23. Oktober 2013
von admin
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“Bilder sagen mehr als tausend Worte”

Seit Wochen haben wir immer wieder Texte, gekoppelt mit Videos, in das Netz gestellt. Filme als Sequenzen von bewegten Bildern, vermitteln, je nach Art der Betrachtung, vielfältigeInformationen und dienen auch der Unterhaltung.

Neben dem Unterhaltungsaspekt beim Zuschauen können bewegte Bilder aber auch zur eigenen Trainingsoptimierung eingesetzt werden. Wer von uns weiß schon, wie seine Vor- oder Rückhand genau aussieht? Wer hat schon im Rahmen seines Trainings oder eines Wettkampfes Aufnahmen der Schläge und Bewegungen gemacht und anschließend analysiert?

bm + fc 100

Wir vermuten, dass bisher nicht viele diese Möglichkeit der zeitgemäßen Trainingsmethodikgenutzt haben.

Es gibt keinen Grund, auf die Hilfe der Bilder im Tennis zu verzichten!

Jeder (oder zumindest jeder Zweite) hat rund um die Uhr mit seinem Handy eine Kamera in der Tasche oder ein Tablet-PC im Besitz. Es spricht also nichts dagegen, neben Party- oder Landschaftsaufnahmen auch mal das Smartphone auf dem Platz zu zücken und das eigene Spiel oder das der Trainingspartner zu filmen. Das kostet nichts und erspart gegebenenfalls dem Trainer und dem Schüler eine ewige Wiederholung von verbalenVerbesserungsansätzen.

„Bilder sagen mehr als tausend Worte“!

Die Visualisierung erleichtert also die Kommunikation zwischen Trainer und Spieler. Beschreibungen sind nie soumfassend und nachvollziehbar in ihrer Ausführung wie ein entsprechendes Bild oder eine Filmsequenz. Der Trainierte kann sich selber betrachten, etwaige Unterschiede zwischen gefühltem und tatsächlichem Bewegungsablauf bemerken und daraufhin Korrekturen vornehmen.

Eine erneute Videoanalyse kann dann belegen, ob die nötigen Verbesserungen umgesetzt wurden oder ob die Arbeit am speziellen Problem noch nicht beendet ist.

Die Aufnahmen beinhalten folglich nicht nur eine Hilfestellung für den Trainer, der seine Argumentation illustrativ verstärken und konkretisieren kann, sie gibt zusätzlich dem Trainierenden die Möglichkeit, seine Vorstellung mit der Realität zu vergleichen und ein besseres Bewegungsgefühl für seine Schläge zu erhalten.

Also: schnappt euch die Digi-Cams, Handys oder Tablets und filmt eure Partner beim Spielen.

Diese Aufforderung richtet sich nicht nur an Trainer und an unseren jüngeren Leser: Alle, die ihre Kinder zum Tennisplatz fahren und ihre Zeit beim Training totschlagen – Mama, Papa, , Oma oder Opa – können diese Stunde jetzt sinnvoll nutzen: Greift euch die elektronischen Geräte und filmt die Kinder während des Spiels. Zeigt ihnen hinterher eure Aufnahmen und ihr tragt zur Verbesserung der Spieler und zu einer generationsübergreifenden friedlichen Kommunikation bei!

Unsere Video-Scouts JoJoe und Özil Arat haben aus Spaß vor Tagen ein kurzes Video gedreht und bei YouTube in das Netz gestellt. Mit diesem Film werden sie keinen Oscar gewinnen. Aber es hat ihnen und mehr als 100 Besuchern Spaß gemacht. Sie sind selbst aktiv geworden. Wenn sie jetzt bald ein Video von ihren Tenniskünsten drehen, haben wir das Ziel unseres heutigen Posts erfüllt.

21. Oktober 2013
von admin
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“Faszination Roger Federer”

In drei Wochen findet in London das Tour-Final der acht weltbesten Profis statt. Roger Federer, nach Aussagen vieler Fachleute der beste Tennisspieler aller Zeiten, hat sich dafür noch nicht sicher qualifiziert. Nach dem Turnier in Shanghai hat ihn sein Landsmann Wawrinka überholt und Federer ist auf den achten Platz zurückgefallen. Raonic, Gasquet und Tsonga haben die Spur aufgenommen und wollen den Schweizer mit den nächsten Turnieren noch aus dem Feld jagen. Der Schlusspunkt der World Tour ohne Federer? Kaum vorstellbar. Seit 11 Jahren hat Federer immer an diesem Ereignis teilgenommen – es fünf Mal gewonnen.

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Die Schweizer Öffentlichkeit zittert um den Nationalhelden und die Medien haben 2013 längst zum „Seuchenjahr“ von Federer erklärt. Dieses Seuchenjahr, in dem Roger nicht ein einziges Mal in das Finale eines Grand Slams vordringen konnte, polarisiert die Meinungen der Tennis-Community: Da gibt es Fans, die es nicht vertragen, ihren Helden verlieren zu sehen und ihn in ihren Briefen inständig bitten, doch bitte sofort zurückzutreten. Da gibt es andere, die nicht auf ihn in Zukunft verzichten wollen und sich – ob Sieg oder Niederlage – an den Tenniskünsten „King Rogers“ noch in langer Zukunft erfreuen wollen.

Einige Printmedien zeichnen schon das Bild vom „Versager“, der „gebrochen vom Platz schleicht“, der seinen entlassenen Trainer zum „Bauernopfer für die Misere“ macht und der „längst auf ein Normalmaß zusammengeschrumpft ist.“

Das ist missgünstige Häme. Da spricht der pure Neid von mittelmäßigen Journalisten, die mit Freude schon jetzt an dem Untergang des Superstars mitwirken wollen. Diese Art von Berichterstattung ist darüber hinaus von einer einfallslosen Kurzsichtigkeit geprägt: Auch wenn der Schweizer in diesem Jahr überraschende Niederlagen zu verkraften hatte, seine Aura und sein Nimbus ist ungebrochen: auch gegenwärtig zieht er die Massen bei seinen Turnierauftritten an. Der Turnierdirektor der German Open, Michael Stich, wird wohl bestätigen, dass die überragende Zuschauerresonanz in diesem Jahr nicht zuletzt auf das Erscheinen der jahrelangen „Nummer 1“ der Weltrangliste zurückzuführen ist. Etwas mehr Respekt im Umgang mit einem verdienten Sportler, etwas mehr Anerkennung seiner – auch heute noch – vorbildlichen Tenniskunst könnte von den Medien verlangt werden.

Viele Tennisfans äußern in den Internetforen ihre Einstellung, dass solange Roger noch Spaß am Tennis hat, keiner seinen Rücktritt fordern sollte. Wir haben ihn in Hamburg im August live erleben können. Da hat er mit viel Spaß trainiert, da hat er mit seinen Matches den Zuschauern viel Freude bereitet und da hat er in der Players-Lounge mit seiner Fröhlichkeit die Profikollegen angesteckt. Wir hatten den Eindruck, dass er trotz „Seuchenjahr“ seine gute Laune keineswegs verloren hatte.

Also, Roger: mach bitte weiter, solange du noch Spaß am Tennis hast. Und wenn du dann in Zukunft zurücktreten wirst, dann wissen wir, wie viel du dazu beigetragen hast, dass Tennis weltweit Millionen Menschen fasziniert!

Dieses Plädoyer wollen wir zum Schluss noch mit einigen lebendigen Bildern unterstützen:

                                                                 

18. Oktober 2013
von admin
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“Blick zurück in die Zukunft”

Emotionen, Kreativität, Experimentierfreude und Spielkunst sind ein wichtiger Bestandteil der Attraktivität des Showsports Tennis. Wir haben mit Gael Monfils im letzten Post einen Spieler präsentiert, der diese Eigenschaften par excellence präsentiert.

Vor mehr als 15 Jahren hatten die Autoren des Blogs ein Projekt initiiert, dass für frischen Wind im deutschen Tennis sorgen wollte und das sich an den oben genannten Kriterien orientierte: der TennisZirkus.

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Der Jüngere von uns beiden schmetterte aus luftigen Höhen nach einem Absprung vom Trampolin den Ball in die andere Platzseite, schraubte sich auf Inlinern von einer Rampe in die Luft und ballerte die Filzkugel in das Feld. Der Ältere machte sich nicht die Finger schmutzig und leitete die Inszenierung als Zirkus-Direktor.

Ein ehemals bekannter TV Sportsender, das DSF (heute Sport 1), hatte einen Filmbericht über dieses Projekt, das über acht Jahre durch Deutschland tingelte, gedreht. Wir haben in unseren Kellern gekramt und eine alte DVD von dieser Reportage doch noch finden können. Etwas angestaubt. Nicht unbedingt HD-Qualität. Trotzdem hatten wir Spaß, als diese alten Bilder über den Screen flimmerten. Und – seien wir ehrlich – wir waren ein wenig stolz auf diese Show aus dem vergangenen Jahrhundert.

Genug der Worte. In dem folgenden Video tritt der ehrwürdige „Professor Tiwi“, ein damals bekannter Sportpsychologe und Direktor des Sportwissenschaftlichen Instituts der Uni Hamburg auf. Sein Klönschnack ist nicht zu unterschätzen. Da sind einige Sätze, die auch heute noch als Wegweiser für das deutsche Tennis gelten könnten.

Hört genau hin und schaut euch das Spektakel an.

Hoffentlich habt ihr genau so viel Spaß wie wir bei den bunten Bildern!    

Ach so: Das Video bricht etwas abrupt ab. Dafür entschuldigen wir uns. Andererseits erwartet nach 150 Tagen im Netz wohl keiner mehr Perfektion von uns.