10. Juli 2015
von admin
Keine Kommentare

Auch 2015 stehen Djokovic und Federer im Wimbledonfinale!

Vor dem Semifinaltag der Herren in Wimbledon kann  jetzt wieder ein  deutscher  Spieler die Koffer packen.  Philipp Petzschner verlor an der Seite des Israelis Jonathan Erlich im Semifinale der Doppelkonkurrenz. Alle deutschen Damen, Herren, Mädchen und Jungen – ob im Einzel, Doppel oder Mixed –  können sich von London verabschieden. Nur im Rollstuhl-Wettbewerb wird die deutsche Fahne noch von Katharina Kruger und Sabine Ellerbrook hochgehalten.

Widmen wir uns also der Weltspitze: Im ersten Semifinal-Einzel standen sich um 13 Uhr  Ortszeit Titelverteidiger Novak Djokovic und Richard Gasquet auf dem Centre Court  gegenüber. Nach 2:24 Stunden Stunden Spielzeit hat sich Titelverteidiger Novak Djokovic zum vierten Mal in seiner Karriere in das Endspiel von Wimbledon gespielt. Der von Boris Becker betreute serbische Tennisprofi entschied am Freitag das erste Halbfinale gegen den Franzosen mit 7:6 (7:2), 6:4, 6:4 für sich. Man hatte den Eindruck, dass der Sieg nie gefährdet war, weil der Djoker einfach um eine Nuance besser war.

novak

Mit Spannung wurde die zweite Partie zwischen Roger Federer und Andy Murry auf dem Centre Court erwartet: Der siebenfache Wimbledonsieger gegen den britischen Wimbledongewinner von 2013. Diesmal würde der Schotte nicht ganz so von dem fanatischen Publikum profitieren, wie in den Spielen zuvor. Der  Schweizer genießt auch in London so viel Respekt, dass sogar britische Murray-Hardcore-Fans ihm gönnen, dass er mit dem  Gewinn des achten Titels alleiniger Rekordhalter wird. Doch etwas überraschend setzte sich der Weltranglistenzweite dann klar mit 7:5, 7:5 und 6:4 durch. Es gab einen Moment  im zweiten Satz, in dem sich das Match hätte  drehen können. Bei 5:4- Führung vergab Federer fünf Satzbälle. Das Spiel entschied dann der Brite nach fast 15 Minuten Spielzeit unter dem Jubel der Zuschauer für sich. Der Schweizer machte allerdings schnell allen britischen Hoffnungen ein Ende: Er gewann souverän die nächsten beiden Spiele und den Satz. Eine Statistik macht die aktuelle Stärke des Schweizers auch deutlich:  In der gesamten – etwas mehr als zweistündigen – Spielzeit erhielt Murray  die Chance für nur einen einzigen Breakball. Das war im ersten Aufschlagspiel des Eidgenossen.

roger

Das Finale von Wimbledon bestreiten wie im letzten Jahr wieder Djokovic und Federer.  2014 war das eine knappe Angelegenheit. In diesem Jahr schätzen wir die Siegchancen für Roger sogar noch etwas besser ein.

9. Juli 2015
von admin
Keine Kommentare

Powergirl Muguruza fordert die Powerfrau Williams heraus!

Am Nachmittag des Donnerstags  spielten die Damen um das Erreichen des Finales in Wimbledon. Bisher wurden die Zuschauer nicht durch viele dramatische Auftritte verwöhnt. Die deutschen Spielerinnen blieben unter ihren Möglichkeiten. Serena Williams beeindruckte hauptsächlich durch ihren unerschütterlichen Siegeswillen. Maria Sharapova zeigte sich als bekannt knallharte Kämpferin. Agniezka Radwanska konnte sich aufgrund ihrer variantenreichen und geschickten Spielweise durchsetzen. Richtigen Schwung hat hauptsächlich Garbine Muguruza in die Damenkonkurrenz der Championships gebracht. Die in Venezuela geborene Spanierin besitzt alle technischen Fähigkeiten, um ein Spiel zu dominieren. Ihr kann man zutrauen, sich in Zukunft endgültig in der Weltspitze zu etablieren.

Sie eröffnete den Spieltag mit ihrem Semifinal-Match gegen Agnieszka Radwanska. Diese Partie könnte richtungsweisend für die weitere Karriere des iberischen Talents sein. Die sehr strategisch operierende Polin hat sich bisher als echter  Prüfstein für die „Wild Bunch“ der aufstrebenden Tennisgirls erwiesen. Die 21-jährige „Chica“ aus Barcelona legt dann von Beginn an aber mit einem Tempo los, wie Landsmann Alonso in seinen besten Zeiten. Sie breakt Radwanska gleich im Auftaktspiel und geht im weiteren Verlauf 4:1 in Führung. Die Polin wehrt sich bis dahin mit allen Kräften, aber die Spanierin, die in Wimbledon zuvor nur ein einziges Mal die zweite Runde erreichte, gibt sich keine Blöße in ihrem  kompromisslosen Offensivtennis. Gnadenlos zieht sie ihr Spiel bis zum 6:2-Satzgewinn durch. Bis zur 3.1-Führung im 2.Satz unterlaufen der 1.82 Meter großen  Muguruza trotz des gewaltigen Tempos ihrer Schläge kaum Fehler. Dann schleichen sich erste kleine Unsicherheiten ein. Radwanska stößt sofort in die Lücke, geht 5:3 in Führung und gewinnt nach fünf siegreichen  Spielen in Folge den 2.Satz mit 6:3.. Ein hochklassiges Semifinale!

mugu

In einem Match auf Augenhöhe vergibt Muguruza im 3.Satz einige klare Situationsvorteile – erstaunlich wie sie unbeeindruckt sofort wieder Druck macht. Der Teenager hat eine erstaunliche Frustrationstoleranz und eine überragende mentale Kontrolle für sein Alter. Mit drei Spielgewinnen in Folge geht sie 5:2 in Führung. Die Polin fightet zurück, aber Garbine Muguruza ist willensstark und gewinnt den entscheidenden dritten Durchgang mit 6:3. Sie ist zum ersten -und bestimmt nicht zum letzten- Mal im Finale eines Grand Slams! Spanien hat nach Conchita Martinez und Arantxa Sanchez endlich wieder einen Topstar im internationalen Damentennis.

Im zweiten Semifinale zwischen der an 4- gesetzten Maria Sharapova und der topgesetzten Serena Williams prägen lange und harte Ballwechsel das Geschehen. Die Weltranglistenerste spielt seit Jahren immer ihr bestes Tennis gegen die Russin. Das ist auch heute so. Am Ende der Spiele macht meist die Amerikanerin die Punkte und deshalb gewinnt Serena auch den 1.Satz mit 6:2.

Serena

Auch im 2.Satz liegt der Unterschied in dem besseren Aufschlag und den härteren Grundschlägen von Serena. Sie geht 5:3 in Führung, vergibt einen Matchball. Dann serviert sie mit unheimlicher Wucht durch und beendet den Satz und das Match mit 6:4. Der 16.(!) Sieg in Folge gegen Sharapova bringt Serena Williams in das Finale von Wimbledon. Mit einem Endspielsieg kann sie an ihrer Schwester Venus vorbeiziehen, die auch fünf Mal im Tennismekka gewonnen hat.

Dabei sollte sie aber keineswegs das Powergirl aus Spanien unterschätzen!

 

8. Juli 2015
von admin
Keine Kommentare

Nur ein Außenseiter ist im Herren-Semifinale von Wimbledon!

Nur noch vier Damen und acht Herren dürfen den heiligen Rasen des Tennismekkas Wimbledon im Einzel betreten. Bei den heutigen Viertelfinal-Matches der Herren drohte weiteren vier Spielern das Verlassen des Tennis-Heiligtums.

Im Gegensatz zu den Damen haben sich die großen Favoriten in der Herrenkonkurrenz bis in die Endphase durchgesetzt. Alle vier Topgesetzten hatten am Mittwoch die Chance, das Semifinale zu erreichen.

Der 25-jährige Vacek Pospisil (ATP Nr.54) hat bei den Championships für positives Aufsehen gesorgt. Der relaxte Kanadier mit Wohnsitz auf den Bahamas hatte das zweifelhafte Vergnügen, um 13 Uhr Ortszeit auf dem Centre Court gegen den Weltranglistendritten Andy Murray, das Publikum und eine ganze britische Tennisnation vor den TV-Bildschirmen anzutreten. Dem Schotten gelang dann ein frühes Break. Auch eine Regenunterbrechung hielt den Publikumsliebling nicht auf: Ohne einen einzigen Breakball zuzulassen, gewann Murray den 1. Satz mit 6:4.Im 2.Satz gewinnen beide Kontrahenten ihre Aufschlagspiele. Bei 4:3-Führung des Kanadiers unterbricht wieder ein Regenschauer die Partie. Murray findet nach der Pause besser in das Spiel und setzt sich im zweiten Durchgang mit 7:5 durch.

andy_murray

Trotz offensichtlicher Dominanz schimpft der Brite im 3.Satz wie ein Rohrspatz über vergebene Chancen.  Erst bei 4:4 gelingt ihm das Break. Dann tändelt er ein wenig herum, bis er den „Sack zumacht“ und mit 6:4 im dritten Durchgang in das Halbfinale marschiert.

Als erster Vertreter der Grand Nation im Viertelfinale ging Gilles Simon (ATP Nr.12) auf Court 1, um den mehrfachen Wimbledonsieger Roger Federer das Leben endlich schwer zu machen. Die Schweizer Tennislegende hatte in den Vorrunden gerade einmal einen Satz abgeben müssen und noch kein Aufschlagspiel verloren. Roger beginnt dann auch sofort mit einem souverän gewonnenen Aufschlagspiel.  Das Servicegame von Simon dauert länger, der Schweizer nutzt den zweiten Breakball, geht danach mit 3:0 in Führung. Dann wird unterbrochen. Der berühmt-berüchtigte Londoner Regen funkt mal wieder dazwischen. Als die Partie wieder aufgenommen wird, verändert sich die Situation nicht gravierend: Der siebenfache Wimbledonsieger bringt seine Aufschlagspiele souverän durch und gewinnt den 1.Satz mit 6:3. Auch im 2.Satz wirkt es, als habe der Schweizer das Geschehen total unter Kontrolle. Bei 3:3  gelingt ihm ein deutliches Break, er geht dann 5:4 in Führung, serviert zum Satzgewinn und verliert sang- und klanglos seinen Aufschlag zum 5:5. Diese Unkonzentriertheit korrigiert der Maestro sofort: er breakt den Franzosen gleich im nächsten Spiel. Dann müssen wieder die Regenschirme aufgespannt werden – die Begegnung wird unterbrochen. Als die Spieler zurückkehren, gewinnt in wenigen Minuten Federer den Durchgang mit 7:5 und nimmt Simon gleich zu Beginn des 3.Satzes den Aufschlag ab. Bis zum Ende  diktiert der Schweizer das Match, gewinnt den 3. Satz mit 6:2 und zieht in das Semifinale gegen Andy Murray ein. Da wird er anders gefordert werden.

fed

Das ewige Duell Serbien gegen Kroatien fand in der zweiten Spielrunde auf dem Centre Court eine sportliche Neuauflage: Der an 9-gesetzte Marin Cilic traf dort auf den Titelverteidiger und Weltranglistenersten Novak Djokovic. Trotz der Aufschlagstärke von Cilic beherrschte der Djoker das Spielgeschehen. Ein Break reichte, um den 1.Satz mit 6:4 zu gewinnen. Auch im weiteren Verlauf behielt der Serbe die Oberhand. Er gewann den 2.Satz  wieder mit 6:4 und vollendete die Serie mit einem 6:4 im 3.Satz. Eine souveräne Vorstellung des Titelverteidigers, in der er Energien für das kommende Halbfinale einsparte.

novak

Das zweite Duell zwischen Frankreich und der Schweiz am Viertelfinaltag trugen Richard Gasquet (ATP Nr.20) und der Weltranglistenvierte Stan Wawrinka wieder auf Court 1 aus. Der Außenseiter Gasquet beginnt sehr konzentriert, „Stan the man“ kommt schwerer in das Spiel, verliert früh seinen Aufschlag. Der Franzose setzt sich im 1.Satz mit 6:4 durch. Im 2.Satz gelingen der Schweizer Nr.2 mehr Gewinnschläge und erbehauptet sich mit 6:4. Das Match schien in der Hand des Favoriten zu sein: Der an 4-gesetzte Wawrinka behielt im 3.Satz mit 6:3 die Oberhand. Wer jetzt damit rechnete, dass Stan weiterhin auf der Erfolgsspur bleibt, irrte sich: Richard setzte dagegen und erkämpfte sich den 6:4-Gewinn des 4.Durchganges.

gasquet

Alles war wieder offen. Bis 9:9 war die Partie vollkommen ausgeglichen. Dann wurde Wawrinka gebreakt. Gasquet behielt die Nerven, hatte 3 Matchbälle in Folge und vollendete den dritten. Die Sensation war perfekt – mit 11:9 gewann Richard Gasquet den 5.Satz und wird jetzt den Djoker im Semifinale von Wimbledon herausfordern.

Ohne große Mühen haben die ersten drei Topgesetzten das Halbfinale der Championships erreicht. Business as usual. Der Überraschungssieg von Richard Gasquet hat Farbe in die Herrenkonkurrenz gebracht.