5. Februar 2015
von admin
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Fed Cup-Team will für positive Wende sorgen!

Bei allen Turbulenzen im deutschen Tennis am Anfang des Jahres, ist das erste wichtige Ereignis auf deutschem Boden etwas in den Hintergrund getreten: Am 7. und 8. Februar ab 13 Uhr tritt die deutsche Fed Cup-Mannschaft in der Stuttgarter Porsche-Arena zu dem Auftaktspiel gegen Australien an, um das Halbfinale zu erreichen. Der Sender Sat.1Gold wird alle Matches live übertragen.

Team-Chefin Barbara Rittner sieht in dem Heimspielort Stuttgart einen großen Vorteil:„Die Porsche-Arena ist für die Spielerinnen und mich inzwischen zu unserem zweiten Wohnzimmer geworden. Es ist die schönste Tennishalle Deutschlands, dort ist immer alles perfekt organisiert und die Zuschauer sind klasse.“

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Unsere Damen können ein wichtiges Signal nach den bisher enttäuschenden Leistungen der deutschen Aktiven im Jahr 2015 setzten. Mit einem Sieg über Australien, das im Vorjahr im Halbfinale von Brisbane 3:1 besiegt wurde, kann der Anstoß zu einer positiven Wende für das gesamte deutsche Tennis – inklusive der Herren und der neuen DTB-Führung! – gegeben werden.

Für Kapitän Barbara Rittner und das Team geht der Blick konsequent nach vorne – das schlechte Abschneiden unserer sonst so verlässlichen Spitzenspielerinnen bei den Australian Open ist „Schnee von gestern“. Andrea Petkoviv ergreift das Wort für die Teamkameradinnen und erklärt die neue Einstellung: „Die Leute vergessen, dass wir alle schon einmal in der ersten Runde verloren haben. Dass es uns jetzt alle gleichzeitig getroffen hat, ist ein blöder Zufall.“

Wenn es gelingt, die Erinnerung an die schlechteren Leistungen der nahen Vergangenheit abzuschütteln, die übrigens vor dem Grand Slam Turnier begonnen hatten – und die vielleicht auch mit der für viele enttäuschenden Endspielniederlage in Prag zusammenhängen könnten -  wäre das für die deutschen Tennisfans nur eine große Erleichterung und Freude.

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Mit wem der Einzug in das Fed Cup-Halbfinale gegen Polen oder Russland geschafft werden soll, ist noch offen. Angie Kerber ist fest gesetzt. Die Wahl der zweiten Einzelspielerin liegt zwischen Andrea Petkovic und Julia Görges. Die Achtelfinalistin von Melbourne ist aktuell gesundheitlich etwas „angeschlagen“. Im Doppel wird vielleicht Sabine Lisicki zum Einsatz kommen. Obwohl das eingespielte Doppel Groenefeld/Görges auch in diesem Jahr überzeugen konnte.

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In der Vergangenheit war der ausgeprägte Teamgeist der Garant für Erfolge. Vertrauen wir also darauf, dass Babara Rittner und ihre Mädchen diese Stärke auch im neuen Jahr unbeirrt präsentieren werden.  Es wäre so wichtig.

4. Februar 2015
von admin
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Fehlstart des deutschen Tennis in das Jahr 2015

Der Deutsche Tennis Bund hat ein neues Präsidium. Offiziell an der Spitze steht Ulrich Klaus, als Vizepräsident agiert Hessens Verbandschef Dirk Hordorff. Im neuen Jahr hat diese Führung schon demonstriert, dass sie zum Handeln bereit ist: Sie hat nach den Australian Open den Davis Cup-Chef Carsten Arriens entlassen. Vorher hatte das Präsidium gefordert, dass Arriens in der ersten Runde in Frankfurt gegen den letztjährigen Finalisten Frankreich (6. bis 8. März) die bestmögliche Mannschaft aufstellt. Doch am Rande der Australian Open in Melbourne hatte Arriens ein vom DTB angesetztes Gespräch mit Deutschlands Topspieler Philipp Kohlschreiber platzen lassen. Während der 31-jährige Kohlschreiber zum Termin erschien, blieb Arriens fern.

arriens

Arriens und Kohlschreiber hatten sich in der Vergangenheit gegenseitig der Lüge bezichtigt. Im  Viertelfinale gegen Frankreich (2:3) im April 2014 hatte Arriens den Augsburger nicht mehr nominiert und angekündigt, künftig auf Kohlschreiber verzichten zu wollen. Dabei sollte nicht unterschlagen werden, dass das deutsche Team – ohne die absoluten Spitzenspieler – einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hatte. Sie waren gegen den hohen Favoriten Frankreich nach den ersten beiden Einzeln sogar mit 2:0 in Führung gegangen. Am Ende unterlagen sie Tsonga, Monfils und Co. mit 2:3.

“Ich bin nicht dafür, von Fehlern zu reden. Aber es gab Entwicklungen, die nicht zusammengepasst haben. Es ist doch sehr ungewöhnlich gewesen, wie dieses Nicht-Gespräch abgelaufen ist”, sagte Hordorff. DTB-Präsident Ulrich Klaus hatte nach dem Vorfall in Australien zeitnahe Gespräche angekündigt. Von Gesprächen hat die Öffentlichkeit nichts erfahren  - dafür ist sie früh von der Entlassung Arriens informiert worden.

Es wurden auch noch keine Gespräche mit geeigneten Kandidaten laut Hordorff geführt. “Diese neue Situation ist ja noch ganz frisch und wir wollen unseren Fokus und unsere volle Konzentration jetzt zunächst einmal dem deutschen Fed-Cup-Team widmen, welches am Wochenende ja gegen Australien spielt. Alles andere wäre auch nicht fair”, erklärt der Vizepräsident seine Sicht.

Dirk-Hordorff

Rainer Schüttler, der als Nachfolger in das Gespräch gebracht worden ist, hat inzwischen schon abgesagt.

Die wahren Hintergründe des Zwistes zwischen Kohli und Arriens sind nie öffentlich bekannt geworden. Tommy Haas hätte einiges dazu sagen können, hält sich aber in der Öffentlichkeit zurück. Auch Carsten Arriens schweigt zu dem Thema. Das kann man auch als guten Stil bezeichnen, ob er aber damit der Sache dient, sei dahingestellt.

Rufen wir uns die Quelle des Ärgers in die Erinnerung zurück. Beim Davis Cup Match gegen Spanien war Deutschland in Frankfurt vor einem begeisterten Publikum überraschend und uneinholbar in Führung gegangen. Am letzten Tag konnten die Zuschauer kein Match mehr verfolgen, weil deutsche Spieler wegen Verletzung abgesagt hatten. Eine Brüskierung des tollen Publikums!

Aus Insiderkreisen wurde bekannt, dass in fröhlicher Siegesstimmung Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber abgemacht hatten, dass ein Streichholz-Spiel darüber entscheiden sollte, wer von beiden am nächsten Tage auflaufen würde. Es wurden zwei ungleich lange Streichhölzer in die geschlossene Hand gelegt. Kohli zog im wahrsten Sinne des Wortes den Kürzeren und hätte deshalb eigentlich antreten müssen. Er sagte dann aber kurzfristig doch ab.

Wir können uns vorstellen, dass es im gesamten Team danach zu einigen Auseinandersetzungen kam. Dass der Streit solche Gräben zwischen Teamkapitän und Spieler aufgerissen hat, kann aber eigentlich nicht mit diesem etwas lächerlichen Anlass zusammenhängen.

So what. Solange nicht kommuniziert wird, bleibt alles fragwürdige Spekulation. Schade ist in diesem Zusammenhang, dass auch unsere Aktiven in diesem Jahr noch nicht so richtig auf Touren gekommen sind. Während bei der WTA erst in der nächsten Woche wieder große Turniere stattfinden, wurden bei der ATP in Zagreb und in Montpellier zwei mit 495 000 € dotierte Turniere mit deutscher Beteiligung gespielt. Die Bilanz ist ernüchternd: 5 deutschen Niederlagen steht nach der ersten Runde ein einziger Sieg gegenüber!

Bei den PBZ Zagreb Indoors verlor Michael Berrer gegen Damir Dzumhur 3:6, 6:0, 5:7 und Matthias Bachinger schied gleich gegen den Japaner Soeda mit 6:7, 5:7 aus.

Bei den Open Sud de France in Montpellier scheiterte Jan Lennard Struff an dem Finnen Jakko Nieminen mit 6:7, 3:6, Dustin Brown verlor gegen den Polen Janowicz 6:2, 6:7, 5:7 und Andreas Beck unterlag dem Franzosen Roger Vasselin mit 6:3, 3:6, 4:6.

tobias-kamke

Kleiner Lichtblick: Tobi Kamke besiegte in Frankreich Vincent Milot, der mit einer Wildcard in das Hauptfeld kam, mit 2:6, 6:3 und 7:5.

Das deutsche Tennis ist an allen Fronten mit einem Fehlstart in das neue Jahr gegangen. Man könnte sich Sorgen machen.

 

3. Februar 2015
von admin
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Pleiten, Possen und Pannen beim DTB!

Die Leistungen der deutschen Aktiven bei den Australian Open waren alles andere als überzeugend. In den letzten Tages des Turnieres haben die Funktionäre jetzt in Melbourne eine Posse inszeniert, die dem Image des deutschen Tennis wieder einmal nur schaden kann.

Es ging um die Davis Cup-Partie  gegen Frankreich Anfang März in Frankfurt und zwar um die Nominierung Philipp Kohlschreibers, unserer aktuellen Nr.1 . Davis Cup Coach Carsten Arriens wollte auf ihn verzichten. Von außen – u.a. von Boris Becker – wurde gefordert, dass der Augsburger unbedingt spielen müsse.

Deshalb hatte der neue Vorstand, vertreten durch Vizepräsident Dirk Hordorff, ein Gespräch mit Kohlschreiber und Arriens in Melbourne angeregt. Zum vereinbarten Meeting erschien Arriens nicht und ließ Kohli und Hordorff vergeblich warten.

Das lässt sich ein Hordorff nicht gefallen. Eine kurze Information wird an die richtige Adresse in Deutschland gesandt.  „Wir sind überein gekommen, die Zusammenarbeit mit Carsten Arriens im gegenseitigen Einvernehmen zu beenden“, erklärt dann der neue  DTB-Präsident Ulrich Klaus am Montagabend der Deutschen Presse-Agentur.

arriens

Als Nachfolger sind Waske und Schüttler im Gespräch. Dass diese beiden Kandidaten seit Jahren eng mit Dirk Hordorff zusammenarbeiten, ist ein reiner Zufall.

Teamchef Carsten Arriens hat bestätigt, dass das Versöhnungsgespräch in Melbourne nicht zustande gekommen ist. Über die Gründe wollte der Bundestrainer nichts sagen. „Ich möchte diese teaminternen Vorgänge nicht öffentlich kommentieren“, sagte Arriens der DPA.

Arriens hat die wahren Hintergründe seiner Ablehnung Kohlschreibers auch nie in die Öffentlichkeit getragen. Es ist aber bekannt, dass von seiner Seite das zerstörte Vertrauensverhältnis irreparabel sei.

Dass er jetzt für seine Einstellung die Konsequenzen in Kauf nimmt, spricht nicht unbedingt gegen ihn.

Dass die Führung des deutschen Tennis schon am Anfang des neuen Jahres seine Zerrissenheit zur Schau stellt, ist ein Trauerspiel.