11. März 2016
von admin
Keine Kommentare

Deutsche Tennisprofis schlagen in der Wüste Kaliforniens auf!

Nachdem wir im letzten Post der traurigen Chronistenpflicht nachgekommen sind und von dem „Dopingskandal Maria Sharapova“ berichtet hatten, können wir uns jetzt wieder den rein sportlichen Aspekten des internationalen Tennis zuwenden. In Indian Wells findet ein WTA- und eine ATP-Turnier mit einem  Preisgeld von über 12 Millionen Dollar statt. Die internationale Creme de la Creme hat sich in Kalifornien bei den „BNP Paribas Open“ eingefunden –  auch die besten deutschen Profis treten in der Stadt, die im Eiltempo unter hohen finanziellen Kosten aus der Wüste entstanden ist, an.

Indian_Wells-Tennis_Garden

Den ersten deutschen Erfolg können wir schon vermelden. Laura Siegemund (WTA Nr.79) hatte sich erfolgreich durch die Qualifikation gespielt und schaltete in der ersten Runde des Hauptfeldes die rumänische Favoritin Irina Begu (WTA Nr. 35) nach großem Kampf mit 3:6, 6:4 und 6:4 aus.

Tennis 2015 - Wimbledon Qualifying Tournament - Day 4

Auch Carina Witthöft (WTA Nr. 83) zeigt sich in den USA b8isher von der besten Seite. Nachdem sie den ersten Satz sang- und klanglos mit 0:6 abgegeben hatte, steigerte sie sich und bezwang in ihrem Auftaktmatch die Italienerin Irina Falconi (WTA Nr. 80) noch mit 6:4 und 6:4.

Tatjana Maria (WTA Nr.90) schied dann allerdings gegen die Schwedin Johanna Larsson (WTA Nr.66) 4:6, 6:7(3) aus.

Eher unerwarteter kam dann die klare Niederlage von Julia Görges (WTA Nr. 63) gegen die 25-jährige Camila Giorgi. Jule konnte sich nur einen einzigen Breakball im gesamten Match erspielen, den sie auch noch vergab. Mit 2:6 und 3:6 wurde sie von der Italienerin in die Wüste geschickt.

Für den dritten deutschen Sieg sorgte dann Annika Beck(WTA Nr.43). Gegen Beth Mattek-Sands (WTA Nr.88) aus den USA gewann sie klar und deutlich 6:2 und 6:2. Nach einigen Rückschlägen könnte dieser Sieg einen neuen Aufschwung bei der 22-Jährigen aus Bonn hervorrufen.

annika

Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Sabine Lisicki gehören zu den 32 Gesetzten und greifen erst am Freitag in der 2.Runde des Turniers ein.

angelique-kerber

Bei den Herren haben außer dem noch verletzten Roger Federer alle Topstars gemeldet. Zwei Deutsche waren von vornherein im Hauptfeld vertreten: Philipp Kohlschreiber und Alexander Zverev. Michael Berrer hat sich als einziger von drei Deutschen erfolgreich durch die Qualifikation geschlagen. Er wird am Freitag zu seinem Erstrundenmatch gegen Juan Monaco antreten. Sascha und Kohli greifen erst am Sonnabend in das Turnier ein.

9. März 2016
von admin
Keine Kommentare

Neuer Skandal im Tennis!

Wettbetrügereien im Tennis haben während der Australian Open für einen kurzen Skandal in der Öffentlichkeit gesorgt. Die ITF, der Tennis-Weltverband, hatte intensive Recherchen angekündigt. Nach der Ankündigung ist bis dato nichts an neuen Aufklärungen veröffentlicht worden.

Jetzt sorgt „der weiße Sport“ mit einem Dopingskandal für neue Aufregung: Die fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin Maria Scharapova ist nach einem positiven Dopingtest vorläufig suspendiert worden. Der 28 Jahre alten Tennisspielerin aus Russland wurde während der Australian Open im Januar die Einnahme der verbotenen Substanz Meldonium nachgewiesen.

doping

Meldonium, bekannt auch unter dem Handelsnamen Mildronat, wird zur Behandlung von mangelnder Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Körper eingesetzt. Bei Sportlern kann es zu einer allgemeinen Leistungssteigerung führen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA setzte Meldonium auf die neue Liste der Verbotenen Substanzen, die am 1. Januar 2016 wirksam wurde.Andere russische Spitzensportler sind in diesem Jahr des Meldonium-Missbrauchs überführt worden.

Sharapovas Anwalt John Haggerty befürchtet nach dem positiven Dopingtest seiner Klientin bei den Australian Open eine lange Sperre. “Diese kann bis zu vier Jahren dauern”, sagte Haggerty der Tageszeitung USA Today. Er hoffe aber, dass mildernde Umstände dazu führen können, dass es überhaupt keine Sperre gibt.

Das würde uns nicht überraschen.

Der Rechtsanwalt hat dem Internationalen Tennis-Weltverband ITF inzwischen „totale Kooperation” angekündigt. Sharapova erklärte, dass sie das Medikament gegen ihre Diabetes nehme, erstmals habe sie es von ihrem Arzt 2006 verschrieben bekommen, weil sie damals oft krank gewesen sei.

maria

Jetzt kann es für sie teuer werden. Der US-Sportartikelriese Nike setzte seinen millionenschweren Vertrag mit der Russin noch am Montagabend aus. “Wir sind traurig und enttäuscht von den Nachrichten”, sagte Nike-Sprecher KeJuan Wilkins der französischen Nachrichtenagentur AFP: “Wir haben deshalb beschlossen, unseren Vertrag mit Maria für die Dauer der Untersuchungen ruhen zu lassen.”  Ihr anderer Vertragspartner Porsche ließ verlauten, dass auch sie ihre Zahlungen vorerst einstellen werden.

Wir enthalten uns eines ausführlichen Kommentars, weil der Doping-Dschungel auch im Tennis vollkommen undurchsichtig ist. Die Doping-Affären werden auch weiter nicht vollständig aufgedeckt werden, weil die zuständigen Verbände aus Image- und Profitgründen kein Interesse daran haben, Licht in das Dunkel zu bringen.

 

6. März 2016
von admin
Keine Kommentare

Kein Wunder in Hannover!

Nach dem 1:2-Rückstand gegen Tschechien konnte das deutsche Davis Cup-Team nur auf ein Wunder hoffen, um die Partie noch zu gewinnen und das Relegationsspiel in der Weltgruppe zu vermeiden.

Alle deutschen Hoffnungen hätten schon schnell im ersten Einzel am Sonntag zwischen Philipp Kohlschreiber und dem hohen Favoriten Tomas Berdych begraben werden können. Der Augsburger stellt sich hochkonzentriert seiner schweren Aufgabe, hält in den ersten Spielen mit. Bei 2:2 breakt er sogar den Tschechen, geht in Führung. Berdych nimmt beim Seitenwechsel eine medizinische Pause, verlässt den Platz und lässt sich medizinisch behandeln. Bei seinem verlorenen Aufschlagspiel war schon zu sehen, dass er nicht im Vollbesitz seiner Kräfte gewesen ist.

kohli

Entgegen den Gerüchten in der Halle, dass die tschechische Nr.1 aufgeben wird, kehrt er auf den Platz zurück. Seine Adduktoren-Schmerzen sind in der Zwischenzeit behandelt worden. Das Spiel geht weiter, unsere Nr.1 muss die ungewohnte Situation erst verarbeiten. Mit großen Mühen und gegen viele Breakbälle kann er die Führung auf 4:2 ausbauen. Der Tscheche kennt keinen Schmerz, verkürzt auf 3:4. Trotz bewundernswürdigen Widerstands des Weltranglistensiebten wird Kohlschreiber immer souveräner und gewinnt den 1.Satz mit 6:3. Teamchef Kohlmann und das deutsche Team springen begeistert von den Bänken auf, das heimische Publikum jubelt.

kohlmann-600

Im zweiten Durchgang versucht der Tscheche – trotz seiner offensichtlichen Verletzung – den Sieg für Tschechien doch noch zu erringen. Bis 5:6 hält er dagegen. Dann wird er gebreakt, weil Kohli einige außergewöhnliche Returnwinner gelingen. Nach Verlust des zweiten Satzes mit 5:7 gibt Tomas Berdych auf.

Philipp Kohlschreiber hat für Deutschland zum 2:2 ausgeglichen. Respekt für seine konzentrierte Leistung in einer ungewöhnlichen Situation. Respekt aber auch vor der Widerstandskraft und dem Teamgeist von Tomas Berdych.

Der erste Teil des Wunders ist in Hannover vollbracht.

Den zweiten Teil des Wunders kann jetzt der 18-jährige Davis Cup-Debütant Alexander Zverev, den die englischsprachige Fachpresse „German Wunderkind“ nennt, im entscheidenden letzten Einzel gegen Lukas Rosol vollbringen. Wenn auf der Welt ein junger Spieler diesem Druck gewachsen ist, dann trauen wir das am meisten den jungen Schlaks aus Hamburg zu.

sascha

Sascha beginnt nach 0:1-Rückstand sein Aufschlagspiel mit einem Ass und beendet es mit einem Ass. Das schafft Zuversicht. Aber auch Rosol spielt fokussiert und aggressiv. Ein Doppelfehler des Hamburgers führt zur 4:2 Führung des Tschechen. Sascha zeigt Zeichen der Unzufriedenheit. Er schimpft, wechselt die Schläger und verliert den 1.Satz mit 2:6.

Im 2.Satz setzt Rosol sein entschlossenes und fehlerloses Spiel fort, erkämpft sich schnell einen 3:0- Vorsprung. Immer wieder punktet er taktisch geschickt mit gelungenen Stopps. Der aktuelle Weltranglisten 58. aus Deutschland erhöht jetzt das Tempo, aber  der Weltranglisten-50. aus der Tschechei gewinnt auch den 2.Satz 6:3.

Im dritten Satz wartet man mit letzter Hoffnung  darauf, dass der ungewöhnliche  „Lauf“ des Tschechen endlich einmal abbricht. Vergeblich: Rosol marschiert weiter. Zverev wirkt gebrochen, ihm unterlaufen ungewöhnlich viele Fehler. Er kassiert zum 1:2 und 1:4 zwei Breaks. Bei 5:1-Führung des Tschechen fängt der 18-jährige Hamburger das dritte Break und verliert den dritten und entscheidenden Durchgang mit 1:6.

Tschechien steht nach dem 3:2-Gewinn in der zweiten Runde der Weltgruppe des Davis Cups, Deutschland muss in die Relegation.

Die Bäume wachsen für Sascha Zverev und die deutschen Herren auch 2016 nicht in den Himmel.