14. März 2016
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Unsere Tennisherren sind das starke Geschlecht in Indian Wells!

Nach den Erfolgen zu Beginn des Jahres musste das deutsche Tennis in Indian Wells bei den „BNP Paribas Open“ einen herben Rückschlag hinnehmen: Die  neun deutschen Starterinnen im Hauptfeld der Damenkonkurrenz sind alle vor der Runde der letzten 32 ausgeschieden!

Am Sonntag konnten drei unserer Herren, Kohlschreiber, Zverev und Berrer, für ihre Kolleginnen in die Bresche springen.

Gleich in der ersten Spielrunde um 11 Uhr Ortszeit trat Alexander Zverev gegen den an Position 21 gesetzten Grigor Dimitrov auf dem Platz in Stadium 1 an. Niki Pilic hatte in einem Interview mit einer spanischen Zeitung ausgesagt, dass  der Wirkstoff Meldonium, den Maria Sharapova eingenommen hatte und der  seit Beginn dieses Jahres auf der Dopingliste steht, auch von Alexander Zverev genutzt wurde. Er äußerte die Meinung, dass Meldonium kein Doping sei, sondern in Russland und im Baltikum als normales Medikament bei Herz-Kreislauferkrankungen eingenommen wird und hatte das Beispiel Sascha als stützendes Argument erwähnt. Damit kann er ihm einen Bärendienst erwiesen haben. Wir werden sehen.

 

sascha

 Zurück zum Sport: Der 18-jährige Hamburger trat gegen den Bulgaren von Beginn an stark auf, servierte 6 Asse, verwandelte gleich seinen einzigen Breakball und gewann den ersten Satz 6:4.  Im 2.Satz drehte Dimitrov den Spieß um und setzte sich mit 6:3 durch. Anders als im zweiten Einzel im Davis Cup in Hannover behielt unser Hoffnungsträger die Nerven, zeigte entschlossenen Kampfgeist und zog mit einem 7:5-Sieg im 3.Satz in die dritte Runde der BNP Paribas Open ein.

Philipp Kohlschreiber war an Position 27 gesetzt und hatte in seinem Auftaktmatch im Stadium 3 den US-Boy Denis Kudla (ATP Nr.66), der in seinem Auftaktspiel den Usbeken Istomin bezwungen hatte,  zum Gegner. Der Augsburger war sofort präsent, überzeugte mit guten Returns, platzierten Aufschlägen und sicheren offensiven Grundlinienschlägen. und ging nach  18 Minuten Spielzeit 5:0 in Führung. Auch nach 22 Minuten hatte er noch kein Spiel abgegeben und gewann den 1.Satz 6:0! Erbarmungslos dominierte er auch  den zweiten Durchgang, gewann die nächsten fünf Spiele in Folge. Dann gönnte er seinem konsternierten Gegner ein kurzes Erfolgserlebnis bei eigenem Service, um dem Spiel nach insgesamt 45(!) Minuten Spielzeit mit 6:0, 6:1 ein Ende zu machen. Der zweite Deutsche hatte die 3. Runde des Turniers in Indian Wells mit einer beeindruckend souveränen Leistung erreicht.

philipp-kohl

Nach dieser Partie spielte Michael Berrer im Stadium 3 gegen den an 21-gesetzten Jack Sock. Der 35-jährige Stuttgarter hatte sich erfolgreich durch die Qualifikation geschlagen und in der ersten Runde des Hauptfeldes immerhin den Argentinier Juan Monaco niedergekämpft. Gegen den 23-Jährigen aus Nebraska war unser „Oldie but Goldie“ machtlos. Er schied nach drei Siegen mit 2:6 und 4:6 aus dem Turnier aus.

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Trotz dieser zu erwartenden Niederlage: Die deutschen Herren treten bei den „BNP Paribas Open“ als das stärkere Geschlecht auf.

13. März 2016
von admin
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Fluch über den deutschen Damen in der kalifornischen Wüste?

Die Boulevardpresse sprach von einem „Neustart“ Angelique Kerbers in Indian Wells bei den BNP Paribas Open – und verkannte die reale Situation im internationalen Profitennis. Die Erstrundenniederlage in Doha nach den Australian Open hatte verschiedene Ursachen: Die Reisestrapazen, der dreifache  Klimawechsel innerhalb kurzer Zeit, die zu kurze Erholung in Polen, der Medien-Rummel und der damit verbundene Druck bei dem nächsten Auftritt. Hinzu kommt der Charakter der Kielerin: Sie ist bodenständig und bescheiden, fühlt sich nicht von der Schickeria angezogen und zieht dem Glamour die familiäre Umgebung vor. So schön der Grand Slam-Sieg für sie und die deutsche Öffentlichkeit war, der Nachhall dieses Triumphes hatte sie aus ihren gewohnten Bahnen geworfen.

Kielerin

 Darüber hinaus haben bisher alle Spielerinnen der Weltspitze in jeder Saison mindestens eine Erstrundenniederlage kassiert. Diese Niederlage war also aufgrund verschiedener Konstellationen verständlich und für Fachleute kein Grund zur großen Sorge. Kein Neustart also in Indian Wells, sondern das normal turbulente Leben auf der WTA-Tour ging weiter.

Vor ihrem Auftritt bei den BNP Paribas Open hatte sie mehr Zeit zur Besinnung gefunden. Alle Fragen zu ihrem Zustand und zu ihrer Einstellung vor dem Match gegen Denisa Allertova hatte die aktuelle Weltranglistenzweite positiv beantwortet. Sie fühle sich wohl im sonnigen Kalifornien, sie hätte ihr Energiereservoir aufgefrischt und sie freue sich auf das Match gegen die Tschechin. Das schienen bessere Voraussetzungen für einen Erfolg als in Katar zu sein.

Angie fängt gut an, breakt Allertova (WTA Nr.64) im ersten Spiel, hat aber Probleme mit dem eigenen Service und kassiert ein Rebreak. Die Kielerin hat noch nicht zur absoluten Souveränität gefunden, beide Spielerinnen gewinnen in der Folge bis 4:4 ihre Aufschlagspiele – nur Angie musste zwei Breakbälle abwehren. Vielleicht sind wir voreingenommen, aber noch agiert unsere Nr.1 so, als ob sie eine schwere Last auf dem Rücken mit sich trage. Bei 6:5-Führung gelingt Allertova ein zweites Break und Kerber verliert den 1.Satz 5:7.

Bis 2:2 im 2.Satz kann uns Angies Auftritt nicht die Sorgen nehmen. Dann breakt sie ihre Kontrahentin ohne einen einzigen Punkt abzugeben, baut den Vorsprung anschließend auf 4:2 und 5:3 aus. Bei Aufschlag Allertovas vergibt sie zwei Satzbälle in Folge und verliert das Spiel zum 5:4. Bei eigenem Service wehrt sie zwar einen Breakball ab, muss aber den Ausgleich zum 5:5 hinnehmen. Die Tschechin serviert ohne Punktverlust zur 6:5-Führung durch. Angie Kerber steht mit dem Rücken zur Wand. Ein Doppelfehler der Kielerin im nächsten Spiel führt zum Matchball Allertovas. Sie verwandelt ihn, gewinnt den zweiten Durchgang 7:5. Die deutsche Weltranglistenzweite ist in ihrem Auftaktmatch in Indian Wells ausgeschieden!

Fünf deutsche Spielerinnen sind jetzt nacheinander in die kalifornische Wüste geschickt worden.

männergesellschaft

Bad Luck. Oder deutlicher: Shit happens!

Da konnte nur noch Annika Beck diese grausame Statistik verbessern. Leider ging die gebürtige Gießenerin absolut nicht als Favoritin in das Match gegen Elina Svitolina. Die 21-jährige Ukrainerin war in den letzten Monaten auf Rang 14 der Weltrangliste vorgestürmt.

Die Partie beginnt kurios. In den ersten 3 Aufschlagspielen machen beide Kontrahentinnen jeweils 4 Doppelfehler. Annika gelang die wohl einzigartige Leistung, mit 4 Doppelfehlern ihr Servicegame zu gewinnen und ging 3:0 in Führung. Das gab ihr Sicherheit und sie verwandelte den dritten von drei Break-Bällen nach 51 Minuten Spielzeit zum 6:4-Gewinn des 1.Satzes.

annika

Die 21-jährige Deutsche spielt entschlossen mit sicheren und druckvollen Grundschlägen weiter, die Ukrainerin hilft ihr mit ihrem insgesamt 7. Doppel-Fehler und Beck erspielt sich sofort einen 3:0-Vorsprung im 2.Satz. Sie vergibt beim Aufschlagspiel Svitolinas einen Breakball – ihre gleichaltrige Kontrahentin verkürzt auf 1:3. Annika behält die Nerven, geht 4:1, dann 5:2 in Führung. Mit ihren ersten beiden Assen kommt Svitolina auf 3:5 heran. Kurz vor Torschluss zeigt die Ukrainerin ihr großes Potential, breakt Beck zum 4:5 und gleicht bei eigenem Aufschlag ohne Punktabgabe aus. Die junge Deutsche setzt dagegen, erkämpft sich das 6:5, muss dann nach zähem Ringen das 6:6 hinnehmen.Im Tiebreak ist Svitolina wild entschlossen, gewinnt 7 Punkte nacheinander und den 2.Satz.

Machen wir es kurz – wie Elina Svitolina im entscheidenden 3.Satz: Die Ukrainerin rollte über Annika Beck hinweg, gewann den Durchgang in weniger als 20 Minuten mit 6:1 (nach 5:0) und erreichte die Runde der letzten 32.

Wer geglaubt hatte, dass alle deutschen Damen vor der Runde der letzten 32 ausgeschieden seien, sah sich getäuscht. In letzter Sekunde sagte die an 6-gesetzte Carla Suarez-Navarro ab und Anna Lena Friedsam, die in der letzten Runde der Qualifikation verloren hatte, rutschte als Lucky Looser für sie gleich in die 2.Runde des Turnierfeldes. Das bedeutete einfach verdientes und gutes Preisgeld.

 

friedsam

Sie trat dann gegen das 18-jährige Ausnahmetalent Daria Kasatkina (WTA Nr.48) an, die in ihrer Auftaktrunde die Tschechin Hantuchova besiegt hatte. Die 22-Jährige aus Neuwied servierte im 1.Satz zwar 4 Asse, glich auch einen 3:5 Rückstand noch auf 5:5 aus, musste sich aber am Ende der erstaunlich nervenstarken jungen Russin mit 5:7 geschlagen geben.

Mit vorbildlichem Einsatz versuchte Anna-Lena ihre Chancen im 2.Satz zu nutzen. Vergeblich: Die beeindruckend spielende Kasatkina gab das Match nicht mehr aus der Hand. Obwohl die Deutsche 3 Matchbälle abwehrte, musste sie sich 3:6 im zweiten Durchgang geschlagen geben und schied als siebte deutsche Spielerin hintereinander bei den BNP Paribas Open vor der dritten Runde aus.

In der Wüste von Indian Wells scheint ein Fluch über den deutschen Tennisdamen zu liegen.

 

 

 

12. März 2016
von admin
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Schwarzer Freitag für die deutschen Damen in Indian Wells!

Der Freitag begann so gut für die deutschen Tennisprofis, die im Hauptfeld in des mit mehr als 12 Millionen Dollar Preisgeld dotierten Turniers in Indian Wells starteten: Unser 18-jähriges Ausnahmetalent Alexander Zverev hatte sich von der schmerzenden Davis Cup-Niederlage gegen Lukas Rosol erholt und rang in seinem Auftaktmatch den Kroaten Ivan Dodig (ATP Nr.79) 3:6, 7:5, 6:3 nieder.

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Als Carina Witthöft den 1.Satz mit 1:6 gegen Jelena Jankovic (WTA Nr.20)  verlor, schrieb man das ihren typischen Startproblemen zu. Es wurde aber nicht besser. Die Serbin gab der jungen Hamburgerin auch im 2.Satz nicht den Hauch einer Chance und zog mit 6:2 im zweiten Durchgang mühelos in die zweite Runde der BNP Paribas Open ein.

Die 1:6, 2:6-Niederlage der Stuttgarterin Laura Siegemund (WTA Nr. 79)  gegen die übermächtige Weltranglistenerste Serena Williams war einkalkuliert.

Sabine Lisicki (WTA Nr.31) sorgte für Zuversicht, als sie den 1.Satz gegen Johanna Larsson (WTA Nr.66) 7:5 gewann. Der 2.Satz war auch noch umkämpft, die Berlinerin unterlag 4:6. Im 3.Satz war unsere Aufschlag-Weltrekordlerin, die gerade mit ihrem Paradeschlag im Jahr 2016 große Probleme hat, chancenlos und ging 2:6 unter.

Der Trost beim Wellenreiten mit Surferfreund  Sascha Zverev fällt in der Wüste Kaliforniens wohl aus.

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Andrea Petkovic (WTA Nr. 23) konnte sich im 1.Satz noch gegen Barbora Strycova (WTA Nr.37) 7:5 durchsetzen. In einem Match auf Augenhöhe verlor die Darmstädterin gegen die Tschechin aber die nächsten beiden Sätze 4:6 und 5:7 und schied als vierte deutsche Spielerin an diesem „Schwarzen Freitag“ aus.

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Unsere an 2-gesetzte Grand Slam-Gewinnerin Angelique Kerber greift erst am Sonnabend in der 2.Runde der BNP Paribas Open gegen Denisa Allertova aus Tschechien in das Turniergeschehen ein. Auch Annika Beck wird am Samstag zu ihrem Zweitrundenmatch gegen die Favoritin Elina Svitolina (WTA Nr.14) aus der Ukraine antreten.

Philipp Kohlschreiber wird in Indian Wells sein erstes Match erst am Sonntag bestreiten. Er wird in der 2.Runde gegen den US-Boy Denis Kudla (ATP Nr.66) spielen. Sascha Zverev wird sich mit dem Bulgaren Grigor Dimitrov (ATP Nr. 26) auseinandersetzen.

Ende gut, alles gut? Unser Qualifikant Michael Berrer (ATP Nr.112) lieferte im letzten Match am Freitag dem Argentinier Juan Monaco (ATP Nr.98) einen spannenden Kampf.

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Um 9h deutscher Ortszeit am heutigen Tag verwandelte er seinen 1.Matchball und zog mit 7:5, 5:7, 6:4 in die zweite Runde des Mega-Events in Indian Wells ein.