28. Januar 2016
von admin
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Djokovic besiegt Federer im Semifinale von Melbourne!

Show-Down in Melbourne um 19.30 Uhr Ortszeit: Der überragende Tennisspieler der letzten drei Jahre Novak Djokovic trifft im Semifinale der Australian Open  auf „den weltbesten Tennisspieler aller Zeiten“ Roger Federer. Während der Schweizer Tennisästhet in zahlreichen internationalen Umfragen zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt immer mit zur Spitze zählt, wird weltweit der jeweilige Gegner des Serben, wenn er bei den Turnieren einmal an dem Rand einer Niederlage steht, frenetisch von den Zuschauern zum endgültigen Sieg geschrien. (Meist vergeblich – vielleicht vergessen sie ihm das nicht…)

Nole ist ein überragender Techniker, er ist extrem schnell und gewandt und bewunderungswürdig resilient. Er ist empathisch und sozial: Das gesamte Preisgeld seines Turniergewinns in Rom hatte er spontan für notleidende Katastrophenopfer seines Heimatlandes gespendet.

Der Djoker hat Humor und ist schlagfertig: Auf die (leider nicht!) selten dumme Frage eines Journalisten in Melbourne, ob er merke, dass er in der Umkleide der Herren nicht so beliebt sei, antwortete er: „In der Damen-Umkleide bin ich sehr beliebt, das weiß ich.“

nole body

In seinem Match gegen den Franzosen Simon in Melbourne, bei der er knapp vor einer Niederlage stand, verschlug er zum wiederholten Mal einen Stoppball. Von den Tribünen meldete sich lautstark und entrüstet eine Stimme: „ Höre doch endlich mit deinen verdammten Stoppbällen auf, Djokovic!“  Das Publikum lachte. Nole hob den Zeigefinger, bat damit um Aufmerksamkeit und Ruhe und wandte sich direkt an die Person auf der Tribüne, die ihn so harsch beschimpft hatte: „Du hast recht. Ich werde deinen Rat in Zukunft befolgen. Danke für das Coaching.“

Ach, man kann erzählen, was man will: Der größte Teil der Tennisfans wird trotzdem und alledem Roger Federer einen Sieg über den ewigen Konkurrenten wünschen. Das Problem war bisher nur, dass Roger gegen Nole in den letzten Grand Slam-Begegnungen meist nicht sein bestes Tennis spielte.

Das war zu Beginn der Partie in der Rod Laver-Arena auch nicht anders: Der konzentrierte und entschlossene Serbe breakte den Schweizer früh, ging 3:0 in Führung. Der „Djoker“ hatte im weiteren Verlauf auf alle Schläge des „Fedexpresses“ die bessere Antwort und gewinnt den 1.Satz überraschend deutlich nach nur 22 Minuten Spielzeit 6:1.

Die Dominanz des Weltranglistenersten setzte sich im zweiten Durchgang fort. Er  vergab zwar im ersten Aufschlagspiel seines Gegners einen Breakball, nahm  ihm aber schon im zweiten den Service ab und ging  anschließend 3:1 in Führung. Djokovic spielte weiter phänomenal, gab sich keine Blöße und setzte sich mit 6:2 auch im zweiten Durchgang klar durch.

Federer hatte, ohne eine Miene zu verziehen, den überragenden Auftritt seines Kontrahenten hingenommen, immer wieder verschiedene Versuche unternommen, das Spielgeschehen zu ändern oder sich auf ein ebenbürtiges Niveau zu bringen. Im 3.Satz spielte er unter dem Jubel des Publikums zu Beginn großartig auf, konnte aber vorerst keinen entscheidenden Vorsprung herstellen. Jetzt wurde absolutes Weltklassetennis auf beiden Seiten geboten. Federer gelang bei 3:2 ein Break. Die Arena tobte. Der Schweizer spielte auf höchstem Niveau weiter. Mit Ovationen feierten die Zuschauer seinen 6:3-Satzgewinn.

federer

Bis zum 4:3 für Djokovic ist das Match im vierten Satz auf hohem Niveau ausgeglichen. Dann gelingt es dem Serben den Schweizer zu breaken. Der Widerstand Federers ist gebrochen. Er macht keinen Punkt mehr beim Aufschlagspiel vom Djoker. Der Dominator der ATP ist im Finale der Australian Open und kann den Titel zum sechsten Mal gewinnen.

nole

Auch in der Head to Head Matchbilanz der beiden Konkurrenten ist Nole in Führung gegangen: Jetzt stehen 22 Siegen von Djokovic 21 Niederlagen gegenüber.

 

 

 

28. Januar 2016
von admin
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Angie Kerber kämpft sich in das Finale des Grand Slams in Melbourne!

Die Turnierorganisation in Melbourne macht es den Damen nicht leicht: Einen Tag nach den energiezehrenden Viertelfinalspielen mussten die Sieger wieder in die Rod Laver-Arena, um die Semifinals zu bestreiten. Für unsere Angelique Kerber könnte das ein leichter Nachteil sein: Gegen Viktoria Azarenka hatte sie von allen Semifinalistinnen die weitaus stärkste Gegenwehr erhalten und die längste Zeit auf dem Platz gestanden.

Bevor unsere Spitzenspielerin zu ihrem Halbfinalmatch antrat, musste die topgesetzte Serena Williams gegen die Weltranglistenvierte Agnieszka Radwanska auf den Platz. Die 34-jährige Weltranglistenerste ging bis zum Semifinale durch die Runden der Damenkonkurrenz wie ein scharfes Messer durch Butter. Auch die Polin war im 1.Satz machtlos gegen die Wucht der Schläge der Amerikanerin. Sie verlor 0:6. Im zweiten Durchgang wuchs der Widerstand  Radwanskas, ein Match auf Augenhöhe entwickelte sich. Am Ende hatte natürlich wieder Serena die Nase vorn. Sie erreichte das Finale des Grand Slams mit einem 6:4-Sieg im 2.Satz.

TENNIS-AUS-OPEN

Im Anschluss an dieses erste Semifinale der Damen bei den Australian Open wurde in der Partie zwischen der an 7-gesetzten Angelique Kerber und der ungesetzten Johanna Konta die Finalgegnerin von Serena Williams ausgespielt. Die Kielerin ging passiver in diese Begegnung als gegen Azarenka. Die englische Außenseiterin begann aber nervös, ihr unterliefen anfangs noch viele Fehler und sie geriet gleich 0:3 in Rückstand. Konta fand sich dann besser in der ungewohnten Atmosphäre zurecht, machte Druck, gewann 4 Spiele in Folge und übernahm die Führung. Der Deutschen gelangen nur wenige Gewinnschläge und sie bekam selten Länge in ihre Vor- und Rückhand. Sie glich aus, verlor aber das Spiel zum 4:5, kämpfte sich glücklich zur 6:5-Führung und servierte zum Satzgewinn. Die Britin produzierte gleich drei Fehler. Angie spielte im anschließenden Ballwechsel einen gefühlvollen Stopp und verwandelte mit einem Vorhand longline ihren ersten Satzball zum 7:5. Die Tür zum Finale öffnete sich weiter.

angelique-kerber

Trotz des Gewinns wirkte unsere Spitzenspielerin im ersten Satz doch sehr angespannt.

Im zweiten Durchgang erhöhte sich die Fehlerquote bei der Engländerin. Angie bekam mehr Länge in ihre Schläge und sie ging schnell 4:1 in Führung. Das Gesicht ihres Coaches Torben Beltz entspannte sich. Bei 5:2 schlug die Kielerin zum Matchgewinn auf. Bei 40:30 zitterte sie einen zweiten Aufschlag in das Feld,  Konta verschlug den Return  weit.  Angie jubelte erleichtert und überglücklich auf, warf den Schläger weg und hatte zum ersten Mal in ihrer erfolgreichen Karriere das Finale eines Grand Slams erreicht!

Ein großartiger Erfolg, der dem deutschen Tennis sehr gut tut.

Von dem Highlight in der Herrenkonkurrenz, dem Semifinal- Duell Federer gegen Djokovic in der Night-Session, werden wir zeitnah ausführlicher berichten.

 

27. Januar 2016
von admin
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Angie Kerber gelingt die “Mission Impossible”!

Die deutschen Frauen haben bei dem ersten Grand Slam des neuen Jahres vorbildliche Leistungen gezeigt. Unsere Spitzenspielerin Angelique Kerber stand am Mittwoch der zweiten Turnierwoche in der Rod Laver- Arena auf dem Platz, um den Jahresauftakt mit einem Semifinaleinzug zu krönen. Mit dem erstmaligen Einzug in ein Viertelfinale der Australian Open gibt sich   Angelique Kerber noch nicht zufrieden. “Die Reise ist noch nicht zu Ende”, sagte Kerber nach ihrem klaren Sieg im deutschen Tennis-Achtelfinal-Duell mit Annika Beck. “Ich hoffe, dass ich hier noch ein paar Matches habe.” Dann fügte sie selbstkritisch hinzu: “Ich weiß, dass ich mich steigern muss”.

Der Grund für diese Einsicht ist offensichtlich: Alle 6 Begegnungen mit ihrer „Angstgegnerin“ Viktoria Azarenka auf der WTA-Tour hatte sie bisher verloren. Die letzte Partie vor 3 Wochen: Im Finale von Brisbane gewann Azarenka  klar in zwei Sätzen. So what. Angie wird sie irgendwann einmal schlagen. Warum nicht heute?

Um 11h Ortszeit trat die Kielerin in das – für einen Aufschwung des deutschen Tennis richtungsweisendem – Match in der Rod Laver-Arena an. Angie hatte nicht zu viel versprochen. Sie geht konzentriert und aggressiv in die „Mission Impossible“, agiert gleich auf absolut höchsten Niveau und erspielt sich mit einigen tollen Schlägen sogar eine 4:0- Führung. Die  Weißrussin kämpft sich in das Spiel zurück, gewinnt drei Spiele in Folge, verkürzt auf 3:4. Ein Kampf auf des Messers Schneide. Das Momentum dreht sich wieder. Die Deutsche gewinnt einige brutal harte Ballwechsel und den 1.Satz mit 6:3.

angie-kerber

Der unerbittliche Fight setzt sich im 2.Satz fort. Die Kielerin lässt um Nuancen nach – sofort geht die Weißrussin 2:0 in Führung. Angie kämpft sich wieder auf ihr höchstes Niveau zurück, die Weißrussin gibt die Oberhand bis 5:2 nicht ab. Die deutsche Nr.1 wehrt drei Satzbälle in Folge ab, verkürzt auf 4:5. Sie wehrt dann im nächsten Spiel zwei weitere Satzbälle ab, gleicht zum 5:5 aus, geht  sogar 6:5 in Führung. Im anschließenden Aufschlagspiel Azarenkas verwandelt Angie den ersten Matchball und die 28-Jährige zieht zum ersten Mal in ihrer Karriere in das Semifinale der Australian Open ein. Die „Mission Impossible“ ist gelungen!

Eine bravouröse Vorstellung! 16 Winner hat die Kielerin mit der Vorhand geschlagen. Diese Waffe und der stark verbesserte Aufschlag waren ausschlaggebend für den Triumph. Gute Arbeit, Torben und Angie!

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Angelique Kerber hat ihre Angstgegnerin besiegt. Die Tür zum ersten Grand Slam-Finale in ihrer Tennislaufbahn ist offen.

Im Anschluss an dieses Tennis-Drama kam es zum Duell der Außenseiterinnen zwischen der 28-jährigen Chinesin Shuai Zhang (aktuelle WTA Nr. 133!) und der ebenfalls ungesetzten 24-jährigen Engländerin Johanna Konta (WTA Nr.48). Die Britin machten dem Siegeszug der Chinesin (von der Qualifikation bis in das Viertelfinale!) ein Ende und wird durch ihren 6:4, 6:1-Sieg am Donnerstag die Halbfinalgegnerin von Angie Kerber sein.

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Nachmittags versuchten der an 2-gesetzte Andy Murray und der an 8-gesetzte David Ferrer nach Djokovic und Federer das Semifinale zu erreichen. Schon vor dem Match war klar, dass dieser Clash ein zähes Ringen werden würde. Der favorisierte Murray gewann den ersten Satz 6:3, verlor den 2.Satz nach einigen vergebenen Chancen im Tiebreak mit 5:7. Der Schotte quittierte in diesem Durchgang seine Fehler weniger mit üblichem Jammern und Zetern, sondern immer mehr mit selbstironischem Grinsen. Die Gesten der kritischen Selbstironie wurde seltener:  Der Brite errang Schritt für Schritt die absolute  Dominanz, gewann den 3.Satz mit 6:2 und den 4.Satz mit 6:3.

Der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage war der überragende Aufschlag des Weltranglistenzweiten.

Großbritannien hat zwei Repräsentanten im Semifinale des Grand Slams, Das hat es ganz bestimmt seit fast einem halben Jahrhundert nicht mehr gegeben!

Den letzten freien Platz im Semifinale und den Gegner von Andy Murray spielten in der Night-Session der an 13-gesetzte Milos Raonic und der an 23-gesetzte Gael Monfils aus. Der Kanadier hat den Spanier Carlos Moya in sein Betreuungsteam neu aufgenommen und spielte bisher im Jahre 2016 „Großes Tennis“. Sein Finalsieg gegen Federer in Brisbane hat ihm weiteres Selbstvertrauen gegeben. Das bekam auch der Franzose Monfils bei seiner 3:6, 6:3, 3:6 und 4:6- Niederlage zu spüren.