17. November 2015
von admin
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Federer besiegt Djokovic!

Nach der ersten Runde der Gruppenspiele bei den ATP Finals in London haben sich die Favoriten herauskristallisiert. Da thront wieder in der englischen Hauptstadt Novak  Djokovic über allen Konkurrenten. Roger Federer und Andy Murray spielten in der O2-Arena auch vielversprechend  auf und setzten Signale, dass sie dem Serben die Titelverteidigung streitig machen könnten.

Am dritten Tag des Saisonabschlussturniers war die zweite Spielrunde in der Stan Smith-Gruppe angesetzt. Für alle jungen Tennisfans: Der Amerikaner Stan Smith war der erste Profi, der die ATP World Tour Finals im Jahr 1970  gewinnen konnte.

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Der Rumäne Ilie Nastase, der der zweiten Gruppe den Namen gegeben hat, gewann das prestigereiche Turnier drei Mal nacheinander von 1971 bis 1973 und holte sich 1975 den Titel ein viertes Mal.

Von den acht besten Spielern der Saison, die in diesem Jahr in London antreten, haben nur zwei bisher die Finals gewonnen: Novak Djokovic vier Mal, Roger Federer sogar sechs Mal. In den letzten drei Jahren hatte sich immer der Serbe durchgesetzt. Die Auslosung hatte  jetzt ergeben, dass die beiden Champions in der gleichen Gruppe spielen und am Dienstag zur ersten Schlacht gegeneinander antraten. „Unsere Partien entwickeln sich immer so,  dass beide gezwungen sind, ihr  bestes Tennis zu spielen.“´, charakterisierte Djokovic die Qualität ihrer Begegnungen. Das Publikum in der ausverkauften O2-Arena konnte sich auf ein hochklassiges Match freuen.

Bevor es zu diesem Duell kam, trafen die Verlierer der ersten Spielrunde der Stan Smith-Gruppe, Kei Nishikori und Tomas Berdych, aufeinander. Der Angriff des Japaners auf die absolute Spitze im Welttennis ist den letzten Monaten – auch wegen einiger Verletzungen – „ins Stocken gekommen“. Der Tscheche hat in der nahen Vergangenheit wieder zu seiner außerordentlichen Solidität zurückgefunden. Ihm fehlt aber wohl doch ein Schuss Genialität, um sich bei den bedeutendsten ATP-Turnieren den Titel zu holen.

Das Match bot dann von Anfang an beeindruckende Grundlinienduelle auf ebenbürtigem Niveau. Bis 5:5 brachten beide Kontrahenten ihre Aufschlagspiele durch – Berdych musste bis dahin schon 4 Breakbälle abwehren. Dann gelingt Nishikori endlich ein Break, er gewinnt sein Aufschlagspiel und den Durchgang  nach 70 Minuten Spielzeit 7:5. Der längste Satz, der bisher in London gespielt wurde!

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Im 2.Satz geht der japanische Volksheld gleich 2:0 in Führung, dann reißt der Faden in seinem Spiel. Der Tscheche gewinnt 5 Spiele in Folge und den zweiten Durchgang 6:3.

Im entscheidenden Satz bringen beide Spieler bis zur 4:3- Führung Nishikoris ihre Aufschlagspiele durch. Dann wird der Tscheche gebreakt, der Japaner setzt sich mit 6:3 nach mehr als zweieinhalb Stunden Spielzeit durch und hat sich die Möglichkeit offen gehalten, sich noch für das Semifinale in London zu qualifizieren.

Nach diesem ersten Dreisatzmatch in London kam es in der Stan Smith-Gruppe zu der mit Spannung erwarteten  Partie, die viele Fachleute auch als Endspiel der ATP Finals 2015 erwarten: Djokovic und Federer, die beiden überragenden Spieler des Jahrzehnts, gingen auf den Court, in der bis auf den letzten Platz gefüllten O2-Arena.

Die Begegnung hielt, was sie versprochen hatte. Federer schlägt überragend auf. Mit direkten Assen und erfolgreichen Kick-Variationen setzt er den Djoker unter Druck, nutzt in den Ballwechseln jede Möglichkeit zum Angriff. Djokovic begeistert mit fast fehlerlosen, variantenreichen Grundlinienspiel und gewandter Beinarbeit. Bis zur 6:5-Führung des Schweizer Tennisästheten verliert keiner der Kontrahenten seine Aufschlagspiele. Dann erkämpfte sich der entschlossen auftretende Weltranglistendritte den ersten Break- und Satzball in diesem Durchgang. Der Weltranglistenerste wehrte ab. Den zweiten Satzball verwandelte Federer zum 7:5-Satzgewinn.

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Der Schweizer nahm den Schwung in den 2.Satz mit und ging gleich 2:0 in Führung. Dann wurde er zum ersten Mal in der Partie von seinem Kontrahenten gebreakt. Djokovic glich zwar auf 2:2 aus, aber Roger startete unbeirrt seine nächste Serie und ging 5:2 in Führung. Im nächsten Aufschlagspiel erkämpft er sich den ersten Matchball. Nach einem faszinierenden Ballwechsel mit 25 Schlägen wurde er von dem Serben abgewehrt. Bei eigenem Aufschlag  ließ sich Federer das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen, verwandelte seinen zweiten Matchball und siegte unter dem Jubel des Publikums mit 6:2 im zweiten Durchgang.

Die Siegesserie des Serben von 24 Matches wurde jetzt von dem Schweizer  gestoppt. Er war im Endspiel von Cincinatti auch derjenige, der den serbischen Ausnahmespieler in diesem Jahr zuletzt bezwingen konnte.

Die beiden werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit in London noch einmal zum nächsten Duell antreten sehen.

Für alle, die keine Live-Bilder verfolgen konnten, einige Szenen des Matches der Champions:

 

16. November 2015
von admin
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Murray und Nadal siegen in London!

Die terroristischen Anschläge in Paris haben dafür gesorgt, dass bei den ATP World Tour  Finals in London die Sicherheitsmaßnahmen intensiviert wurden.

Der erste Tag des Saisonabschlussturnieres der ATP verlief ohne aufsehenerregende Ereignisse. Es gab keine externen Irritationen und auch die sportlichen Ereignisse liefen mit den klaren Siegen der Favoriten Djokovic und Federer wie vorhergesehen.

Am zweiten Tag fanden die Spiele der sogenannten „Ilie Nastase“ Gruppe statt.

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Im ersten Match ging der an 2-gesetzte  Andy Murray gegen David Ferrer auf den Centre Court in der O2-Arena. Für den local hero Murray ist ein Auftritt in seinem Heimatland immer eine besondere Motivation. Er gewann Wimbledon, sicherte sich die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen und war bei seinen Davis Cup-Einsätzen kaum zu schlagen – nur bei den ATP Finals konnte er die hohen Erwartungen bisher nicht erfüllen. Bei seinen Partien gegen den Spanier auf der Profitour hatte der Brite eine positive 11:6-Siegesbilanz.

Im 1.Satz unterliefen dem sonst so soliden Ferrer einige Doppelfehler, Murray nutzte seine Chance und gewann den Durchgang mit 6:4. Im 2.Satz wurde der Schotte früh von dem Spanier gebreakt, lief dem Vorsprung hinter her, bis ihm bei 2:3 ein Break zum 3:3-Ausgleich gelang. Ein Kampf auf Augenhöhe fand statt. Je höher das Niveau, desto besser spielte Murray. Ihm gelangen einige begnadete Stopppunkte gegen das Laufwunder von der iberischen Halbinsel und er entschied unter dem Jubel der auf den letzten Platz besetzten O2-Arena auch den zweiten Durchgang 6:4 für sich. Der erste Sieg des Briten im „Round Robin“ und eine souveräne Vorstellung. Mit dem Higlander ist zu rechnen.

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In der Abendveranstaltung trafen dann Stan Wawrinka und Rafael Nadal aufeinander – ein mit Spannung erwartetes Duell mit offenem Ausgang nach Einschätzungen der Insider. Bisherige Bilanz: 13:3 Siege für Nadal. Allerdings stammen die Siege des Schweizers alle aus den letzten Jahren.

Das Match ist zu Beginn geprägt von brutalen Grundlinienduellen. Kurios: die ersten 9 Punkte wurden alle vom Returnspieler gewonnen! Nach diesem Punkt wurden alle Aufschlagspiele mit einer Ausnahme durchgebracht: der Spanier breakt Stan the Man bei 4:3 und gewann anschließend den ersten Durchgang 6:3.

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Das Duell fand noch nicht auf hohem Niveau statt – Wawrinka wirkte unzufrieden und verärgert über seine vielen unnötigen Fehler und hatte seinen Schlägern schon einige Bruchtests unterzogen.

Im 2.Satz wirkte die Schweizer Nr.2 noch lustloser, bewegte sich mit wenig Körperspannung. Ab und zu „brotete“ er ein Geschoss aus dem Stand unerreichbar in das gegnerische Feld, dann „verzog“ er hin und wieder Bälle, die meterweit in das Aus flogen. Rafa rannte und rackerte. Verdient setzte er sich im zweiten Durchgang mit 6:2 durch und hatte einen wichtigen Sieg in der Gruppenphase errungen.

 

15. November 2015
von admin
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Souveräne Auftaktsiege von Djokovic und Federer bei den ATP Finals!

Die letzte große Tennisshow des Jahres hat begonnen. Topfavorit Novak Djokovic hat gleich für einen Paukenschlag gesorgt und  ist mit einem deutlichen Erfolg in die Barclay ATP World Tour Finals  in London gestartet.

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Im ersten Spiel der Gruppe „Stan Smith“ ließ der Weltranglistenerste aus Serbien  dem Japaner Kei Nishikori beim 6:1, 6:1 nicht den Hauch einer Chance und baute mit diesem Sieg seine Serie auf 23 Matches ohne Niederlage aus. Nach nur 64 Minuten Spielzeit hatte „Nole“ seinen ersten Matchball verwandelt.

Der Schützling von Boris Becker strebt bei dem Turnier der besten acht Tennisprofis des Jahres nach seinem elften Titel in dieser Saison. Die ATP World Tour Finals hatte der 28-Jährige Serbe in den vergangenen drei Jahren gewonnen.

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Wieweit sich Kei Nishikori von dieser niederschmetternden Niederlage erholen kann, wird sich in seinem zweiten Match der Gruppenphase am Dienstag zeigen.

Am Sonntagabend spielte Roger Federer, der in seiner weltweiten Popularität nicht von dem Weltranglistenersten aus Serbien, trotz der überragenden Erfolge, eingeholt werden kann, im zweiten Match der Stan Smith-Gruppe gegen den Tschechen Tomas Berdych. Bei seiner ersten Pressekonferenz in London hatte der Schweizer die besondere Bedeutung des Turniers herausgestellt: „All the players that are here have achieved the goal. It is a big goal to be here, the atmosphere is great. It is prestigious, one of the best events.”

roger

Der erste Satz war bis zum 4:4 eine ausgeglichene Partie. Dann verlor der Tscheche sein Aufschlagspiel und Federer setzte sich bei eigenem Aufschlag  6:4 durch. Im 2.Satz gewann der Schweizer das vierte Spiel in Folge und ging gleich 2:0 in Führung. Er gab die Oberhand bis zum Ende des Durchgangs nicht mehr ab und beendete seinen ersten Auftritt erfolgreich mit dem 6:4, 6:2-Gewinn.

Nach doch etwas zögerlichem Beginn spielte sich der mehrfache Wimbledon-sieger immer besser in Form. Er könnte der Herausforderer von Djokovic im Kampf um den letzten großen Titel der Saison im ATP-Tennis werden.