19. April 2015
von admin
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Nach toller Aufholjagd doch verloren!

Teamchefin Barbara Rittner hatte bei der Einzelaufstellung im Fed Cup-Halbfinale gegen Russland gewagt gepokert – und die Runde, aber noch nicht die gesamte Partie verloren. Vor den nächsten – unter Umständen vorentscheidenden – Einzeln rechnete man mit dem Einsatz der beiden Spitzenspielerinnen Andrea Petkovic und Angie Kerber. Auch weil die beiden die Gelegenheit bekommen hatten, sich noch einen weiteren Tag von den Reisestrapazen zu erholen. Sollte es zum Doppel kommen, hätte Rittner die Qual der Wahl. Die beiden Verliererrinnen der ersten Einzel, Lisicki und Görges, hatten in der nahen Vergangenheit bewiesen, dass sie gerade im Doppel zu herausragenden Leistungen befähigt sind.

Petkovic und Kerber wurden dann auch für die Einzel nominiert. Die Darmstädterin musste dann als erste auf den Platz in der Adler Arena von Sotschi. Ihre Gegnerin, die russische Spitzenspielerin Svetlana Kusnetsova, konnte  mit einem Einzelgewinn schon für den Sieg Russland im Semifinale der Weltgruppe sorgen.

„Petko“ begann hochkonzentriert, entschlossen und befolgte eine klare strategische Linie: sie nahm die Bälle früh, bewegte die Russin mit präzisen und kontrolliert- aggressiven Schlägen. Das gelang ihr bis zur 3:0-Führung fehlerlos. Dann setzte Kusnetsova besser dagegen, sie gewann zwei Spiele in Folge. Ein Spiel auf hohem Niveau und auf Augenhöhe hatte sich entwickelt. In beeindruckender kämpferischer, mentaler und spielerischer Art und Weise setzt sich die Deutsche bis zur 5:2-Führung durch. Andrea zeigt weiter eine phantastische Präsenz und  gewinnt auch das nächste Spiel und den Satz mit 6:2. Von Jetlag und Müdigkeit bisher keine Spur!

andrea-petkovic

„Petko“ bleibt auch im zweiten Satz fokussiert und präsent. Aktuell hat sie auch das Glück auf ihrer Seite: mit zwei Netzrollern geht sie bei eigenem Aufschlag gegen eine hochmotivierte Kusnetsova in Führung. Nach etwas mehr als 30 Minuten Spielzeit hat sie sich in einem hochklassigen Match eine 5:1 Führung erspielt und erkämpft. Gegen eine doch etwas resignierende Gegnerin gewinnt sie auch das nächste Spiel, den 2.Satz mit 6:1 und das Match.

Deutschland hat auf 1:2 verkürzt. Berechtigte Hoffnungen keimen auf.

Im darauf  folgenden Einzel ging Angelique Kerber wohl als Favoritin gegen die Lisicki-Bezwingerin Pawlyutschenko auf den Platz. Man hatte am Vortag doch einige Schwächen bei der Russin beobachten können.

Die Kielerin folgte den Spuren ihrer Freundin „Petko“ und begann konzentriert und entschlossen. Nach 19 Minuten Spielzeit hatte sie sich eine 5:0-Führung herausgearbeitet. Unter dem Jubel des Publikums gewinnt die Russin dann ihr erstes Spiel. Die Euphorie der einheimischen Zuschauer hält nicht lange an.  Souverän bringt Angie ihr eigenes Aufschlagspiel durch und gewinnt den 1.Satz mit 6:1. Es scheint, dass unsere beiden Spitzenspielerinnen die Fed Cup-Partie zu drehen in der Lage sind.

angelique-kerber

Unbeirrt setzt Kerber ihre Dominanz im 2.Satz fort. Das Publikum feiert frenetisch jeden Punktgewinn ihrer Spielerin. Dazu haben sie aber nur sehr selten Gelegenheit. Pawlyutschenkova ist doch etwas zu langsam und die Deutsche hat das Selbstvertrauen der 23-jährigen Russin längst gebrochen. Nach etwas mehr  15 Minuten Spielzeit liegt „Angie“ mit 5:0 vorn. Sie deklassiert ihre Gegnerin und beendet bei eigenem Aufschlag die Partie mit einem 6:0 im zweiten Satz. Deutschland hat zum 2:2 ausgeglichen.

Im Doppel vertraut Barbara Rittner  auf Sabine Lisicki und Andrea Petkovic.  Auf  russischer Seite gehen  Wesnina und Pawlyutschenkova  auf den Platz. Die Spannung ist noch weiter gestiegen. Gelingt es den Deutschen zum ersten Mal in ihrer Fed Cup-Historie,  nach einem 0:2- Rückstand doch noch zu siegen? Vor dem entscheidenden Doppel sehen die Karten für das deutsche Team jetzt sehr gut aus, um das Finale der Weltgruppe gegen Tschechien zu erreichen.

Im ersten Satz spielt ausgerechnet Lokalmatador Wesnina ein überragendes Doppel. Pawlyutschenkova hat sich erholt, unterstützt ihre Partnerin nach Kräften. Die Russinnen dominieren und gewinnen den Durchgang klar mit 6:2.

Der 2.Satz beginnt mit einem weiteren Rückschlag: „Petko“ verliert ihr Servicegame zu Null. Bei 2:3-Rückstand gelingt den Deutschen ein Break. Bei Aufschlag Lisicki kommt prompt das Rebreak. Die beiden Russinen lassen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Mit 6:3 gewinnen sie den 2.Satz und das Match. Russland ist im Finale der Weltgruppe und wird sich dort mit Tschechien um den Weltmeistertitel auseinandersetzen.

Wir verzichten auf eine Einzelkritik unserer deutschen Spielerinnen und ihrer Führung.

Schlusswort: Das war eine verpasste Chance.

 

 

18. April 2015
von admin
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Deutsches Fed Cup-Team vor der Niederlage!

Vor dem ersten Einzel des Fed Cup- Semifinales zwischen Russland und Deutschland in Sotschi, hatte eine Entscheidung Barbara Rittners für Aufsehen gesorgt: Die Teamchefin entschloss sich bei der Einzelaufstellung für den Einsatz von Görges und Lisicki. Die in den vergangenen Wochen auf dem amerikanischen Kontinent so stark auftretenden Kerber und Petkovic wurden noch in der Hinterhand gehalten. Die Gründe für diese Entscheidung sind  offensichtlich: eine Strapazen reiche und späte Anreise unserer beiden Spitzen-spielerinnen, die Gefahr eines Jetlags, die Klimaumstellung und die mit allen diesen Faktoren verbundene Müdigkeit. Die Beobachtungen während der noch zur Verfügung stehenden Trainingseinheiten werden letztendlich den Entschluss Rittners bestimmt haben. Darüber hinaus hatten auch Lisicki und Görges in den vergangenen Wochen großartiges Tennis geboten – man konnte ihnen also vertrauen.

jule 2

Am frühen Nachmittag gingen Julia Görges, aktuell Nr.63 der Weltrangliste, und Svetlana Kusnetsova (WTA Nr.23) für das erste Einzel auf dem Platz. „Jule“ begann unbekümmert und  aggressiv. In den ersten Spielen dominierte sie sogar das Geschehen, aber die doch etwas nervöse Russin hielt dagegen, gewann mehr und mehr Kontrolle. Bis zum Stand von 3:3 brachten beide Kontrahentinnen ihre Aufschlagspiele durch, dann gelang der Spielerin aus St. Petersburg  das erste Break. Sie bekam langsam Oberwasser und gewann den 1.Satz mit  6:4. Im zweiten Satz gelang der Nr.23 der Weltrangliste gleich ein Break bei dem ersten Aufschlagspiel von Görges. Der Druck auf Jule war größer geworden, ihr unterliefen jetzt mehr leichte Fehler. Kusnetsova ging 2:0 in Führung, vergab dann mehrere Spielbälle und Görges verkürzte auf 1:2. Bei Kusnetsova sind Zeichen von Unzufriedenheit zu erkennen. Die Chance auf eine Spielwende blitzt auf. Julia nutzt sie, geht 3:2 in Führung, dann gelingt der Russin der 3:3-Ausgleich. Die Deutsche vergibt  im weiteren Verlauf einige Situationsvorteile, Kusnetsova geht nach einem Break mit 5:4 in Führung und serviert zum Match. Mit Hängen und Würgen gewinnt die Russin das Spiel, den Satz und das Match mit 6:4 und 6:4. Russland geht 1:0 in Führung.

Die Hoffnungen ruhten jetzt auf Sabine Lisicki – aber auch der Druck war gewachsen. Vor dem Spiel ihrer Teamkameradin war sich Andrea Petkovic aber sicher: „Sabine rockt das schon.“

TENNIS: Wimbledon-Sharapova vs Lisicki

Die aktuelle Nr.19 der Weltrangliste aus Deutschland ging dann auch gegen die Nr.38 der Weltrangliste, Anastasia Pawlyutschenkova, beherzt in das Match. Sie dominiert mit ihren harten Aufschlägen – und der neuen Variation eines hohen Kick-Services! – verschlägt aber zu viele Grundschläge. Trotzdem gelingt ihr bei 4:3-Führung ein Break. Dann unterlaufen ihr bei eigenem Service einige unnötige hektische Fehler, die Russin verkürzt auf 4:5. Drei Doppelfehler Pawlyutschenkovas verhelfen dann „Bine“ zum 6:4-Satzgewinn. Beiden Spielerinnen ist die hohe Anspannung deutlich anzumerken.

Im 2. Satz könnte die Berlinerin es jetzt eigentlich gelassener angehen lassen, aber sie produziert Fehler auf Fehler, gerät schnell 0:2 in Rückstand. Obwohl ihre Gegnerin auch sehr viele leichte Bälle verschlägt, setzt sich die Unsicherheit im Spiel der Deutschen fort. Beide Spielerinnen haben mehr mit sich selbst und den besonderen Umständen des Fed-Cups zu tun, als sich auf die Realitäten des Matches zu konzentrieren. Es ist spannend – aber nicht aufgrund des hochklassigen Tennis, sondern aufgrund der hohen psychischen Anspannung und der Frage, wer zuerst seine Nerven in den Griff bekommt.

Beim Seitenwechsel nach dem 4:5-Rückstand, wirkt Barbara Rittner aktiver und intensiver auf ihren Schützling ein. Das hilft etwas – aber noch mehr helfen zwei Doppelfehler der Russin. Lisicki gleicht aus. Serviert dann im anschließenden Spiel drei Asse und geht 6:5 in Führung. Sie vergibt dann im nächsten Spiel einen Matchball, der Tiebreak muss den 2.Durchgang entscheiden. Eine Nuance mehr Entschlossenheit auf Seiten Pawlyutschenkovas führt zum Gewinn des 2.Satzes durch die Russin. Jetzt ist gutes Coaching im deutschen Team angesagt.

Barbara

Nach der 10-minütigen Spielpause kommt aber Pawlyutschenkova mit größerer Entschlossenheit auf den Platz zurück. Sie geht 4:0 in Führung. Mit dem Rücken zur Wand gelingt der Aufschlagweltrekordlerin ein Break zum 1:4. Ein Fünkchen Hoffnung flammt auf. Die zarte Flamme verlöscht schnell: Bine verliert ihr Aufschlagspiel zum 1:5. Die Russin führt 30:0, wird verkrampft, verliert die nächsten beiden Spiele zum 5:3. Das Publikum in der Adler-Arena will ihre Spielerin zum Sieg tragen, feuert sie laut an. Die erspielt sich zwei Matchbälle in Folge. 1.Matchball: Doppelfehler. 2. Matchball: leichter Vorhandfehler der 23-jährigen aus Samara. Dann misslingt Sabine ein leichter Vorhandangriffsschlag. Jetzt kann Pawlyutschenkova nicht mehr umhin,  das Match zu gewinnen. Lisicki verschlägt in der Defensive eine Vorhand und sie verliert den entscheidenden Durchgang mit 3:6. Russland geht mit 2:0 in Führung.

Das ist bitter.

Morgen können vielleicht Petkovic und Kerber den Spieß doch noch umdrehen.

Vielleicht.

 

 

 

17. April 2015
von admin
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Djokovic gegen Nadal im Semifinale von Monte Carlo!

Auf der Terrassenanlage des Monte Carlo Country Club fanden am Freitag die Viertelfinalspiele des ersten großen Sandplatzturniers auf europäischem Boden statt. Nach dem überraschenden Ausscheiden der beiden letztjährigen Finalisten Federer und Wawrinka konnten die Ergebnisse des Tages neue Aufschlüsse über die Form der Weltspitze auf der roten Asche- auch in Hinsicht auf das bevorstehende Grand Slam-Turnier in Paris – geben.

Das Viertelfinale wurde von der Partie zwischen dem an 4-gesetzten Milos Raonic und dem an 6-gesetzten Tomas Berdych eröffnet. Nur 20 Minuten hatten die Zuschauer die Gelegenheit, das Match zwischen dem Tschechen und dem Kanadier zu verfolgen, dann gab Raonic beim Stand von 2:5 wegen einer Fußverletzung auf. Berdych zieht zum dritten Mal in das Semifinale von Monte Carlo ein.

Tomas

Im Anschluss setzte sich Grigor Dimitrov, der sein Leistungsvermögen auf Sand mit seinem klaren Sieg über Wawrinka bewiesen hatte, mit dem Federer-Bezwinger und Publikumsliebling Gael Monfils auseinander. Der französische Paradiesvogel nutzte den Aufschwung nach seinem Sieg über den Weltranglistenzweiten, und gab dem Bulgaren bei seinem 6:1 und 6:3-Sieg nicht den Hauch einer Chance. Im Semifinale trifft Monfils jetzt auf Berdych.

Monfils-tennis

Der Weltranglistenerste  Novak Djokovic bewies auch gegen den an 8-gesetzten Marin Cilic, dass er aktuell unangefochten auf seiner herausragenden Position steht. Der Serbe zeigt sein Selbstvertrauen und seine Dominanz von Anfang an gegen den „feindlichen kroatischen Bruder“  und fegt ihn im 1.Satz mit 6:0 vom Platz. Im 2.Satz kommt Cilic besser in das Spiel, der Djoker breakt aber wieder früh den harten Aufschlag des Kroaten und rückt ungefährdet mit 6:0, 6: 3 in das Semifinale vor. Der Return des Serben ist einzigartig gut in der ATP-Weltspitze und ist ein wichtiger Faktor seiner gegenwärtigen Spitzenposition.

nole

Das spanische Duell zwischen dem an 3-gesetzten Rafael Nadal und dem an 5- gesetzten David Ferrer schloss den Viertelfinaltag in Monaco ab. In den drei Matches zuvor hatte das Publikum im Country Club weniger als zweieinhalb Stunden Spielzeit genossen. Bei dem Match der beiden unerbittlichen iberischen Kämpfer konnte man  von einem längeren Zeitraum ausgehen. Die beiden Spanier stritten dann auch fast 3 Stunden für das Erreichen des Halbfinales. Rafael Nadal setzte sich am Ende mit 6:4, 5:7 und 6:2 durch. Nach dem Kampf äußerte er seine Zufriedenheit:  Ich denke, dass ich auf dem höchsten Level seit langem gespielt habe. Und das über fast drei Stunden. Die Art, wie ich den dritten Satz nach dem enttäuschenden zweiten Satz gespielt habe, war richtig gutes Tennis. Auch in Hinsicht auf die körperliche Leistung und die Mentalität.”

Mit gestärktem Selbstbewusstsein wird er morgen in das Semifinalmatch gegen Nole Djokovic gehen.