26. Januar 2015
von admin
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VW läuft immer!

Vor den restlichen Achtelfinalspielen bei den Australien Open ist es Zeit, eine kurze Zwischenbilanz im Nationen-Vergleich zu ziehen. Wie beim Fußball ist auch im Tennis die Weltspitze breiter geworden. Spieler/innen aus 21 Nationen waren in der Runde der besten 16 beider Konkurrenzen vertreten! Die ehemaligen Tennis- Großmächte USA(4 Spielerinnen!) und Australien (2 Herren) können wieder einen leichten Aufschwung registrieren. Spanien hat seine Dominanz im neuen Jahr behauptet (4 Herren, 1 Dame).  Russland, Rumänien (mit jeweils 2 Damen), Tschechien und Kanada (jeweils eine Frau und ein Herr) haben sich auch profiliert. Deutschland ist beim ersten Grand Slam 2015 – mit einer einzigen Spielerin im Achtelfinale – auf das Niveau von Belgien, Luxemburg, China, Bulgarien, Polen etc. zurückgefallen.

tennis-ball-hitting-net

Schweiz, Serbien und Japan haben in Melborne auch nur einen Teilnehmer/in in das Achtelfinale gebracht, aber diese Länder haben Akteure, die zur absoluten Weltspitze gehören, also immer zumindest die Semifinals der bedeutendsten Turniere der WTA und ATP erreichen können. Bei der Schweiz und Serbien ist noch zu berücksichtigen, dass beide Nationen mit Federer oder Ivanovic zwei Top-Stars besitzen, die in Melbourne ungewöhnlich früh ausgeschieden sind.

In realistischer Betrachtung der bisherigen Tennis-Ereignisse auf dem fünften Kontinent, kommen wir an der ernüchternden Erkenntnis nicht vorbei, dass  wir uns wohl in Geduld üben müssen, was die zukünftigen großen deutschen Tenniserfolge angeht…

Kommen wir also zu den Begegnungen des achten Tages der Australian Open, die bis zum Ende des Turniers ohne deutsche Beteiligung ablaufen werden. Das erste Highlight bei den Damen war die Begegnung der topgesetzten Serena Williams mit der aufstrebenden Spanierin Garbine Muguruza. Nach hartem Kampf konnte sich die Weltranglistenerste mit 2:6, 6:3, 6:2 behaupten.

_Serena_Williams

Der Duracell-Bomber läuft in Melbourne auf Hochtouren! Domenica Cibulkova setzte sich gegen die wiedererstarkte Victoria Azarenka in einem Match auf Augenhöhe mit 6:2, 3:6 und 6:3 durch.

Im rein amerikanischen Duell zwischen Madison Brengle und Madison Keys gewann Keys überraschend klar mit 6:2 und 6:4.

Von einem anderen US-Girl erwarten die Fachleute, dass sie 2015 wieder an die Leistungen vergangener Zeit anknüpfen könnte: Venus Williams hatte allerdings mit der Polin Agnieszka Radwanska eine Gegnerin, der andere Insider ein sehr gutes Abschneiden in Melbourne vorausgesagt hatten. Die Ausgeglichenheit der Partie wurde symbolisiert von dem 7.Spiel im ersten Satz beim Stand von  3:3. Fast 15 Minuten wurde um jeden Punkt gestritten, bis Venus die Polin breakte. Zum 6:3-Sieg im ersten Satz brauchte die ältere Williams-Schwester dann weit weniger Zeit. Unter den strengen Augen der Tennislegende Martina Navratilova riss sich Agnieszka zusammen und gewann zügig den 2.Satz mit 6:2. Venus schien am Ende ihrer Kräfte, musste im entscheidenden Durchgang gleich ein Break hinnehmen. Die 34-jährige gebürtige  Kalifornierin kam aber wie Phönix aus der Asche und schnell mit einem Rebreak zurück. Dann lief ihr Motor wieder auf Hochtouren und Venus hatte das bessere Ende für sich. Sie zog mit 6:3, 2:6 und 6:1in das Achtelfinale ein. VW läuft immer!

Bei den Herren zeigte Stan Wawrinka gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez, dass er auch 2015 einiges vorhat. Er siegte mit 7:6, 6:4, 4:6 und 7:6 und hält die Chancen zur Titelverteidigung weiter aufrecht.

stan

Als Außenseiter-Tipp wird Milos Raonic gehandelt.  Der Spanier Feliciano Lopez verlangte ihm aber alles ab, bevor der Kanadier mit einem 6:4, 4:6, 6:3, 6:7 und 6:3- Erfolg die Runde der letzten Acht erreichte.

Asiens Star bei den Herren, der Japaner Kei Nishikori, gab sich  gegen das  Stehaufmännchen David Ferrer keine Blöße: er fertigte den Spanier mit 6:3, 6:3 und 6:3 ab.

Novak Djokovic ist nach dem Ausscheiden Federers klarer Favorit auf den Titelgewinn in Melbourne. Sein Achtelfinalspiel gegen Gilles Muller hatte sich verzögert. Nole gewann dann in drei Sätzen mit 6:4, 7:5 und 7:5.

Am Ende des Textes noch ein Trost für die deutschen Tennisfans: Im Damendoppel stürzten Julia Görges und Anna-Lena Groenefeld die an 1- gesetzten  Italienerinnen Vinci/Errani mit 6:3, 4:6, 7:5 und haben damit das Viertelfinale erreicht!

 

25. Januar 2015
von admin
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Jetzt auch Görges ausgeschieden!

Julia Görges spielt besser als Champion Roger Federer. Am 7. Tag der Australian Open hat sie die Chance – im Gegensatz zu dem früh ausgeschiedenen Schweizer – in das Viertelfinale des ersten Grand Slams im Jahr 2015 vorzudringen.

„Die Spiele hier in Melbourne haben mir viel Selbstvertrauen gegeben. Das will ich nutzen. Ich glaube, dass ich auch gegen Makarova Möglichkeiten bekomme“, sagte die 26-Jährige aus Bad Oldesloe nach ihrem Sieg in der zweiten Runde. In der Nacht vor dem heutigen Auftritt gegen die Russin in der Hisense-Arena,  hat sie erst einmal „entspannt Party gemacht“ – bei der Hochzeit ihres Fitnesstrainers in der australischen Hauptstadt.

 

jule 2

Party“ war dann auch bei Julia auf dem Platz in der Margaret Court-Arena angesagt. Nicht Hip-Hop sondern „Hopp oder Top“ war von Anfang an ihre Devise gegen Ekaterina Makarova. Das ging erst einmal schief. Bei eigenem Aufschlag verlor Jule das erste Spiel ohne Punktgewinn Die Linkshänderin aus Moskau, die wie Julia eine knallharte Vorhand als Paradeschlag besitzt, machte auch im weiteren Verlauf weniger leichte Fehler als ihre Kontrahentin und gewann den Satz  6:3. Die Holsteinerin war gegen Ende des Satzes besser in das Spiel gekommen – das machte Hoffnung für den zweiten Satz. Makaravo erhöhte aber noch den Druck. Hervorragende Ballwechsel prägten jetzt das Match. Die entschlossene Russin gewann mehr „big points“ und ging 3:0 in Führung. Die Deutsche rannte und kämpfte, ihr unterliefen aber immer wieder leichte Fehler. Makarova beendete auch den zweiten Satz erfolgreich mit 6:2 und zog damit in das Viertelfinale ein.

makarova

Julia schlug 17 Winner, ihr unterliefen aber auch 21 „unforced errors“. Mit dieser Quote war nicht zu gewinnen. Der letzte deutsche Teilnehmer ist bei den diesjährigen Australian Open im Einzel ausgeschieden!

Irina Camelia Begu, die sowohl Kerber als auch Witthöft aus dem Turnier geworfen hatte, machte auch der an 7-gesetzten Eugenie Bouchard das Leben schwer. Die Kanadierin hatte schon klar 6:1 und 3:0 geführt, als die Rumänin zurückschlug und den 2.Satz mit 7:5 gewann. Im entscheidenden Durchgang dominierte aber „Genie“ wieder das Match und zog mit 6:2 im dritten Satz in das Viertelfinale ein.

Maria Sharapova setzte sich klar und deutlich gegen die Chinesin Shuai Peng in der Rod Laver-Arena mit 6:3 und 6:0 durch.Ähnlich souverän besiegte Simona Halep die Belgierin Wickmayer mit 6:4 und 6:2.

Auch Nadal (gegen Kevin Anderson) und Berdych (gegen Tomic) zogen ohne Satzverlust in das Viertelfinale der Herrenkonkurrenz ein.

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Höhepunkt des Tages – nicht nur für die Einheimischen – war der Tennisthriller zwischen Nick Kyrgios und dem Federer-Bezwinger Andreas Seppi. Der junge Aussie lag zwei Sätze rurück, setzte unermüdlich dagegen und triuphierte am Ende unter dem tosenden Jubel der Zuschauer mit 5:7, 4:6, 6:3, 7:6 und 8:6.

 

24. Januar 2015
von admin
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Federer und Becker ausgeschieden!

Einige entschuldigende Worte in eigener Sache vorweg: Die Freude über den Sieg von Julia Görges hat dafür gesorgt, dass wir in aller Euphorie geschrieben hatten, dass Julia schon das Viertelfinale erreicht hat. Natürlich ist sie erst im  Achtelfinale. Es gibt aber noch einen weiteren Grund für diesen Flüchtigkeitsfehler: wir hatten bis 6 Uhr morgens bei Eurosport die Auftritte unserer beiden Damen live verfolgt und den Text sofort in das Netz gestellt. Müdigkeit sorgt für Nachlässigkeit – diese Regel hat auch bei uns wieder zugeschlagen. Sorry!

Eine noch größere Katastrophe hat gestern Roger Federer getroffen: er schied gegen Andreas Seppi mit 4:6, 6:7, 6:4 und 6:7 aus. Gelassener Kommentar des Champions nach seiner Niederlage gegen den Italiener, der in den 10 Partien gegen den Schweizer bis dato noch keinen Sieg gegen ihn erringen konnte: „Das war ganz einfach ein schlechter Tag. Es hatte mit Andreas gutem Spiel zu tun und genau so mit meinem eigenen schlechtem Spiel. Wenn beides zusammenkommt, dann spielst du plötzlich ein Match, das du vorher nicht so spielen wolltest.”

fedex

Schnee von gestern! Widmen wir uns dem Auftritt unseres letzten deutschen Repräsentanten im Hauptfeld der Herrenkonkurrenz. Benjamin Becker setzte sich mit dem an 6-gesetzten Milos Raonic in der Hisense-Arena auseinander. Nach seinem Triumph über Hewitt drückte Benni seinen Stolz über diese Leistung aus: „Das ist etwas Großes für mich, dass ich das in der späten Phase meiner Karriere noch geschafft habe”, sagte er im Siegerinterview mit Jim Courier in der Rod-Laver-Arena. Im Match gegen Raonic hatte er „eigentlich nichts zu verlieren“. Seinem  kanadischen  Gegner trauen viele Fachleute zu, am Ende des Jahres zumindest unter den Top Vier der ATP-Weltrangliste stehen zu können.

An diesem Tag hatte Becker aber auch „nichts zu gewinnen“:  Das schnelle und kompromisslose Spiel des Kanadiers gab Benni, trotz allen Einsatzes, kaum Siegchancen. Raonic schlug im Verlauf des Matches 22 Asse, erreichte regelmäßig mit dem Service Geschwindigkeiten von weit über 200 Kilometern und erlaubte dem Deutschen insgesamt nur drei Breakchancen. Der Deutsche musste hingegen Raonic 14 Breakbälle gewähren. Am Ende des Matches standen 42 Winner-Schlägen des Kanadiers 14 Winner von Becker gegenüber. Kein Wunder, dass sich Benni dieser Übermacht mit 4:6, 3:6 und 3:6 geschlagen geben musste.

milos_raonic

Mit seiner Niederlage hat das deutsche Kontingent nur noch einen einzigen Teilnehmer (Julia Görges!) im Feld der Australian Open. Dieses Schicksal teilen wir mit unseren Schweizer Nachbarn: Nach dem sensationellen Ausscheiden Federers verlor jetzt auch Timea Bacsinszky, die Hoffnung der Eingenossen im Damenfeld,  gegen die Spanierin Muguruza mit 3:6, 6:4 und 0:6. Titelverteidiger Stan Wawrinka hingegen geht bisher durch die Herren- Konkurrenz wie das „Messer durch die Butter“: Mit einem klaren 6:4, 6:2, 6:4-Sieg gegen den Finnen Nieminen zog er in das Achtelfinale ein.

Am sechsten Tag des Grand Slams setzten sich dieses Mal  fast ausnahmelos die Favoriten durch: Bei den Damen erreichten Serena Williams (gegen die Ukrainerin Svitolina), Agniezka Radwanska (gegen die Amerikanerin Lepchenko), Victoria Azarenka (gegen Zahlavova-Strycova) und die kleine Tschechin Cibulkova (gegen Cornet) die vierte Runde.

 

Victoria Azarenka

Venus Williams bestätigte mit einem Dreisatz- Sieg über Camila Giorgi, dass sie zu Recht zu den Geheimfavoritinnen zählt.

In der Herrenkonkurrenz gewann der an 5-gesetzte Japaner Nishikori in vier Sätzen gegen Johnson aus den USA und  der Spanier Feliciano Lopez setzte sich in drei Sätzen gegen den Polen Janowicz durch.

Für eine kleine Sensation sorgte dann wenigstens der Luxemburger Gilles Muller, der den Aufschlagbomber Isner aus den USA in drei Sätzen aus dem Turnier warf.

Auch in der Evening-Session dominieren die Top-Favoriten programmgemäß: Nole Djokovic besiegte Verdasco mit 7:6,  6:3 und 6:4.  David Ferrer steht bei 6:2, 7:5 und 5:3  gegen den Franzosen Simon kurz vor dem Sieg.

Petra Kvitova hat erst nach Beendigung des Spiels von Djokovic  das Match gegen das US-Girl Madison Keys aufgenommen.

Morgen tritt unsere “last hope” Julia Görges zu ihrem Achtelfinal(!…)-Match an. Wir werden uns wieder die Nacht zum Tag machen und zeitnah berichten.