29. Oktober 2014
von admin
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Race to London: Final Shoot-Out in Paris

Das “Race to London”,  zu den Barclays ATP World Tour Finals, wird in dieser Woche in Paris, bei den BNP Paribas Masters, entschieden. Djokovic, Federer,  Wawrinka und Cilic sind aktuell schon qualifiziert. Rafael Nadal, der auch längst die nötigen Punkte gesammelt hat, um in London spielen zu können, wird  nach Aussage der ATP  wegen einer bevorstehenden Blinddarmoperation nicht bei den World Tour Finals 2014 in der O2-Arena antreten.

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Damit sind eine Woche vor Beginn des Saisonabschlussturnieres plötzlich vier Plätze frei geworden. Alle Spieler, die noch für London in Frage kommen, haben sich in Paris eingefunden, um noch in letzter Sekunde in das erlesene Feld der besten acht Spieler der Saison 2014 zu kommen. Der Palais Omnisports in Paris-Bercy präsentiert sich 2014 als das entscheidende Schlachtfeld, auf dem die internationalen Tennisrecken sich mit allen Kräften bekämpfen werden, um in dem erlesenen Feld der Weltbesten Aufnahme zu finden. Auch Djokovic, Federer (der noch die Saison als Nr.1 der Weltrangliste abschließen kann), Wawrinka und Cilic bringen sich in der französischen Metropole in Form für die Finals.

Andy Murray, der in den letzten Wochen Blood, Sweat und Tears geopfert  hatte, um einen aufsehenerregenden Endspurt hinzulegen, hat die größten Chancen, sich die ersehnte Teilnahme zu sichern: ihm genügt ein Viertelfinaleinzug in der französischen Hauptstadt. Im Achtelfinale von Paris wird er allerdings auf Grigor Dimitrov treffen, der sich auch noch Hoffnungen machen kann, in London antreten zu dürfen.

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Als nächster Aspirant wartet Kei Nishikori, der gegenwärtig 30 Punkte hinter dem Schotten im „Race to London“ liegt. Der Japaner hat in Asien eine zweiwöchige Auszeit genommen. Im Achtelfinale träfe er auf Jo Wilfried Tsonga, der zwar keine Chancen mehr auf eine „Finals-Teilnahme“ hat, der aber vor einheimischen Publikum beweisen will, dass er zu den besten Profis der Welt gehört. Nishikori wäre der erste in Asien geborene Tennisprofi, der sich eine Teilnahme an den ATP-Finals erkämpft hätte.

Tomas Berdych befindet sich vorläufig auf den vorletzten Platz, der den Einzug in das Abschlussturnier in London gewährleistet. Wenn er nicht in der ersten Runde beim Turnier in Valencia ausgeschieden wäre, hätte er sich die Finalteilnahme schon dort sichern können.

Mit ihm um die letzten Plätze streiten sich – in der Reihenfolge der erzielten Punkte – David Ferrer, Milos Raonic und Grigor Dimitrov. Die beiden Youngster  müssen aber das Turnier in Paris gewinnen, um die Punktrückstände gegen die oben genannten Konkurrenten aufzuholen. Der Spanier muss zumindest das Finale in Bercy erreichen, um zum sechsten Mal in Folge die ATP-Finals sicher zu erreichen.

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Am Dienstag spielten von den Topgesetzten nur Novak Djokovic und Tomas Berdych. Der Serbe, vor wenigen Tagen Vater geworden, präsentierte sich als „Daddy Cool“ und setzte sich gegen Philipp Kohlschreiber ungefährdet mit 6:3 und 6.4 durch. Der Tscheche stieß auf starken Widerstand des Franzosen Mannarino, konnte aber mit 6:4, 6:7 und 6:2 ein frühes Ausscheiden vermeiden.

Am heutigen Mittwoch werden die anderen Spitzenspieler zu ihren Matches antreten. Wawrinka (gegen Thiem) und Ferrer (gegen Goffin) haben zwei Gegner, die in den letzten Monaten sich erfolgreich in die absolute Weltspitze gespielt haben und den beiden Etablierten das „(Über-)Leben wohl schwer machen“ werden.

Wir werden zeitnah von diesen Kämpfen auf dem „Schlachtfeld“ Paris-Bercy berichten.

28. Oktober 2014
von admin
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Marvin Möller – Porträt einer großen Tennishoffnung

Wir hatten in unserem Blog berichtet, dass dem deutschen Profitennis international in dieser Saison bisher leider kein aufsehenerregender Durchbruch gelungen ist. In der vergangenen Woche hatte ein Jungstar, die 20-Jährige Annika Beck, mit ihrem Titelgewinn in Luxemburg für einen Lichtblick gesorgt.

Die deutsche Tennisjugend macht Hoffnung. Nach langer Zeit hat das nationale U14-Team im Sommer dieses Jahres im tschechischen Prostejov die Weltmeisterschaft gewonnen. Rudolf Mollecker, der Spitzenspieler der DTB-Auswahl, hat bei den internationalen Turnieren auch im Einzel für Furore gesorgt. Er hat damit angedeutet, dass er wie der Hamburger Sascha Zverev, der in diesem Jahr bei den German Open so beeindrucken konnte, Chancen hat, den Sprung in das Profitennis erfolgreich zu gestalten.

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In Hamburg, das mit Stich, Westphal, Meinecke, Osterthun (auch Kamke und Reister – aber das sind zugereiste „Quiddjes“, die haben nicht das Privileg, in der freien Hansestadt geboren zu sein…) schon viele Talente in die Weltspitze der Profis gebracht hat, hat sich jetzt eine neue Hoffnung hervorgetan. Das außergewöhnliche Talent, das den ein Jahr jüngeren Rudi Mollecker bei einem Rahmenevent anlässlich des Turniers am Rothenbaum  in diesem Jahr geschlagen hat (im Vorjahr besiegte er seinen „Lieblingsgegner“ sogar drei Mal), wollen wir in diesem Post porträtieren:

Marvin Möller, geboren am 18.Januar 1999 in Hamburg, ist ein begeisterter Sportler – besonders, wenn ein Ball im Spiel ist.

Mit 5 Jahren spielte er schon Fuß- und Handball im Verein. Gelegentlich nahm auch den Schläger in die Hand, wenn er bei seinen Eltern und seinem Bruder, die beim SC Condor Tennis spielten, die Bälle sammelte. Marvin fand Gefallen am Tennis und spielte bald selbst mit großer Begeisterung. Er wechselte zum Rahlstedter HTC und nahm an Turnieren teil. Bei diesen Wettkämpfen fiel sein außerordentliches Talent schnell auch den Verbandstrainern auf und  seine Förderung wurde intensiviert.

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Aber das Talent ist es nicht allein, was Marvin Möller von anderen begabten Konkurrenten, die Tennis spielen, unterscheidet: Es ist der unbedingte Wille, das Talent zu nutzen. Bis zu 20 Stunden trainiert der 15-Jährige in der Woche. Er besucht die „Eliteschule des Sports“ in der Stadtteilschule Alter Teichweg, wird für Verbandstraining und Turniere freigestellt.

Training, Turniere und Ligaspiele für das Herrenteam seines Vereins sind für Marvin Möller mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, füllen sein Leben aus. „Tennis macht mir Spaß“, lautet Marvins einfache Erklärung für die außergewöhnliche Fokussierung auf den weißen Sport.

Das macht Sinn – nur mit Spaß und Freude am Sport kann man sich nachhaltig erfolgreich durchsetzen. Seine Eltern unterstützen ihn nach Kräften, um seinem Traum, auf den Spuren seiner Vorbilder Murray und Nadal in die Weltspitze des Profitennis zu kommen, realisieren zu können.

Sein bedingungsloser Einsatz ist auch längst belohnt worden: Das Ausnahmetalent aus Hamburg wurde im Sommer 2013 deutscher Meister U14 und gewann im Winter sowohl im Einzel wie auch im Doppel die deutsche Meisterschaft in der Halle. Er ist die Nr.1 des Jahrgangs 1999 der deutschen Rangliste.

Auch international hat er sich erfolgreich präsentiert. Im Februar 2013 gewann er sein erstes offizielles europäisches Jugendturnier U14 in der Schweiz. In der Folge konnte er sich auch in Dänemark und auf heimischen deutschen Boden  erfolgreich durchsetzen.

Im September 2014 gewann er in Kreuzlingen/Schweiz erstmals ein ITF-Turnier unter 18 Jahren. Der Hamburger Tennisverband berichtete stolz über diesen vielversprechenden Erfolg: „HTV-Topspieler Marvin Möller (Rahlstedter THC) hat mit einem souveränen 6:3 und 6:1 im Finale des Schweizer ITF Turniers in Kreuzlingen gegen den Schweizer Mirko Martinez seinen ersten Titel auf der Jugendweltranglisten-Tour gewonnen. Auch in den Runden zuvor konnte Möller sich ohne Satzverlust durchsetzen und freut sich nun über einen weiteren Sprung nach vorne in der Jugendweltrangliste.“

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Ein anderer Schritt, der ihn auf seinen Weg unterstützen wird, ist in diesen Tagen unternommen worden: Rainer Schüttler und Dirk Hordorff, zwei Protagonisten des Tennis in Deutschland, die wissen, wie man erfolgreich Tennis-Karrieren plant, haben das junge Talent aus Hamburg unter ihre Fittiche genommen. Den Kontakt hat Hamburgs Verbandstrainer Guido Fratzke, der intensiv mit Marvin zusammenarbeitet, hergestellt.

Diese Entscheidung zeugt von Weitsicht.

Marvin Möller ist „in guten Händen“.

 

26. Oktober 2014
von admin
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Serena Williams – Königin der WTA-Tour auch in Singapur

Das Endspiel bei den “BNP Paribas WTA Finals“ in Singapur hat die normale Hierarchie im internationalen Damentennis wiederhergestellt. In der ersten Round Robin Runde des Masters hatte Simona Halep die Weltranglistenerste Serena Williams mit 6:0 und 6:2 deklassiert. Die Rache kam früh und fürchterlich: Im Finale drehte Serena Williams „den Spieß um“ und fegte ihre rumänische Kontrahentin gnadenlos mit dem gleichen 6:0, 6:2-Ergebnis vom Platz.

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„Vielen Dank Simona, du hast mich zu einer besseren Spielerin  gemacht“, bezog sich Serena in ihrer Siegeszeremonien-Rede auf die  niederschmetternde Niederlage gegen ihre Finalkonkurrentin zu Beginn der WTA-Finals. „Aus Niederlagen Siege machen“, diese alte Samurai-Regel hat die US- Powerfrau in Singapur befolgt. Sie hat aus dem Verlust gelernt und zusätzliche Motivation für das Endspiel gewonnen.

Simona Halep hatte das in ihrem Kommentar nach dem Spiel schnell erkannt: „Serena war in dem heutigen Match viel motivierter und fokussierter als zu Beginn des Turniers“. Dann „philosophierte“ die junge Rumänin weiter: „Jeder Tag ist ein neuer Tag, ist ein anderer Tag. Heute haben wir alle gesehen, dass es ein anderer Tag war“.

Das klingt selbstironisch. In dieser Aussage ist aber auch eine Ankündigung erhalten: Es wird in Zukunft wieder Tage geben, in denen Simona Halep die Weltranglistenerste schlagen kann.

Die Saison 2015 wird spannend: Die Königin der Saison 2014 wird von der Weltranglistenzweiten gejagt werden.

Wohl nicht nur von ihr: Auch Caroline Wozniacki hat in Asien deutlich gemacht, dass ihre Ansprüche gewachsen sind. Wenn sie weiter so spielt, kann sie 2015 an die Spitze der Weltrangliste nach langer Zeit wieder zurück kehren.

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Dann ist da noch die „wilde junge Horde“ um Eugenie Bouchard. Diese jungen Spielerinnen haben schon in dieser Saison bewiesen, dass sie an einem guten Tag in der Lage sind, die Weltspitze zu schlagen. Die mangelnde Erfahrung für nachhaltige Erfolge werden sie von Spiel zu Spiel dazu gewinnen.

Wir können uns auf eine aufregende neue WTA-Tennissaison freuen.

Das Turnier in Singapur bot mitreißenden Sport. Es wird dazu beigetragen, dass in Asien Tennis weiter boomt. Auch wenn Na Li vom Wettkampfsport zurück getreten ist, hinter ihr wachsen zahlreiche Talente heran, die motiviert sind, in ihre Fußstapfen zu treten.

Auch sie werden dafür sorgen, dass die Saison 2015 interessant verlaufen wird.

Das deutsche Tennis sieht noch einem krönenden Abschluss der Saison 2014 entgegen: das Fed-Cup-Finale am 8. und 9.November in Prag.