26. Januar 2016
von admin
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Federer,Djokovic,Williams und Radwanska stehen im Semifinale der Australian Open!

Die Dummheit und Verantwortungslosigkeit scheint bei einigen Tennisprofis keine Grenzen zu kennen: Während der Australian Open 2016 soll es  neue Wett-Manipulationen gegeben haben!

Nach Informationen der seriösen „New York Times“ waren auf einen Sieg der Mixed-Paarung Andrea Hlavackova/Lukasz Kubot (Tschechien/Polen) im Erstrundenmatch gegen das spanische Duo Lara Arruabarrena/David Marrero auffällig hohe Geldbeträge eingesetzt worden. Der Online-Wettanbieter Pinnacle Sports hatte daraufhin die Partie von seiner Liste genommen. Hlavackova und Kubot gewannen mit 6:0, 6:3.

Die ITF und die  „Task Force Integrity  Unit“ haben  diese skandalöse Meldung bisher noch nicht bestätigt. Wenden wir uns also besser erst einmal von dem Dschungel des Wettmarktes und dem Vertuschen der Tennisverbände ab und dem sportlichen Geschehen bei den Australian Open zu:

Am Dienstag wurden in Melbourne die Viertelfinalspiele der oberen Tableau-Hälfte der Damen und der Herren in der Einzelkonkurrenz ausgetragen.

Ladies First: Am Vormittag um 11h Ortszeit traten die an 4-gesetzte Agniezka Radwanska und die an 10-gesetzte Carla Suarez-Navarro in der Rod Laver-Arena gegeneinander an, um das Semifinale zu erreichen. Die in den Umfragen zur beliebtesten Spielerin auf der Tour gekürte Polin machte kurzen Prozess mit der Spanierin und gewann nach 80 Minuten Spielzeit 6:1 und 6:3.

Agnieszka-Radwanska

Anschließend kam es zum WTA-Klassiker  in der Begegnung der topgesetzten Serena Williams mit der an 5-gesetzten Maria Sharapova. Beide „Drama-Queens“ haben schon alle vier Grand Slam-Titel in ihrer Karriere gewonnen. In den vorangegangenen Begegnungen hatte die Amerikanerin 18 Siege errungen – die Russin konnte über die Jahrzehnte nur 2 Erfolge verbuchen. Die 28-jährige Sharapova machte vom ersten Schlag an Druck.  Serena Williams begann sehr angespannt, drosch die Bälle mehrere Meter in das Aus, verlor gleich die ersten beiden Spiele. Dann kam sie in das Match, gewann drei Games in Folge und sicherte sich in einer umkämpften Partie auf Augenhöhe nach 55 Minuten Spielzeit den 1.Satz mit 6:4. Im 2.Satz war die russische Tennisdiva gegen die energiegeladene  Power der Weltranglistenersten  machtlos und musste sich 1:6 geschlagen geben. Serena kommentierte ihren Einzug in das Semifinale kurz und knapp: „Wenn ich gegen Maria spiele, weiß ich automatisch, dass ich mein Spiel eine Stufe höher schrauben muss. Ich glaube, dass lässt mich besser spielen.“

2013 US Open - Day 14

Nach diesem  Duell der Damen gingen der an 3-gesetzte Roger Federer und der an 5-gesetzte Tomas Berdych auf den Court der Rod Laver-Arena. In der Head to Head-Bilanz führte Federer vor dem Match mit 15:6 Erfolgen. Der Schweizer hatte bisher in Australiens Metropole mit großartigem Tennis überzeugt. Im 1.Satz leistete der Tscheche starke Gegenwehr. Erst im Tiebreak konnte sich Roger 7:4 durchsetzen. Im 2.Satz dominierte und kontrollierte er das Match  und gewann  souverän 6:2. Im 3.Satz wurde der Widerstand Berdychs  bis zum Spielstand von 4:4 wieder größer. Dann gelang Federer ein Break, er servierte zum 6:4-Satzgewinn durch und zog in das Semifinale der Australian Open ein, ohne bisher einen einzigen Satz in Melbourne abgegeben zu haben.

roger

In der Night-Session wurde sein Semifinalgegner in der Partie zwischen  Novak Djokovic und dem an 7-gesetzte Kei Nishikori ermittelt.

Der Japaner begann konzentriert und aggressiv. Bis Mitte des 1.Satzes hält er ebenbürtig mit, dann riss der Faden in seinem Spiel. Er verlor 10 (!) Punkte in Folge und kurze Zeit später den ersten Satz 3:6. Im 2.Satz fand er erst am Ende  zur Normalform zurück – der Djoker gewann – ohne sich zu verausgaben – 6:2. In den 3.Satz ging Nishikori mit zwei inzwischen neubespannten Schlägern. Damit wurde es besser, aber es langte nicht für eine Wende. Mit 6:4 im dritten Durchgang siegte Novak Djokovic. Für das legendäre Semifinale gegen Roger Federer hat der Serbe Energien sparen können.

25. Januar 2016
von admin
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Angie Kerber erreicht das Viertelfinale in Melbourne!

Am Montag kam es im Achtelfinale der Damenkonkurrenz der Australian Open zu einem rein deutschen Duell. Bevor wir auf dieses Highlight näher eingehen, müssen wir eine besondere Vorstellung in der Night-Session des Vortages noch nachtragen: Da spielte die Tennislegende Roger Federer in der Rod Laver-Arena gegen den ATP-Aufsteiger David Goffin. Der Weltranglisten-Fünfzehnte  gehört international längst zu den großen Könnern. Roger zelebrierte dann in dem Match ein Tennis, das den Belgier wie einen Lehrling aussehen ließ. Mitleidslos stoppte, lobbte, vollierte und schoss der 34-jährige Schweizer seinen mit offenem Mund staunenden 24-jährigen  Kontrahenten nach 65 Minuten Spielzeit 6:2, 6:1 und 6:4 vom Platz. Das Publikum feierte Roger – und bedauerte, dass diese magische Tennisshow so schnell vorüberging.

federer

Mit etwas bescheideneren Ansprüchen warteten wir gespannt auf die deutsche Begegnung zwischen Angelique Kerber und Annika Beck, die am Montag-Vormittag um 11h Ortszeit in der ehrwürdigen Rod Laver-Arena stattfand. Die 21-jährige Annika Beck startete mit einem Doppelfehler in das Match, wurde gleich im ersten Spiel gebreakt. Zeigte sie Nervosität angesichts der ungewohnten Atmosphäre? Angie Kerber spielte ruhig und fehlerlos, ging 2:0 in Führung. Die Gießenerin steigert sich im weiteren Verlauf. Die Kielerin versuchte das Tempo zu verschärfen, verschlug einige Bälle in vorteilshaften Situationen und musste den 2:2-Ausgleich hinnehmen. Sie gewann – ohne voll zu überzeugen -  aber wieder die Oberhand und setzt sich mit 6:4 im 1.Satz durch.

angie

Im zweiten Durchgang spielte die aktuelle Weltranglistensechste aus Schleswig-Holstein etwas befreiter auf, ging schnell 3:0 in Führung. Jetzt gelangen ihr auch zahlreiche Gewinnschläge, sie gab kein Spiel mehr ab und zog mit 6:0 im 2.Satz in das Viertelfinale der Australian Open ein.

Annika Beck hat trotzdem ein großartiges Turnier gespielt. Nach dem Grand Slam wird sie ihre aktuelle Weltranglistenposition Nr.55 mit einem großen Schritt verbessern.

Im Anschluss an die interne deutsche Begegnung ging die an 14-gesetzte Weißrussin Viktoria Azarenka gegen die Tschechin Barbora Strycova (WTA Nr.48) auf den Court in der Rod Laver-Arena. Azarenka gewann die Partie souverän mit 6:2 und 6:4 und trifft am Dienstag im Viertelfinale auf Angie Kerber. Die Weißrussin ist übrigens der absolute Angstgegner der Kielerin auf der WTA-Tour – gegen keine andere Spielerin hat sie eine schlechtere Matchbilanz. 6 Niederlagen steht kein einziger Sieg gegenüber!

Ein Franzose hat nach dem Ausscheiden Simons und Tsongas doch noch das Viertelfinale der Herrenkonkurrenz erreicht. Der an 23-gesetzte Gael Monfils beendete den Siegeszug des ungesetzten Russen Kuznetzov mit 7:5, 3:6, 6:3 und 7:6.

Monfils-tennis

Der an 4-gesetzte Stan Wawrinka ist ausgeschieden. In einem fast vierstündigen Tenniskrimi unterlag der Stan the Man dem an 14-gesetzten Kanadier Milos Raonic 4:6, 3:6, 7:5, 6:4, 3:6. Raonic tritt zu Beginn des Jahres 2016 in brillanter Form auf. Vor 2 Wochen hatte er auch Wawrinkas Landsmann Roger Federer im Finale des Turniers von Brisbane bezwingen können. Der Kanadier wird von immer mehr Insidern als Geheimfavorit für den Titel in Melbourne gehandelt.

Nachtrag:

Sogar „Down Under“  gewinnt David gegen Goliath: Der an 8-gesetzte Spanier Ferrer besiegte den US-Riesen John Isner in der Night-Session mit 6:4, 6:4, 7:5.

Australiens letzter Vertreter in der Herrenkonkurrenz ist jetzt auch in Melbourne ausgeschieden: Der an 2-gesetzte Andy Murray zog souverän mit einem 6:4, 6:4, 7:6 – Sieg über den an 16-gesetzten Bernard Tomic in das Viertelfinale ein.

Eine britische Tennis-Lady eifert dem Schotten nach: die ungesetzte Johanna Konta (WTA Nr.47) erreichte in einem Tenniskrimi gegen die an 21-gesetzte Russin Makarova mit 4:6, 6:4 und 8:6 auch das Viertelfinale!

 

24. Januar 2016
von admin
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Anna-Lena Friedsam stand kurz vor dem Triumph!

In „Down Under“ ist alles anders. Bei den Australian Open hat die traditionsreiche Tennisnation nach dem Ausscheiden von Kyrgios, Hewitt und Stosur nur noch zwei Teilnehmer (Gavrilova und Tomic) in den Einzel-Konkurrenzen im Rennen.  Lleyton Hewitt ist an der Seite von Sam Groth  noch im Doppel vertreten. Als der ehemalige Wimbledonsieger in der Hisense Arena gegen die an 8-gesetzten Kontinen und Peers antrat, war die Hütte voll. Begeistert wurde jeder Punkt des australischen Doppels gefeiert. Als die Aussies sich im dritten Satz durchgesetzt und das Achtelfinale erreicht hatten, brach im Publikum ein minutenlanger Jubel aus – als wenn Lleyton, der zukünftige Davis Cup Coach der Aussies,  gerade das Finaleinzel gewonnen hätte.

Ana Ivanovic hat einiges in dieser Woche in Melbourne durchzustehen. In ihrem Zweitrundeneinzel musste sie betroffen mit ansehen, wie eine Zuschauerin aus großer Höhe die Tribünentreppen herunterstürzte und sich lebensgefährlich verletzte. Die Partie wurde 30 Minuten unterbrochen.

 

ana u. basti

Auch ihr Drittrundenmatch erlitt eine tragische Unterbrechung. Ihr Coach Nigel Sears, der Schwiegervater von Andy Murray, wurde während des Matches nach einem Kreislaufzusammenbruch aus der Margaret Court Arena getragen. Als die Nachricht durchgegeben wurde, dass er außer Lebensgefahr sei, nahm die Serbin – bei 6:4 und 1:0-Führung im 2.Satz –  das Match gegen Madison Keys nach 25 Minuten Pause wieder auf. Kein Wunder, dass sie anschließend in drei Sätzen unterlag.

Am Sonntag bestritt von den erfolgreichen deutschen Frauen nur Anna Lena Friedsam ihr Achtelfinalmatch. Der Einzug von drei deutschen Spielerinnen in die vierte Runde des Grand Slams ist übrigens der größte Erfolg seit 28 Jahren. 1988 hatten Steffi Graf, Claudia Kohde und Sylvia Hanika diese großartige Leistung vollbracht.

Die 21-jährige Anna-Lena Friedsam hat in Melbourne das beste Turnier ihrer Karriere gespielt. Der Einzug in das Achtelfinale von Melbourne ist ein großartiger Erfolg. Gegen die an 4-gesetzte Agniezka Radwanska konnten eigentlich nur manische Optimisten einen weiteren Sieg erwarten.

Friedsam

Die 21-jährige aus Neuwied ging völlig unbekümmert und entschlossen in die Partie und führte sogar gleich 2:0 und 4:1. Die clever spielende Polin geriet unter unerwarteten Druck, kämpfte sich in das Match, zwang ihre Gegnerin zu noch mehr Aggressivität und Fehlern, ging 5:4 in Führung. Friedsam hielt mit tollen Schlägen tapfer dagegen, glich auf 5:5 aus. Den dramatischen und hochklassigen Tiebreak gewinnt die junge Deutsche sensationell mit 8:6. Im 2.Satz gewinnt ihre Gegnerin aus Polen wieder die Oberhand setzt sich klar 6:1 durch. Wer jetzt einen deutlichen Sieg Radwanskas im entscheidenden Durchgang erwartet, sieht sich getäuscht. Anna-Lena spielt wieder großartig auf, geht 5:2 in Führung. Die deutsche Meisterin steht kurz vor dem internationalen Triumph! Die polnische Weltranglistenvierte gibt sich aber nicht geschlagen, kämpft unermüdlich, gewinnt fünf Spiele in Folge und schlägt  in einem Tenniskrimi Anna-Lena Friedsam mit 7:5 im 3.Satz. Eine tolle – wenn auch tragische – Leistung unserer Tennishoffnung aus Neuwied.

 Ohne Probleme ist Serena Williams in das Viertelfinale eingezogen: Margarita Gasparian (WTA Nr.64) hatte bei ihrer 2:6, 1:6-Niederlage gegen die Weltranglistenerste nicht den Hauch einer Siegchance.

Die an 5-gesetzte Maria Sharapova bereitete den Ambitionen des  Ausnahmetalentes  Belinda Bencic ein jähes Ende. Die Russin setzte sich knapp aber souverän mit 7:5 und 7:5 gegen die Schweizerin durch.

Bei den Herren konnte sich der an 7-gesetzte Kei Nishikori überraschend deutlich gegen den 9-gesetzten Jo-Wilfried Tsonga behaupten: Mit einem  6:4, 6:2, 6:4-Sieg über den Franzosen zog der Japaner in das Viertelfinale der Australian Open ein.

Coach Boris Becker kaute nervös an den Fingernägeln, weil sein Schützling Novak Djokovic gegen den an 14-gesetzten Gilles Simon große Probleme hatte. Nach fast drei Stunden Spielzeit war der Weltranglistenerste glücklich gegen den fehlerlos agierenden Franzosen mit 6:3, 6:7 und 6:4 in Führung gegangen. Boris konnte nicht aufatmen, weil der Serbe trotz Abwehr dreier Satzbälle den vierten Durchgang an die Gummiwand aus Neuchatel abgeben musste. Das begeisterte Publikum witterte eine Sensation. Der Djoker ist resilient. Er rettet sich mit 6:3 im 5.Satz nach viereinhalb Stunden Spielzeit doch noch in das Viertelfinale.

Novak Djokovic celebrates

Auch der an 6-gesetzte Tomas Berdych hatte große Schwierigkeiten in seinem Viertelfinalmatch gegen Roberto Bautista Agut, konnte sich aber am Ende in einem 5-Satzmatch auch für das Viertelfinale qualifizieren.