13. November 2015
von admin
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Djokovic und Federer treffen bei den Finals schon in der Gruppenphase aufeinander!

Endlich ist es soweit: Die besten acht Tennisprofis der Saison 2015 spielen ab Ende dieser Woche in London die ATP World Tour Finals aus.

Die Auslosung der Gruppenphase am Donnerstag hat gleich für besondere Spannung gesorgt. Der Weltranglistenerste Novak Djokovic spielt bei dem  ATP-Saisonfinale in einer  Gruppe mit dem  Schweizer Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer.

novak

 Ihre sogenannte “Stan Smith”-Gruppe wird von dem Tschechen Tomas Berdych und dem Japaner Kei Nishikori ergänzt.

Das erste Match in dieser interessanten Gruppe bestreiten am kommenden Sonntag Nole Djokovic und Kei Nishikori. In der Abendveranstaltung hat Roger Federer sein Auftaktmatch gegen Tomas Berdych.

In der Gruppe “Ilie Nastase” kämpfen der Brite Andy Murray, French-Open-Champion Stan Wawrinka aus der Schweiz und die beiden Spanier Rafael Nadal und David Ferrer um das Erreichen des Halbfinales der ATP-Finals.

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Die erste Runde dieser Gruppe findet dann am Montag statt. Andy Murray bestreitet sein erstes Spiel bei dem Saisonabschluss-Höhepunkt gegen David Ferrer. Rafael Nadal wird sich mit Stan Wawrinka auseinandersetzen.

Der seit 22 Spielen ungeschlagene Novak Djokovic gilt in der O2-Arena als Turnierfavorit und peilt in London seinen fünften Titel bei dem Saison-Abschlussevent der ATP an.

Die besten Außenseiter-Chancen haben Federer, wenn er sich im Verlaufe des Turniers in Bestform spielt und Andy Murray, wenn er seinen Heimvorteil nutzt.

atp finals

Nach der Auslosung teilten die Organisatoren mit, dass das ATP-Saisonfinale bis 2018 weiter in London ausgetragen wird.

 

12. November 2015
von admin
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Tennis kann toll sein!

In der Woche vor den ATP Finals in London haben wir einen Post in das Netz gestellt, der eine wahre Geschichte aus der Welt des Profitennis erzählte.

Nach vielen eher Ergebnis orientierten Berichten aus dem Turniertennis wollten wir die Gelegenheit vor den “ATP-Finals”  nutzen, Einblicke in das reale Leben der Tennisstars zu geben.

Außerdem wollten wir zu den Intentionen zurück kehren, die uns in den Anfängen vor zwei Jahren motiviert hatten, einen Tennisblog in das Netz zustellen: Wir hatten dem bunten weißen Sport viel zu verdanken und wollten ein wenig dringend benötigte Bewegung in das deutsche Tennis bringen.

tennis ist toll

Wir hatten dann bald Klickzahlen erreicht, die uns positiv überraschten. Dabei  stellten wir fest, dass die Turnierberichte, die wir anfangs nur einstreuten, mehr gelesen wurden als kritische Kommentare oder Hintergrundsberichte. Um den Leserkreis zu erweitern, um eine größere Plattform für anspruchsvollere Texte zu gewinnen, hatten wir uns für eine Mischform entschieden. Diesen Kompromiss haben einige ehemals treue „Follower“ dann als „anspruchslosen Ergebnisdienst“ auch kritisiert.

Die Story „Solidarität auf der ATP-Tour“  wurde ganz gut „angeklickt, erreichte aber nicht entfernt Besucherzahlen, die wir mit unseren erfolgreichsten Posts erzielten.

Dafür erhielten wir – fast nur von Tennisinsidern über private E-Mail-Kanäle – eine überraschend intensive Resonanz, die uns erfreute. Wir hatten diese Tennisenthusiasten „bewegt“ – da lauert auch die Möglichkeit, in Zukunft etwas gemeinsam im deutschen Tennis zu bewegen.

Die E-Mail eines Tennistrainers, der im höchsten Norden Deutschlands tätig ist, und der auch schon als „Trainer des Jahres“ in Deutschland geehrt wurde, werden wir hier stellvertretend veröffentlichen – auch  weil sie uns „aus dem Herzen spricht“:

schau.

„Danke für die Story, die mich sehr bewegt hat. Ich habe sie in Kurzform vor 3 Tagen bei einer Trainerfortbildung in Timmendorf  bereits gehört, aber nur kurz und knapp und nur in Bezug auf Tore.

Es ist schön zu hören, dass hinter der oft coolen Fassade der Tennisspieler so interessante und auch emotionale Menschen stecken. Auch deshalb liebe ich meinen Job als Tennislehrer, Tennis speziell und Sport allgemein, weil es hier ausnahmslos um liebenswerte Menschen geht, denen wir Tennis und Sport als großartiges Lebenselixir näherbringen dürfen. Euer Tennisfreund Volkert.“

Es ist gut, solche Freunde zu haben.

 

10. November 2015
von admin
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Solidarität auf der ATP-Tour!

Ein 21-jähriger deutscher Tennisprofi, der sich schon unter die Top 50 der ATP-Weltrangliste gespielt hatte, erlitt während eines großen Turniers in Frankreich einen schweren Autounfall mit dem Fahrdienst des Veranstalters. Er lag mit einer schweren Stammhirn-Verletzung 6 Wochen zwischen Leben und Tod im Koma. Die Diagnose war niederschmetternd: die Ärzte prognostizierten eine halbseitige Körperlähmung für alle Zukunft, geistige Behinderungen wurden nicht ausgeschlossen. Auf keinen Fall war an eine Rückkehr auf die ATP-Tour zu denken.

Als er aus dem Koma aufwachte und später die Intensivstation verließ, wurde er auf Anraten der Ärzte zu Hause rehabilitiert. Die Genesung lief überraschend positiv. Das lag einerseits an seiner Willensstärke und Disziplin als ehemaliger Spitzensportler, andererseits wurde er durch die zahlreichen Visiten  seinen Tour-Kollegen aus Schweden, Argentinien, Brasilien und Deutschland dazu motiviert, guten Mutes den Kampf um den Weg zurück in das Leben  aufzunehmen.

Ein halbes Jahr nach dem Unfall kam er mit seinen Betreuern einer Einladung nach, in Melbourne bei den Australian Open als Zuschauer wieder die Luft seiner alten Wirkungsstätten zu schnuppern. Als der Turnier-Fahrdienst ihn vom Hotel in der australischen Hauptstadt abgeholt hatte, und der Wagen in die Transport-Katakomben unter dem Stadion einfuhr, verließ gerade der damalige Weltranglistenerste John Mc Enroe, berühmt-berüchtigt als furchteinflößender „Tennis-Rüpel“,  mit seinem Fahrdienst die Turnierstätte. Als der junge, inzwischen 22-jährige Deutsche aus seinem Auto ausstieg, stoppte in 5o Meter Entfernung der PKW  mit dem US-Star. Mc Enroe stieg aus, sprintete zurück, umarmte den überraschten und noch verunsicherten Deutschen und sagte mit deutlich bewegter Mimik: „Welcome back on the Tour!“

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Das war nur der Anfang der Willkommenskultur der ATP-Profis bei dem Grand Slam-Turnier. Wo immer sich der noch nicht vollständig genesene Ex-Tennisprofi auf der Anlage aufhielt, wurde er mit herzlicher Freude und guten Wünschen von seinen ehemaligen Kollegen aus aller Welt begrüßt.

Als er sich abends müde, aber sichtlich glücklich, zum Schlafen in sein Hotelbett gelegt hatte, erhielt sein Coach auf dem gemeinsamen Zimmer einen Anruf. Eine rauchige Stimme mit russischem Akzent bat darum, mit dem jungen Deutschen zu sprechen. Es war Andrej Chesnokov, der zur damaligen Zeit zu den Top Ten der Weltrangliste zählte, Er bat darum,  dass „sein deutscher Freund“ ihn am nächsten Morgen um 10 Uhr vor seinem Auftaktmatch einschlagen möge. Der Coach erklärte „Chesno“,  dass sein avisierter Warm-Up- Partner noch nicht in der Lage sei, die Bälle in gewohnter Form zu schlagen. Dass alle schon froh darüber seien, dass er gegenwärtig unfallfrei Stehen und Gehen könnte. Der Anrufer war entschlossen, erklärte, dass ein Profi niemals sein Können ganz verliere. Er wäre seinem Ex-Kollegen auf der Anlage begegnet und habe einen sehr guten Eindruck von ihm gewonnen.  Inzwischen war der Deutsche wach geworden, hatte das Gespräch mit verfolgt. Er ging selbst an das Telefon, sprach mit dem Russen und sagte – nach kurzer Unterredung mit seinem Betreuer – den Termin zu.

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Am nächsten Morgen schlugen die beiden sich ein. Das lief mehr schlecht als recht. Einige Tennisbälle wurden von „Chesnos“  Hitting-Partner den hinter dem Zaun im Grass liegenden Schlangen zum Fressen vorgeworfen.  Trotzdem gewann die russische Nr.1 sein Auftaktmatch.

Am übernächsten Abend erhielt die deutsche Gruppe auf ihrem Hotelzimmer wieder einen Anruf von dem russischen Weltklassespieler. Das Einschlagen wäre ja erfolgreich gewesen, deshalb bitte er darum, dass er sich wieder mit „my German friend“ für sein Zweitrundenmatch einschlagen dürfe.

Gesagt, getan. Der junge Deutsche war stolz auf seine Aufgabe. Er war glücklich, in den Kreis seiner ehemaligen Kollegen wieder ganz normale Aufnahme gefunden zu haben.

Diese Erlebnisse in Melbourne haben sicherlich zum weiteren Gelingen seiner Rehabilitation beigetragen. Heute lebt er mit seiner Frau in der Schweiz, hat drei Kinder und leitet eine Tennis-Akademie am wunderschönen Genfer See. John Mc Enroe kommentiert jetzt für viele internationale TV-Sender die Grand Slam-Turniere. Andrej Chesnokov steht gegenwärtig an der Spitze des russischen Tennisverbandes.

Die Story ist wahr, liegt nur 25 Jahre zurück und zeigt die Solidarität,  Sensibilität und Herzlichkeit der „ach so coolen“ Tennisstars.

Wir waren dabei. Das Erlebnis ist sicherlich ein Motiv, warum wir unsere Fingerkuppen wundschreiben, um Tennis wieder mehr in die Aufmerksamkeit der deutschen Gesellschaft zu rücken.