13. September 2015
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Flavia Penetta im Damenfinale:Veni,Vidi,Vinci! – das Herrenfinale wird aber verschoben

Bevor es am Sonntag bei den Herren zum Traumfnale Djokovic gegen Federer kam, hatte Flavia Pennetta im Finale der italienischen Außenseiter den Titel bei den Damen am Sonnabend gewonnen.

US_Open

Die Weltranglisten-26. bezwang im Endspiel der US Open ihre ungesetzte Landsfrau Roberta Vinci mit 7:6 (7:4), 6:2. Gleich beim Siegerinterview auf dem Platz gab die 33-Jährige dann ihren Rücktritt bekannt: „Das war mein letztes Match als Tennisspielerin. So wollen Spielerinnen doch abtreten – mit einem großen Sieg”, erklärte sie dem Publikum. Dann führte sie noch aus, dass sie die Entscheidung  schon vor dem Turnier getroffen habe. Für Pennetta war es der größte Triumph ihrer Karriere. Nach 1:33 Stunden verwandelte sie vor den Augen des eigens eingeflogenen italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi ihren ersten Matchball mit einem Vorhandwinner, war überwältigt und konnte ihr  Glück kaum fassen.

Chapeau, Flavia.

_flavia_

Am Sonntag kam es dann zu dem Gipfeltreffen des Weltranglistenersten gegen den Weltranglistenzweiten bei den Herren. Unser letzter passiver deutscher Teilnehmer, Boris Becker, war vor dem Spiel wieder einmal in das Fettnäpfchen getreten.  Unser Boris sagt gerne seine Meinung – manchmal macht er das auch zu viel. Anlass seiner aktuellen Redefreude war der sogenannte Sneak Attack von Roger. Der Schweizer hatte den Aufschlag seiner Gegner zuletzt häufig unmittelbar hinter der T-Linie retourniert, um den Gegner damit früh unter Druck zu setzen.

„Hätte er diesen Schlag gegen John McEnroe, Ivan Lendl, Jimmy Connors oder gar mich ausgepackt, hätten wir gesagt: ‘Roger, ganz ehrlich, ich mag dich sehr, aber noch einmal, und ich ziele voll auf dich’”, sagte Becker jetzt in New York. Er warf dem Schweizer sogar indirekt Respektlosigkeit vor. Der dreimalige Wimbledon-Sieger kritisierte, dass der Weltranglistenzweite den Aufschlag seines Gegners nicht ernst nehme. „Es gibt im Fußball ungeschriebene Regeln, und es gibt im Tennis ungeschriebene Regeln”, mit dieser Plattitüde beendete der 47-Jährige seine sehr ungewöhnliche Argumentation.

bojo

Für diese „ungeschriebene Tennis-Regel“ hat Bobbele das Exklusivrecht  – obwohl er behauptet, dass Mc Enroe ähnlich denkt. Diese Sneak-In-Attacke erfolgreich zu spielen, ist eine Meisterschaft. Das verlangt sehr feine Koordination. Das überrascht, wenn es gelingt, den Gegner. Lieber Boris, sollen die Spieler vor jedem Schlag ihren Gegnern jetzt vorher ankündigen, welchen Ball sie als nächstes spielen wollen? Ganz ehrlich: Wir waren begeistert von dieser neuen taktischen Variante im Spiel des mehrfachen Grand Slam Siegers!

Die Äußerungen von unserem Becker sind Blödsinn. Oder wollte der Coach von Djokovic  vor dem Finale nur für Unruhe im Umfeld Federers sorgen? Hat das der Weltranglistenerste aus Serbien nötig?

Wir mögen Boris – wir haben ihn früher als fairen Sportsmann kennengelernt. Manchmal überstrapaziert er unsere Sympathie – und unser Verständnis.

Die deutschen Tennisprofis haben keine überragenden Erfolge in New York erzielt. Beckers verbaler Auftritt haut dem Fass den Boden aus.

Machen wir Schluss mit dieser absurden Diskussion und kommen wir zum mit Spannung erwarten Match: Passend zum oben ausgeführten absurden Theater wurde das Endspiel erst einmal wegen des Regens in Flushing Meadow verschoben.

wasser

 

Um Mitternacht deutscher Zeit schüttete es in New York immer noch aus allen Himmeln. Wir werden den Post jetzt beenden und zu angemessener Zeit vom Geschehen des Herren-Finales der US Open 2015 berichten.

 

12. September 2015
von admin
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Traumfinale der Herren bei den US Open!

Nach den sensationellen Halbfinalspielen der Damenkonkurrenz standen am Freitagabend noch die brisanten Semifinalmatches der Herren auf dem Programm der US Open 2015.

US_Open

In der ersten Partie kam es zu einer serbisch-kroatischen Auseinandersetzung. Der topgesetzte Novak Djokovic traf auf den letztjährigen US Open-Titelträger  Marin Cilic. Der Djoker war von Beginn an im Spiel und hoch konzentriert. Cilic wirkte gehemmt, verlor gleich sein erstes Aufschlagspiel, kam gegen die Überlegenheit des Weltranglistenersten auch im weiteren Verlauf nicht an. Er konnte  kein einziges Spiel gewinnen und verlor den Satz 0:6. Im 2.Satz erhöhte der Kroate das Risiko, verschlug  aber in Hektik zu viele Bälle. Nole spielte fast fehlerlos und gönnte seinem Kontrahenten im 2.Durchgang nur ein Spiel mehr als im ersten Satz: Nach insgesamt 45Minuten Spielzeit hat der Serbe den 2.Satz mit 6:1 gewonnen. Gleich im ersten Aufschlagspiel des 3.Satzes wurde der Titelverteidiger  wieder gebreakt. Der Kroate war auch in diesem Durchgang chancenlos gegen einen in Hochform agierenden Djoker. Mit 6:2 im dritten Satz zog Novak Djokovic in das Finale der US Open ein.

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Im Anschluss an diesen beeindruckenden Auftritt von Djokovic bestritten zwei Spieler, die als Freunde gelten und gemeinsam im vergangenen Jahr den Davis Cup für die Schweiz gewonnen hatten, das zweite Halbfinale: Die beiden Eidgenossen Roger Federer und Stan Wawrinka. Der Beginn der Partie war typisch für das Spiel zweier Kontrahenten, die viel miteinander trainiert und zahlreiche Wettkämpfe gegeneinander gespielt haben: Beide spielten nicht ganz frei auf. Wawrinkas Strategie ist eindeutig: er versucht bei jeder Gelegenheit Druck aufzubauen, verschlägt dabei aber noch zu viele leichte Bälle und wird im 2.Aufschlagspiel gebreakt. Federer präsentiert immer wieder überraschende Spielhandlungen, bringt seine Aufschlagspiele trotz vier Breakbällen für Stan the Man durch und gewinnt den ersten Satz mit 6:4.

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Im 2.Satz ließ  Gentleman Roger bei seinem Service keinen Breakball zu, nahm seinem Gegner das Aufschlagspiel ab und setzte sich mit 6:3 durch. Im 3.Satz spielte Federer noch befreiter auf, während Wawrinka immer mehr resignierte. Mit einem klaren 6:1-Satzsieg erreichte Roger Federer das Finale in Flushing Meadow.

Das Gipfeltreffen von Djokovic und Federer im Endspiel am Sonntag wird von der Fachwelt mit Spannung erwartet – der Ausgang ist vollkommen offen.

Zum Schluss die schlechte Nachricht: Die US Open  finden jetzt endgültig ohne deutsche Beteiligung statt: Anna-Lena Groenefeld verlor mit ihrer Partnerin Vandeweghe im Semifinale des Damen-Doppels am Freitagabend gegen Dellaqua und Shvedova knapp in 3.Sätzen.

 

11. September 2015
von admin
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Sensation: Zwei Italienerinnen im Finale der US Open!

Am Donnerstag sollten die Semifinalspiele der Damen bei dem Grand Slam in Flushing Meadow ausgetragen werden. Der Wetterbericht hat das verhindert: Der angekündigte Regen sorgte dafür, dass die Semifinalmatches der Damen auf den Freitag verschoben wurden. Die Halbfinalspiele der Herren wurden im Anschluss an die Partien der Ladies angesetzt.

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Vieles weist darauf hin, dass Serena Williams in diesem Jahr etwas gelingen könnte, was bisher nur den großen Legenden, wie Steffi Graf oder Rod Laver gelungen ist: alle Grand Slams in einer Saison zu gewinnen.

In die erste Partie des Tages ging die an 2-gesetzte Simon Halep gegen Flavia Pennetta als klare Favoritin in das Arthur Ashe-Stadium. Die Italienerin spielte aber klug und gefühlvoll auf, dominierte das Match und gewann klar mit 6:1 den 1.Satz.  Im 2.Satz setzte die aparte und sympathisch offene Italienerin ihr brillantes, fast fehlerloses Tennis fort. Die Rumänin ging zwar kurz in Führung, aber nach dem 6:3-Gewinn des zweiten Durchgangs und dem Einzug in das Finale strahlte nur noch Flavia Pennetta. Mit dem Preisgeld für die Finalteilnahme bei den US Open kann sie die Kosten der angekündigten Hochzeit mit ihrem Coach, selbst in der luxuriösesten Version, ohne Probleme allein übernehmen.

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Die anschließende Partie der topgesetzten Serena mit der ungesetzten Roberta Vinci war schon anatomisch eine  Wiederauflage des biblischen Duells David gegen Goliath: Auf der einen Seite die bärenstarke US-Amerikanerin, auf der anderen Seite die kleine und schmächtige Italienerin. In dem Tenniswettkampf gewann im ersten Durchgang in New York der Goliath: Mit gewohnter Power überrollt die Weltranglistenerste im 1.Satz die ungesetzte Vinci, deren erfolgreichster Schlag der Stopp war, mit 6:2. Im 2.Durchgang ändert die Südeuropäerin ihre Taktik: sie startet überraschende Netzangriffe, spielt wieder Stopps und Lobs, versucht Serena aus den Rhythmus zu bringen. Serena ist „not amused“, als ihre Gegnerin mit dieser Taktik nach einem Break mit 3:2 und anschließend sogar mit 5:3 in Führung geht. Zum Entsetzen vieler amerikanischer Zuschauer gewinnt die zierliche Vinci sogar dann den 2.Satz mit 6:4! Das Entsetzen wurde zur Trauer. Angesichts des in Frage gestellten legendären Grand Slam-Triumphes verkrampft Serena Williams und Roberta Vinci gewinnt auch den 3.Satz und das Match mit 6:4. David hat Goliath aus dem Turnier geschleudert!

APTOPIX US Open Tennis

Eine absolute Sensation: eine an 26-gesetzte und eine ungesetzte Italienerin bestreiten das US Open Finale 2015!

PS: Den Bericht über die beiden Semifinalmatches der Herren tragen wir zu angemessener Zeit nach.