1. September 2015
von admin
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Deutsche Niederlagenserie am Eröffnungstag der US Open!

Am ersten Tag der US Open in Flushing Meadow gingen fünf deutsche Profis an den Start.

US_Open

Tommy Haas und Fernando Verdasco kennen sich seit mehr als einem Jahrzehnt aus verschiedenen Begegnungen.  Aufgrund der langwierigen Verletzungspause des Deutschen (ATP Nr.506!), ging der Spanier (ATP Nr.42) als leichter Favorit in die Begegnung. Bis 3:3 im 1.Satz gewannen beide Kontrahenten ihre Aufschlagspiele. Dann gelang dem Hamburger mit Wohnsitz in Florida ein Break, er gewann auch die nächsten beiden Spiele und den Durchgang mit 6:3. Im zweiten Aufschlagspiel des 2.Satzes kassierte Tommy ein Break und gab den Durchgang ohne weiteren Spielgewinn mit 2:6 an den Spanier ab. Der 3.Satz war hart umkämpft. Am Ende setzte sich der selbsternannte Deutsch-Amerikaner im Tiebreak mit 7:3 durch. Im 4.Satz plagten Haas offensichtlich Schulterprobleme. Mit behutsamen Aufschlägen mogelte er sich clever bis 3:3 durch, konnte aber dann seine Servicegames nicht mehr halten und verlor den Durchgang mit 3:6. Der 37-jährige hielt tapfer im 5.Satz durch, musste sich aber letztendlich mit 1:6 geschlagen geben.

Im zweiten deutsch-spanischen Duell traf der Qualifikant Michael Berrer auf den an 26-gesetzten Tommy Robredo. Im 1.Satz war der Stuttgarter gegen den Spanier machtlos und unterlag nach 27 Minuten Spielzeit 2:6. Auch im 2.Satz war der Linkshänder aus Schwaben chancenlos. Er verlor wieder 2:6. Im 3.Satz gewann Berrer zwei Spiele mehr -  mit 3:6 musste der zweite deutsche Spieler die Bühne von Flushing Meadow in der ersten Runde verlassen.

teschläger

Florian Mayer reichte im 1.Satz gegen Martin Klizan (ATP Nr.38) ein verwandelter Breakball, um mit 5:2 in Führung zu gehen. Bei 5:3 und eigenem Aufschlag vergab er zwei Satzbälle. konnte den Durchgang  mit 7:5 im Tiebreak aber doch noch nach Hause bringen. Den 2.Satz entschied der Slowake mit 6:3 für sich. Auch im 3.Satz nützte dem Mr.Smart aus Bayreuth alle Cleverness nichts: er musste ihn wieder mit 3:6 abgeben. Im 4.Satz gab der Deutsche bei 0:3-Rückstand verletzt auf. Die dritte Niederlage in Folge bei den deutschen Herren!

Nach ihrer kurzen Verletzungspause war man bei  Anna-Lena Friedsam (WTA Nr.80) unsicher, in welcher Verfassung sie in New York gegen Kaia Kanepi (WTA Nr. 89) aus Estland antreten würde. Zu Beginn der Partie agierte die 21-jährige aus Neuwied fehlerhaft, produzierte 4 Doppelfehler und lag nach einer halben Stunde Spielzeit 1:5 und 0:40 zurück. Sie wehrte Satzbälle ab, musste aber den 1.Satz mit 1:6 verloren geben. Auch im nächsten Durchgang kam die junge Deutsche nicht richtig in das Match und schied chancenlos  mit 1:6 im 2.Satz aus dem Turnier aus.

tennis-ball-hitting-net

 Als letzte der deutschen Profis musste Tatjana Maria (WTA Nr.66)  am ersten Spieltag auf den Platz. Sie lebt mit ihrem Ehemann in den USA und fühlt sich bei den Turnieren auf dem amerikanischen Kontinent absolut wohl. Auch deshalb gab man ihr gute Chancen gegen Ana Konjuh (WTA Nr.79).Anfangs hatte sie allerdings Probleme, Fahrt aufzunehmen. Sie verlor ihre ersten beiden Aufschlagspiele und geriet früh in Rückstand. Doppelfehler und Asse im Wechsel prägten auch im weiteren Verlauf ihren Service. Sie gab der Kroatin  im 1.Satz Chancen für 9(!) Breakbälle, konnte nur ein Mal selbst breaken und musste deshalb auch den 1.Satz mit 4:6 abgeben. Auch das 1.Aufschlagspiel im 2.Satz verlor Tatjana Maria und musste auch in diesem Durchgang einer Führung der Gegnerin hinterherlaufen. Bei 3:5 wehrte sie mit dem Rücken zur Wand 3 Matchbälle ab, verkürzte auf 4:5. Bei Aufschlag der Kroatin wehrte sie bei 40:0 drei Matchbälle in Folge ab. Konjuh vergab dann auch noch den siebten Siegpunkt, um mit dem 8.Matchball endlich den Satz und das Spiel mit 6:4 zu gewinnen.

Kein einziger deutscher Sieg in fünf Partien lautet die nationale Bilanz am Ende des Eröffnungstages der US Open 2015.  Eine derartige Niederlagenserie hatten wir bei allem Pessimismus nicht erwartet.

Das kann nur besser werden…

Sensationen gab es sowohl bei den Damen als auch bei den Herren zum Auftakt des Grand Slams: Die an 7-gesetzte Serbin Ana Ivanovic verlor gegen Dominika Cibulkova 3:6, 6:3 und 3:6. Der in letzter Zeit verletzungsgeplagte Duracell-Hase aus der Slowakei hat wieder zugeschlagen.

Der an 5-gesetzte Japaner Kei Nishikori musste sich in einem Marathon-Match dem Franzosen Benoit Paire mit 4:6, 6:3, 6:4, 6:7(8) und 4:6 geschlagen geben. Sayonara New York!

Auch die an 8-gesetzte Katarina Pliskova aus Tschechien konnte überraschend früh die Heimreise antreten. Sie unterlag dem US-Girl Anna Tatishvili (WTA Nr.121!) mit 2:6 und 1.6.

Das Favoritensterben wurde dann von der an 10-gesetzten Spanierin Carla Suarez Navarro fortgesetzt. Sie schied gegen die Tschechin Denisa Allertova (WTA Nr.77) mit 1: 6 und 6:7 aus.

 

31. August 2015
von admin
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Aussagen Barbara Rittners im Vorfeld der US Open

Im Vorfeld  der US Open hat die Fed Cup – Teamchefin Barbara Rittner ein interessantes Interview gegeben. Bevor wir von den Ergebnissen unserer nationalen Vertreter in Flushing Meadow berichten, wollen wir ihre Aussagen widergeben und kommentieren.

Barbara

Auf die Frage, welche Aussichten unsere Tennisstars bei dem Grand Slam in New York haben, hat unsere Bundestrainerin folgende Antwort gegeben: „Allen voran ist Angelique Kerber zu nennen. Ich hoffe, dass sie in New York die richtige Mischung aus Druck und einer gewissen Gelassenheit findet. Wenn ihr das gelingt, kann sie die Leistung bringen, die sie bei ihren vier in diesem Jahr gewonnenen Turnieren schon gezeigt hat – und damit sehr weit kommen. Eine Serena Williams ist vermeintlich unschlagbar, aber auch die muss erst mal zwei Wochen lang gesund bleiben. Alle anderen hat Angie schon schlagen können. Insofern hat sie berechtigterweise die größten Hoffnungen und ich sehe auch die meisten Chancen bei ihr. Andrea Petkovic hat in letzter Zeit einige gute Matches gezeigt. Für alle unsere Spielerinnen ist es grundsätzlich wichtig, gut ins Turnier zu starten.“

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Das klingt nach Titelchancen für die Kielerin in Flushing Meadow. Das wurde aber auch schon in Wimbledon in den Raum gestellt.

In der Weltspitze der Damen sind – im Gegensatz zu den Herren, bei denen die immer gleichen 4 – 5 Spieler eindeutig dominieren – verschiedene Spielerinnen in der Lage das Turnier zu gewinnen. Hinter der absoluten Weltspitze sind aber noch viele „junge Wilde“, die an einem guten Tag jede Konkurrentin besiegen können. Es ist ein weiter Weg mit zahlreichen Stolpersteinen, um in das Finale der US Open vorzustoßen. Andrea Petkovic und Sabine Lisicki gehören nicht mehr zu diesen „jungen Wilden“, aber auch sie können jederzeit eine Topspielerin aus dem Feld schlagen. Für einen Titel fehlt unter anderem die Kontinuität.

Als Barbara Rittner nach Carina Witthöft und ihrer Etablierung in der erweiterten Weltspitze gefragt wird, äußert sich die Krefelderin weitsichtig und diplomatisch: „Ja, das spiegelt die Rangliste ganz klar wider. Sie steht aktuell zum ersten Mal in ihrer jungen Karriere unter den ersten 50 und da kann man schon sagen, dass das die erweiterte Weltspitze ist. Nichtsdestotrotz ist sie noch ein Stück weg vom Sprung in das Fed Cup Team. Die älteren Spielerinnen haben natürlich einen großen Vorteil: Erfahrung – sie alle haben schon wesentlich mehr Topleute geschlagen. Aber es ist eine tolle Entwicklung, die Carina in den letzten Monaten gemacht hat und ich denke, da ist noch viel Luft nach oben.“

carina

Dann führt Rittner etwas aus, das sich die deutschen Nachwuchstrainer und ihre Jugendlichen zu Herzen nehmen sollten. Befragt nach dem Stellenwert der Doppelkonkurrenz bei den Grand Slams, bezieht sie eine klare Position: „Aus meiner Erfahrung heraus ist Doppel zu spielen das beste Training überhaupt. Gerade da kann man Dinge ausprobieren – zum Beispiel aggressivere Returns zu spielen oder ans Netz vorzurücken. Das übt man erst im Training und transportiert das in einem nächsten Schritt ins Doppel. Das sind alles Dinge, die natürlich für eine Einzelspielerin das beste Training sind. Insofern rate ich den Spielerinnen immer: Lasst lieber mal eine Trainingseinheit weg und spielt dafür Doppel!“

Das lassen wir so stehen.

 

30. August 2015
von admin
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Auftaktspiele für fünf deutsche Teilnehmer bei den US Open!

Der vierte und letzte Grand Slam dieses Jahres beginnt am Montag dieser Woche. Am 1.Spieltag werden fünf deutsche Teilnehmer in Flushing Meadow bei den US Open an den Start gehen.

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Im 2. Match auf  Court 5 kommt es zum Duell der Routiniers: Tommy Haas trifft auf  Fernando Verdasco aus Spanien. Der Hamburger hat nach seiner langen Verletzungspause noch nicht richtig Tritt gefasst. Wer trotzdem auf seinen Sieg  wettet, bekommt bestimmt eine sehr gute Quote.

In der dritten Runde auf Court 13 trifft wieder ein Deutscher auf einen Spanier: Unser Qualifikant Michael Berrer hat ein schweres Los mit dem an 26-gesetzten  Tommy Robredo getroffen.

Auch in der 3.Spielrunde steigt am Montag auf Court 10 Florian Mayer gegen Martin Klizan in die US Open ein. Obwohl der Slowake höher in der Weltrangliste platziert ist, kann man dem cleveren Bayreuther doch gewisse Siegchancen einräumen.

Zwei deutsche Damen gehen dann auch noch am 1.Spieltag in New York in ihre Erstrundenspiele: Im 2.Match auf Court Nr.9 versucht Anna-Lena Friedsam nach einer Verletzungspause gegen Kaia Kanepi aus Estland wieder in Schwung zu kommen.

Auf dem gleichen Platz, aber 2 Spielrunden später, setzt sich Tatjana Maria mit der Kroatin Ana Konjuh auseinander. Auf quasi heimischen Boden hat sie vielleicht die größten Siegesmöglichkeiten unserer Teilnehmer am ersten Spieltag.

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Alle fünf deutschen Spieler/innen treten auf den hinteren Plätzen der Anlage von Flushing Meadow an. Das ist ein Ausdruck dafür, dass sie und ihre Gegner von der Turnierleitung nicht zu den Publikumsmagneten gezählt werden.

So what. Wenn unsere Vertreter siegen, werden sie schon auf bevorzugtere  Courts im Verlaufe der Veranstaltung vorrücken.

US-Open-Stadion

Wenn…

So gut sieht das am ersten Spieltag aber wohl nicht aus. Diese Einschätzung ist frei von Zweckpessimismus.

Wir lassen uns gerne eines Besseren belehren.