3. Januar 2016
von admin
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Erste deutsche Tenniserfolge im Jahr 2016!

Endlich geht es wieder los: unsere Tennisstars treten zu Beginn des Jahres wieder bei den großen Turnieren an, um das deutsche Tennis – hoffentlich erfolgreich – zu präsentieren. Auf dem fünften Kontinent, bei den  Brisbane Internationals, sind unsere beiden Spitzenspielerinnen Angie Kerber und Andrea Petkovic  im Hauptfeld des mit 885500 Dollar Preisgeld dotierten Turniers zu finden.

Außer unseren beiden Repräsentanten haben auch die Weltranglistenzweite Simona Halep, die Weltranglistendritte Garbine Muguruza und die Weltranglistenvierte Maria Sharapova sich auf den Weg an die nördliche Ostküste Australiens gemacht, um sich zu akklimatisieren und ihr Selbstvertrauen für das Grand Slam-Turnier, das in wenigen Wochen in Melbourne beginnt, zu stärken.

An Position 4 ist Angelique Kerber in Brisbane gesetzt. In ihrem Erstrundenmatch spielt sie am Montag  gegen eine „gute alte Bekannte“: Camila Giorgi, die aktuelle Nr.35 der Weltrangliste aus Italien.

Mit etwas Bangen sah man am Sonntag dem Auftaktspiel von Andrea Petkovic (WTA Nr.24) entgegen. Hatte die Darmstädterin sich von ihrer „depressiven Verstimmung“ erholt? Zu Beginn ihrer Begegnung mit Teliana Pereira (WTA Nr.46), der 28-jährigen Brasilianerin, kam die deutsche „Spätstarterin“ gleich gut in das Match. Sie gewann den 1.Satz überlegen mit 6:1. Auch im 2.Satz dominierte sie souverän, setzte sich mit 6:2 durch und erreichte das Achtelfinale. Hier trifft sie voraussichtlich auf Maria Sharapova.

andrea-petkovic

Der Sieg in der neuen Saison nach der Krise am Ende des vergangenen Jahrs ist ein wichtiger und positiver erster Schritt für die Darmstädterin. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner freute sich über den Erfolg, dämpfte aber voreilige Erwartungen: „ Man muss abwarten wie weit Petko vor allem mental wieder ist”.

Tobias Kamke hat sich für das Hauptfeld der Herrenkonkurrenz in Brisbane qualifiziert. In der 1.Runde wird er gegen den Australier Mitchell antreten, der vom Veranstalter eine Wildcard erhalten hat. Bei einem Sieg des Lübeckers hat er die Ehre, sich in der 2.Runde mit dem topgesetzten Roger Federer messen zu können.

Bei den Quatar Open in Doha hat sich Benjamin Beckermit einem 5:7, 7:5, 7:5-Sieg über Michael Berrer einen Platz im Hauptfeld gesichert. In der 1.Runde muss er gegen den Argentinier Leonardo Mayer antreten.

benni

Dustin Brown hat ein undankbares Erstrundenlos: er trifft in seinem Auftaktmatch in Doha auf den Weltranglistenersten Novak Djokovic.

In Indien vertritt Jan Lennard Struff (ATP Nr.107)bei den Chennai Open die deutschen Farben. Gegen den Italiener Vanni (ATP Nr.106) hat er gute Aussichten,  die 2.Runde des Turniers zu erreichen.

Nur eine weitere Deutsche hat sich früh auf den Weg gemacht, um sich auf der WTA-Tour mit der Weltspitze vor dem Grand Slam in Melbourne zu messen. Die frischgebackene deutsche Meisterin, Anna- Lena Friedsam(WTA Nr. 95), startet in der kommenden Woche in China bei den „Shenzhen Open“ im Hauptfeld. Ihr erstes Match im neuen Jahr wird sie gegen die Serbin Bojana Jovanovski (WTA Nr.79) bestreiten.

Sabine Lisicki und Alexander Zverev sammeln erste Erfahrungen im Mannschaftswettbewerb auf dem fünften Kontinent. Sie vertreten in diesen Tagen Deutschland beim Hopman-Cup in Perth. In ihrem ersten Gruppenspiel unterlagen sie Gastgeber Australien 0:3. Sabine Lisicki gab sich überraschend deutlich Daria Gavrilova mit 2:6 und 2:6 geschlagen. Die Berlinerin wirkte bei ihrem ersten Auftritt nach der langwierigen Knieverletzung noch stark verunsichert.

Der Hamburger Zverev konnte in seinem Einzel hingegen überzeugen. Sascha lieferte Nick Kyrgios einen harten Kampf auf Augenhöhe. Denkbar knapp konnte sich das „enfant terrible“ aus „Down Under“ am Ende 4:6, 6:1 und 6:4 vor heimischem Publikum durchsetzen.

sascha

Auch im Mixed-Doppel unterlagen die beiden Deutschen knapp in drei Sätzen.

Die ersten Auftritte unserer deutschen Repräsentanten sind noch nicht aussagekräftig. Die kommende Woche wird richtungsweisende Hinweise liefern.

1. Januar 2016
von admin
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Dem deutschen Tennis fehlt eine umfassende Strategie!

In den zahlreichen Rückblicken auf das vergangene Jahr wurde immer wieder geäußert, dass der deutschen Politik eine klare Strategie fehlt.

Ob diese Aussage berechtigt ist, können wir nicht entscheiden. Ganz sicher sind wir uns, dass eine klare Strategie im deutschen Tennis fehlt.

strategie

Viele interessante Initiativen wurden entwickelt — bewirkten aber weniger als erwartet, weil sie nicht in ein Gesamtkonzept integriert waren, unzureichend mit anderen Projekten vernetzt wurden oder ganz einfach nicht alle relevanten Faktoren berücksichtigt wurden.

Aus den letzten Monaten fallen uns dazu spontan die Probleme des neuen Ranglistensystems ein und wir erinnern uns an die Farce um die Aufstellung des Davis Cup-Teams vor der Relegation. Mit den kurzfristigen Absagen der Topgesetzten bei den Deutschen Meisterschaften vor einigen Wochen wollen wir die Aufzählung abkürzend beenden.

In England, dem Mutterland des weißen Sports, hat man vor mehr als 15 Jahren ein Gesamtkonzept für das britische Tennis erstellt. Das war dringend nötig, weil  sich Tennis in Großbritannien seit Jahrzehnten in einer tiefen Krise befand.

Die englischen Verantwortlichen verbanden den Breitensport mit dem Leistungssport, von den Jüngsten bis zum Profisport wurden ineinander greifende Konzepte entwickelt, da saßen Organisatoren, Turnierveranstalter, Sponsoren und Marketingexperten an einem Tisch.

Als Ausrichter des prestigeträchtigen Wimbledonturniers hatte der englische Verband auch richtig viel Geld in den Kassen. Das war „ein Pfund, mit dem man wuchern“ konnte.

Die neue Strategie führte Schritt für Schritt zu Erfolgen: Endlich stellte die Insel wieder einen Wimbledonsieger,  Ende des Jahres 2015  gewann Großbritannien nach fast einem Jahrhundert wieder den Davis Cup!

dc brit

Dem deutschen Tennis könnte eine Task Force helfen. In dieser Gruppe sollten sich die fähigsten Vertreter aus dem Spitzensport, aus der Systemtheorie, profilierte Sportwissenschaftler sowie erfahrene Marketingexperten, Unternehmensberater und Kommunikationswissenschaftler zusammenfinden, um gemeinsam eine umfassende Strategie zu entwickeln, in der die einzelnen Räder ineinander greifen, um zukünftige Erfolge zu sichern.

team

Deutschland hat in allen diesen Disziplinen überragende Fachleute.

Es ist Aufgabe der DTB-Führung dieses Potential zu nutzen.

dtb

Das ist nicht leicht.

Das ist in der Vergangenheit noch nie gelungen.

Das ist aber dringend nötig, wenn wir in Zukunft mit der internationalen Konkurrenz mithalten wollen.

27. Dezember 2015
von admin
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Heile Welt des Profitennis?

Andrea Petkovic war nach langer Auszeit wieder in die Weltspitze der WTA zurückgekehrt. 2014 hatte sie sogar den Durchbruch in die Top Ten der Weltrangliste geschafft. Mit dem deutschen Fed Cup-Team feierte sie aufsehenerregende Erfolge, stieß bis in das Finale des Wettbewerbs vor.

petkovic

In den Medien war sie im Jahr 2015 präsent wie kaum eine andere Spielerin seit Steffi Graf: Petko trat in Talkshows auf, ließ sich in eleganter Garderobe auf den Partys der „High Society“ sehen und spielte Losfee bei der Auslosung der DFB-Pokalrunde.

glamour

Ein Leben im Glamour. Eine rauschafte Existenz auf der Überholspur. So wie sich das Ballmädchen im Tennisverein die Karriere als Tennisprofi erträumt.
Die Wirklichkeit ist anders.
Vor Tagen hat die Darmstädterin in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst den Vorhang hinter dem schönen Schein gelüftet: „Es war in den letzten fünf Monaten einfach so, dass ich meine Lebensfreude verloren hatte. Ich konnte mich nicht mehr aufraffen, rauszugehen und Sachen zu unternehmen”, gestand die aktuelle Weltranglisten-24. dem SID.

andrea

Bevor ihr Geständnis für negatives Aufsehen in den Medien sorgen könnte, relativierte sie gleich ihren psychischen Zustand in der Schlussphase der Saison und betont, dass sie keineswegs schwer depressiv gewesen sei: „Es gibt einen Begriff in der Psychologie: Depressive Verstimmung. Damit konnte ich mich so einigermaßen identifizieren.”
Wie stabil sie sich jetzt wieder mental fühlt, kann die 28-Jährige noch nicht genau einschätzen. Nach drei Wochen Training sei zwar der Spaß am Tennis zurück. „Aber jetzt kommt natürlich die Frage, was passiert, wenn in den Matches der Druck dazukommt, wenn Stress-Situationen entstehen. Aber ich glaube, dass mir diesbezüglich auch die Olympischen Spiele 2016 am Horizont ganz gut helfen”, macht sich die French-Open-Halbfinalistin von 2014 Hoffnungen für die kommende Saison.

Andrea-

Für das deutsche Tennis wäre die zurückgewonnene mentale Stärke der außergewöhnlichen Kämpferin Petkovic von großer Bedeutung.
Auch damit wir ungestört weiter von der heilen Welt des Spitzentennis träumen können.