1. November 2014
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Von Paris nach London

Ein wenig wehmütig schauen wir nach Paris. Im Palais Omnisports trifft sich – bis auf den verletzten Nadal und Marin Cilic – die gesamte Weltelite. Dramatische Matches werden vor prall gefüllten Tribünen gespielt, das Publikum ist enthusiastisch, richtungsweisende Entscheidungen fallen für das Welttennis. Nicht zuletzt: Der nationale Verband erhält wichtige Gelder für die Förderung. Vielleicht fehlt in Deutschland so eine aufsehenerregende Turnierveranstaltung, damit Tennis wieder einen nachhaltigen Aufschwung in unserem Land erleben kann.

Am Freitag fanden in Bercy die Viertelfinalbegegnungen des BNP Paribas Masters 1000 statt. Die Topprofis präsentierten sich in Paris „bis in die Fingerspitzen motiviert“:  Im Viertelfinale stehen  sieben der acht Topgesetzten. Nur Stan Wawrinka verlor sein Achtelfinalspiel.

Sein Bezwinger Kevin Anderson konnte mit einem Sieg über Tomas Berdych noch die sichere Teilnahme des Tschechen an den ATP-Finals verhindern. Der Südafrikaner gewann auch den 1.Satz im Tiebreak(7:5), dann setzte sich die Solidität des Tschechen gegen die Aufschlagkraft Andersons mit 6:4 und 6:4 durch. Nach verwandeltem Matchball bejubelte Berdych ausgelassen den fünften Einzug in Folge in die ATP-Finals.

Tomas Berdych

Milos Raonic muss zumindest das Endspiel in Paris erreichen, um den Sprung in das Londoner Teilnehmerfeld noch in letzter Sekunde zu schaffen. Ausgerechnet Roger Federer, der realistische Ambitionen hat, die ATP-Saison als Nr.1 zu beenden, stand im Viertelfinale diesem Ziel entgegen. Wenn es schwer wird, zeigt der Kanadier seine besten Leistungen. Mit 21 Assen schaffte er das Unmögliche und schlug den Favoriten Federer mit 7:6(5) und 7:5. Die Tür nach London steht für Raonic noch immer einen Spalt offen. Im Halbfinale von Bercy wird er auf Tomas Berdych treffen.

Bei dem Duell der beiden etablierten Weltklasseprofis Novak Djokovic und Andy Murray konnte der Serbe seinen Vorsprung auf Roger Federer in der Weltrangliste wieder ausbauen. Im 1.Satz zeigten die Kontrahenten hochklassiges Tennis auf Augenhöhe. Der „Djoker“ erlaubte Murray bis zur 6:5-Führung keinen Breakball, der Schotte wehrte souverän vier Breakbälle des Serben bis dahin ab. Im nächsten Spiel verwandelte Djokovic den sechsten Breakball und gewann den Satz mit 7:5. Im zweiten Durchgang setzte sich Nole klar mit 6:2 durch und zog souverän in das Semifinale von Paris ein.

nolesieger

Im letzten Match des Tages kam es zwischen Kei Nishikori und David Ferrer  wieder zu einem direkten „Shootout“ für London. In den ersten beiden Spielen dominiert der Japaner, Ferrer kämpft sich in das Match hinein, gewinnt den Satz mit 6:3. Im zweiten Durchgang dreht Nishikori den Spieß um, geht 5:3 in Führung. Der Spanier gibt nie auf, rennt um sein Leben, gleicht auf 5:5 aus. Ferrer zeigt bewundernswerte Widerstands- und Kampfkraft, Nishikori nutzt seine enorme Beschleunigungsfähigkeit. Als er im Tiebreak 2:5 zurückliegt, steigert er noch einmal das Tempo, punktet mit der Vorhand und gewinnt den zweiten Satz mit fünf Punkten in Folge.

Das fachkundige Publikum feiert die faszinierenden Ballwechsel, die  Einsatzbereitschaft und den Siegeswillen beider Spieler.

Auch im dritten Satz wird auf Augenhöhe weiter gekämpft. Am Ende ist Nishikori eine Nuance besser und gewinnt mit 6:4 den Satz und das Match. Damit hat auch er endgültig seinen Platz in  den Londoner Finals gesichert.

 

31. Oktober 2014
von admin
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Dramatische Matches in Paris

Im Palais Omnisports in der französischen Hauptstadt kam es am Donnerstag in den Achtelfinals zu den entscheidenden Kämpfen um die Teilnahme an den „ATP-Finals“ und für die saisonabschließende Weltranglistenwertung.

bercy

Tomas Berdych musste sich als erster der London-Aspiranten gegen Feliciano Lopez in der Kampfstätte bewähren. Der Tscheche „wackelte“ etwas im ersten Satz, konnte aber am Ende mit einem 7:5, 6:3-Sieg sicher in das Viertelfinale einziehen und bleibt damit aussichtsreich im Rennen.

David Ferrer fightete dann in der Begegnung mit dem Landsmann Fernando Verdasco um seine letzte Chance, auf den Zug nach London aufzuspringen. Erbarmungslos entschlossen fertigte Ferrer den spanischen Konkurrenten mit 6:1 und 6:2 ab.

Auch Milos Raonic konnte nur mit einem Sieg über Roberto Bautista-Agut die Hoffnung aufrechterhalten, in letzter Minute das „Race to London“ erfolgreich zu beenden. Mit Mühe gewann der Kanadier den 1.Satz mit 7:5, mit noch größeren Mühen und kleinen Nervenschwächen konnte er sich auch im zweiten Durchgang knapp mit 7:6(7) gegen den Spanier durchsetzen. Das kleine Flämmchen Hoffnung glüht weiter.

milos_raonic

Für Stan Wawrinka ging es in seinem Match gegen Kevin Anderson hauptsächlich darum, Selbstvertrauen für das Abschlussturnier in der britischen Metropole zu gewinnen. Das ist ihm in dem spannenden Thriller, der erst zum Ende der Partie auf höchstem Niveau gespielt wurde, dann nicht gelungen: er verlor 7:6(3), 5:7, 6:7(3).

Dann kam es zu dem mit Spannung erwarteten direkten Duell um das Ticket nach London zwischen Andy Murray und Grigor Dimitrov. Mit einer Niederlage wäre der Bulgare endgültig aus dem Rennen zu den ATP-Finals. In dem erbarmungslosen Final-Shootout kannte der in den letzten Wochen in Bestform spielende Schotte keine Gnade und schoss Dimitov mit 6:3, 6:3 vom Platz und aus dem Teilnehmerfeld für die O2-Arena in London. Der Brite hingegen hat sich mit diesem Erfolg als fünfter Spieler für die ATP-Finals 2014 qualifiziert.

Roger Federer musste gegen die größte Überraschung des Turniers in Paris-Bercy, den 20-jährigen  Lucas Pouille, im Achtelfinale antreten. Der junge Franzose hatte die Qualifikation erfolgreich bewältigt und dann im Hauptfeld die Stars  Karlovic und Fognini besiegt.  Die aktuelle Nr.176 der Weltrangliste gab vor dem Match gegen sein Idol einige interessante Auskünfte, die für viele Tennisspieler,  die noch nicht den entscheidenden Durchbruch auf das nächst höhere Niveau geschafft haben, richtungsweisende Hinweise geben könnten:       „Es ist überhaupt nicht so, dass ich hier so unglaublich spiele. Ich bin nur solide, ich bewege mich sehr gut. Bei den wichtigen Punkten bin ich in der Lage, gut aufzuschlagen, gut zu retournieren. Die Erfolge in Paris haben mir einfach mehr Selbstvertrauen gegeben.

Roger Federer schlägt seit Wochen überragend auf, auch dem jungen französischen Talent gab er im Palais Omnisports keine einzige Chance für einen Breakball. Unangefochten marschierte der Tennisgentleman mit 6:4, 6:4 in die Runde der letzten Acht in Paris.

fedberg

Um alle Trümpfe für London in der Hand zu behalten, musste sich Kei Nishikori gegen Publikumsliebling Jo-Winfried Tsonga behaupten. Entschlossen und fehlerlos ging der Japaner  in das Match, führte 5:0, ehe der Franzose sein erstes Spiel gewann. Nishikori breakte sofort wieder seinen Gegner, gewann den Satz 6:1 und dominierte auch den zweiten Durchgang. Plötzlich wurde der Asiate  „tight“, er verkrampfte, vergab sichere Gewinnschläge, verspielte zahlreiche Breakbälle und verlor noch den Satz mit 4:6. Machte er sich Gedanken um die Punkte, die er während seiner Auszeit nicht gewinnen konnte und die zum Einzug in die ATP-Finals gereicht hätten? Im dritten Satz fing sich Nishikori wieder, aber er hatte Tsonga in das Spiel gebracht. Beide Akteure brachten bis zur 5:4-Führung Nishikoris ihre Aufschlagspiele durch, dann unterliefen dem Franzosen leichte Fehler und das Tennisdrama fand mit dem mühevollen 6:4-Sieg des Japaners im dritten Satz seinen Abschluss. Nishikori ist auf dem Weg, der erste asiatische Teilnehmer in einem ATP-Finale zu werden.

Im letzten Match des aufregenden Tages in Bercy, trat Novak Djokovic gegen den anderen Lokalmatadoren Gael Monfils an. Mit dem 6:3, 7:6(2) -Sieg des Serben ist der letzte  Franzose in Paris-Bercy ausgeschieden. Das ist kein gutes Omen für das Davis Cup-Finale gegen die Schweiz in Lille. Der Paradiesvogel Monfils hatte aber wieder aufsehenerregendes Tennis geboten. Bis zum klar verlorenen Tiebreak hatte er auch mit 12 Assen („der Djoker“  nur 1 Ass) hervorragend serviert.

30. Oktober 2014
von admin
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Erbitterte “Dogfights” in Paris

In Paris-Bercy fanden am Mittwoch die „Vorbereitungsmatches“ der London-Aspiranten für die knallharten Ausscheidungen in den Achtel- und Viertelfinals statt.

Nach drei Niederlagen auf ATP-Turnieren in Folge, zeigte Stan Wawrinka auf-steigende Form und bezwang den österreichischen Aufsteiger Thiem mit 6:4 und 7:6.

Milos Raonic rettete sich mit einem 6:3, 5:7 und 7:6 gegen den Ami Jack Sock in die nächste Runde und bewahrte sich  dadurch noch die letzte Chance auf eine Teilnahme bei den ATP-Finals.

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„Stehaufmännchen“ David Ferrer bewies bei seinem 6:3, 2:6, 6:3-Erfolg über den belgischen Shooting-Star David Goffin die gewohnte Kampfkraft.

Der Schotte Andy Murray setzte sein beeindruckendes Endspurttempo auch in der Auseinandersetzung mit Julien Benneteau fort und fertigte den Franzosen souverän mit 6:3, 6:4 ab.

Der Sieger von Basel, Roger Federer, musste gegen den Franzosen Chardy Resilienz und Nervenstärke zeigen  und hielt mit seinem knappen 7:6(5), 6:7(5), 6:4 Sieg über den Franzosen Chardy weiterhin die Möglichkeit aufrecht, sich am Saisonende als die Nr.1 der Weltrangliste zu präsentieren. Es war der 13.Sieg des Schweizers in Folge.

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Grigor Dimitrov kämpfte erfolgreich um seine letzte Chance und schickte den Argentinier Cuevas gnadenlos mit einem 6:0, 6:3-Sieg zurück nach Südamerika. Wenn er weiter so in Paris durchstartet, kann er das Unmögliche noch möglich machen und in London in das Feld der besten Acht der Welt rutschen. Völlig entspannt kommentierte der Bulgare nach dem Sieg die Situation in Paris: „Es ist ein hart umkämpftes Rennen nach London – gut für das Publikum. Wir werden wir noch einige richtig verbissene „Dogfights“ erleben.“

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Nach seiner 2-wöchigen Auszeit musste sich Kei Nishikori gegen den spanischen Routinier Tommy Robredo behaupten. Der Japaner kam erst langsam in Gang, verlor den 1.Satz im Tiebreak, setzte sich dann aber mit 6:2 und 6:3 klar durch.

Im Achtelfinale findet ein direktes Duell, der erste „Dogfight“,  zweier London-Anwärter statt:  Der Bulgare Dimitrov muss Andy Murray schlagen, um seine letzte Chance für das der ATP-Finals zu wahren.

Alle Favoriten und London-Aspiranten haben sich bisher in Paris erfolgreich durchgesetzt. Das wird sich bei den Achtelfinalspielen mit Sicherheit ändern.