20. August 2013
von admin
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Ansichten eines “Padel Pals”

Wir waren überrascht: unser letzter Post über Padel-Tennis hat den Blog gerockt! Die Besucherzahl gehörte zu den 10 besten Tagesergebnissen seitdem der Tennisblog sich im Internet „breit gemacht hat“. Zum Schluss des Posts hatten wir ein Interview mit Tim Neidhardt, einem Padel-Tennis-Enthusiasten aus Hamburg, der „wirklich brennt“ und die „PadelPals“-Community ins Leben gerufen hat, angekündigt.

Tim ist 26 Jahre alt und hat in der Jugend mit Begeisterung Tennis beim TC Nordheide im nördlichen Niedersachsen gespielt. Er hat nach dem Abitur in den USA studiert und ist als MBA in seine Heimat zurückgekehrt. Hier arbeitet er jetzt in dem Bau-Unternehmen seines Vaters. Während dieser Berufsausübung hat er „die harten Bandagen“, die gnadenlose Konkurrenz in dieser Branche miterlebt. Sein Engagement für Padel-Tennis kann – nach eigener Aussage – als coole und relaxte Alternative zu diesem Berufsstress verstanden werden. In dem folgenden Interview gibt er einen Einblick in seine Padel-Philosophie und weist auf interessante Perspektiven diesen neuen Trendsports hin.

 T.Neidhardt

Tim, wo und wann war deine erste Begegnung mit Padel Tennis?

Während meines MBA Studiums in Spanien in 2012/2013. 

 

Hattest du vorher schon etwas von dieser Trendsportart gehört?

Nein, aber ich habe die vorwiegend amerikanische Version „Paddle Tennis“ bereits vor vielen Jahren in Kalifornien gesehen.

 

Was hat dich am PT spontan begeistert?

Als Tennisspieler hat mich die Mischung aus Schnelligkeit, technischer und taktischer Finesse und besonders die gesellige Atmosphäre sofort begeistert. Der Sport ist aber auch besonders interessant für Anfänger, da er schnell erlernbar ist und von der ersten Minute an Spaß macht. 

 

Wo siehst du das Potential in Deutschland?

Ich glaube, dass Padel-Tennis als Ergänzung zum traditionellen Tennissport in der heimischen Vereinslandschaft zum Breitensport aufsteigen wird.

 

Warum setzte sich deiner Meinung nach PT in Spanien und Südamerika so schnell durch, während Deutschland noch in den Startlöchern steckt?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst einmal stammt Padel aus den dortigen Regionen und hat sich naturgemäß auch dort organisch verbreitet. Zum Anderen stellt der Bau einer Padelanlage in Deutschland für Bauämter Neuland dar, so dass es häufig zu genehmigungsrechtlichen Problemen kommt, zumal das gesamte technische know-how vorwiegend in spanischer Sprache existiert. Dies erschwert einen ungehinderten Informationsaustausch und verursacht planungstechnische Schwierigkeiten.

 

Du hast eine PT-Community gegründet. Was sind die primären Ziele?

Wir wollen für unsere Padel-Enthusiasten bis zum Frühjahr 2014 die erste Padelanlage Hamburgs errichten und den Sport hier populär machen. Derzeit muss man bis nach Berlin oder Cuxhaven fahren, um Padel spielen zu können.

 

Wie ist die bisherige Resonanz?

Wir haben es geschafft, in nur wenigen Wochen eine engagierte und begeisterungsfähige Community an Padel-Begeisterten zu aktivieren, die sich in verschiedenster Form an der Umsetzung des Vorhabens beteiligen möchte. Wir haben bereits erste Vormitgliedschaften geschlossen.

 

Eine ganz persönliche Frage: Was macht PT in deinen Augen so attraktiv für dich, aber auch für die zukünftigen Spieler?

Ich bin zwar im Herzen Tennisspieler, aber Padel ist für mich einfach relaxter. Die Atmosphäre ist beim Padel ungezwungener. Matches dauern nicht so lange, so dass viel schnellere Turnierrunden gespielt werden können. Man scherzt und lacht beim Padeln viel, weil die Ballwechsel oft spektakulär und vielseitig sind, wo man auch aus der Defensive schnell noch das „Blatt wenden“ kann.

 

Was unterscheidet es vom Tennis?

Rein technisch ist es dem Tennis sehr ähnlich. Die Bewegungen sind aber kürzer, denn es wird viel im Volley gespielt. Der Aufschlag wird per Unterarm ausgeführt. Die Punktezählung funktioniert wie beim Tennis. Gespielt wird quasi ausschließlich im Doppel, wobei Tennis zumeist ein Einzelsport ist. Entscheidend ist, dass die Hinter- und Seitenwände aktiv ins Spiel einbezogen werden ähnlich wie im Squash, so dass man immer eine „zweite Chance“ hat den Ball zu schlagen, auch wenn er an einem vorbeifliegt.

 

Welche Kooperationsmöglichkeiten bieten sich eventuell an?

Fast alle Padelanlagen in Deutschland werden in einem existierenden Sport- oder Tennisclub integriert, weil diese den operativen Spielbetrieb unkompliziert übernehmen können. Weitere Kooperationen mit Tennis- und Sportmarken bieten sich an.

 

Welches sind die nächsten Schritte der Padel Pals?

Wir sind derzeit mit mehreren Hamburger Sportclubs in ernsthaften Gesprächen, um eine für beide Seiten sinnvolle Kooperation auszuloten. Wir möchten gerne noch im frühen Herbst unseren Standort für unsere Padelanlage gefunden haben.

 

Verbindest du eine bestimmte Philosophie mit dieser Trendsportart?

Absolut. Ich verbinde mit Padel Geselligkeit, Spaß und Bewegungsfreude in generationsübergreifender Form.

 

Welche Bedeutung oder welchen Stellenwert wird PT deiner Meinung nach in 5 Jahren in der BRD haben?

Ich glaube, dass es zu einer der anerkannten Schlagsportarten auch im Wettkampfbereich aufsteigen wird. Bereits dieses Jahr wurden in Deutschland die ersten Turniere mit internationaler Weltranglistenpunktevergabe veranstaltet. Ich denke, dass der sportliche Charakter eher jung bleibt, aber dass auch sämtliche Altersschichten sich dem Sport mit Freude annehmen werden.

18. August 2013
von admin
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“Padel-Pals”

Vor Wochen hatten wir ein Video von den Europameisterschaften im Padel-Tennis und danach einen kurzen Post zu dieser „ultimativen Symbiose aus Squash und Tennis“ in das Netz gestellt. Obwohl wir uns eher als interessierte Laien verstehen, haben wir zahlreiche E-Mails von interessierten Personen und Nachfragen von den Medien zu diesem Projekt erhalten. Ein deutliches Zeichen, dass Padel-Tennis in Deutschland im Aufbruch ist.

padelfoto

Während in Spanien (circa 4 Millionen aktive Spieler!), in Südamerika und jetzt auch in Großbritannien, „Padel-Tennis“ oder „Paddle-Tennis“ sich als die Trendsportart Nr.1 etabliert hat, steht dieses rasante Rückschlagspiel in Deutschland aber noch in den Startlöchern.

2011 gab es nur einen einzigen Standort in Deutschland. Mittlerweile sind Anlagen u.a. in Berlin, Frankfurt, München und Köln dazugekommen. Zwei deutsche Dachverbände sind gegründet und eine „Deutsche Padel Series“ wird jetzt jährlich ausgespielt.

Die international renommiertesten Sportfirmen, wie Tretorn, Adidas oder Wilson, erwarten einen Boom auch in Deutschland und haben Padel-Tennis-Produkte längst verstärkt in ihr Sortiment aufgenommen.

Norddeutschland hinkt dieser Entwicklung etwas hinterher. In Cuxhaven existiert ein Court, den private Liebhaber eingerichtet haben und Gerüchte lassen verlauten, dass in Kiel und um Hamburg herum Bauvorhaben geplant sind.

Um das vielversprechende Potential dieses jungen Trendsports zu realisieren und um die sich in der Bundesrepublik ausbreitende Padel-Begeisterung auch im Norden zu entfachen, hat sich in Hamburg der 26-jährige Tim Neidhart mit „Leib und Seele“ engagiert und hat die „Padel-Pals“-Vereinigung im Juni 2013 „ins Leben gerufen“. In der kurzen Zwischenzeit hat er schon zahlreiche Unterstützer gefunden. Diese Community hat jetzt auch eine informationsreiche „Homepage“, www.padelpals.de , mit interessanten Videos im Internet etabliert. Schaut rein, wenn ihr den Aufbruch einer neuen Tennisbewegung in Deutschland nicht verpassen wollt

padelcourt2

Wir machen mit. Tim hat uns in einem persönlichen Treffen noch mehr „den Mund wässrig gemacht“. Der „stop-lob-blog“ wird in Zukunft noch ausführlicher über den Aufschwung des Padel-Tennis in unserem Land berichten. Demnächst werden wir ein Interview mit Tim, der in den USA studiert hat und der vom Padel-Tennis während eines beruflichen Auslandsaufenthalts in Madrid „infiziert“ wurde, veröffentlichen.

Berührungsängste sollten auch für die Konservativen und Traditionalisten des „weißen Sports“ nicht aufkommen: Padel-Tennis ist kein Konkurrent, sondern eine zukunftsweisende Ergänzung des Tennisspiels im Verein. Es wird für mehr Geselligkeit und Aktivität im Tennisclub sorgen. Wie schon längst in Spanien.

tennis ist toll

15. August 2013
von admin
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“Single?” “Ja – Unbedingt!”

In mehreren Texten haben wir die gegenwärtige Situation des deutschen Tennis untersucht und besonders den DTB kritisiert. In einigen Kommentaren wurden wir  aufgefordert, eigene Vorschläge für zukunftsweisende Aktionen im deutschen Tennis zu präsentieren. In dem folgenden What’s up-Post werden wir dieser berechtigten Aufforderung nachkommen und  den ersten bescheidenen Schritt unternehmen.

 

Immer wieder hört man in den Diskussionen über das deutsche Tennis die resignierende Feststellung, dass die deutsche Tennisgesellschaft durch Vereinzelung und Konkurrenz geprägt ist. Solidarität und Loyalität sind im deutschen Vereins- und  Verbandswesen Fremdwörter.

Soziologische Untersuchungen und tägliche eigene Erfahrungen legen nahe, dass diese Aussage nicht unberechtigt ist.

Wenn wir auf diese Trägheit nicht rechtzeitig reagieren, sägen wir uns den angebrochenen Ast, auf dem wir sitzen, selbst ab!

Wir benötigen dringend eine Aktion, die die deutschen „Tennis-Schlafmützen“ wachrüttelt, „Leben in die deutsche Tennis-Bude bringt“, eine dynamische Corporate Identity schafft.

dtb

Meist reagiert die träge Masse erst, wenn es zu spät ist – und beklagt dann, dass man sie ja nicht richtig informiert hatte.

Deshalb sollten die DTB- Spitzen jetzt eine witzige Solidaritätsaktion starten, mit der jede Tennisspielerin und jeder Tennisspieler sich identifizieren kann.

Da wir den Forderungen nach eigenen Taten energiegeladen folgen wollen, haben wir ein  Vorhaben entworfen, das als erster Schritt zur allgemeinen Mobilmachung des deutschen Tennis dienen soll. Es handelt sich um einen laienhaften Vorschlag zu einer neuen Aufkleber- oder T-Shirt-Aktion, die von der professionellen Kreativabteilung des DTB aufgegriffen und weiterentwickelt werden könnte.

tennis ist toll

Die Aufkleber-Aktion „TENNIS IST TOLL“, mit der vor Jahren geworben wurde, als Tennis noch „toll“ in den Augen der Gesellschaft war, ist wohl nicht wieder neu aufzulegen. Wir brauchen Slogans, die dem Zeitgeist entsprechen, mit dem sich jedes Individuum in unserer Tennisgemeinde identifizieren kann und mit dem er seine Idee vom weißen Sport der Gesamtgesellschaft präsentieren kann.  

Wir haben uns bei der Entwicklung dieser „Sprüche“ bemüht, diesen Vorgaben zu folgen. In erster Linie haben wir ironische oder humorvolle Motti („Spaß muss sein“ – sagt der Zeitgeist) kreiert, die aber auch immer einen Wahrheitskern enthalten. Es würde natürlich dem deutschen Tennis mehr dienen, einen zugkräftigen Slogan für eine nachhaltige Imagekampagne zu entwickeln. Da lassen wir erst einmal dem DTB den Vortritt.

Hier jetzt die ersten Vorgaben für eine erste Aktion:

„Auch du wirst noch dein deutsches Tenniswunder erleben!“ für die Sportler, die noch in der Wirtschaftswunderzeit aufgewachsen sind, deshalb an den Aufschwung glauben und davon auch ihre Tenniskollegen überzeugen wollen. Ist aber auch als Wettkampfshirt zu tragen, um den Gegner von vornherein einzuschüchtern. (Wir empfehlen bei der Aufschrift eine knallig rote Farbe.)

„Ohne Boris, aber mit noch viel mehr Bumm Bumm!“ für alle emanzipierten Spielerinnen, die vor dem Spiel ihren Waffen vertrauen und nach dem Spiel offen für Abenteuer sind. (Es ist wohl klar, dass dieser Slogan mit einem Porträt von Sabine Lisicki unterlegt ist.)

„Aus der roten Asche entstiegen!“ (Phönix anstatt des Verbandsadlers als Hintergrund-Motiv) für die tennisspielenden Philologen und Altertumsforscher, die aber auch die aktuelle Situation erkannt haben.

„Mit Altenburg sehen wir nie alt aus“ für die wenigen Tennisfans, die das noch immer glauben.

„Alle Tennisspieler sind gleich: gleich unfähig, gleich eingebildet und dann auch noch gleich beleidigt“ für den berühmt- berüchtigten ewigen Nörgler im Tennisclub.

„Liebe ist, mit mir ein Tennis-Doppel zu spielen“ für alle Singles, die außer einer schönen Vorhand keine weiteren ästhetischen Vorzüge besitzen.

“Single?“ „Ja, unbedingt!“ für Tennisspieler/innen, die Doppel als zu stressig empfinden und (nur!) Partner zum Tennisspielen suchen.

“Von der Wiege zur Bahre, Tennis ist das einzig Wahre!“ für alle, die begriffen haben, dass mit Tennis als idealem Lifetime-Sport alle Lebensphasen optimal überbrückt werden können. Bis zum bitteren Ende.

Okay, das reicht.

Vielleicht haben unsere Konsumenten bessere – vernünftige, zenvolle oder sogar witzige – Vorschläge?

Haben wir Euch das nicht einfach genug gemacht?