Stich hat es in den letzten Jahren geschafft, bei den German Open in Hamburg eine freundliche Atmosphäre für Spieler und Zuschauer zu präsentieren.

Tennis-Stadion am Rothenbaum / Hamburg

In diesem Jahr tritt bei dem mit 1.6 Millionen dotierten ATP-Turnier die deutsche Tenniselite fast geschlossen am Rothenbaum an. Auch die ganz jungen Spieler, die in den letzten Monaten für positives Aufsehen gesorgt haben, gehen dank einer Wildcard des Turnierdirektors in der Hansestadt im Hauptfeld an den Start.

Dass ausgerechnet Sascha und Mischa Zverev, die aktuell besten deutschen Spieler, die beide aus Hamburg stammen, nicht bei den German Open antreten, hat in der Öffentlichkeit – und besonders bei dem „Hamburger Tennismichel“ Stich -  für tiefe Enttäuschung gesorgt.

michel

Dass unsere Nr.1 Alexander Zverev eine langfristige Vereinbarung für ein Auftreten bei den German Open mit dem Turnierdirektor getroffen hatte, aber jetzt in Washington auf dem Hartplatz antritt, wird nicht nur von Michael Stich als sehr fragwürdig empfunden.

So what. Wenden wir uns den sportlichen Ereignissen zu:

Am Montag wurden am Hamburger Rothenbaum die ersten Auftaktmatches des Hauptfeldes gespielt. Fünf deutsche Spieler gingen am ersten Tag in das Rennen.

Der 18-jährige Daniel Altmaier (ATP 216) hatte vom Veranstalter aufgrund seiner überzeugenden Leistungen eine Wildcard erhalten und eröffnete das Turnier auf dem Center Court mit seinem Match gegen Horacio Zeballos (ATP 56) aus Argentinien. Der Youngster aus Kempen hielt im 1.Satz großartig mit dem 32-jährigen Favoriten mit, erreichte den Tiebreak, in dem er dann klar 2:7 unterlag. Auch im nächsten Durchgang zeigte Altmaier sein außerordentliches Talent, verlor den 2.Satz knapp 4:6 und schied nach einer beeindruckenden Leistung leider mit 6(2):7, 4:6 aus dem Turnier aus.

Florian Mayer (ATP 102) ist ein treuer Gast in Hamburg. Der 33-jährige Bayreuther trat im Anschluss an  Altmaiers Niederlage auf dem Center Court gegen Marco Cecchinato (ATP 105) an. Flo spielte seine ganze Routine gegen den 24-Jährigen aus Palermo aus, sicherte sich abgeklärt den 1.Satz mit 7:6 und erreichte ohne Probleme die zweite Runde mit dem 6:2-Gewinn des 2.Satzes.

mayer-florian

 

Der 22-jährige Maximilian Marterer (ATP  117) hatte in den letzten Wochen mit starken Auftritten auf der ATP-Tour auf sich aufmerksam gemacht und in Hamburg eine Wildcard erhalten. Mit Giles Simon (ATP 36) stand ihm eine schwere Aufgabe gegenüber. Im 1.Satz war er noch zu beeindruckt von der ungewohnten Atmosphäre und dem Respekt vor dem Gegner und verlor  2:6. Im 2.Satz zeigte er unter dem Jubel des Hamburger Publikums sein ganzes Können und gewann 6:4. Gegen den starken Widerstand des deutschen Talents konnte der 32-Jährige aus Nizza den 3.Satz mit Ach und Krach 6:4 unter Dach und Fach bringen.

Am Abend trat Jan-Lennard Struff (ATP 52) zu seinem Auftaktmatch gegen Evgeniy Donskoi (ATP 92) an. Der Warsteiner wurde seiner Favoritenrolle gerecht und schaltete den 27-Jährigen aus Moskau souverän mit 6:3, 6:4 aus.

Cedric Marcel Steebe aus Vaihingen (ATP 153) hatte sich am letzten Wochenende qualifiziert und schaltete in der ersten Runde auf dem Medencourt überraschend den 25-jährigen Damir Dzhumur (ATP 79) aus Sarajevo mit 6:3, 6:4 aus.

ATP tournament Stuttgart - Cedrik-Marcel Stebe

Das Publikum tröstete sich nach den Absagen der Zverevs mit den großartigen Auftritten der deutschen zweiten Garde.  Drei deutsche Siege und zwei knappe Niederlagen sind eine erfreuliche Bilanz am ersten Tag der German Open.

Ist es nötig zu erwähnen? Der erste Tag des Turniers in Hamburg war von ständigen Regenfällen und dunklen Wolken begleitet.

Regen HH

Wir Hanseaten sind bekannter Maßen nüchtern kalkulierende Geschäftsleute. Das teure Dach über dem Center Court hat sich bezahlt gemacht und dafür gesorgt, dass keine Spielverzögerungen entstanden.