Kerber setzt sich im Auftaktmatch durch!

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Jetzt wird es ernst für die deutschen Tennisprofis – der erste Grand Slam des Jahres wird gestartet.  14 deutsche Spieler/innen nehmen in den Hauptfeldkonkurrenzen teil. 7 von ihnen gingen am Eröffnungstag in das Rennen – unter ihnen die Titelverteidigerin Angelique Kerber. „Kerunch Time in Melbourne“ – wie die australische Presse in ihren Schlagzeilen titelte.

melbourne

Schon in der ersten Spielrunde, um 11 Uhr Ortszeit, mussten drei deutsche Spielerinnen an den Start.

Mona Barthel (WTA Nr.181) hatte sich qualifiziert und traf gleich auf das australische Wunderkind Destanee Aiava (WTA Nr.273), gegen die sie in Brisbane noch verloren hatte. Die 26-jährige Neumünsteranerin begann selbstbewusst. Ihr genügte ein Break nach der 3:2-Führung, um den 1.Satz mit 6:3 unter Dach und Fach zu bringen. In einem Match auf Augenhöhe ging unter dem Jubel des Melbourner die Australierin im nächsten Durchgang 4:2 in Führung. Mona blieb unbeirrt, gewann die nächsten drei Spiele und servierte bei 5:4 zum Matchgewinn. Sie vergab Matchbälle, musste den 5:5-Ausgleich und dann den 5:6-Rückstand hinnehmen. Unbekümmert servierte sie ohne Punktverlust zum 6:6 durch. Im Tiebreak gab sie nur vier Punkte ab und konnte mit 6:3,7:6 den ersten deutschen Sieg bei den Australian Open 2017 feiern.

Laura Siegemund (WTA Nr.30) konnte in diesem Jahr noch nicht an die Form des Vorjahres anknüpfen. Gegen die ehemalige Weltranglistenerste Jelena Jankovic (WTA Nr. 54) unterliefen ihr zu Beginn zu viele Fehler. Sie hatte keine einzige Breakchance und verlor den 1.Satz deutlich 1:6 gegen die Serbin. Laura widersetzte sich und erkämpfte sich im nächsten Durchgang gleich eine 3:0-Führung und entschied den 2.Satz nervenstark mit 6:1 für sich. Im 3.Satz unterliefen der Stuttgarterin wieder zu viele Fehler, sie verlor den Durchgang 4:6 und schied in ihrem Auftaktmatch in Melbourne aus.

Julia Görges (WTA Nr.57) konnte im neuen Jahr schon mit einigen erfolgreichen Auftritten glänzen. In der ersten Runde in Melbourne wartete mit Katerina Siniakova (WTA Nr.37) gleich eine echte Herausforderung auf sie. Der 20-jährigen Tschechin genügte dann auch ein einziges Break, um den 1.Satz 6:3 zu gewinnen. Im nächsten Durchgang verlor Jule gleich ihr erstes Aufschlagspiel und lag schnell 0:2 zurück. Sie gab nicht auf, drehte den Spieß um, gewann die nächsten drei Spiele in Folge und dann den 2.Satz mit 6:3. Im entscheidenden Durchgang stürmte die 28-jährige Bad Oldesloerin gleich wieder los und erspielte sich schnell eine 2:0-Führung. Sie gab die Oberhand nicht mehr ab und zog mit 6:4 im 3.Satz in die zweite Runde des Grand Slams ein.

jule

Jule hatte überzeugt, kritisierte aber nach ihrem Match die Bedingungen auf dem abgelegenen Court 19, der direkt an der Straßenbahnstrecke liegt: „Das war nicht Grand-Slam-würdig. Ich habe mich gefühlt wie auf dem Bahnhof”, sagte die 28-Jährige.

Annika Beck galt als Favoritin gegen die Australierin Ashley Barty (WTA Nr.223). Die 22-jährige Gießenerin wirkte verunsichert und schied mit 4:6, 5:7 gegen die 20-jährige Australierin, die eine Wildcard erhalten hatte, aus.

Um 19 Uhr Ortszeit betrat die Titelverteidigerin Angelique Kerber die Rod Laver-Arena für ihr Auftaktmatch gegen Lesia Tsurenko (WTA Nr.51). Die 27-jährige Ukrainerin gewann ihr erstes Aufschlagspiel ohne Punktverlust, die Weltranglistenerste servierte sicher und glich aus. Kerber erhöhte das Tempo im weiteren Verlauf, konnte bei 2:2 Tsurenko das erste Mal breaken und sicherte sich mit dem Gewinn weiterer drei Spiele den 1.Satz 6:2.

 

angie

Die Weltranglistenerste agierte fast fehlerlos, gewann das sechste und siebte Spiel in Folge und ging im nächsten Durchgang gleich 2:0 in Führung. Die Ukrainerin setzte dagegen, ein hochklassiges Match entwickelte sich. Angie behielt bis 5:3 die Oberhand. Sie vergab einen Matchball, servierte zum Matchgewinn, verkrampfte etwas, bekam keinen 1.Aufschlag in das Feld und kassierte den 5:5-Ausgleich. Tsurenko ging bei eigenem Aufschlag sogar 6:5 in Führung. Der Weltranglistenersten, die eine Stunde lang Weltklassetennis spielte, unterliefen einige ungewohnte Rückhandfehler. Sie wehrte zwar 4 Satzbälle ab, musste sich dann aber 5:7 im 2.Satz geschlagen geben.

Im entscheidenden dritten Durchgang wurde der Kampf auf Augenhöhe fortgesetzt. Die Kielerin feuerte sich unentwegt selbst an – ihr gelang ein Break zur 3:2-Führung. Sie baute den Vorsprung auf 4:2, dann 5:2 aus. Ihre Gegnerin litt kurz unter einem Krampf in der Schlaghand. Sie resignierte etwas und Angie gewann ihr Auftaktmatch 6:2, 5:7, 6:2. Auf den Kampfgeist unserer Nr.1 kann man sich immer verlassen! Auch Eurosport-Kommentator Boris Becker würdigte ihre Leistung: „Die beiden Spielerinnen waren topfit!“. Er vergaß nicht hinzufügen, dass das bei der WTA nicht unbedingt die Regel ist.

Carina Witthöft (WTA Nr.89) trat gegen die Qualifikantin  Eri Hazumi (WTA Nr.214) am späten Abend auf Court 5 an. Die 21-jährige Hamburgerin begann entschlossen, erspielte sich eine 5:2-Führung, wurde etwas nachlässiger und die Japanerin gewann drei Spiele in Folge zum 5:5-Ausgleich. Carina steigerte sich dann wieder und konnte den 1.Satz mit 7:5 für sich entscheiden. Im nächsten Durchgang servierte die „Hamburger Deern“ zwei unnötige Doppelfehler und weurde zum 1:2 gebreakt. Sie bekam das Match wieder in den Griff, ging 5:4 in Führung, ließ dann den 5:5-Ausgleich zu. Das Match wurde im Tiebreak entschieden. Die Norddeutsche vergab zwei Matchbälle nach 6:4-Führung, gewann dann aber die nächsten beiden Punkte, den Tiebreak 8:6 und zog mit 7:5, 7:6 in die zweite Runde der Australian Open ein.

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Mit ihrem Sieg haben wir mit Sicherheit eine deutsche Spielerin in der dritten Runde: Carina Witthöft wird in der nächsten Runde gegen Angelique Kerber spielen!

Mischa Zverev (ATP Nr.50) war der einzige deutsche Teilnehmer, der am Montag in der Herrenkonkurrenz spielen musste. Der 28-jährige Hamburger begann gegen Guillermo Garcia Lopez (ATP Nr. 74) stark, gewann den 1.Satz gegen den Spanier souverän 6:3. Er gab sich bei Temperaturen über 30 Grad dann keine Blöße, setzte sich mit 7:6(4) im 2.Satz und mit 6:4 im 3.Satz durch und zog als erster Deutscher in die zweite Runde ein.

Zwischenfazit aus deutscher Sicht:  Mit 5 Siegen und zwei Niederlagen hatte das deutsche Team am Eröffnungstag einen positiven Eindruck hinterlassen, der Hoffnung auf weitere zukünftige Erfolge macht.

Die Favoriten  Murray,  Wawrinka, Nishikori (mit Problemen), Tsonga und Kyrgios setzten sich in ihren Auftaktmatches bei den Herren durch. Auch Roger Federer erreichte bei seinem Comeback mit einem Viersatzsieg über den Österreicher Melzer die Runde der letzten 64.

Die Auftaktniederlage der an 4-gesetzten Rumänin Simona Halep gegen Shelby Rogers (WTA Nr.61) war der obligatorische Favoritensturz in der Damenkonkurrenz am Eröffnungstag.

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