21. Juli 2015
von admin
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Nach Wimbledon geht die Jagd nach Weltranglistenpunkten weiter

Während wir Spaß mit Flüchtlingskindern beim Anfängertennis hatten, wartete auf  die deutschen Spitzenspieler/innen der Ernst des Profialltags. Auf drei Kontinenten traten unsere Asse an, um Weltranglistenpunkte zu gewinnen.

Aus Bastad im Norden Europas können wir den ersten deutschen Erfolg vermelden. Alexander Zverev (ATP Nr.123) schlug bei dem mit 439.405 Euro dotierten Turnier in Südschweden den Qualifikanten Julian Reister (ATP 926) in der ersten Runde  mit 6:7, 6:4 und 6:3. Die beiden hätten für diese Begegnung nicht so weit reisen müssen: Sie wohnen keine 20km voneinander entfernt am Rande Hamburgs.

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Mit einem kurzen Sprung über die südliche Grenze gingen einige deutsche Tennisdamen ihrem Beruf nach:  Anna-Lena Friedsam hatte dabei Pech bei dem WTA-Turnier in Bad Gastein ( 226.750 Dollar Preisgeld): Die Nr.73 der Weltrangliste aus Neuwied musste ihr Erstrundenmatch gegen Klara Koukalova (WTA 100) aus Tschechien beim Stand von 6:1, 4:0 wegen einer Verletzung am Knöchel aufgeben.

Auch der an 4-gesetzten Carina Witthöft stand das Glück im österreichischen Kurort nicht zur Seite: Sie verlor gegen die Tschechin Denisa Allertova (WTA Nr. 81) knapp mit 6:3, 6:7 und 4:6.

Die an 6-gesetzte Julia Görges (WTA Nr.57) hingegen setzte sich in ihrem Auftaktmatch gegen die Japanerin Izaki (WTA Nr.137) mit 6:3 und 6:4 erwartet souverän durch.

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Als vierte Deutsche trat Annika Beck (WTA Nr. 77) in Bad Gastein an. Gegen Teliana Pereira (WTA Nr. 80) sparte sie Energien beim Erreichen der 2.Runde:  beim Rückstand von 2:5 gab die Brasilianerin auf.

Noch etwas weiter südlich, in Kroatien, bei dem mit 500 000 Euro Preisgeld versehenen Turnier in Umag, traf der an 6-gesetzte Philipp Kohlschreiber auf Santiago Giraldo (ATP Nr. 59). Die Deutsche Nr.1 machte kurzen Prozess mit dem Kolumbianer. Mit 6:3 und 6:2 zog „Kohli“ in die zweite Runde ein.

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Mona Barthel (WTA Nr.61)  flog nach ihrem Finale in Südschweden zum Turnier nach Istanbul, das mit 226.750 Dollar Preisgeld lockte. In ihrem Auftaktmatch sollte sie sich gegen Olga Savchuk (WTA Nr. 283) wohl durchsetzen können. Die zweite Runde wird wohl etwas schwerer: Sie trifft dann vermutlich auf die Weltranglistenerste Serena Williams.

Michael Berrer (ATP Nr. 129) versucht weiterhin auf dem amerikanischen Kontinent sein Glück. Bei dem Turnier in Bogota, das mit 768 000 Dollar dotiert ist, trifft  er in  seinem Erstrundenmatch am Mittwoch auf  den Engländer James Ward (ATP Nr.93).

20. Juli 2015
von admin
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Alle waren Sieger!

Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen einige Menschen.   

Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge.

 

Tennis bietet faszinierende Spitzenleistungen. Tennis ist aber auch eine gesellschaftliche Sportart mit sozialen Aspekten: Der „weiße Sport“ ist weitgehend gewaltlos – das trennende Netz sorgt allein dafür, dass die Spieler nicht mit ihren Schlägern aufeinander einschlagen. Mit Kunst und Geschick werden die Bälle im Wettkampf  so platziert, dass der Spielpartner Lösungen für die Probleme auf seiner Seite finden muss. Im gemeinsamen „miteinander Schlagen“, mit dem Ziel den Ball im Spiel zu halten, wird Tennis zum Partnersport.

Diese sozialen Eigenschaften des Tennis werden jetzt in einem Projekt genutzt, dass ein aktuelles gesellschaftliches Problem aufgreift: die Integration von Flüchtlingen.

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Die Texter unseres Blogs haben für eine Zeit weniger auf den Tasten des PC herum gehämmert und eine Initiative gestartet, die Flüchtlingskindern unserer Region wertvolle  soziale Erlebnisse verschaffen soll.

Mit einem Besuch eines Bundesligaspiels des HSV wurde die Aktion gestartet. 16 Kindern wurden vom Bundesliga-Dino Karten geschenkt. Sie wurden vor dem Spiel gegen den FC Augsburg zum Mittagessen in dem Stadionrestaurant „Die Raute“ eingeladen und vom HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer empfangen. „Didi“ überreichte dabei den 16 Flüchtlingskindern und ihren Betreuern HSV-Schals als Willkommensgeschenk. Alle Kinder, die daran teilnahmen, schwärmen noch heute mit leuchtenden Augen von dieser einmaligen Erfahrung. Dabei vergessen sie nicht, dass durch ihre begeisterte Unterstützung dem HSV endlich wieder ein Heimsieg gelang.

Als zweiter Schritt stand ein Tennis-Treffen auf dem Plan der Organisatoren. Vor wenigen Tagen trafen sechs Kinder mit ihren DAZ(Deutsch als Zweitsprache) – Lehrerinnen auf der Anlage in Quickborn ein und wurden auf der Veranda von zwei jungen Tennisspielerinnen und dem Gastgeber mit Kuchen, Limonaden und Eis empfangen.

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Nachdem man mit Fußball und anderen kleinen Spielen sich warm gemacht hatte, wurde der Tennisplatz aufgesucht.  Bei den ersten Ball/Schläger- Gewöhnungsübungen zeigten sich schon die ersten Talente. Mit einem Staffellauf wurden dann die Wettkampffähigkeiten herausgefordert. Anschließend wurden die ersten Schläge über das Netz im „Halbfeld“  geübt. Die Lehrerrinnen stellten sich dabei als überragende Begabungen dar.

Dann wurde ein Wettbewerb über das ganze Tennisfeld durchgeführt. Den Siegern wurden Tennisschläger als Preise in Aussicht gestellt. Nach 10 Minuten waren mehr als ein Dutzend Bälle auf Nimmerwiedersehen im nahegelegenen Gehölz gelandet.

Nach den Tennis-Aktivitäten pflegten und säuberten die Kinder den Platz – mit einer Bereitschaft, die Tennistrainer in ihren Unterrichtsstunden mit ihren Vereinskindern so noch nicht erlebt hatten!

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Auf der Veranda fand dann die Siegerehrung statt.  A l l e  w a r e n  S i e g e r! Deshalb erhielten auch alle Teilnehmer einen Tennisschläger als Preis.

Auf  Nachfrage erklärten die Kinder unisono, dass sie gern wieder Tennis spielen würden. Die drei teilnehmenden kleinen Mädchen äußerten aber nachdrücklich ihren Herzenswunsch, vorher doch noch lieber einmal gemeinsam zum Reiten zu gehen.

Dieser Wunsch ist den Initiatoren ein Befehl: die nächste Station wird der Besuch eines Reiterhofes im September sein.

Danach wird ein zweites Tennisprojekt in einem großen Club im Kreis Pinneberg organisiert werden.

Wir können allen engagierten Mitgliedern von Tennisvereinen deutschlandweit nur empfehlen, eine ähnliche Aktion zu starten. Soviel ursprüngliche Freude bei Kindern wird uns selten vergönnt.

Vielleicht noch wichtiger: Gegenseitiges Vertrauen wurde geschaffen!

 

19. Juli 2015
von admin
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Barthel verliert im Finale!

Bei den Collector Swedish Open in Bastad konnte Mona Barthel ihren Titel nicht verteidigen. Im Finale unterlag sie Johanna Larsson mit 3:6 und 6:7. Die Neumünsteranerin servierte etwas unter Niveau in diesem Match und die Schwedin nutzte jede Chance, die Initiative zu ergreifen.

Die Schwedin, vor dem Turnier auf Rang 72 der Weltrangliste, wird jetzt weiter vorrücken. Das Gastgeberland hat nach langer Zeit wieder eine Spitzenspielerin, die in die Weltspitze vorrücken kann.

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Trotz des Erreichens des Finales wird Mona, aktuell Nr.59 der WTA, in der Weltrangliste etwas zurückfallen.

In Bukarest, wo andere Weltklassespielerinnen antraten, kommt es zu der Finalpaarung der topgesetzten Italienerin Sara Errani mit Anna Karolina Schmiedlova (WTA Nr.60) aus der Slowakei.

dudi

Bei den Herren fand nur in Newport(USA) ein großes Turnier statt. Im Endspiel trifft der Kroate Ivo Karlovic, der Dustin Brown im Viertelfinale besiegte, auf Rajeev Ram aus den USA. Der 31-jährige Amerikaner, der auf Position 161 der ATP-Weltrangliste geführt wird, hatte unter anderem den topgesetzten John Isner in der 1.Runde des Rasenturniers besiegt.

Bis auf Mona Barthel und Dustin Brown sind alle deutschen Profis früh aus den Wimbledon-Nachfolgeturnieren ausgeschieden. In der ersten Turnierwoche nach den Championships kann man noch nicht von einem großen Aufschwung des deutschen Spitzentennis berichten.