28. April 2015
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Warum Kerber die French Open gewinnen kann!

Angelique Kerber, der unsere Fed Cup- Chefin Barbara Rittner einen Wimbledonsieg im Jahr 2015 zugetraut hatte, spielte in den letzten Wochen überragendes Tennis bei den ersten Sandplatzturnieren der neuen Saison. Im Folgenden werden wir versuchen, die Gründe für diesen Aufschwung zu finden.

Da ist zuerst der Bodenbelag: Die rote Asche ist der Boden, auf denen Angie schon als kleines Kind versucht hat, ihre ersten Schläge über das Netz zu spielen. Der Sandplatz ist quasi ihre Heimat. Clay Courts kommen auf internationalem Niveau darüber hinaus ihrem außergewöhnlich guten Konterspiel entgegen. Vergessen wir auch nicht, dass ihre stärksten Konkurrentinnen eher auf anderen Belegen erfolgreich spielen: Serena Williams spielt ihr bestes Tennis auf Hart- und Rasenplätzen, Maria Sharapova und Simona Halep bevorzugen längst Hartplätze und Petra Kvitova ist ein absoluter Rasenspezialist.

Ein wichtiger Faktor des Erfolges war auch die Verbesserung ihres Services: Noch immer schlägt die Kielerin nicht so schnell auf wie die härtesten Aufschläger auf der WTA-Tour, aber in der nahen Vergangenheit hat sie immer mehr als 75 Prozent ihrer ersten Aufschläge in das Feld platziert. Auch ihre Doppelfehler-Quote hat sie zuletzt stark reduziert.

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Ist der Return von harten Services auf dem langsameren Aschenplatz nicht auch etwas leichter und vermindert die Wirkung dieses Schlages, der oft direkte Punkte erlaubt oder den Spieler bei druckvollen Aufschlägen sofort bessere Schlagpositionen ermöglicht?

Auch wenn man uns als Tennis-Romantiker belächelt, gehen wir davon aus, dass die Tennis-Freundschaft von Angelique und Andrea Petkovic nachhaltig für Erfolge sorgt – da spielen nämlich auch pragmatische Aspekte eine Rolle: Man hat im Ausland einen eingespielten Trainingspartner. Man kann aktuelle Trainingsziele beim Warm Up detailliert miteinander absprechen. Man findet vertrauenswürdigen und fachlichen Trost in der Niederlage. Man erringt zum Beispiel im Fed Cup  gemeinsame Erfolge. Dadurch hat man Erholung  von dem „täglichen“ Wettkampfstress. Man kann diese Erfolge  gemeinsam feiern… Stichwort Dopamin.

Mit diesen Argumenten kommen wir zu dem vielleicht wichtigsten Motiv der Leistungssteigerung unserer Spitzenspielerin:  der Trainerwechsel! Angie hat vor kurzer Zeit wieder auf den Coach zurück gegriffen, mit dem sie früher schon Erfolge errungen hatte. Torben Beltz ist wie Angie im hohen Norden, in Schleswig-Holstein groß geworden. Der ruhige, bescheiden auftretende Itzehoer kennt Angie seit den Anfängen ihrer Tenniskarriere in der Jugend. Er schafft jetzt auf der WTA-Tour ein Umfeld, in denen die beiden wie Freunde kommunizieren. Da werden „verrückte Wetten“ abgeschlossen, da wird mit viel Spaß die Freizeit vom Turnierstress gestaltet. Da wird Vertrauen hergestellt.

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Uns liegt eine etwas ältere Untersuchung vor, in denen mehr als 15 deutsche Tennisspieler, die alle zumindest unter den Top 150 der Weltrangliste rangierten, gefragt wurden, welches der wichtigste Aspekt sei, den ihr Coach oder Trainer repräsentiere. Die Antwort lautete nicht, dass technisches oder taktisches Wissen von ausschlaggebender Bedeutung sei. Auch die Spielstärke spielte keine tragende Rolle. Fast 90 Prozent der Befragten nannten eine Haupteigenschaft: Vertrauen in die Person des Coaches!

Der erfolgreiche Coach hat bei Spitzenspielern, die durch die ganze Welt reisen müssen, eine entscheidende Eigenschaft: er ist quasi die Heimat in der Fremde!

Torben Beltz und Angie Kerber teilen viele ähnliche Charaktereigenschaften: Sie sind in der Öffentlichkeit eher zurückhaltend, sie strahlen Ruhe aus, sie sind familiär orientiert. (Angelique fährt nach jeder längeren Turnierserie nach Polen zu ihren Großeltern und tankt dort im ländlich gelegenen „Bauernhaus“ ihre Energien wieder auf.) Und sie haben Humor.

Angelique Kerber und Torben Beltz passen zueinander. Wir wünschen ihnen auch in Zukunft viel Erfolg.

Das kann dem Image des deutschen Tennis nicht schaden.

 

26. April 2015
von admin
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Kerber gewinnt den Porsche Tennis Grand Prix!

Die Siegesserie von Angelique Kerber auf der roten Asche erregt internationales Aufsehen. Wenn sie am Sonntag das Finale des „Porsche Tennis Grand Prix“   in Stuttgart gegen Caroline Wozniacki gewinnen sollte, hätte sie den 11.Sieg in Folge auf Sand erzielt.

Das wird nicht ganz so leicht. Ihre dänische Gegnerin gehört seit Jahren zu der Elite auf der WTA-Tour und ist für die Medien und für die Industrie ein absoluter Star. Caroline versteht sich sehr gut mit Angelique Kerber. Beide haben nie ihre polnischen Wurzeln verleugnet. Der Vater des dänischen Tennisstars hatte als Fußballer, nach großen Erfolgen in Polen, bei Waldhof Mannheim in der Bundesliga gespielt. Als er in die dänische 1.Liga nach Odense wechselte, zog die Familie mit nach Dänemark. Dort kam Caroline 1990 zur Welt. Das sportliche Talent wurde den Wozniackis in die Wiege gelegt. Ihr Bruder ist Fußballprofi in Dänemark und Caroline war im Jahr 2010 für mehr als 60 Wochen die Nr.1 der WTA- Weltrangliste.  Ab 2012 rutsche sie aus der absoluten Weltspitze raus – wohl auch, weil sie als High-Society-Girl etwas weniger Stunden auf dem Tennisplatz verbrachte.

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Seit ihrer Endrundenteilnahme bei den US Open 2014 geht es wieder bergauf. Aktuell ist sie die Nr.5 der Weltrangliste.

Um 14Uhr 30 gingen die beiden Freundinnen auf den Center Court der Anlage von Stuttgart-Weißenhof. Die Zuschauer auf den ausverkauften Tribünen konnten dann eine erwartet hart umkämpfte Partie sehen. Die Dänin gewann den ersten Satz mit 6:3. Kerber  drehte den Spieß im 2.Satz um, erkämpfte sich Dominanz und entschied den Durchgang mit 6:1 für sich. Im 3.Satz wurde um jeden Punkt gekämpft, Nuancen würden über den Sieg entscheiden. Dieses Finale hat absolutes Weltklasse-Niveau. Kerber erspielt sich eine hauchdünne Oberhand, vergibt Matchbälle. Bei 6:5-Führung vergab Kerber den dritten Matchball, verwandelte aber den darauf folgenden.Mit 3:6, 6:1, 7:5 holte sich die Kielerin nach fast drei Stunden Spielzeit den Titel vom Porsche Tennis Grand Prix 2015.

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Es war ihr 11.Sieg in Folge auf Sandplätzen – sie ist 2015 weiterhin auf der roten Asche ungeschlagen.

Fed Cup-Teamchefin Barbara Rittner hatte vor der Saison angekündigt, dass Angie Kerber in der Lage sei, im Jahre 2015 Wimbledon zu gewinnen.

Wir sehen eher große Chancen für Angie, den Grand Slam in Paris im Mai zu gewinnen.

25. April 2015
von admin
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Kerber setzt Siegeszug fort!

Angelique Kerber ist die Clay-Court-Königin im Jahr 2015. Die Kielerin ist in diesem Jahr in 9 Spielen auf der roten Asche noch unbesiegt: Sie holte vor Wochen den Titel in Charleston. Gewann dann ihr Einzel im Fed Cup gegen Russland und hat in Stuttgart wieder eine Siegesserie von 3 Matches hingelegt – und so ganz nebenbei ihren größten Karriereerfolg mit dem Sieg über Sharapova errungen. Ihrem Semifinalspiel gegen die Amerikanerin Madison Brengle bei dem Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart sahen nicht nur die deutschen Tennisfans mit Spannung entgegen.

Bevor Angie zu ihrem Halbfinale antreten konnte, wurde in der Partie der neuen Weltranglistenzweiten Simona Halep und der wiedererstarkten Carolin Wozniacki entschieden, wer als erste Spielerin in das Finale einziehen würde.In einem hochklassigen dreistündigen Marathon-Match setzte sich die Dänin mit 7:5, 5:7 und 6:2 durch.

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Madison Brengle und Angie Kerber gingen im Anschluss an diese Begegnung auf dem Platz, um den Finalgegner von Carolin Wozniacki zu ermitteln. Die Kielerin demonstrierte im 1.Satz von Anfang an Konzentration und Entschlossenheit. Souverän konnte sie den 1.Satz mit 6:2 gewinnen. Das zuletzt gewonnene Selbstvertrauen führte auch im 2.Satz zu einer klaren Dominanz von Kerber. Sie gab der Amerikanerin keine Chance und erreichte mit einem 6:1 im zweiten Durchgang das Finale des Turniers in Stuttgart-Weißenhof.

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Mit Angelique Kerber und Andrea Petkovic hat das deutsche Tennis zwei leuchtende Vorbilder für unsere Jugend.

Von Angies Finalspiel gegen Carolin Wozniacki werden wir am Sonntag wieder zeitnah berichten.