16. April 2015
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Monte Carlo: Schweizer und Deutsche Hand in Hand in den Untergang

Bevor wir uns auf das Fed Cup-Semifinale unserer deutschen Damen am Wochenende in Sotschi konzentrieren, wollen wir einen Blick auf ein wichtiges Turnier der Herren auf der ATP-Tour werfen: In Monte Carlo findet das erste wichtige Sandplatzturnier des Jahres auf europäischen Boden statt. Bei dem mit 3,3 Millionen dotierten Rolex Masters, das seit Anfang dieser Woche auf der traumhaften Anlage des Country Clubs stattfindet, hat sich auch schon einiges des Berichtens wertes ereignet.

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Den deutschen Herren ist auch auf der roten Asche noch nicht der Durchbruch gelungen: Jan-Lennard Struff (4:6, 4:6 gegen Tsonga) und Benjamin Becker (0:6, 2:6 gegen Bautista-Agut) schieden in der ersten Runde aus.

Philipp Kohlschreiber gewann sein Erstrundenmatch (gegen Kukushkin 6:4, 6:4), scheiterte dann aber sehr unglücklich an dem deutschen Angstgegner, dem Spanier Bautista-Agut, mit 7:6, 3:6 und 6:7.

Nach längerer Auszeit kehrte Florian Mayer erfolgreich auf die ATP-Tour zurück. Er schlug Youzhny in der ersten Runde mit 7:6 und 6:4. In seiner zweiten Partie unterlag er nach hartem Kampf dem kroatischen Aufschlag- Titanen Marin Cilic mit 3:6, 6:3 und 3:6.

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Damit waren vor dem Achtelfinale alle deutschen Teilnehmer ausgeschieden. Daran hat man sich gewöhnt. Dass unsere Schweizer Nachbarn mit ihren beiden Weltklassespielern früh aus großen Turnieren ausscheiden, ist eher ungewöhnlich. Titelverteidiger Stan Wawrinka war gegen Grigor Dimitrov im Achtelfinale chancenlos. Mit 6:1 und 6:2 schickte der Bulgare Stan the Man an den Genfer See zurück. Der Finalist des letzten Jahres, Roger Federer, konnte auch schon im Achtelfinale „die Koffer packen“: Der einheimische Publikumsliebling Gael Monfils nutzte seine Chance und schlug den Weltranglistenzweiten mit 6:4 und 7:6.

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Das war für die Franzosen ein Trost für die Achtelfinalniederlage von Jo Wilfried Tsonga: Marin Cilic kannte kein Pardon und bezwang den „Mohammed Ali des Tennis“ 6:3 und 7:6.

Die anderen Favoriten setzten sich durch. Rafael Nadal erkämpfte sich einen Platz im Viertelfinale mit einem 7:6, 4:6, 6:3-Sieg über den Amerikaner Isner, Milos Raonic schlug Tommy Robredo 6:3, 3:6 und 6:3, Tomas Berdych rächte die Deutschen und eliminierte Bautista-Agut mit 7:6, 6:4 und David Ferrer kämpfte – zum Leidwesen der Monegassen – Gilles Simon mit 6:2, 6:7, 6:1 nieder.

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Novak Djokovic gibt sich gegenwärtig kaum eine Blöße. Das bekam der Österreicher Andreas Haider-Maurer bei seiner 4:6, 0:6-Achtelfinalniederlage deutlich zu spüren.

Der Abstand des Weltranglistenersten zu seinen Verfolgern wird größer und größer.

15. April 2015
von admin
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Die Chancen steigen weiter für unser Fed Cup-Team!

In Sotschi, dem berühmten russischen Kurort am Schwarzen Meer, hat Team-Chefin Barbara Rittner vor dem Fed-Cup-Halbfinalspiel gegen Russland die Qual der Wahl:

Nach zögerlichem Start in das Jahr haben Andrea Petkovic, Angie Kerber und Sabine Lisicki in den letzten Wochen für aufsehenerregende Leistungen gesorgt.

Sotschi

Die Entscheidung, wer die Einzel spielt, wird Rittner wohl abhängig von den Trainingseindrücken in den übrig gebliebenen Vorbereitungstagen treffen. Der Teamcaptain war mit Julia Görges und Sabine Lisicki schon am Montag am Spielort eingetroffen. Aufgrund des überragenden Abschneidens in Charleston konnten Petkovic und Kerber erst am Mittwoch um 4 Uhr morgens zum Team stoßen. Ermüdet von der strapaziösen Anreise erwartete Angie Kerber eine weitere Panne: Ihr Gepäck hing noch in Istanbul, dem letzten Zwischenstopp, fest. Zum Glück hatte die Weltranglisten-14. aus Kiel ihre Schlägertasche mit in die Kabine des Airbus genommen, sodass zumindest die Rackets und die Schuhe nicht fehlten. Angie nahm die Abwesenheit ihrer gesamten Kleidung gelassen hin: “Die Klamotten musste ich mir eben von Petko leihen”. An dieser Hilfe wird die Freundschaft der beiden, die vor Tagen im Semifinale von Charleston noch gegeneinander spielten und sich nach dem Sieg Kerbers herzlich umarmten, ganz bestimmt nicht zerbrechen.

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Eine andere Nachricht lässt die Siegchancen der Deutschen weiter steigen: Die Nr.1 der Russen, Maria Sharapova, hat jetzt kurzfristig wegen einer Verletzung ihr Auftreten beim Fed Cup in Sotschi abgesagt. Babara Rittner lässt es nicht zu, dass ihr Team durch die Absage in die Favoritenrolle gedrängt wird: “Ich glaube nicht, dass es dadurch einfacher wird. Die anderen Spielerinnen werden um ihr Leben kämpfen, das wissen wir”, spielt sie das Nichtantreten der russischen Tennisdiva in der Olympiastadt von 2014 herunter – und nimmt ihrem Team den Druck.

Das Match wird am Samstag und am Sonntag bei SAT1 Gold live übertragen.

12. April 2015
von admin
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Kerbers Tanz auf dem heissen Vulkan!

Vor dem Halbfinalsieg von Angie Kerber gegen Andrea Petkovic in Charleston, hatte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner eine ausgeglichene Partie prophezeit: „Die Tagesform wird dieses Halbfinale entscheiden, Angie und Petko sind leistungsmäßig so dicht beieinander, da können Kleinigkeiten den Ausschlag geben. Im Hinblick auf den Fed Cup ist es Gold wert, dass beide noch einmal so viel Selbstvertrauen sammeln können. Wir haben auf jeden Fall eine Deutsche im Finale, das ist großartig.“

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Dass Kerber mit 6:4 und 6:4 als Gewinnerin vom Platz ging, dient sicherlich der weiteren Stärkung ihres Selbstvertrauens, das in dem Jahr 2015 ein wenig Schaden genommen hatte. In den letzten Monaten ist sie auf Rang 16 der Weltrangliste zurückgefallen. Der Finaleinzug in South Carolina wird sie wieder etwas höher klettern lassen.  Im Endspiel gegen Madison Keys, hat die Kielerin die Chance, dieses neu gewonnene Selbstbewusstsein noch einmal zu stabilisieren und weitere wichtige Punkte für die Weltrangliste zu sammeln. Nach dem Erfolg gegen “Petko” und vor dem Match gegen den Local Hero Keys, die in diesem Jahr auf Platz 20 der Weltrangliste vorstürmte,  richtete sie noch diplomatische Worte an das US-Publikum:  “I’m just happy to be in the final here,” sagte Angie. “This is an amazing tournament, and the fans are amazing too. I’m looking forward to coming back to play in front of you all again tomorrow!”

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Am Sonntag um 13Uhr Ortszeit betraten die Finalistinnen den Sandplatz im Family Circle Stadium von Charleston. Angie begann hoch konzentriert. Sie servierte mit kontrollierter Offensive und brachte im 1.Satz mehr als 80 Prozent ihrer Aufschläge in das Feld und war kaum in Gefahr bei ihren eigenen Aufschlagspielen. Darüber hinaus gelangen der Kielerin zwei Breaks gegen das  20-jährige US-Girl  und nach weniger als 40 Minuten Spielzeit beendete sie den ersten Durchgang souverän und erfolgreich mit 6:2.

Unterstützt von dem einheimischen Publikum trat der WTA-Shooting Star aus Boca Raton im 2.Satz noch aggressiver auf, knallte der Deutschen einige Asse in das Feld und gestaltete das Match ausgeglichener. Die deutsche Linkshänderin hielt dagegen, steigerte bis zum 3:3 die Quote ihres 1.Aufschlags sogar auf über 90 Prozent. Bei 3:4 wehrt Kerber zwei Breakbälle ab, gleicht aus, vergibt bei Aufschlag Keys einen Breakball und gerät 4:5 in Rückstand. Madison Keys nutzt ihre Chance, ihr gelingt das einzige Break im 2.Satz und sie gewinnt den zweiten Durchgang mit 6:4.

Das Momentum hat gewechselt – die Amerikanerin hat sich leichte Vorteile erspielt. Das erste Aufschlagspiel von Keys im entscheidenden Durchgang ist aber umkämpft. Sie wehrt 2 Breakbälle in Folge ab und geht in 1:0 in Führung.

Angie bleibt unbeirrt, bringt ihr Aufschlagspiel ohne Punktverlust durch. Im nächsten Spiel vergibt sie wieder 3 Breakbälle – das kann sich rächen… Madison Keys gewinnt dann auch überlegen die nächsten beiden Spiele und geht 4:1 in Führung. So leicht gibt eine Kerber nicht auf: sie verkürzt auf 2:4, nutzt endlich einen Breakball zum 3:4, gewinnt ihr Aufschlagspiel zum 4:4-Ausgleich. Das ist kein „Charleston“ –  das Match ist ein Tanz auf dem heissen Vulkan! Das Publikum ist hingerissen von diesem Thriller. Die junge Amerikanerin verliert nicht die Nerven in diesem Krimi. Sie wehrt 2 Breakbälle ab und geht 5:4 in Führung. Bewundernswert kühl bringt die Deutsche ihren Aufschlag durch, gleicht zum 5:5 aus. Bei Aufschlag Keys wehrt Angie drei Spielbälle in Folge ab. Nachdem das US-Girl auch den vierten Spielball nicht verwandeln kann, serviert sie den 1.Doppelfehler im 3. Satz, verliert danach das Spiel. Kerber serviert zum Matchgewinn. Der Bann ist gebrochen: ohne Punktverlust gewinnt die Kielerin ihr Aufschlagspiel, den Satz und das Match mit 6:2, 4:6 und 7:5!

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Charleston ist in deutscher Hand: nachdem Petkovic im letzten Jahr den Titel holte, hat es jetzt Kerber ihrer Freundin nachgemacht und gewinnt den „Family Circle Cup“ in der Hafenstadt South Carolinas.

Beeindruckende Resilienz, vorbildlicher Kampfgeist und eine bemerkenswerte Nervenstärke Kerbers haben zu diesem Triumph geführt.

Für die Fed Cup-Partie gegen Russland am nächsten Wochenende ist das Team von Barbara Rittner bestens gerüstet.