29. März 2016
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Angie Kerber kämpft sich in das Viertelfinale von Miami!

Nach ihrem mühsamen Sieg gegen die Qualifikantin Kiki Bertens steht Angie als einziger deutscher Teilnehmer im Achtelfinale der „Miami Open“. Die Kielerin kommentierte ihr Match gegen die Niederländerin sachlich: „Ich bin zu Anfang überhaupt nicht in meinen Rhythmus gekommen. Ich musste stark bleiben, an mich glauben und weiter kämpfen. Aber erst ein Mal bin ich froh, in der nächsten Runde zu sein.”

Alle die von den Leistungen Angelique Kerbers nach dem Grand Slam-Sieg enttäuscht waren, seien daran erinnert, dass unsere Nr.1 in Melbourne in der 1.Runde schon vor dem Ausscheiden stand und einen Matchball abwehren musste. Sieg und Niederlage liegen im internationalen Tennis dicht nebeneinander – gerade auf der WTA-Tour. Gegen Bertens stand Angie wieder mit dem Rücken zur Wand – vielleicht hilft ihr das auch für den weiteren Verlauf des Turniers in Florida.

angie-kerber

In der Night-Session trat die Weltranglistendritte am Montag  gegen Timea Baros (WTA Nr.49) zu ihrem nächsten Match in der letzten Begegnung des Tages auf dem Center Court im „Stadium“ an. Die 22-jährige Ungarin startete aggressiv – und nervös. Ihr unterliefen viele unnötige Fehler – die Kielerin ging 2:0 in Führung. Im weiteren Verlauf gelangen Babos einige gelungene Schläge, aber Angie blieb fokussiert, entschlossen und ergriff immer wieder bei gelegenheit die Initiative.. Sie baute den Vorsprung auf 4:1 aus und gewann dann souverän den 1.Satz 6:2. Coach Torben Beltz in der Players Box zeigte eine zufriedene Miene.

In der Satzpause rief Babos ihren Coach zur Bank. Der schien ihr geholfen zu haben. Die junge Ungarin schlug mehr Winner, Angie verschlug mehr Bälle. Babos gewann im zweiten Durchgang die ersten drei Spiele in Folge, ging später 4:1 in Führung. Die Deutsche versuchte alles, um das Spiel wieder in den Griff zu bekommen. Sie kämpfte sich mühevoll auf 3:4 heran. Ihr nächstes Aufschlagspiel war lange umkämpft mit wechselnden Vorteilen, aber Angie musste am Ende ein Break zum 3:5 hinnehmen. Ihre Gegnerin gab sich keine Blöße mehr und die Weltranglistendritte aus Kiel verlor den 2.Satz 3:6.

timeababos

Nach der Satzpause war das erste Aufschlagspiel Kerbers gleich wieder umkämpft. Nach großartigen Ballwechseln breakte Babos gleich die Deutsche. Ein Kampf auf des Messers Schneide auch im nächsten Spiel: Angie gelang ein Rebreak. Um sich gleich wieder den Aufschlag zum 1:2 abnehmen zu lassen. Beim Seitenwechsel nutzte sie ihr Coaching-Recht. Torben Beltz kam zu ihrer Bank. Das bewirkte erst einmal keinen Umschwung. Babos erhöhte auf 3:1. Jeder Punkt war auch im nächsten Spiel umkämpft – die Kielerin konnte auf 2:3 verkürzen. Beide Spielerinnen waren jetzt gekennzeichnet von dem unerbittlichen Gefecht – Kerber glich aus, gewann ihr anschließendes Aufschlagspiel ohne Punktverlust zum 4:3. Die Ungarin versuchte auf  Grund der schwindenden Kräfte die Ballwechsel zu verkürzen, griff kompromisslos an. Sie war erfolgreich und glich auf 4:4 aus. Angie schlug zurück und ging nach über 2 Stunden Spielzeit 5:4 in Führung. Die Deutsche gewann mit einem gelungenen kurz-cross Passierball den 3.Satz und das Match mit 6:4 und steht im Viertelfinale in Miami..

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Ein Triumph des Kampfgeistes, der Resilienz und des Siegeswillens.

Im Achtelfinale sind am Montag alle anderen topgesetzten Damen ausgeschieden: Die an 1- gesetzte Serena Williams verlor gegen die Russin Kuznetsova, die an 3-gesetzte Agniezka Radwanska unterlag der Schweizerin Bacsinszky und die an 4-gesetzte Garbine Muguruza wurde von der Weißrussin Azarenka besiegt. In den ersten Runden waren schon Belinda Bencic, Carla Suarez-Navarro und Petra Kvitova aus dem Turnier geflogen.

Auch bei den Herren sind ungewöhnlich viele Favoriten früh gescheitert. Von den Top 10-Gesetzten haben Andy Murray (vom Bulgaren Dimitrov bezwungen), Stan Wawrinka (verlor gegen den Russen Kuznetsov),  David Ferrer (von dem jungen Franzosen Pouille besiegt) und Jo-Winfried Tsonga (unterlag dem Spanier Bautista-Agut) nicht das Achtelfinale erreicht. Auch Rafael Nadal musste in der 3.Runde gegen den Bosnier Dzumhur aufgeben. Roger Federer hatte in letzter Minute wegen einer Verletzung abgesagt.

Novak Djokovic,  Kei Nishikori,  Tomas Berdych und Richard Gasquet stehen  in der Runde der letzten 16.  Mit überzeugenden Auftritten sind auch der Österreicher Dominic Thiem und der Belgier David Goffin in die vierte Runde der „Miami Open“ eingezogen.

27. März 2016
von admin
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Angelique Kerber erreicht das Achtelfinale in Miami!

Das deutsche Tennis startete mit positiven Überraschungen in das Jahr 2016. Der Grand Slam-Sieg von Angelique Kerber setzte dem Aufschwung die Krone auf. Dann verloren das Fed- und das Davis Cup-Team ihre Auftaktspiele. Unsere Angie stolperte zwei Mal in der ersten Runde, Petkovic und Lisicki scheiterten trotz guter Ansätze zu oft an ihren Nerven. Hinter Kohlschreiber und Sascha Zverev hat es bei den Herren noch nicht für einen nachhaltige Leistungsexplosion gereicht. Auch bei den Damen stagnierte die sogenannte zweite Garde in den letzten Wettkämpfen etwas.

Nur Julia Görges (WTA Nr.66) hatte in Miami wie die Kielerin die dritte Runde erreicht. Die Bad Oldesloerin hatte im Sonnabend im Sunshine State die Möglichkeit, stärker in das Rampenlicht zu rücken. Sie trat gegen Simona Halep (WTA Nr.5) an, um das Achtelfinale der „Miami Open“ zu erreichen. Jule legte stürmisch los, ging sofort 3:0 in Führung. Dann kam die Flaute: Die Rumänin fand ihren Rhythmus, starte eine Serie von fünf gewonnenen Spielen nacheinander und setzte sich im 1.Satz am Ende mit 6:4 durch. Das Heft gab die Weltranglistenfünfte im 2.Satz nicht mehr aus der Hand. Sie deklassierte die 26-jährige Deutsche 6:1.

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Alle deutschen Hoffnungen lagen auch in Miami jetzt wieder einzig und allein auf Angie Kerber. Nach ihrer souveränen Vorstellung gegen die Tschechin Strycova in ihrem Auftaktspiel ging sie am Sonntag als klare Favoritin in ihr Drittrundenmatch gegen Kiki Bertens(WTA Nr.108) im Grandstand. Nach einem Doppelfehler der Niederländerin ging die deutsche Nr.1 in Führung, kassierte gleich ein Rebreak. Vor sehr leeren Rängen unterliefen Angie ungewöhnlich viele Fehler, die stämmige Holländerin baute den Vorsprung auf 4:1 aus. Auf dem Gesicht von Angies Coach Torben Beltz standen deutlich Zweifel geschrieben. Auch sein Schützling blieb verunsichert und musste nach weniger als 30 Minuten Spielzeit den Verlust des 1.Satzes mit 1:6 hinnehmen.  Die windigen Verhältnisse konnten nicht allein der Grund für das unsichere Auftreten der Kielerin sein.

Im zweiten Durchgang spielte Kerber aggressiver auf. Das Match wurde ausgeglichener. Als bei 3:2-Führung der Kielerin Bertens sich beim Seitenwechsel von der medizinische Assistentin der WTA beraten ließ, rief Angie ihren Coach zur Hilfe an die Bank. Sie breakte die Niederländerin anschließend, spielte etwas befreiter auf und konnte den 2.Satz mit 6:2 für sich entscheiden.

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Nach der Satzpause wirkte Angie gefestigter und dynamischer, ihr gelangen einige gute Konterschläge und sie konnte die ersten drei Spiele in Folge für sich entscheiden. Die Niederländerin gab dann auf. Angelique Kerber war in das Achtelfinale der „Miami Open“ mit einem 1:6, 6:2, 3:0-Abbruchsieg eingezogen.

26. März 2016
von admin
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Nur noch Kerber und Görges halten die deutsche Fahne in Miami hoch!

Am Gründonnerstag haben die deutschen Fans von ihren Profis  ein Abendmahl serviert bekommen, dass durch die spannenden und kuriosen Matches in Miami, mit ihren meist tragischen Ausgängen, nicht unbedingt zum Halleluja, sondern  eher für Aufregung und gescheiterte Hoffnungen gesorgt hatten. Was hatten wir dann am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung, zu erwarten?

Dabei standen drei unserer Lichtgestalten an diesem Spieltag auf den Plätzen in Florida: Sascha Zverev, Angelique Kerber und Sabine Lisicki, die in diesen Tagen nach der Trennung von ihrem Komiker angekündigt hatte, sich wieder voll auf ihren Beruf zu konzentrieren.

Die Zweckpessimisten hatten sich sicherlich große Sorgen um unsere Tennis-Angie gemacht. Würde die frische Grand Slam-Siegerin ihre dritte Auftaktniederlage in Folge nach den Australian Open erleiden? Wir sind frei von der international berüchtigten „German Angst“ -  aber hatte ihre Gegnerin nicht in der 1.Runde die aufstrebende Anna-Lena Friedsam gnadenlos vom Platz in Miami geschossen? …

Am Vormittag um 11 Uhr Ortszeit stellte die an 2-gesetzte Angie Kerber  sich der Herausforderung auf dem Center Court im „Stadium“ durch Barbora Strycova (WTA Nr.32). Schon früh wagte man aufzuatmen: Die Kielerin war gleich präsent, wirkte entschlossen und erfolgshungrig.  Bevor die Tschechin auf dem Court so richtig angekommen war, hatte sie den 1.Satz schon mit 1:6 verloren.

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Auch im zweiten Durchgang bekam die 29-jährige Strycova keinen festen Boden unter den Füßen: Erbarmungslos fertigte Angelique ihre Gegnerin wieder mit 6:1 ab und erreichte die dritte Runde der Miami Open.

Alle Ängste um unsere Vorzeigespielerin waren unbegründet.

Der Lindenberg- Slogan „Keine Panik auf der Titanic“ herrscht nach diesem Sieg wohl wieder im deutschen Tennis – hoffentlich gilt er auch bald wieder für den politischen Diskurs in unserem Staat…

Auf Court 8 wollte einige Stunden später Sabine Lisicki (WTA Nr.37) beweisen, dass ihre neue Fokussierung auf den Spitzensport als Single erste Früchte trägt. Die Gegnerin Irina Camelia Begu (WTA Nr.35) war stark genug, um dem  Aufblühen unserer Bine unter Umständen ein kurzes Ende zu bereiten. Andererseits hatte in allen bisherigen drei direkten Begegnungen immer die Berlinerin als Siegerin den Platz verlassen.

Beide Spielerinnen brachten bis zum 5:4 für die Rumänin ihre Aufschlagspiele durch, obwohl die 26-jährige Deutsche bis dahin nur 5O Prozent ihrer 1.Services in das Feld platzieren konnte und schon 3 Doppelfehler bei ihr zu Buche standen. Im 10.Spiel gerät die deutsche Aufschlagweltrekordlerin bei eigenem Service unter Druck, wird hektisch und verliert den 1.Satz 4:6. Im zweiten Durchgang vergibt Bine im Auftaktspiel 4(!) Breakbälle und gerät unnötig gleich wieder in Rückstand. Kurz bevor sie sich auch mit dem Titel der „Weltrekordlerin von vergebenen Breakbällen“ hätte schmücken können, verwandelte sie den ersten von jetzt 12 Breakbällen und ging zum ersten Mal in diesem Match mit 2:1 in Führung. Sabine, die ein großes Talent hat, sich sowohl privat, als auch auf der Wettkampfstätte in unnötige Kalamitäten zu verwickeln, spielte jetzt entschlossener auf und sicherte sich den 2.Satz mit 6:1.

Hong Kong Tennis Open

Im entscheidenden Durchgang marschierte die Deutsche los, gewann in wenigen Minuten drei Spiele in Folge. Sie breakte Begu zum 4:0, erhöhte auf 5:0, verballerte dann wieder unnötig einige Bälle und Begu gewann ihr Aufschlagspiel zum 1:5. „Calamity Jane“ alias Sabine Lisicki brachte sich dann wieder in Schwierigkeiten und wurde anschließend zum 2:5 gebreakt. Sie verlor auch das dritte Spiel in Folge, servierte einen Doppelfehler zum falschen Zeitpunkt und Begu verkürzte auf 4:5. Sabine war jetzt vollkommen von der Rolle, kassierte den Ausgleich, ließ sich wieder breaken und lag plötzlich 5:6 zurück. Aus heiterem Himmel spielte Bine wieder besser auf und glich in letzter Sekunde auf 6:6 aus. Nach fünf kurzen Ballwechseln lag die Deutsche 0:5 im Tiebreak zurück, verliert ihn dann mit 2:7 und hatte den dritten Satz und das Match total, surreal und nicht zum ersten Mal aus der Hand gegeben.

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Ihr Coach Christopher Kas sollte sich umgehend Meldonium besorgen – das soll ja unter anderem auch gut gegen drohende Herzinfarkte sein.

Als letzter deutscher Repräsentant trat am Abend in Miami Alexander Zverev im Grandstand gegen Steve Johnson (ATP Nr.46) an. Der 26-jährige Kalifornier schlug extrem gut auf. Ohne eine einzige Breakchance, aber mit Abwehr von 2 Breakbällen rettete sich der Hamburger, der einen großen Teil des Jahres in Florida   wohnt und trainiert, in den Tiebreak. Hier lag er 3:6 zurück, wehrte drei Satzbälle in Folge ab und glich auf 6:6 aus. Trotz Abwehr weiterer zwei Satzbälle unterlag er dann 9:11 und verlor den 1.Satz mit 6:7.  Bis 4:4 im zweiten Durchgang hatte immer noch keiner der beiden Kontrahenten dem Gegner ein Aufschlagspiel abnehmen können. Es gab bis dahin in diesem Satz nicht einmal einen einzigen Breakball. Im neunten Spiel erkämpfte sich der US-Amerikaner dann zwei Breakbälle, die Sascha cool abwehrte und 5:4 in Führung ging.

 

alexander-zverev

Johnson glich ohne Punktverlust aus. Keiner der beiden Kontrahenten gab sich in seinem Aufschlagspiel noch eine Blöße – der Tiebreak musste auch diesen Durchgang entscheiden. Der Kalifornier gewann hier die ersten fünf Punkte, hatte bei 6:1 fünf Matchbälle in Folge. Das „German Wunderkind“ konnte zwei Siegbälle noch abwehren, dann servierte Johnson zum 7:3 Gewinn des Tiebreaks, des zweiten Satzes und des Matches durch.

Alexander Zverev ist in der zweiten Runde mit 6:7 und 6:7 bei den Miami Open ausgeschieden. Jetzt halten nur noch Angie Kerber und Julia Görges die deutsche Fahne im Sunshine State hoch.