5. März 2016
von admin
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Tschechien geht 2:1 im Davis Cup in Führung!

Im Jahr 2016 haben sich die deutschen Tennisprofis bisher international vielversprechend präsentiert. Neu ist, dass auch unsere Herren sich nachhaltig auf höchstem Niveau geschlagen haben. In der ersten Runde des Davis Cups in Hannover ist dieser Aufschwung von den beiden Einzelspielern am ersten Tag fortgesetzt worden. Philipp Kohlschreiber hat das deutsche Team gegen den Favoriten Tschechien nach hartem Kampf in Führung gebracht, Alexander Zverev hat in einem hochklassigen Marathonmatch gegen den Weltklassespieler Tomas Berdych unter Beweis gestellt, dass er schon mit 18 Jahren sich in der Weltspitze etablieren kann. Nur Nuancen und wenige Punkte hatten gefehlt, um Deutschland sensationell 2:0 in Führung zu bringen.

Am Sonnabend stand das vielleicht vorentscheidende Doppel auf dem Programm. Teamchef Kohlmann hatte den „doppelten Philipp“ –  Petzschner und Kohlschreiber – nominiert.

pet kohl

Für die Tschechen, die in den letzten vier Jahren zwei Mal den wichtigsten Teamwettbewerb des Welttennis gewonnen hatten, trat die erfolgreiche und routinierte Kombination Berdych und Stepanek an. In 17 Davis Cup-Partien hatten die beiden 15 Doppel gewonnen!

„PetKohl“ spielen von der ersten Sekunde an engagiert und konzentriert. „Kohli“ gelingen großartige Returns, „Petsche“ spielt einfach ein hervorragendes Doppel. Trotz einiger Breakpoints verliert kein Spieler im 1.Satz sein Aufschlagspiel. Auch der Tiebreak ist hart umkämpft – das tschechische Duo setzt sich knapp mit 9:7 durch.

be - st

Radek Stepanek agierte als typischer Schlemihl, provozierte permanent Gegner und Publikum. Schon im Einzel von Zverev hatte der Tscheche auf der Bank als „Trashtalker“ ständig versucht, unseren Youngster negativ zu beeinflussen. Diese Rolle spielt er konsequent auch im nächsten Satz des Doppels weiter.

Radek

Unsere „Philipps“ lassen sich davon nicht beeindrucken. Sie unterstützen sich gegenseitig, bieten ein Weltklassedoppel. Bis 5:5 ist das Match total ausgeglichen, dann wird die deutsche Kombination das erste Mal gebreakt und die Tschechen servieren durch zum 7:5-Gewinn des 2. Satzes.

Auch im 3.Satz versucht das deutsche Duo mit allen Kräften das Unmögliche noch möglich zu machen. Das extrem gut eingespielte tschechische Doppel gibt sich aber keine Blöße mehr, gewinnt den dritten Durchgang und bringt Tschechien 2:1 in Führung.

Beim Händeschütteln nach dem Match greift sich Petzschner noch einmal Radek Stepanek und geigt ihm auf Tschechisch seine Meinung über dessen unangebrachtes Auftreten.

Noch hat Deutschland nicht verloren. Wir trauen Sascha Zverev am Sonntag einen Sieg im zweiten Einzel zu. Philipp Kolschreiber könnte im Auftakteinzel über sich hinauswachsen und den großen Favoriten Berdych mit Unterstützung des heimischen Publikums stürzen.

4. März 2016
von admin
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Die deutschen Herren beeindrucken am ersten Tag des Davis Cups – Lisicki verpasst Semifinale knapp.

Das deutsche Davis Cup Team in Hannover und Sabine Lisicki in Kuala Lumpur standen am Freitag im Blickpunkt der deutschen Tennisgemeinde.

Ladies first: Sabine Lisicki ist die deutsche Spitzenspielerin, die aufgrund ihrer  technisch guten Powerschläge über das Potential für den Einzug in die absolute Weltspitze des Damentennis verfügt. Ihre Emotionalität kann an guten Tagen dazu führen, dass sogar eine Serena Williams „älter aussieht, als sie ohnehin schon ist“.  Im Wege stehen der Berlinerin noch eine variationslose Taktik und zahlreiche Kalamitäten, die mit ihrer Sensibilität und einem Privatleben, das den unbedingten sportlichen Leistungserfolg gern einmal dem Glamour der Schickeria opfert, zusammenhängen.

Ihrem lang ersehnten Einzug in das Semifinale eines großen WTA-Turnieres stand bei den „BMW Malaysian Open“ mit Naomi Broady (WTA Nr.96) ein machbares Hindernis entgegen. Die Engländerin gewinnt ihr erstes Servicegame, Bine serviert ein Ass und einen Doppelfehler, gleicht aus und breakt die 26-jährige Britin im dritten Spiel des 1.Satzes. Unsere Aufschlag-Weltrekordlerin serviert anschließend 2 Doppelfehler und kassiert ohne Punktgewinn das Rebreak. Wann kommt Sabine zur Ruhe? Wann kommen wir als Zuschauer zur Ruhe? Wann haben die Kalamitäten in Sabines Matches ein Ende? Es wurde etwas besser im weiteren Verlauf und die Berlinerin servierte bei 5:4 zum Satzgewinn. Um gleich ein Break zum 5:5-Ausgleich hinnehmen zu müssen. Unsere „Calamity Jane“ erreichte den Tiebreak, lag hier schnell 2:5 zurück und gab den ersten Durchgang mit 4:7 im Tiebreak ab. Die Engländerin konnte mit ihrem Aufschlag beeindrucken: Nach dem 1.Satz standen schon 6 Asse bei ihr zu Buche. Sabine servierte 4 Doppelfehler und ein Ass.

Die Weltranglisten-31. aus Berlin spielte im 2.Satz unbeeindruckt auf und sicherte sich den Durchgang souverän mit 6:1.

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In einem Match auf Augenhöhe  schlug  Bine im dritten Satz beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Sie hatte aber ihre Nerven nicht im Griff und  musste sich nach insgesamt 2:17 Stunden Spielzeit doch noch  6:7, 6:1, 5:7 geschlagen geben. Dieses Match war wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle für ihre Anhänger – mit unglücklichem Ausgang.

Die Auslosung hatte in Hannover beim Davis Cup ergeben, dass unsere Nr.1 Philipp Kohlschreiber das erste Match gegen die tschechische Nr.2 Lukas Rosol bestritt. Kohli hatte im 1.Satz noch mit der besonderen Atmosphäre des Davis Cups zu tun, verschlug viele Vorhandschläge und verlor den Satz unter dem lautstarken Jubel der tschechischen Fans  3:6. Dann bekam sich der Augsburger besser in den Griff und gewann mehr und mehr die Oberhand. Der Ansager in der Halle forderte die heimischen Zuschauer zur stärkeren Unterstützung auf. Das half: Kohlschreiber setzte sich im 2.Satz mit 6:3 und im 3.Satz mit 6:4 durch. Eine kurze Phase der Unkonzentriertheit in der Mitte des 4.Satzes des Deutschen nutzte der Tscheche zum 6:2 Gewinn. Die deutsche Nr.1 hielt dann dem enormen Druck im entscheidenden Durchgang bravourös stand. Nach 2:57 Stunden Spielzeit verwandelte der 32 Jahre alte Augsburger seinen ersten Matchball zum hart erkämpften 3:6, 6:3, 6:4, 2:6, 6:2- Pflichtsieg.

kohli

„Das Match war eine Achterbahnfahrt mit Happy End. Zu Beginn war ein kleiner Knoten in meinen Beinen. Zum Glück habe ich mich im fünften Satz konditionell gut gefühlt und auch die Eier gehabt, etwas zu riskieren, wie Olli Kahn gesagt hätte.”, kommentierte Kohlschreiber das erste Einzel der Davis Cup-Partie gegen Tschechien.

Die deutsche 1:0–Führung konnte dem Davis Cup-Debütant Alexander Zverev in dem zweiten Einzel gegen den tschechischen Spitzenspieler Tomas Berdych mehr Sicherheit geben und ihm auch den übermächtigen Druck nehmen. Der 18-jährige Hamburger spielte vom ersten Ball an cool und selbstsicher auf. Er unterlag im ersten Satz dem Weltranglistensiebten aus Tschechien denkbar knapp mit 6:7. Im 2.Satz drehte der lange Schlaks den Spieß um und setzte sich souverän mit 6:1 durch. Das Publikum feuerte Sascha begeistert an. Der Tscheche, der seinen Gegner noch vor Wochen auf der ATP-Tour knapp besiegen konnte, schien beeindruckt. Bewundernswert kaltschnäuzig setzte sich das deutsche Ausnahmetalent auch im 3.Satz mit 6:4 durch.

zverev

Eine Sensation schien sich anzubahnen. Der akkurate und routinierte Berdych gab sich aber nicht geschlagen. Der 4.Satz war ein Match auf Augenhöhe und Weltklasseniveau. Beide Spieler gaben sich keine Blöße. Der Tiebreak entschied den Durchgang. Ein Mini-Break reichte Berdych hier zum 7:4-Erfolg. Der junge Deutsche ließ auch im fünften Satz nicht nach. Er zwang seinen Gegner zu Höchstleistungen. Bis 3:3 gewann Sascha seine Aufschlagspiele deutlich, sein Kontrahent hatte größere Probleme. Dann breakte die tschechische Nr.1 Zverev, baute die Führung auf 5:3 aus. Sascha wehrte einen Matchball ab, verkürzte auf 4:5. Ein Tennisthriller! Tomas Berdych zeigte seine Weltklasse, gewann den 5.Satz und das Match mit 6:4 nach 4 Stunden und 20 Minuten (!) Spielzeit. Tschechien glich damit zum 1:1 aus.

Eine großartige Leistung von Tomas Berdych – aber auch eine bewunderungswürdige Vorstellung unseres Ausnahmetalents!

Nach dem 1.Tag bleibt die Spannung dieses Davis Cup-Achtelfinales der Weltgruppe erhalten.

Der Trainer des Abstiegskandidaten von Hannover 96 hätte seine Bundesliga- Spieler zum Davis Cup in die Tennis- Halle schicken sollen. Dann hätten sie von ihren Tenniskollegen Anschauungsunterricht bekommen, wie man sich bei großen Herausforderungen und schwierigen Aufgaben bewährt.

 

 

2. März 2016
von admin
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Lisicki surft über Wellentäler zum Erfolg!

Sabine Lisicki ist von ihrem Freund Oliver Pocher mit einem DSDS-Sternchen betrogen worden, sie hat sich dann in Australien mit dem Surf- und Trainingspartner Sascha Zverev ganz platonisch getröstet. Diese Klatsch-Meldungen geisterten durch den Boulevard-Blätterwald. Mit großartigen sportlichen Erfolgen hat es die Berlinerin in den letzten Wochen und Monaten nicht geschafft, auf den Titelseiten der Pressorgane zu landen. In Kuala Lumpur tritt Bine bei den „BMW Malaysian Open“ ohne Ex(?)-Freund Pocher auf. Der Surfer ist auch nicht aufgetaucht, der bereitet sich nämlich in Niedersachsen auf den Davis Cup vor, damit das deutsche Tennisteam gegen Tschechien nicht baden geht.

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 Mit ihrem Auftaktsieg in Malaysia hat sie zwar noch nicht für sportliche Furore gesorgt, aber die Hoffnung keimt auf, dass sie sich mit einer Konzentration auf ihren Beruf  bald auch wieder mit Erfolgsmeldungen in den Sportmedien präsentiert.

Den ersten Schritt in diese Richtung  konnte sie am Mittwoch unternehmen. Im Zweitrundenmatch des Turniers in Kuala Lumpur traf  sie auf die Qualifikantin Debora Krejcikova (WTA Nr. 191). Die Herausforderung wurde durch äußere Umstände erschwert: Das erste Match des Tages zwischen der Chinesin Hsieh und der Slowakin Kusova musste vor dem 3.Satz wegen unzumutbarer Hitze unterbrochen werden. Als Bine um 18.30 Uhr Ortszeit auf den Centre Court ging, hatte sich die Temperatur allerdings etwas abgekühlt. Die Aufschlag-Weltrekordlerin hat im ersten Spiel Probleme mit dem ersten Service, geht aber gleich in Führung. Im zweiten Aufschlagspiel Lisickis, nachdem die Tschechin ihr Servicegame ohne Punktverlust gewonnen hatte, serviert sie 2 Doppelfehler, kann aber das Spiel noch gewinnen. Bine wirkt unruhig, nervös und hektisch. Nach 27 Minuten Spielzeit hat sie eine schwache Quote von 33 Prozent beim 1.Aufschlag, hat alle 3 Breakbälle Krejcikovas abwehren können und erkämpft sich nach einem Break den 4:2-Vorsprung. Als ihr Coach Christopher Kas gerade auf- und durchatmen wollte, kassiert sie ein Rebreak, vergibt danach  drei Breakbälle in Folge und lässt nach einem weiteren vergebenen Breakball den 4:4-Ausgleich zu. Trotz eines weiteren Doppelfehlers rettet Bine sich mit ihrem ersten Ass in die 5:4-Führung, gewinnt bei Aufschlag der unerfahrenen Tschechin aber keinen einzigen Punkt. Unser Tennis-Glamour-Girl kann dann anschließend doch noch den chaotischen 1.Satz mit 7:5 gewinnen.

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Wer gehofft hatte, dass dieser Satzgewinn Lisicki Ruhe und Selbstvertrauen geben wird, sah sich im 2.Satz eher bestätigt: Ohne Souveränität und Sicherheit auszustrahlen,  ging sie 5:2 in Führung. Dann vergab die „Calamity Jane des deutschen Tennis“ einen Matchball, konnte bei eigenem Aufschlag auch den zweiten Matchball nicht nutzen, setzte sich aber doch nach 105 Minuten Spielzeit 7:5 und 6:3 durch.

Ihre Fans sollten sich für das Viertelfinalmatch in Malaysia am Freitag sicherheitshalber mit Beta-Blockern ausrüsten.