18. Januar 2017
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Angie und Mona siegten – Mischa triumphierte in einem Tennisthriller!

Am Mittwoch waren in Melbourne die Zweitrundenmatches der Australian Open 2017 angesetzt. Fünf deutsche Repräsentanten gingen in das Rennen.

melbourne

Eine deutsche Spielerin war schon sicher in der Runde der letzten 32: Die Weltranglistenerste Angelique Kerber spielte in der Rod Laver-Arena im norddeutschen Duell gegen Carina Witthöft. Die 21-jährige Hamburgerin hatte die Partie vorher mit ein wenig Trashtalk angeheizt. Die Kielerin reagierte dann sehr reserviert auf die kecken Aussagen Witthöfts. Für zusätzliche Spannung war gesorgt.

Carina Witthöft begann gleich mit einem Doppelfehler. Ihr unterliefen noch zwei weitere Doppelfehler und sie wurde von Kerber gebreakt. Witthöft gelang mit aggressiver Spielweise, obwohl Angie noch drei Breakbälle abwehren konnte, das Rebreak. In dieser Partie war Zündstoff. Carina servierte wieder 3 Doppelfehler und das dritte Break nach drei Spielen war fällig. Die Kielerin gewann zwar ihr Aufschlagspiel zum 3:1, wirkte aber sehr angespannt in einer  nervösen Begegnung. Der 21-jährigen Hamburgerin unterliefen aber weiter zu viele unnötige Fehler und das Geburtstagskind aus Kiel konnte den 1.Satz mit 6:2 unter Dach und Fach bringen.

kerber

Der Weltranglistenersten gelang im nächsten Durchgang gleich ein Break, sie baute den Vorsprung auf 2:0 aus. Die aktuelle Deutsche Meisterin aus der Hansestadt spielte weiter „Alles oder Nichts“, traf jetzt aber sehr gut und gewann drei Spiele in Folge. Die Ballwechsel wurden niveauvoller, ein Kampf auf Augenhöhe entwickelte sich. Der Durchgang wurde im Tiebreak entschieden. Bei 3:2-Führung servierte Kerber zwei Doppelfehler in Folge, verlor auch die nächsten drei Punkte und den 2.Satz 6:7.

Im entscheidenden Durchgang breakte, die ihre Chance witternde Hamburgerin, Kerber gleich im ersten Spiel. Die Titelverteidigerin fing sich, gewann vier Spiele in Folge, auch weil ihrer Gegnerin Konzentration (oder Kondition?) fehlte. Obwohl Angie nach einem leichten Fehler ihren Auftritt mit „Was spiele ich eigentlich hier für eine Sch…“ kommentierte, setzte sie sich mit 6:2 im 3.Satz durch und erreichte die Runde der letzten 32.

Nach diesem Kampf gegen eine starke Gegnerin und gegen sich selbst, kann die deutsche Nr.1 sich bei ihrer heutigen Feier zum 29.Geburtstag erholen.

Julia Görges (WTA Nr.57) traf in der zweiten Runde auf Jelena Jankovic (WTA Nr.54), die zum Auftakt Laura Siegemund bezwungen hatte. Die ehemalige Weltranglistenerste aus Serbien startete  entschlossen, erspielte sich schnell eine 4:1-Führung. Jule steigerte sich, musste aber den Verlust des 1.Satzes mit 3:6 hinnehmen. Bis zum 4:4 spielten die Kontrahentinnen im nächsten Durchgang auf ausgeglichenem Niveau. Dann glückte der Serbin ein Break und sie warf mit 6:4 im 2.Satz die Bad Oldesloerin aus dem Turnier.

Mona Barthel (WTA Nr.180) hatte die Ehre, am Mittwoch gegen die aktuelle Olympiasiegerin Monica Puig (WTA 29) in Melbourne antreten zu dürfen. Die Sportheldin Puerto Ricos hatte nch dem Triumph in Rio nie wieder an ihre Olympiaform anknüpfen können. Die Qualifikantin Mona nutzte im 1.Satz, der von zahlreichen Breaks zweier hervorragender Return-Spielerinnen geprägt war, die Chance und setzte sich mit 6:4 durch. Sie trat weiter entschlossen auf, sicherte sich eine 5:3-Führung und servierte zum Matchgewinn, wurde aber von Puig gebreakt. Die Norddeutsche behielt die Nerven, setzte sich im nächsten Aufschlagspiel der Puerto Ricanerin wieder durch und zog strahlend mit einem 6:4, 6:4-Sieg in die dritte Runde der Australian Open ein.

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Die DTB-Verantwortlichen sahen der Begegnung von Mischa Zverev (ATP Nr.50) und John Isner (ATP Nr.19) mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits würde ein Sieg Zverevs dem Image des deutschen Tennis dienen, andererseits müssten sie bei einem Erfolg des Hamburgers Farbe bekennen und sich öffentlich über seine Zukunft im Davis Cup äußern (der klugerweise einen Rückzieher des voreiligen Ausschlusses bedeuten könnte…). Mischa spielte von Beginn an sehr stark, musste den 1.Satz aber denkbar knapp 6(4):7 an den Aufschlagtitanen aus Florida abgeben. Auch im 2.Satz hielt der 28-jährige aus der Hansestadt ebenbürtig mit, konnte aber wieder nicht den 6(4):7-Verlust verhindern. Mischa ließ nicht nach. Im dritten Satz genügte ihm ein Break, um 6:4 zu gewinnen. Der deutsche Linkshänder kämpfte dann Isner im 4.Satz 7:6(7)   nieder, wehrte einige Matchbälle im Tiebreak ab. Im entscheidenden Durchgang setzte sich der Tennisthriller fort. Nach mehr als 4 Stunden Spielzeit und beim Stand von 8:9 war der Amerikaner total erschöpft. Bei eigenem Service gewann er keinen einzigen Punkt und Mischa Zverev hatte mit dem 6:7, 6:7, 6:4, 7:6, 9:7-Sensationssieg die dritte Runde der Australian Open erreicht.

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Mischas Match wird in die Tennishistorie eingehen. Eine bravouröse Nervenleistung des älteren Bruder von Sascha  Zverev, in einem Tenniskrimi,  der an die legendären Kämpfe in der Geschichte des deutschen Davis Cup-Teams erinnerte.

Auch die Favoriten Federer, Wawrinka, Nishikori, Berdych, Tsonga, Venus Williams, Svitolina und Kuznetsova erreichten am Mittwoch die dritte Runde.

17. Januar 2017
von admin
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Sascha Zverev, Kohlschreiber und Petkovic gewinnen ihre Auftaktmatches!

„Kerber quält sich in die zweite Runde“ oder „Kerber entging knapp einer Blamage“ wurde gestern kritisch und wenig fachkundig in den deutschen Medien getitelt.  Das wird dem Auftritt der Weltranglistenersten nicht gerecht. Sie zeigte sich in ihrem Auftaktmatch stark verbessert, spielte fast eine Stunde lang auf Weltklasseniveau. Dann spürte man den enormen Druck, der auf unserer Ausnahmespielerin lastete, aber mit ihrem Kampfgeist bekam sie sich und das Match wieder in den Griff.

Haben die deutschen Sportjournalisten vergessen, dass Angie im letzten Jahr, als sie sensationell den Titel gewann, in der ersten Runde gegen eine unbekannte Japanerin einen Matchball abwehren musste?

So what.

Am Dienstag, dem zweiten Tag der Australian Open 2017, wurden wieder 7 deutsche Repräsentanten in das Gefecht geworfen.

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Alexander Zverev (ATP Nr.  24) eröffnete um 11 Uhr Ortszeit den Reigen der deutschen Auftritte am zweiten Spieltag des Grand Slams. Gegen Robin Haase (ATP Nr.58) begann das „German Wunderkind“ in der Hisense-Arena stark. Mit langen und platzierten Grundschlägen jagte er den Niederländer über den Platz, sicherte sich den 1.Satz standesgemäß  6:2. Dann riss der Faden im Spiel des 20-jährigen Hamburgers – er musste den 2.Satz 3:6 abgeben. Der Niederländer erkannte seine Chance gegen den weiter nachlassen Hamburger, setzte sich 7:5 im 3.Satz durch. Im 4.Satz lag der deutlich frustrierte Zverev, dessen Service immer mehr wackelte, gleich 0:2 zurück. Als ihm die ersten guten Schläge gelangen, änderte sich seine Körpersprache, er agierte jetzt entschlossener, feuerte sich plötzlich an,  konnte das Match drehen und entschied den Satz noch mit 6:3 für sich. Sascha war „noch einmal von der Schippe gesprungen“. Im entscheidenden fünften Satz spielte der 20-jährige Deutsche weiter selbstbewusst auf, breakte den Holländer zwei Mal, brachte seine eigenen Aufschlagspiele sicher durch und lag schnell 4:0 vorn. Der an Position 24 gesetzte junge Deutsche gab das Match nicht mehr aus der Hand und erreichte die zweite Runde in Melbourne nach einer Spielzeit von fast 3 Stunden  mit einem 6:2 im fünften Satz. Der erste Sieg in Melbourne in der noch jungen Karriere von Alexander Zverev!

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Auch Philipp Kohlschreiber musste am Vormittag gegen Nikoloz Basilashvili (ATP Nr. 94) auf Court 15 zum Schläger greifen. Der Augsburger begann stark, gewann den 1.Satz 6:4. Der Georgier trumpfte im 2.Satz 6:3 auf. Im nächsten Durchgang wurde auf Augenhöhe gekämpft, der Tiebreak musste entscheiden.  Nervenstark konnte Kohli sich hier 7:4 durchsetzen. Im 4.Satz erkämpfte sich der Deutsche mit einem Break einen Vorteil, baute den Vorsprung mühevoll auf 4:2 aus. Bei 5:4 servierte er zum Matchgewinn. Souverän brachte er seinen Aufschlag durch und zog nach 2.Stunden und 30 Minuten Spielzeit mit 6:4, 3:6, 7:6 und 6:4 in die zweite Runde des Grand Slams ein.

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In der Margaret Court-Arena  wollte dann Dustin Brown (ATP Nr.70) gegen den an 3-gesetzten Milos Raonic das Unmögliche möglich machen. Der Deutsch-Jamaikaner und der Kanadier spielten vom ersten Ball an aggressives Tennis. Raonic verwandelte den einzigen (!) Breakball im 1.Satz und setzte sich 6:3 durch. Der Rastaman aus Niedersachsen agierte gegen den beeindruckend aufspielenden Geheimfavoriten auch im nächsten Durchgang ebenbürtig. Ein Break reichte aber Raonic, um sich den 2.Satz 6:4 zu sichern. Im 3.Satz schoss der Weltranglistendritte den deutschen Paradiesvogel ab. Mit 3:6, 4:6 und 2:6 schied Dustin Brown aus dem Turnier aus.

Mit Milos Raonic wird im weiteren Turnierverlauf zu rechnen sein.

Mit dem an 8-gesetzten Österreicher Dominic Thiem traf Jan-Lennard Struff (ATP Nr.58)  in seinem Erstrundenmatch auf dem fünften Kontinent auf einen „guten alten Bekannten“. Der Warsteiner ging entschlossen und konzentriert in das Match, gewann den 1.Satz 6:4. Thiem drehte in einem ausgeglichenen Kampf auf, entschied den 2.Satz mit 6:4 und den 3.Satz mit 6:4 für sich. Der Österreicher hatte jetzt Sicherheit gewonnen und mit 3:6 im 4.Satz musste sich „Struffi“ verabschieden.

Auch Florian Mayer (ATP Nr.49) musste gegen einen Gesetzten antreten. Der Bayreuther spielte in der Rod Laver Arena gegen die spanische Tennislegende Rafael Nadal (ATP Nr.9). Der Mallorquiner hatte sich für Melbourne gut vorbereitet und einiges vorgenommen. Das bekam Flo zu spüren. Obwohl er das Match lange offen hielt, konnte  er die 3:6, 4:6, 4:6-Niederlage gegen Rafa nicht verhindern.

Der 38-jährige Tommy Haas ist nach langer, mühseliger Verletzungspause in Melbourne auf die ATP-Tour in Melbourne zurück gekehrt. Vor seinem Comeback gegen Benoit Paire (ATP Nr.46) sagte der ehemalige Weltranglisten-Zweite, dass er nur froh und dankbar sei, wieder auf den großen Turnieren auftreten zu können und fügte hinzu: „Ich habe keine zu hohen Erwartungen.”Beide Spieler schlugen sehr gut auf, ihnen gelang bis zum Tiebreak jeweils ein Break. In der satzentscheidung dominierte der aggressive Franzose, gab nur 2 Punkte ab. Tommy servierte im 2.Satz schonender, verlor 4:6. Paire hatte bis dahin 22 Asse geschlagen. Zum dritten Satz trat der Hamburger nicht mehr an – sein geschundener Körper brauchte Erholung.

Als einzige unserer Damen griff Andrea Petkovic (WTA Nr.55) am Dienstag in das Turniergeschehen ein. Gegen das US-Girl Kayla Day (WTA Nr.197) galt die Darmstädterin als klarer Favorit. Petko spielte vom ersten Ball an souverän auf, setzte sich klar mit 6:3 durch. Auch im 2.Satz behielt sie gegen eine Gegnerin, der zu viele unnötige Fehler unterliefen, die Oberhand und gewann deutlich 6:2.

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Mit ihrem Auftakterfolg hatte die fünfte deutsche Spielerin – nach Kerber, Görges, Barthel und Witthöft die zweite Runde der Australian Open erreicht.

Bei unseren Herren haben die Brüder Zverev und Kohlschreiber den Einzug in die Runde der letzten 64 geschafft. .

16. Januar 2017
von admin
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Kerber setzt sich im Auftaktmatch durch!

Jetzt wird es ernst für die deutschen Tennisprofis – der erste Grand Slam des Jahres wird gestartet.  14 deutsche Spieler/innen nehmen in den Hauptfeldkonkurrenzen teil. 7 von ihnen gingen am Eröffnungstag in das Rennen – unter ihnen die Titelverteidigerin Angelique Kerber. „Kerunch Time in Melbourne“ – wie die australische Presse in ihren Schlagzeilen titelte.

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Schon in der ersten Spielrunde, um 11 Uhr Ortszeit, mussten drei deutsche Spielerinnen an den Start.

Mona Barthel (WTA Nr.181) hatte sich qualifiziert und traf gleich auf das australische Wunderkind Destanee Aiava (WTA Nr.273), gegen die sie in Brisbane noch verloren hatte. Die 26-jährige Neumünsteranerin begann selbstbewusst. Ihr genügte ein Break nach der 3:2-Führung, um den 1.Satz mit 6:3 unter Dach und Fach zu bringen. In einem Match auf Augenhöhe ging unter dem Jubel des Melbourner die Australierin im nächsten Durchgang 4:2 in Führung. Mona blieb unbeirrt, gewann die nächsten drei Spiele und servierte bei 5:4 zum Matchgewinn. Sie vergab Matchbälle, musste den 5:5-Ausgleich und dann den 5:6-Rückstand hinnehmen. Unbekümmert servierte sie ohne Punktverlust zum 6:6 durch. Im Tiebreak gab sie nur vier Punkte ab und konnte mit 6:3,7:6 den ersten deutschen Sieg bei den Australian Open 2017 feiern.

Laura Siegemund (WTA Nr.30) konnte in diesem Jahr noch nicht an die Form des Vorjahres anknüpfen. Gegen die ehemalige Weltranglistenerste Jelena Jankovic (WTA Nr. 54) unterliefen ihr zu Beginn zu viele Fehler. Sie hatte keine einzige Breakchance und verlor den 1.Satz deutlich 1:6 gegen die Serbin. Laura widersetzte sich und erkämpfte sich im nächsten Durchgang gleich eine 3:0-Führung und entschied den 2.Satz nervenstark mit 6:1 für sich. Im 3.Satz unterliefen der Stuttgarterin wieder zu viele Fehler, sie verlor den Durchgang 4:6 und schied in ihrem Auftaktmatch in Melbourne aus.

Julia Görges (WTA Nr.57) konnte im neuen Jahr schon mit einigen erfolgreichen Auftritten glänzen. In der ersten Runde in Melbourne wartete mit Katerina Siniakova (WTA Nr.37) gleich eine echte Herausforderung auf sie. Der 20-jährigen Tschechin genügte dann auch ein einziges Break, um den 1.Satz 6:3 zu gewinnen. Im nächsten Durchgang verlor Jule gleich ihr erstes Aufschlagspiel und lag schnell 0:2 zurück. Sie gab nicht auf, drehte den Spieß um, gewann die nächsten drei Spiele in Folge und dann den 2.Satz mit 6:3. Im entscheidenden Durchgang stürmte die 28-jährige Bad Oldesloerin gleich wieder los und erspielte sich schnell eine 2:0-Führung. Sie gab die Oberhand nicht mehr ab und zog mit 6:4 im 3.Satz in die zweite Runde des Grand Slams ein.

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Jule hatte überzeugt, kritisierte aber nach ihrem Match die Bedingungen auf dem abgelegenen Court 19, der direkt an der Straßenbahnstrecke liegt: „Das war nicht Grand-Slam-würdig. Ich habe mich gefühlt wie auf dem Bahnhof”, sagte die 28-Jährige.

Annika Beck galt als Favoritin gegen die Australierin Ashley Barty (WTA Nr.223). Die 22-jährige Gießenerin wirkte verunsichert und schied mit 4:6, 5:7 gegen die 20-jährige Australierin, die eine Wildcard erhalten hatte, aus.

Um 19 Uhr Ortszeit betrat die Titelverteidigerin Angelique Kerber die Rod Laver-Arena für ihr Auftaktmatch gegen Lesia Tsurenko (WTA Nr.51). Die 27-jährige Ukrainerin gewann ihr erstes Aufschlagspiel ohne Punktverlust, die Weltranglistenerste servierte sicher und glich aus. Kerber erhöhte das Tempo im weiteren Verlauf, konnte bei 2:2 Tsurenko das erste Mal breaken und sicherte sich mit dem Gewinn weiterer drei Spiele den 1.Satz 6:2.

 

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Die Weltranglistenerste agierte fast fehlerlos, gewann das sechste und siebte Spiel in Folge und ging im nächsten Durchgang gleich 2:0 in Führung. Die Ukrainerin setzte dagegen, ein hochklassiges Match entwickelte sich. Angie behielt bis 5:3 die Oberhand. Sie vergab einen Matchball, servierte zum Matchgewinn, verkrampfte etwas, bekam keinen 1.Aufschlag in das Feld und kassierte den 5:5-Ausgleich. Tsurenko ging bei eigenem Aufschlag sogar 6:5 in Führung. Der Weltranglistenersten, die eine Stunde lang Weltklassetennis spielte, unterliefen einige ungewohnte Rückhandfehler. Sie wehrte zwar 4 Satzbälle ab, musste sich dann aber 5:7 im 2.Satz geschlagen geben.

Im entscheidenden dritten Durchgang wurde der Kampf auf Augenhöhe fortgesetzt. Die Kielerin feuerte sich unentwegt selbst an – ihr gelang ein Break zur 3:2-Führung. Sie baute den Vorsprung auf 4:2, dann 5:2 aus. Ihre Gegnerin litt kurz unter einem Krampf in der Schlaghand. Sie resignierte etwas und Angie gewann ihr Auftaktmatch 6:2, 5:7, 6:2. Auf den Kampfgeist unserer Nr.1 kann man sich immer verlassen! Auch Eurosport-Kommentator Boris Becker würdigte ihre Leistung: „Die beiden Spielerinnen waren topfit!“. Er vergaß nicht hinzufügen, dass das bei der WTA nicht unbedingt die Regel ist.

Carina Witthöft (WTA Nr.89) trat gegen die Qualifikantin  Eri Hazumi (WTA Nr.214) am späten Abend auf Court 5 an. Die 21-jährige Hamburgerin begann entschlossen, erspielte sich eine 5:2-Führung, wurde etwas nachlässiger und die Japanerin gewann drei Spiele in Folge zum 5:5-Ausgleich. Carina steigerte sich dann wieder und konnte den 1.Satz mit 7:5 für sich entscheiden. Im nächsten Durchgang servierte die „Hamburger Deern“ zwei unnötige Doppelfehler und weurde zum 1:2 gebreakt. Sie bekam das Match wieder in den Griff, ging 5:4 in Führung, ließ dann den 5:5-Ausgleich zu. Das Match wurde im Tiebreak entschieden. Die Norddeutsche vergab zwei Matchbälle nach 6:4-Führung, gewann dann aber die nächsten beiden Punkte, den Tiebreak 8:6 und zog mit 7:5, 7:6 in die zweite Runde der Australian Open ein.

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Mit ihrem Sieg haben wir mit Sicherheit eine deutsche Spielerin in der dritten Runde: Carina Witthöft wird in der nächsten Runde gegen Angelique Kerber spielen!

Mischa Zverev (ATP Nr.50) war der einzige deutsche Teilnehmer, der am Montag in der Herrenkonkurrenz spielen musste. Der 28-jährige Hamburger begann gegen Guillermo Garcia Lopez (ATP Nr. 74) stark, gewann den 1.Satz gegen den Spanier souverän 6:3. Er gab sich bei Temperaturen über 30 Grad dann keine Blöße, setzte sich mit 7:6(4) im 2.Satz und mit 6:4 im 3.Satz durch und zog als erster Deutscher in die zweite Runde ein.

Zwischenfazit aus deutscher Sicht:  Mit 5 Siegen und zwei Niederlagen hatte das deutsche Team am Eröffnungstag einen positiven Eindruck hinterlassen, der Hoffnung auf weitere zukünftige Erfolge macht.

Die Favoriten  Murray,  Wawrinka, Nishikori (mit Problemen), Tsonga und Kyrgios setzten sich in ihren Auftaktmatches bei den Herren durch. Auch Roger Federer erreichte bei seinem Comeback mit einem Viersatzsieg über den Österreicher Melzer die Runde der letzten 64.

Die Auftaktniederlage der an 4-gesetzten Rumänin Simona Halep gegen Shelby Rogers (WTA Nr.61) war der obligatorische Favoritensturz in der Damenkonkurrenz am Eröffnungstag.