29. Januar 2015
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Favoritensiege bei den ersten Semifinals!

Am 11.Tag der Australian Open 2015 standen als Highlights die beiden Halbfinalspiele  der Damen und das erste Halbfinale des unteren Tableaus des Herrenfeldes auf dem Programm. Außergewöhnlich war es, dass sich bei den Damen jeweils zwei Russinnen und zwei Amerikanerinnen auf dem Court der Rod Laver Arena gegenüber standen.

Rod-Laver-Arena

Der Tag wurde von der Partie Maria Sharapova, die das 19. Mal in einem Grand Slam-Semifinale stand, gegen Ekaterina Makarova, die in Melbourne das zweite Mal in ihrer Karriere ein Grand Slam-Halbfinale erreichen konnte, eröffnet.  Der Altersunterschied zwischen Maria (27J.) und Ekaterina beträgt ein Jahr. Vor dieser Begegnung hatte es im Jahr 2009 das letzte rein russische Semifinale eines Grand Slams – ausgerechnet in Melbourne – gegeben. Damals trat Dinara Safina gegen Vera Zvanoreva an.

Das Auftaktspiel ist geprägt von knisternder Spannung und Nervosität – es dauert mehr als 10 Minuten! Die Weltranglistenzweite serviert zwei Doppelfehler, gewinnt aber das erste Spiel. Danach geht es schneller. Die Diva geht 4:1 in Führung. Die bodenständige Linkshänderin wirft die Nervosität ab, kommt in das Match, verkürzt auf 3:4. Abgeklärt gewinnt Sharapova den 1.Satz mit 6:3. Im zweiten Satz marschiert „Holy Mary“ entschlossen gegen eine zu harmlose Makarova Richtung Finale. Sie gewinnt deutlich mit 6:2 im zweiten Durchgang. Ihr Freund Grigor Dimitrov sollte den Vorschlag machen, das jeweilige Preisgeld in einen Topf zu werfen. Da würde der Bulgare ganz gut abschneiden.

maria

Das anschließende rein amerikanische Halbfinale zwischen Serena Williams gegen Madison Keys hatte in der Geschichte des Grand Slams auch einen Vorgänger: 2002  standen  bei den US Open Lindsay Davenport und – na wer wohl? – Serena Williams auf dem Platz. Die Welt ist klein. Lindsay Davenport saß heute im Stadion, um ihren Schützling Madison Key zu betreuen.

Weitere Voraussetzungen dieses Halbfinales: Serena hat allein 13 Grand Slam-Titel im Einzel  gewonnen. Bei ihren Halbfinalteilnahmen hören die Rechenkünste der Zahlenlegastheniker auf. Madison Keys hat zum ersten Mal in ihrer jungen Karriere das Semifinale eines Grand Slams erreicht. Altersunterschied der beiden Halbfinalistinnen: 14 Jahre!

Dieses zweite Damensemifinale unterscheidet sich anfangs deutlich von dem vorangegangenen: Die junge Außenseiterin tritt völlig unbekümmert und aggressiv vom ersten Ball an auf. Die Favoritin liegt schnell 1:3 zurück. Dann verfliegt die Euphorie der 19-Jährigen Powerspielerin etwas, ihre routinierte Widersacherin gewinnt drei Spiele in Folge und ein Match auf Augenhöhe entwickelt sich. Der Tiebreak bringt die Entscheidung im Auftaktsatz. Serena gewinnt ihn 7:5. Sie braucht dafür aber auch Aufschläge mit Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern.  Der junge Himmelsstürmer aus Florida hatte im Tiebreak allerdings auch zwei „clear aces“ über das Netz gedonnert. Über mangelndes Tempo in dieser attraktiven Partie kann man sich wahrlich nicht beklagen.

Serena

Im zweiten Satz unterlaufen dem Teenager aus Boca Raton, der Residenz von Steffi Graf, mehr „unforced errors“. Serena geht schnell 5:1 in Führung. Im siebten Spiel, das 12 Minuten dauert, wehrt Keys 6 Matchbälle bravourös ab, verkürzt unter dem Jubel des Publikums auf 2:5. Serena lässt sich den Einzug in das Finale nicht mehr nehmen, beendet mit einem Ass den Satz zum 6:2. Das war „Großes Tennis“ beider US-Girls!

Die Evening-Session wurde am 11.Tag des Grand Slam-Turniers von dem Semifinalmatch der Herren zwischen Andy Murray und Tomas Berdych eröffnet. Die letzten beiden Partien hatte “Tom”, der Tscheche mit Wohnsitz Monaco gewonnen. Ein ausgeglichenes Match entwickelt sich, in dem der jeweilige Aufschläger das Geschehen dominiert. Bei 4:3-Führung gelingt dem Tschechen das erste Break, er „fängt“  dann gleich das Re-Break. Im Tiebreak des ersten Durchgangs setzt sich Berdych dann mit 8:6 nach fast 80 Minuten Spielzeit durch. Im zweiten Durchgang wendet sich das Bltt. Tom verliert öfters die Konzentration und Entschlossenheit. Murray erkennt die Chance und nutzt sie mit einem glatten 6:0 im zweiten Satz. Der Schotte behält auch die Oberhand im 3.Satz und entscheidet ihn mit 6:3 für sich. Auch im nächsten Durchgang verlässt er nicht die Siegerstraße. Braveheart Murray beendet den 4.Satz erfolgreich mit 7:5 .   Der einzige ATP-Topspieler mit weiblichen Coach zieht in das Finale von Melbourne ein. Amelie Mauresmo freut sich in der Coaches-Box über diesen verdienten Erfolg.

28. Januar 2015
von admin
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Favoritensiege am 10.Tag in Melbourne

Das erste Grand Slam Turnier im neuen Jahr bietet Tag für Tag überraschende Ergebnisse.

Bei den Herren scheidet Federer in der dritten Runde aus, Nadal verliert in der fünften Runde. Bei den Damen steigt Ivanovic in der ersten und Wozniacki in der  zweiten Runde aus. Kvitova verabschiedet sich in der dritten Runde, Halep folgt ihr in der fünften Runde. Alle unsere drei gesetzten deutschen Spielerinnen fliegen in ihrem ersten Match aus dem Turnier. Zahlreiche weitere gesetzte Spieler/innen mussten sich auch schon  in den  ersten beiden Runden geschlagen geben.

Rod-Laver-Arena

Am 10.Tag waren die restlichen Viertelfinalspiele der Damen und Herren in der Rod Laver Arena angesetzt. In der ersten Begegnung des Tages traf das ungesetzte 19-Jährige Powergirl Madison Keys auf  die siebenfache Grand Slam- Siegerin Venus Williams. Die ältere Williams-Schwester, 34 Jahre jung,  hatte allerdings ihren letzten Grand-Slam-Erfolg vor 13 Jahren erzielt. Trotzdem ist sie noch immer das Vorbild ihrer heutigen jungen Widersacherin.  Das Duell des US-Girls gegen die US-Lady begann nervös. Beiden unterliefen ungewohnt leichte Fehler. Im Verlaufe des 1.Satzes bekam zuerst Madison ihre Nerven und damit ihre Schläge in den Griff und sie zog von 3:3 auf den 6:3-Satzsieg davon. Im zweiten Satz beeinflusste eine Oberschenkelverletzung das Spiel von Keys. Venus gewann den Satz mit 6:4. Mit einer bravourösen Willensleistung drehte der Teenager aus Florida aber im entscheidenden Durchgang  „den Spieß wieder um“ und gewann den dritten Satz mit 6:4. Madison Keys steht zum ersten Mal in ihrer Karriere in dem Semifinale eines Grand Slams.

madison keys

Serena, die topgesetzte jüngere Williams-Schwester setzte sich anschließend mit dem Energiebündel aus Tschechien, Dominika Cibulkova, auseinander. Die Fachleute hatten der wiedererstarkten Cibulkova Chancen für einen Überraschungssieg zugetraut, aber Serena „hatte deutlich  etwas dagegen“. Mit einem 6:2 und 6:2-Sieg stürmte sie in das Semifinale der Australian Open 2015. Jedes Mal, wenn sie vorher in Melbourne das Halbfinale erreicht hatte,  hat sie das Turnier dann auch gewonnen …

Der Einzug in das Finale kann Serena dadurch erleichtert werden, dass ihre Gegnerin Keys wenig Zeit zur Regeneration ihrer beeinträchtigenden Verletzung hat.

Der Schweizer Hoffnungsträger Stan Wawrinka hatte auf seinem Weg in das Halbfinale einen möglichen Stolperstein aus dem Weg zu räumen: Der Japaner Kei Nishikori hatte sich bisher in der australischen Hauptstadt  souverän gegen alle Gegner durchgesetzt. Stan the Man spielte aber entschlossen auf und gab die anfangs erkämpfte Überlegenheit nie aus der Hand. Mit seinem 6:3, 6:4 und 7:6-Sieg hat  der Eidgenosse die Chancen auf eine Titelverteidigung weiter aufrecht erhalten.

StanislasYon

In der Evening-Session wurde in der gefüllten Arena das „Match of the Day“ gespielt. Titelfavorit Novak Djokovic trat gegen Milos Raonic, der bisher im Turnier sehr überzeugt hatte, an. Man traute dem Kanadier zu, für die erste große Sensation an diesem Spieltag zu sorgen. Die Begegnung konnte man prinzipiell als das Duell Aufschlag(Raonic) gegen Return(Djokovic) charakterisieren. Im ersten Satz gewinnen die Kontrahenten erwartungsgemäß ihre Aufschlagspiele – der „Djoker“ souverän, der Kanadier hat schon einige Probleme. Der Serbe wirkt noch etwas zögerlich, vergibt mehrere Breakchancen, kommuniziert viel mit seinem „Comebecker“ auf der Tribüne. Es scheint, als ob unser Boris öfters beim Frust seines Schützlings als „Mülleimer“ dient. Djokovic weiß natürlich, dass er gegen den „Hopp oder Top-Spieler“ aus Kanada, der seinem Gegner keinen Rhythmus gibt, jede sich eröffnende Chance nutzen muss. Das erhöht natürlich den Druck bei Big Points. Der Auftaktsatz wird im Tiebreak entschieden. Der Weltranglistenerste gewinnt ihn mit 7:4. Das Match ist intensiv, mit kurzen Ballwechseln, es lebt von der deutlich zu spürenden Spannung. Der Topgesetzte führt klar in allen statistischen Parametern – das ist aber keinesfalls eine Sieggarantie.

Im zweiten Satz gelingt Nole ein frühes Break, er geht 3:1 in Führung und gewinnt den zweiten Durchgang mit 6:4. Jetzt war dem Djoker der Sieg nicht mehr zu nehmen. Er gewann auch den 3.Satz klar mit 6:2. Das Halbfinale zwischen Weltranglistenerstem und Titelverteidiger wird ein Kracher!

Unsere letzte Hoffnung in Melbourne, das Doppel Görges/Groenefeld, ist jetzt  auch ausgeschieden. Nach 0:6 Rückstand gab das deutsche Team im Halbfinale wegen Unwohlsein von Julia auf.

Bad luck.

27. Januar 2015
von admin
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Nadal geht unter Down Under!

Die Australian Open in Melbourne gehen auf die Zielgerade. Am neunten Tag standen einige Duelle der absoluten Weltspitze im Viertelfinale auf dem Programm.

Das erste Spiel des Tages brachte gleich die erste Überraschung: Die Russin Ekaterina Makarova, die in Melbourne bisher noch keinen Satz abgegeben hatte, schlug die an Position 3-gesetzte Rumänin Simona Halep klar und deutlich mit 6:4 und 6:0.

Im Duell der Tennis-Diven Eugenie Bouchard und Maria Sharapova hatte die routiniertere Russin den besseren Start, weil die anfangs ungestüme junge Kanadierin zu viele „unforced errors“ schlug. „Genies“ Quote von Fehlern und Winnern wurde im weiteren Verlauf etwas besser, aber Sharapova gewann den 1.Satz mit 6:3. Auch im zweiten Satz setzte Bouchard ihren Matchplan kompromisslos fort.  Sharapova spielte gelassen und entschlossen weiter, setzte sich auch im zweiten Satz klar mit 6:2 durch und erteilte ihrer Gegnerin eine Lektion. Im Semifinale der Australian Open 2015  kommt es zu einem rein russischen Duell.

scharapo

Tomas Berdych hatte 17 Mal in Folge gegen Rafael Nadal auf der ATP-Tour verloren. Der Spanier hatte in Melbourne bis zum Viertelfinale schon einige Probleme erfolgreich überwunden. Gegen einen hochkonzentrierten und fast fehlerlos auftrumpfenden Tschechen hatte er an diesem Tag in der Rod Laver-Arena keine Chance: Berdych überrollte den an 3-gesetzten Nadal mit 6:2, 6:0 und 7:6.  „Ich hatte einen richtig guten Start, aber du spielst gegen Rafa – da musst du konzentriert bleiben bis zum letzten Punkt. Du spielst gegen einen der besten Spieler aller Zeiten und da kannst du immer erwarten, dass noch etwas passiert“, kommentierte Berdych seinen Sensationssieg.

Tomas Berdych

Ganz Australien fieberte dem Match von „Prince of Aces“ Nick Kyrgios gegen „Mister Return“ Andy Murray entgegen. Im ersten Satz zeigte der klug agierende Schotte dem 19-Jährigen „Himmelsstürmer“ mit 6:3 erst einmal die Grenzen auf. Im zweiten Satz reduzierte der australische Hoffnungsträger seine Fehlerquote und ein Match auf Augenhöhe mit großartigen Ballwechseln entwickelte sich. Kyrgios punktete mit gefühlvollen Stopps, Murray mit verdeckten Lobs. Der Durchgang musste im Tiebreak entschieden werden. Hier setzte sich der Schotte mit 7:5 durch. Im dritten Satz behielt Murray souverän die Oberhand, gewann mit 6:4 und zog in das Semifinale ein. Australiens Traum ist zerplatzt!

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Unser eingespieltes Fed Cup-Doppel Görges und Groenefeld siegte in dem Viertelfinalspiel gegen die schwedisch-holländische Kombination Larsson und Bertens mit 6:2 und 7:5 und steht jetzt im Halbfinale der Doppelkonkurrenz des Grand Slams.

P.S.

Aus unserem näheren Umfeld wurde uns vorgeworfen, die Leistungen der deutschen Tennisprofis zu resignierend beurteilt zu haben. Wir haben aber keinesfalls die Hoffnung aufgegeben. Unser Optimismus wird zum Beispiel durch die weiteren Fortschritte, die unser Hamburger Junge Marvin Möller erzielt, genährt: Zum Zeitpunkt der Australian Open hat der 16-Jährige  in seiner Heimatstadt  vor zwei Tagen das ITF-Turnier ohne Satzverlust gewonnen! Wir sind stolz auf das junge Talent, das wir vor Monaten im Blog ausführlich porträtiert hatten!