18. Juli 2013
von admin
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“Netattack”

Dieser Blog sollte ein bescheidener Beitrag sein, Bewegung in das deutsche Tennis zu bringen. Jetzt hat Sabine Lisickis Siegesserie in Wimbledon sogar die träge reagierenden Medien wachgerüttelt. Die „US Open“ werden im August schon größere Aufmerksamkeit erregen als in den Jahren zuvor. Verlassen wir uns aber nicht nur auf die einzelnen herausragenden Erfolge einzelner Sportler. Um nachhaltig aus der roten Asche aufzusteigen, bedarf es mehrerer Faktoren: Gut funktionierender Institutionen, visionärer Projekte, innovativer und kreativer Wirtschaftsunternehmen, etc.

Eine der noch jungen Firmen, die neu auf dem Weltmarkt Tennis agieren, haben wir schon in der Projektphase unseres Tennisblogs als Sponsor gewinnen können: SOLINCO.

In Bloggerkreisen gehört es zum guten Geschmack, der Kommerzialisierung zu widerstehen. Andererseits hat die Wirtschaft das Potential dieses modernen Kommunikationsmittels erkannt, und stellt längst firmeneigene Blogs in das Netz. Das verwässert den anerkennungswürdigen Unabhängigkeitsgedanken der frühen Bloggergemeinden doch erheblich.

Können wir wegen dieser Zusammenhänge jetzt an diesem Ort einen Lobgesang unseres Sponsors ohne schlechtes Gewissen posten?

Nein. Das wäre zu einfach.

Es gibt andere Motive dafür, dass wir „mit reinem Herzen“ unseren Partner vorstellen wollen: Diese amerikanisch-koreanische Tennisfirma hat sich auf dem deutschen Markt nie gescheut, sympathische Vorhaben zu unterstützen, auch wenn kein direkter ökonomischer Profit zu erwarten war. Siehe unter anderem: stop-lob-blog.de ):

Auch die Tatsache, dass die Gründer dieses Unternehmens, amerikanische Tennisenthusiasten und erfolgreiche Geschäftsleute auf anderen Gebieten, diese Firma in das Leben gerufen haben, um für ihren Lieblingssport etwas bewirken zu können, hat zumindest bei uns dafür gesorgt, dass wir den ersten, eher spontanen, Kontakt vertiefen wollten.

Dass ein bestimmter Teil des jährlichen finanziellen Gewinns des Unternehmens laut Gründungsprogramm in Projekte reinvestiert werden, die „Behinderten Menschen“ zu Gute kommen, ist ebenso lobenswert. Dass dies in all den Jahren seit der Gründung auch wirklich geschehen ist, spricht für den authentischen Charakter der SOLINCO-CEOs. Das ist heutzutage nämlich längst nicht mehr selbstverständlich.

Nicht zuletzt: Auch die Verkaufsgüter dieses Tennisunternehmens sind etwas Besonderes. Ihr Kernprodukt, Tennissaiten, hatte sich schnell auf dem US-Markt durchsetzen können. In den letzten Jahren hat Europa nachgezogen: bei vielen Spitzenspielern ist der Sound dieser Saiten bei ihren Powerschlägen deutlich zu hören. Qualität setzt sich durch – Schritt für Schritt.

Nach all diesen Informationen: ist es nicht verständlich, dass wir uns mit diesem Partner identifizieren?

Ist es nicht selbstverständlich, dass wir uns freuen, solch einen Mitspieler in unserem Blog  kurz vorzustellen?

Mit dem wir zusammen einen Netzangriff starten, der in den nächsten Wochen und Monaten noch ein wenig mehr Leben in das deutsche Tennis bringen soll.

Eine gute Nachricht für die Leser zum Schluss: in den nächsten Wochen wird ein Gewinnspiel in unserem Blog stattfinden. SOLINCO und TRETORN werden wertvolle Preise zur Verfügung stellen. Nähere Einzelheiten werden wir in den nächsten Tagen veröffentlichen. Auf jeden Fall wird es sich um eine Aktion handeln, in der unsere Leser eigene Beiträge einsenden sollen. Ob ein Text oder ein kurzes Video ist noch offen.

12. Juli 2013
von admin
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“Aus der roten Asche entstiegen…”

Nach den spannenden und aus deutscher Sicht erfolgreichen Wimbledonwochen, steht das nächste Tennis-Highlight der Saison direkt vor der Tür. Am Hamburger Rothenbaum wird ab dem kommenden Wochenende Herrentennis der Weltklasse geboten.

Ob wir uns wirklich am Beginn des medial angekündigte „neuen Tennisbooms“ befinden und sich Tennis aus der medialen und öffentlichen Versenkung erhebt, lässt sich schon in den anstehenden Tagen überprüfen.

Wie Phönix aus der Asche?

Für die Bühne ist gesorgt. Dank der Anstrengungen des Turnierdirektors Stich und der stadtverbunden Wirtschaftunternehmen erweist uns der „König“ die Ehre und besucht das Turnier von Michael am Michel. Neben Federer und einer Handvoll Top-Twenty-Spieler haben wir zusätzlich die Chance, nicht nur die etablierten, sondern auch eine Reihe von jungen deutschen Spielern bewundern zu dürfen.

Unter ihnen befinden sich einige „local heroes“ die auf ihre Chance warten, es „Sticho“ nachzuahmen und den Titel in der Heimat zu erringen. Mit Haas, Reister, Kamcke und dem 16-jährigen A. Zverev sind gleich vier Spieler im Hauptfeld vertreten, die ihre Karriere innerhalb oder vor den Toren Hamburgs begannen.

Möglicherweise ist unter ihnen ein männliches Pendant zu unserer „Bine“, das in Zukunft ähnlich erfolgreich auf der Herren-Tour spielen kann.

Jetzt liegt es an den Amtsinhabern der Tennisszene und am Publikum, an uns Tennisenthusiasten, eine neue Zeitrechnung einzuläuten und Tennis wieder zu einer der attraktivsten Sportarten in der Republik werden zu lassen und den Sport auf die Tische der Redaktionen und Programmdirektoren zu befördern.

Hamburg konnte, trotz der in mehrfacher Hinsicht widrigen Bedingungen, das Turnier in den letzten Jahren attraktiv gestalten und hätte es verdient, in diesem Jahr eine neue Bewerbung für ein „Upgrade“ des großartigen Events abzugeben. Eine Voraussetzung dafür sind spannende Matches vor vollen Tribünen und einem jubelnden Publikum. Und ein geschlossenes Auftreten der Funktionäre! Die erhöhte Aufmerksamkeit, die das Tennis in den letzten Tagen erfahren hat, muss genutzt werden, um das verwaschene Image des Sports in Deutschland wieder aufzupolieren und den Sport dauerhaft positiv in den Köpfen der Bevölkerung zu etablieren. Dies kann nur durch professionelles, einheitliches und sympathisches Auftreten der „hohen Tiere“ der Institutionen gelingen. Nutzt diese Chance!

Für uns begeisterte Anhänger des „geilsten Sports der Welt“ (Zitat der Redaktion) gilt es, sich ebenfalls aktiv an der Entwicklung zu beteiligen, Tennis voranzutreiben und nicht nur mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Damit das deutsche Tennis sich wieder aus der Asche erheben kann – sein Image wieder so in unserem Land entwickelt, wie es dem faszinierenden Sport gemäß wäre.

Aktiviert, animiert und motiviert eure Freunde und Verwandten, Nachbarn und Bekannten, Skeptiker und Sympathisanten, die traumhafte Anlage am Rothenbaum zu bevölkern, ein Top-Turnier mit zu erleben und zu gestalten und für einen neuen Aufschwung zu sorgen.

Ein „Deutscher Tennis-Frühling“!

Warum sollte das, was an anderen Orten der Weltkugel gelungen ist, nicht auch bei uns möglich sein?

10. Juli 2013
von admin
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“What’s up? – Highlight!”

In zwei Tagen sind wir drei Wochen mit unserem Tennis-Blog im Internet. Wir haben Kommentare, Anerkennung und Aufmunterung von internationalen Fußball-Protagonisten, von Tennistrainern und Spitzenspielerinnen, von jungen Tennisfans und älteren Tennis-Enthusiasten erfahren.

Obwohl noch vieles zu verbessern ist, haben wir schon die Schallgrenze von einer vierstelligen Besucherzahl überschritten.

Das macht (bisher?) richtig Spaß!

Noch ist es ein kleinerer Kreis, der an unserem Projekt aktiv teilnimmt. Einer der fleißigsten Leser hat uns jetzt einen Text geschickt, der es wert ist, als Gastbeitrag gepostet zu werden.

Der Autor ist ehemaliger Direktor eines Gymnasiums und eher Freizeit-Tennisspieler, obwohl sein Ehrgeiz noch immer nach höheren Wettkampflorbeeren strebt. Wir kennen ihn schon länger: Willi hat trotz ihm sein Abitur gemacht, Björn hat sich unendliche Rededuelle mit ihm in den Pinneberger Kaffeehäusern geliefert. 

Es entspricht unserem Ziel, einen Gedankenaustausch mit den Personen zu entwickeln, denen die Zukunft des deutschen Tennis am Herzen liegt. Dieser Gastbeitrag kann als erster Schritt dienen – auch als Aufmunterung für andere Leser, die Talent zum Schreiben haben und die etwas zu sagen haben.

offene hand 3

 

Macht aktiv mit – wie Wilhelm Hallberg (77 Jahre), alias Hully Gully, der hier gleich zu Wort kommt.

Dann rockt der Blog!

 

„HIGHLIGHT ? … !!“

 

Am Samstag, dem 06.07.13, waren wir ab 15 h Zeugen, wie zwei Tennisspielerinnen aus dem Mittelfeld der Setzliste des weltweit höchstbewerteten Turniers, “Wimbledon”, unter sich ausgemacht haben. Höhepunkt, Highlight ?

Es war eine einseitige Partie. Die Französin Marion BARTOLI gewann in etwas mehr als einer Stunde 6:1, 6:4. Die deutsche Gegnerin, Sabine LISICKI, fand nie zu der Form ihrer sensationellen Matches gegen Serena WILLIAMS (Nr. 1, Achtelfinale) und Agnieszka RADWANSKA (Nr. 4, Halbfinale).

So weit so gut so what.

Aber: Wie formulierte der Reporter des – exklusiv übertragenden – Pay-TV-Senders SKY ? „Egal, wie es hier ausgeht – vergesst es nicht gleich wieder, wenn das Turnier vorbei ist: Das deutsche Tennis kommt, es ist wieder da.“  Er dachte wohl auch an die anderen Mitglieder der deutschen Frauen-Tennis-Riege: Angelique KERBER, Andrea PETKOVIC, Julia GÖRGES, Mona BARTHEL, Annika BECK, die alle schon mit den Hufen scharren und uns möglicherweise bald Ähnliches bescheren wie Bumm Bumm Bine in Wimbledon.

Denn eine Bescherung war es, trotz und gerade wegen allem.

Die Analysten hatten LISICKI zur Favoritin stilisiert (besserer Aufschlag, dynamischere Spielweise, unwiderstehliche Vorhand …), die englische Boulevardzeitung “SUN” wurde sogar zitiert mit ” … gegen Schlafmütze BARTOLI”.

Aber: Es gibt keine Erbhöfe, im (Spitzen-)Sport nicht, nicht im Leben und überhaupt nicht. Alles muss erarbeitet, erkämpft, den Widerständen abgerungen werden. Kannten wir das nicht schon?  “Ohne Fleiß kein Preis” (Volksmund), “Vor die Vollkommenheit haben die Götter den Schweiß gesetzt” (altgriechisch, HESIOD), “Ein Mensch, der nicht geschunden wird, wird nicht gebildet” (altgriechisch, MENANDER) … zitiert man immer mal wieder, wenn es denn zu passen scheint. Hier aber, auf dem Center Court in Wimbledon, wurde es mit-erlebbar.

Die Favoritin kämpfte, rannte, mühte sich – und prallte ab an der gnadenlosen Konsequenz ihrer konzentrierten Gegnerin, die – mit der günstigeren Auslosung – ohne Satzverlust ins Finale gestürmt war und auch hier nichts anbrennen ließ.

Und WIR ? Wir vergaßen unsere Enttäuschung über die fehlende Spannung, über das Versagen unserer Identifikationsfigur, wurden hineingezogen in das menschliche Drama, nahmen angerührt und empathisch teil an dieser Niederlage:

Sie wollte gewinnen, sie WOLLTE die Championship, sie WOLLTE ihren Eltern, ihren Trainern, ihren Helfern, ihren Fans, den Zuschauern bei diesem großen Sportereignis etwas bieten: Das war der Anspruch dieser früh gereiften mündigen Sportlerin an sich selbst.  Sie WOLLTE es mit aller Hingabe, so echt, so authentisch, dass selbst wir am Fernsehschirm es unter unserer Haut spürten – und sie KONNTE es NICHT schaffen, sie spürte es, wir spürten es mit ihr, in einer Art inniger Verbundenheit.

Was war spannender: Die am seidenen Faden hängenden Siege über S.WILLIAMS und über A. RADWANSKA – oder die klare Niederlage gegen M. BARTOLI ?

Dank an den Sport, der uns solche Erlebnisse, solche Erfahrungen vermittelt! Dank an die Briten des 19. Jh., die wohl das Meiste zur Entwicklung der Idee des modernen Wettkampfsports , eines wichtigen kulturellen Phänomens unserer Gesellschaft, beigetragen haben. Ich bin zu alt und zu untalentiert, um noch glänzende Spitzensportsiege anstreben zu können, aber ich lerne im Miterleben, was eine Erdung ist: Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, es ist nicht zu jedem Zeitpunkt alles machbar, es gibt Momente, in denen wir unsere Grenzen erkennen und anerkennen müssen.

Ich bin nicht enttäuscht von Sabine LISICKI. Als sie unter Tränen nach dem letzten Ballwechsel die Siegerin umarmte, wusste ich: Sie hat im Nachhinein jede Bewunderung verdient. Bumm Bumm BINE ? Fab SAB!!

 

Noch eine Anmerkung: 

Zitat Volker ZEITLER (WELT 06.07.13, S.1): “… Steffi Graf und Boris Becker waren beim so hübsch überschaubaren Duell auf dem Tennisplatz der Beweis dafür, dass mit Fleiß, Zielstrebigkeit und Leistung bis zum Ende der körperlichen Kraft Großes zu erreichen ist, dass Arbeit keine veraltete Methode ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.  … Nun spielt und lächelt sich Sabine Lisicki in die Herzen. Sie ist natürlich, sympathisch, familienverbunden. Sie kann aber auch brachial aufschlagen, sie ist immer offensiv und kämpft unermüdlich. Eine selbstbewusste junge Frau, die nie aufgibt. Die mit Herzlichkeit begeistert. Die sich ihrer Gefühle nicht schämt. Die die Engländer zu einer der ihren ehrenhalber ernennen wollen. Die ihrem Sport einen unermesslich wertvollen Dienst erweisen und dem Tennis hierzulande endlich wieder Leben einhauchen könnte  … “

Schön wär´s schon … !!