30. September 2016
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Mischa Zverev unterliegt Gasquet nach großartigem Kampf!

Alexander Zverev hatte nach seinem grandiosen Turniersieg in St. Petersburg am letzten Wochenende eine Ruhepause eingelegt und das ATP-Turnier in Wuhan (China) kurzfristig abgesagt. Sein älterer Bruder Mischa sprang in die Bresche: Er qualifizierte sich für das mit 700 000 Dollar Preisgeld versehene Turnier und schlug sich mit zwei Siegen auch im Hauptfeld bravourös.

mischa

Im Viertelfinale traf er am Freitag auf den an 3-gesetzten Richard Gasquet(ATP Nr.18) aus Frankreich.

Von Beginn an spielte Mischa gegen den Franzosen auf ebenbürtigem Niveau. Er verlor den 1.Satz dann denkbar knapp nach dem Tiebreak 6:7(4). Auch im 2.Satz schlug sich der Hamburger bis zum 6:6 sehr gut. Im dem Satz-Showdown unterlag er dann deutlich 2:7 und schied aus den Wuhan Open aus.

Die Verantwortlichen des DTBs werden sich fragen, ob ihre Entscheidung, den älteren Bruder unseres Ausnahmetalents Sascha für die kommenden Davis Cup-Matches zu sperren, wirklich durchdacht und vorausschauend gewesen ist…

Gasquet wird in Wuhan im Halbfinale auf den Comebacker Janko Tipsarevic aus Serbien treffen.

Gasquet

Im Viertelfinale der oberen Hälfte spielt der Tscheche Berdych gegen Landsmann Vesely und der Australier Tomic gegen den Brasilianer Bellucci.

Bei den parallel stattfindenden Chengdu Open haben der Serbe Troicki und der 20-Jährige Russe Khachanov überraschend das Semifinale erreicht. Der topgesetzte Österreicher Thiem trifft im Viertelfinale auf den Spanier Ramos-Vinolas, der Bulgare Dimitrov auf den Argentinier Schwartzmann.

Nachdem Roger Federer schon länger pausiert, hatte auch Nole Djokovic wegen einer Verletzung das Turnier in China kurzfristig absagen müssen.

28. September 2016
von admin
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Nur Mischa Zverev ist in Asien noch im Rennen!

In den nächsten Wochen spielt sich das Geschehen der  WTA- und  der ATP-Tour auf dem asiatischen Kontinent ab.

Deutschlands Tennis-Star Angelique Kerber hat ihr zweites Spiel als Nummer eins der Weltrangliste verloren. Die 28-Jährige Kielerin unterlag bei dem mit 2,3 Millionen Dollar dotierten WTA- Turnier im chinesischen Wuhan  im Achtelfinale der  Tschechin Petra Kvitova (WTA Nr.16) nach über drei Stunden Spielzeit mit 7:6 (12:10), 5:7, 4:6. Die Weltranglistenerste war bei den Wuhan Open vorgesetzt und hatte mit ihrem 6:7 (4), 6:1, 6:4-Sieg im Zweitrunden-Duell mit der Französin Kristina Mladenovic ihr erstes Match nach dem Sprung an die Spitze der Weltrangliste noch erfolgreich bestritten.

angie 16

In der ersten Runde war die 22-Jährige Annika Beck (WTA Nr. 48) schon gegen die Britin Johanna Konta (WTA Nr.13) chancenlos 1:6, 2:6 ausgeschieden.

Auch Julia Görges (WTA Nr. 66) musste in ihrem Auftaktmatch gegen die Russin Daria Kasatkina (WTA Nr. 28) mit 0:6, 4:6 die Segel streichen.

Sabine Lisicki war in ihrem Erstrundenmatch auch an einer Russin, Ekaterina Makarova (WTA Nr. 37), deutlich mit 1:6, 2:6 gescheitert.

Die Ehre der Nation verteidigte Laura Siegemund (WTA Nr.31), die sich gegen Danka Kovinic (WTA Nr. 63) aus Montenegro in der ersten Runde mit 6:7, 7:5 und 6:4 durchsetzen konnte.

siegemund

Gegen Dominica Cibulkova (ATP Nr.12) spielte sie großartig zu Beginn auf, musste sich dann aber doch 6:2, 3:6 und 4:6 geschlagen geben.

Nach Kerbers Achtelfinalniederlage sind alle deutschen Spielerinnen für diese Woche in Asien arbeitslos.

Der 35-Jährige Michael Berrer (ATP Nr.150) hatte sich in Chengdu erfolgreich durch die Quali gekämpft. In der ersten Hauptrunde des mit 950 000 Dollar dotierten Turniers in China lieferte er dem an 5-gesetzten Spanier Ramos- Vinolas (ATP Nr. 31) einen großartigen Fight, unterlag aber mit 4:6, 7:5 und 3:6.

Mischa Zverev (ATP Nr. 120), der in Zukunft für den Davis Cup ausgebootet wurde, hatte sich bei den mit 700 000 Dollar dotierten Shenzhen Open auch erfolgreich qualifiziert. In der ersten Runde des Hauptfeldes besiegte er mühelos den Chinesen Zhe Li (ATP Nr.166) 6:2, 6:3.

mischa-zverev

In der zweiten Runde machte er mit dem an 7-gesetzten Italiener Fabio Fognini (ATP Nr.43) kein langes Theater, und erreichte mit 7:5 und 6:4 das Viertelfinale des ATP-Turniers in China.

28. September 2016
von admin
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DTB, Davis Cup und Disharmonien

Wir hatten von dem Skandal im Vorfeld des Davis Cup-Relegationsmatches gegen Polen berichtet. In der Zwischenzeit hat sich einiges zugetragen, das die Affäre und die handelnden Personen in neuem Licht erscheinen lässt.

dtb spitze

Der Deutsche Tennis Bund hatte mit einer drastischen Reaktion auf die Absageflut reagiert. Das Trio Dustin Brown, Tobias Kamke und Mischa Zverev wird im kommenden Jahr nicht mehr für den Team-Wettbewerb berücksichtigt werden. Das kündigte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff in der “Süddeutschen Zeitung” an.

Für Dustin Brown fand der Vizepräsident besonders kritische Worte: „Das ist Rosinenpickerei, wenn man bei strahlenderen Erstrundenpartien dabei ist und sich dann dem Abstiegskampf verweigert”, sagte Hordorff und betonte: „Wir wollen Spieler, die sich ganz mit dem DTB-Team identifizieren.” Auch Kamke und Mischa Zverev sollen für das Relegationsspiel angefragt worden sein und abgesagt haben.

hordorff

Für die Absage von Ausnahmetalent Alexander Zverev hatte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard jedoch Verständnis gezeigt: „Ich gehe davon aus, dass Alexander Zverev in Zukunft noch viele Matches für Deutschland im Davis Cup spielen wird.” Er wisse, „dass die Nationalmannschaft für Sascha sehr wichtig ist. Für diese Partie hat es aus verschiedenen Gründen für ihn nicht gepasst. Das müssen wir jetzt akzeptieren”. Das nennt man Diplomatie.

Der DTB demonstriert Macht und zeigt Schwäche in seiner Abhängigkeit von Spitzenspielern und den damit verbundenen zukünftigen Erfolgen. Da sucht man sich dann Sündenböcke, die für die eigene Funktionärskarriere von geringerer Bedeutung sind.

Dustin Brown playing for Germany at Wimbledon 2013

Browns erste Reaktion auf die „DTB-Machtdemonstration“: „Wenn ich früher auf den DTB gewartet hätte, gäbe es heute den Tennisspieler Dustin Brown nicht.“ Via Twitter wurde er noch deutlicher: „Wenn ich nicht 100% fit bin und beim Challenger verliere, ist das mein persönliches Risiko. Wenn ich aber beim Davis Cup antrete und nicht 100% fit bin, könnte Deutschland verlieren, und genau das wollte ich vermeiden und habe meine Absage auch so begründet. Warum es seitens des DTB nicht so dargestellt wird, ist für mich unverständlich. Auch ist es mehr als merkwürdig, dass Spieler, denen der Belag und das Datum erst nicht passt, plötzlich überspielt sind. Das nennt man dann wohl eine gelungene Darstellung der DTB-Politik.“

Ohne Ironie könnte man von einer gewohnt peinlichen Öffentlichkeitsarbeit des DTB sprechen.

Andererseits wird diese Aussage Browns wohl verhindern, dass er in Zukunft gemeinsam mit Sascha Zverev im Doppel antreten wird.…

Auch die Entscheidung des DTBs, Sascha zu verschonen, aber Mischa Zverev zu bestrafen, wird von einigen Insidern als unbedachte Maßnahme eingeschätzt. Die Zverev-Familie mit dem Vater und Coach Alexander senior tritt als ein geschlossener Kreis auf. Diese Tennisfamilie hält stark zusammen. Warten wir ab, was kommt, wenn die Kaderplanung für das nächste Davis Cup Match bevorsteht…

alexander-zverev

Sicherlich kann man den Spielern, die abgesagt hatten, mangelnde Verantwortung für das deutsche Tennis vorwerfen. Fehlende Dankbarkeit allerdings nicht: Brown und die Zverevs haben nicht das Verständnis, dass ihnen der DTB in ihren Karrieren entscheidend geholfen hat.

Wer den Spielern mangelnden Patriotismus unterstellt, sollte nicht vergessen, dass Brown nie seine jamaikanischen Ursprünge verleugnet hat und dass die Zverevs mit der ursprünglichen Heimat Russland immer noch eng verbunden sind.

Resümee: Je tiefer man in das Dickicht des Davis Cup-Absageskandals eindringt, desto mehr verschwimmen die Wahrheiten.