1. Februar 2015
von admin
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Djokovic gewinnt zum fünften Mal die Australian Open!

Final Day in Melbourne bei den Australian Open: im Herreneinzel stehen sich der Weltranglistenerste Novak Djokovic und die aktuelle Nr.6 der ATP, Andy Murray, in der Rod Laver-Arena im Endspiel  gegenüber.

Über den Briten hängt ein Fluch: Drei Mal stand der Siebenundzwanzigjährige schon im Finale dieses Grand Slams,  drei Mal verlor er – zwei Mal gegen seinen eine Woche jüngeren Jugendfreund Djokovic.

Nicht nur deshalb sieht sich Braveheart Murray als Außenseiter im Finale: „Novak liebt den Court und die Bedingungen hier. Wenn ich es schaffe zu gewinnen, wäre es für ihn eine große unangenehme Überraschung”, erklärte  der Schotte.   Seine Mission Titel-Gewinn schätzte er als “sehr schwierig” ein. Britisches Understatement? Tennisexperte Martina Navratilova sieht seine Chancen viel positiver: „Mein Eindruck von Andy ist prächtig. So gut habe ich ihn noch nie gesehen. Daran hat auch Amelie einen großen Anteil”, sagte die ehemalige Nummer eins der Welt und vergaß nicht auf die gute Arbeit Amelie Mauresmos, des weiblichen Coaches des Finalteilnehmers, hinzuweisen. Für diese ungewöhnliche Coachwahl ist Andy in der „ATP-Macho-Welt“ lange genug kritisiert worden – eigentlich bei jeder Niederlage.

Auch der Coach seines Finalgegners ist nicht unumstritten. Boris Becker ist aber von der guten Zusammenarbeit und seiner Rolle im Team überzeugt:    “Im vergangenen Jahr haben wir uns beide sehr gut kennengelernt und voneinander profitiert. Das ist auf dem Platz deutlich spürbar”, sagte der dreimalige Wimbledonsieger vor dem Endspiel in Melbourne.

djoko

Als um 19 Uhr 30 Ortszeit die Akteure den Platz in der  Rod Laver-Arena betraten, war das verbale Vorgeplänkel beendet. Andy Murray zeigte von Anfang an, dass er nicht zum Verlieren auf den Court ging. Er verlässt die Grundlinie nicht nach hinten, um Druck aufzubauen, ballt bei jedem Punktgewinn die Faust, feuert sich lautstark an. Im dritten Spiel hat er sich drei Breakbälle in Folge erkämpft. Der Djoker zieht mit herausragenden Volleys den Kopf aus der Schlinge. Er gleicht aus, agiert jetzt total fokussiert, breakt dann Murray und geht 4:1in Führung. Das Match ist geprägt von knallharten langen Ballwechseln, die meist von demjenigen gewonnen werden, der den Gegner in die Defensive drängt. Der Schotte lässt sich nicht unterkriegen, verkürzt mit einem Break auf 3:4. Nole geht 5:3 in Führung, Andy kämpft sich wieder zurück. Der Tiebreak entscheidet den Auftaktsatz. Nach 72 Minuten Spielzeit gewinnt der Serbe mit 7:5 im Tiebreak den 1. Satz. Die Zuschauer sehen ein total ausgeglichenes Match auf höchstem Niveau.

Im zweiten Durchgang geht der vierfache Australian Open-Sieger 4:2 in Führung, als Randale von einer unbekannten Personengruppe in einem Tunnel zum Court ausbricht. Die Ordner regeln das. Nach dieser Unterbrechung ist Murray wieder hochmotiviert. Geht sogar 5:4 in Führung. Der Serbe wehrt zwei Breakbälle ab, gleicht aus. Im 11.Spiel kann der Djoker  drei Breakchancen nicht nutzen. Nole gleicht im 12.Game wieder aus: Tiebreak! Was denn sonst in diesem Wahnsinnskampf zweier ebenbürtiger Kontrahenten? Andy gewinnt den Tiebreak und damit den zweiten Satz mit 7:4.

andy

Reine Spielzeit dieses zweiten Durchgangs: 80 Minuten. Seit 2.5 Stunden laufen die beiden um ihr Leben in der Rod Laver-Arena. Wenn das einen fünften Satz geben sollte, kann man die beiden vor Matchende in einer Bahre vom Platz tragen. Auf den Gesichtern der Finalisten spiegeln sich deutlich die Strapazen dieses Weltklasse-Gefechts.

„Crunch Time“ in Australiens Hauptstadt!

Im dritten Satz geht anfangs das „Auf und Ab“ weiter. Obwohl beide Spieler platziert aufschlagen, hatte es Mitte des dritten Durchgangs insgesamt schon 9 Breaks gegeben. Worte können die Qualität, die Spannung, den unermüdlichen Kampfgeist und die Resilienz der beiden Finalisten nicht adäquat widergeben Deshalb beschränken wir uns auf einen sachlichen Ergebnisdienst:

Nole gewinnt den dritten Satz mit 6:3 nach „nur“ 40 Minuten. Er hat es geschafft, Andy „Braveheart“ an das Ende seines physischen und psychischen Leistungsvermögens zu bringen und gewinnt den vierten Satz und das Match mit 6:0.

nole

Zum fünften Mal geht der „Djoker“ bei dem Grand Slam-Turnier Down Under als Sieger vom Platz. Diesen Rekord hat er jetzt als einziger ATP-Profi erreicht.

Nach diesem Grand Slam gehört  Andy Murray wider zu den berüchtigten “Big Four” der ATP-Weltranglise. Das ist verdient. Djokovic hat seine Führung gegen Federer und Nadal weiter ausgebaut. Auch das entspricht seinem momentanen überragenden Leistungsstand.

Wenn  Murray ohne den Druck “des Fluches von Melbourne” in Zukunft so  auftrumpft wie eigentlich in allen Runden des ersten Grand Slams 2015, müssen sich der Schweizer und der Spanier  “warm anziehen”.

Fast eine  Milliarde TV-Zuschauer weltweit haben miterleben können, welche faszinierende Sportart Tennis sein kann.

Wir wären schon daran interessiert, den deutschen Anteil an dieser enormen Zuschauerzahl zu erfahren…

31. Januar 2015
von admin
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Spektakuläres Damenfinale bei den Australian Open!

Das erste Grand Slam-Turnier im neuen Jahr kommt in die Entscheidungsphase. Am Sonnabend findet in Melbourne das Finale der Damen statt. Die führende der WTA Weltrangliste, Serena Williams, spielt gegen die Nr.2 der WTA-Rangliste, Maria Sharapova. Wenn die Statistik die Praxis direkt widerspiegeln würde, hätte die Russin keine Chance gegen die Amerikanerin: In den letzten 10 Jahren hat Serena Williams 15 Mal in Folge über ihre Konkurrentin triumphiert!

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Die Statistik kann zum Glück nur Wahrscheinlichkeiten ausrechnen – „die Wahrheit liegt auf dem Platz!“ Außerdem hatte die ehrgeizige russische Diva eine besondere Motivation: Mit einem Finalsieg könnte sie ihre Konkurrentin an der Spitze der Weltrangliste ablösen!

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Darüber hinaus gab es Gerüchte, dass Serena an einer leichten Erkältung erkrankt war. Sie selbst spricht mit höchsten Respekt von ihrer Finalgegnerin:    „ Maria ist eine unglaublich harte Kämpferin. Bis zum letzten Ball gibt sie alles, um zu gewinnen.“

Es ist eine Selbstverständlichkeit in der Hauptstadt Australiens, das an den Finaltagen die Rod Laver-Arena  bis auf den letzten Platz besetzt ist. Das ist auch der Fall, als um 19.30 Uhr Ortszeit die Finalistinnen unter dem Jubel der 15000 Zuschauer den Platz betreten. In Melbourne war die US-Powerfrau meist in den ersten Sätzen schwer in das Match gekommen. Das ist im Finale anders. Serena breakt ihre Kontrahentin gleich im Auftaktspiel, geht danach 2:0 in Führung, bis Sharapova mit ihrem Aufschlagspiel verkürzt. Jetzt legt die Russin ihre Nervosität ab und ein Match auf Augenhöhe entwickelt sich. Als die russische Diva immer besser in das Spiel kommt, wird die Begegnung wegen Regens bei 3:2 und 30:30 aus Sicht von Williams unterbrochen. Nachdem das  Dach der Arena geschlossen wurde, gewinnt die Amerikanerin 6 Punkte in Folge und geht 5:2 in Führung. Maria wehrt sich, breakt Serena, verliert wieder vier Punkte in Folge und gibt den 1.Satz mit 3:6 ab.

maria

Auch im zweiten Satz spielt Williams überragendes Powertennis, aber Sharapova, die Königin der Resilienz, setzt dagegen. Die absolut besten beiden Damen der Welt bieten „Großes Tennis“. Bei 4:5 wehrt die willensstarke Diva aus Russland den ersten Matchball ab und gleicht aus. Der Tiebreak entscheidet den zweiten Satz. Am Ende überrollt die Lawine, die von Williams ausgelöst wird, die willensstarke Russin.  Mit 6:3 und 7:6 gewinnt Serena Williams den Titel der Australian Open 2015!

Serena

Das war das beste Tennis, das wir bisher bei den Damen miterleben durften!

30. Januar 2015
von admin
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Djokovic im Finale der Australian Open 2015!

Am 12.Tag der Australian Open  sind alle Blicke der australischen Tenniswelt auf die Evening-Session gerichtet, wo es im Halbfinale der Herrenkonkurrenz zum Duell der Superlative kommt. Der Titelverteidiger Stan Wawrinka trifft auf die Nr.1 der Weltrangliste, den topgesetzten Novak Djokovic, der diesen Grand Slam schon vier Mal gewonnen hat. Beide Spieler hatten nach eigener Aussage im Viertelfinale ihr bestes Tennis in Australien 2015 geboten. Sie sind „cherry ripe“( übersetzt eine „reife, vollendete Kirsche“), eine Metapher, mit der man „Down Under“ die absolute Topform eines Sportlers beschreibt.

In den vorhergehenden zwei Begegnungen der beiden Stars in Melbourne ging es beide Mal über die volle Länge des „best of five“ mit einer über fünf-stündigen Spielzeit! Beide Spieler haben jeweils ein Match gewonnen und bei diesen jeweiligen Erfolgen entschieden am Ende nur Nuancen. Wer als Gewinner vom Platz ging, gewann hinterher auch den Titel dieses Grand Slam-Turniers.

Es knisterte vor Spannung, als die Kontrahenten den Platz in der ausverkauften  Rod Laver-Arena mit 15 000 Zuschauern betraten.

Rod-Laver-Arena

Kurze Ballwechsel mit unerreichbaren Aufschlägen prägten die Anfangsphase des Matches. Von Beginn an wurden die unterschiedlichen Spielstile deutlich: Exzellente Variationen bei dem Serben, kompromissloses Angriffstennis bei dem Schweizer. Bei 5:4-Führung erkämpft sich der „Djoker“ zwei Break- und Satzbälle in Folge, vergibt sie. Im Tiebreak wird dann der 1.Satz entschieden. Der Serbe ist hier klar überlegen und gewinnt ihn deutlich mit 7:1. Ein Break mehr reicht „Stan the Man“, um den 2.Satz mit 6:3 zu gewinnen. Im dritten Durchgang behält wieder Djokovic mit 6:4 die Oberhand. Wawrinka gelingen im 4.Satz noch einige atemberaubende Vor- und Rückhandschläge mehr und er entscheidet den Durchgang mit 6:4 für sich. Business as usual : der 5. Satz wird entscheiden. Spielzeit bis dato: 3 Stunden.

StanislasYon

Der Weltranglistenerste bleibt cool, übersteht einige kritische Phasen, geht 3:0 in Führung. Boris Becker springt auf, ihn hält es nicht mehr auf seinem Sitz in der Box: Er spürt, dass sein Schützling vor dem Sieg steht. Die Intuition unseres letzten deutschen Teilnehmers in Melbourne scheint richtig zu liegen. Der Djoker baut den Vorsprung auf 5: 0 aus. Nach dem Gewinn des fünften Spiels schreit er seine Anspannung heraus, posiert in der „Siegersäge“. Wawrinka wird auch im nächsten Spiel zum 0:6  gebreakt und Novak Djokovic hat das Finale bei den Australian Open auch 2015 wieder erreicht.

nolesieger

 

Am Sonntag kann er sich auf das nächste Gefecht mit Andy Murray gefasst machen.