27. Mai 2014
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Mehr Licht als Schatten in Paris

Als erste deutsche Teilnehmerin ging am Montag Sabine Lisicki gegen die krasse Außenseiterin Fiona  Ferro aus Frankreich auf den Platz. Bine beeindruckte mit ihrer schnellen und kompromisslosen Vorhand. Die feuerte sie über den Platz, wie der Namensgeber der Tennisanlage, der Flugpionier Roland Garros, sein Maschinengewehr bei seinen Kämpfen im 1.Weltkrieg. Auch die ersten Früchte der Zusammenarbeit mit Martina Hingis waren zu erkennen: Als Variante setzte Lisicki bei Gelegenheit den gefühlvollen Stopp erfolgreich ein. Bevor die junge französische Gegnerin sich orientiert hatte, war der Satz mit 1:6 verloren.

Es fiel auf, dass die Wimbledonfinalisten trotz ihrer Dominanz im ersten Satz keine Entspannung und Gelöstheit aufkommen ließ. Immer wieder suchte sie mit ernster und sogar zweifelnder Miene den Blickkontakt zu ihrem Coach. So war es auch nicht für die Insider vollkommen überraschend, dass sie im 2.Durchgang mit 1:4 in Rückstand geriet. Die Berlinerin ließ sich davon dann aber nicht beirren, spielte weiter aggressiv, glich auf 4:4 aus und setzte sich dann mit 7:5 im zweiten Satz durch.

Lisicki

Wenn Bine wieder ihre unbekümmerte Freude am Spiel und neues Selbstbewusstsein findet, kann sie schon in Paris für positive Überraschungen sorgen. Positiv überrascht hat uns schon jetzt Mona Barthel. Mit einem ungefährdeten 6:4, 6:0 Sieg gegen die in der Weltrangliste  höher platzierte Italienerin Karin Knapp (Position 50) zog sie in die zweite Runde ein. Dort kommt es jetzt zum Duell mit Sabine Lisicki. Ein Match mit offenem Ausgang – auch weil die Norddeutsche gegen die aktuelle Nummer 17 der WTA-Weltrangliste nichts zu verlieren hat…      

Der Lübecker Tobias Kamke spielte auch in der ersten Runde des Tages und traf auf den Sohn eines berühmten Vaters, auf den Slowaken Miloslav Mecir. Auf Tobis Kampfgeist kann man sich verlassen – auch auf seine Nervenstärke. Der Norddeutsche gewann den ersten Durchgang mit 7: 5, den zweiten Satz mit 7:2 im Tiebreak und bei 3:3 im dritten Satz musste das Match wegen des Regens unterbrochen werden. Auf Hanseaten kann man sich verlassen -  natürlich gewinnt Tobi bei Wiederaufnahme des Matches den dritten Satz. Selbstverständlich im Tiebreak. Mit 7:1 lässt er in der entscheidenden Phase nichts anbrennen.

Kamkes Gegner in der nächsten Runde wird der an Position 25 gesetzte kroatische „Lulatsch“ Marin Cilic sein. Da hängen die Trauben in jeder Hinsicht sehr hoch…

Drei deutsche Siege in Folge – aber auch in Paris wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Der erste leichte Rückschlag war die Niederlage Anna – Lena Friedsams gegen die Schweizerin Stefanie Voegele. Anna-Lena gewann zwar den ersten Satz knapp mit 7:3 im Tiebreak, verlor unglücklich den folgenden Satz mit 5:7 und gab sich dann der Eidgenossin mit 2:6 im letzten Durchgang geschlagen. Der schwächere Return des Deutschen machte am Ende den Unterschied aus.

Von Benjamin Becker konnte man nicht unbedingt einen Sieg erwarten. Er unterlag dann auch gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci  in den ersten beiden Sätzen (2:6, 4:6) deutlich, drehte aber mit tapferster Gegenwehr das Match in den nächsten beiden Sätzen (6:3, 6:4) um. Im entscheidenden Durchgang hatte dann doch wieder der Südamerikaner mit 6.2 die Oberhand. Trotzdem Anerkennung: Ben Becker hat sein Leistungsvermögen auf Sand voll ausgespielt.

Nachdem Andreas Beck sich qualifiziert hatte, wartete mit dem Italiener Fabio Fognini eine fast unlösbare Aufgabe auf ihn. Der an Nr. 14-gestzte Südeuropäer setzte sich dann auch mit 6.4, 6:4 und 6:1gegen den Deutschen durch.

Julia Görges hielt sich gegen Michelle Larcher de Brito – dieser Name kann nur  aus Portugal stammen – mit 6.2, 6:3 schadlos. Im nächsten Match trifft sie allerding auf das kanadische Wunderkind Eugenie Brouchard (an Position 18 gesetzt), die die Israelin Shahar Perez mit 6:0, 6:2 vom Platz schoss.

In den Abendstunden ging als letzte deutsche Teilnehmerin des Tages Andrea Petkovic gegen die Japanerin Misaki Doi auf den Platz. Erwartungsgemäß dominierte die Darmstädterin die Partie und gewann 6:3 und  6:3. Petko trifft jetzt auf die Friedsam-Bezwingerin Stefanie Voegele –   auch diese Aufgabe scheint machbar.

Auch am Montag setzten sich bei den Spielen der Teilnehmer aus den  anderen Ländern die meisten Favoriten – Nadal, Djokovic, Tsonga bei den Herren, Stosur, Cibulkova, Scharapova bei den Damen – durch. Die erste große Sensation war das frühe Ausscheiden des an 9-gesetzten Japaners Kei Nishikori. Der asiatische Shooting-Star dieser Saison unterlag in einem hochklassigen Match dem Sieger des Münchener Turniers, dem Slowaken Martin Klizan, mit 6:7, 1:6 und 2:6.

Auch nicht unbedingt erwartet wurde die klare Niederlage (1:6, 2:6) von Maria Kirilenko gegen die Schwedin Johanna Larsson. Das Ausscheiden der an 17-gesetzten Italienerin Vinci gegen die Französin Parmentier kann man auch noch zu den seltenen Favoritenstürzen zählen.

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Am Ende des Tages kam die größte Überraschung. Der Erfolgsdruck eines neuen Grand Slam-Siegers war zu hoch für die Nummer 3 der aktuellen Weltrangliste: Stan Wawrinka schied mit 62(!) „unforced errors“ gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez aus. Das Ergebnis von 4:6, 7:5, 2:6, 0:6 beschreibt seinen Niedergang deutlich. Wawrinkas Kommentar: „Das war einfach nur fürchterlich.“

Nach dem zweiten Tag des Grand Slam- Turniers in Paris stehen 6 deutschen Siegen 4 Niederlagen gegenüber. Morgen greifen Tommy Haas, Philipp Kohlschreiber, Daniel Brandts, Jan Lennard Struff und Dinah Pfizenmaier in das Geschehen ein. Sie werden dafür sorgen, dass die deutsche Siegesquote weiterhin positiv bleibt.

26. Mai 2014
von admin
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Erstes Schaulaufen in Paris

Der Startschuss der diesjährigen French Open ist gefallen. Zu Beginn des Sandplatz-Grand-Slams konnten vor allem die gesetzten Spieler/innen überzeugen.

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Beginnen wir das Resümee des Eröffnungstages mit unserer größten Hoffnung Angelique Kerber. Der deutliche 6:3 und 6:1 Auftaktsieg gegen die Polin Piter war zu keiner gefährdet. Nach ihren letzten durchwachsenen Auftritten auf Sand zeigte sich Angie besonders auf ihrer Vorhand stark verbessert und konnte viele Winner für sich verbuchen. Ein souveräner Turnierstart gegen eine ungefährliche Aufbaugegnerin. Steigert sie noch ihre Leistung beim eigenen Aufschlag und nutzt die gute Auslosung, hat sie gute Aussichten durch das Erreichen des Viertelfinals die zweite Woche des Turniers mitzuerleben.

Ganz anders verlief das Match der deutschen Nachwuchshoffnung Annika Beck. Nach erfolgreichem erstem Satz (7:6) musste sich das deutsche Talent der unorthodox spielenden Bulgarin Pironkova in den folgenden Sätzen geschlagen geben (3:6 2:6). Der glückliche Gewinn des ersten umkämpften Satzes gab Annika keinen Auftrieb. Pironkova hingegen änderte ihr Spiel, wurde aggressiver und konnte mit ihrem variantenreichen Spiel Beck aus dem Konzept bringen. Schafft Beck es, ihr einseitiges und leicht zu durschauendes Spiel zu ändern und um einige Facetten zu bereichern, kann sie in Zukunft einen großen Schritt nach vorne machen. In diesem Jahr heißt es jedoch, aus den Fehlern zu lernen und mit neuer Motivation in die Vorbereitung für Wimbledon zu gehen.

Außer den beiden Mädels waren keine deutschen Athleten am Sonntag im Einsatz. Dafür konnten schon einige (Geheim-) Favoriten ihre Ambitionen untermauern. Bei den Herren dominierten alle gesetzten Spieler standesgemäß. Federer, Berdych, Tsonga und Raonic setzten sich jeweils in drei Sätzen durch.

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Das gleiche Bild zeigte sich bei den Damen. Auch Serena und Venus Williams, Radwanska, Suarez-Navarro und Kerber meisterten ihre Auftakthürden souverän. Mit der Estin Kanepi musste nur eine gesetzte Spielerin frühzeitig das Handtuch werfen.

Wir blicken gespannt auf den heutigen Montag, der neben diversen Top-Titelkandidaten auch die Herren Kamcke, Becker und Andreas Beck, sowie die Damen Petkovic, Barthel, Lisicki, Goerges und Friedsam zum Tanz auf der roten Asche von Paris bittet.

24. Mai 2014
von admin
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“Paris, ein Fest fürs Leben” – auch für unsere Tennisprofis?

Jetzt wird es ernst. Die Hauptfelder der French Open in Paris sind ausgelost. Unsere aktuell 15 deutschen Teilnehmer haben in der ersten Hauptrunde generell lösbare Aufgaben vor sich.

Lisicki

Bei den Damen spielt Mona Barthel gegen die Italienerin Karin Knapp. Ein Match auf Augenhöhe. Sollte sich die Neumünsteranerin durchsetzen, könnte sie auf Sabine Lisicki treffen, die gegen die Französin Fiona Ferro beste Erfolgsaussichten hat.

Dinah Pfizenmaier steht gegen die Spanierin Cabeza Candela nicht auf verlorenem Posten. Gute Siegesaussichten hat auch Annika Beck gegen die Bulgarin Tsvetana Pironkova.

Julia Görges spielt gegen eine Qualifikantin, müsste nach einem Erstrundensieg aber gleich gegen die Geheimfavoritin, Eugenie Bouchard aus Kanada, antreten.

Unser aktuellen Spitzenspielerinnen, Angelique Kerber und Andrea Petkovic, sollten sich in ihren Auftaktspielen klar durchsetzen können. Angie trifft auf die Polin Katarzyna Piter und Petko hat sich mit der Japanerin Misaki Dei auseinanderzusetzen. In der zweiten Runde könnte es zu einem weiteren deutschen Duell kommen, wenn Anna Lena Friedsam ihre Erstrundengegnerin Stefanie Voegele aus der Schweiz besiegt.

Bei den Herren sollte der Este Jurgen Zopp unserem Tommy Haas keine Probleme bereiten. Tobias Kamke und Daniel Brands sind Qualifikanten zugelost. Wir wünschen beiden, dass sie mit ihren Siegen erfolgversprechend in das Turnier starten.

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Jan Lennard Struff trauen wir einen Sieg über den Franzosen Alberto Olivetti zu. Eine schwerere Auseinandersetzung steht Benjamin Becker in seinem Auftaktmatch gegen den Brasilianer Thomaz Bellucci bevor.

Philipp Kohlschreiber, der gerade in Düsseldorf das Finale erreicht hat, trifft in Paris dann in der ersten Runde auf den Spanier Pere Riba und ist klarer Favorit.

Auch unsere „Wundertüte“ Dustin Brown hat große Siegeschancen in seinem Auftaktspiel gegen den Australier Marinko Matosevic.

Zu den 15 deutschen Hauptfeldteilnehmern kann sich noch Carina Witthöft gesellen, die heute in der dritten Qualifikationsrunde antritt.

Hoffen wir jetzt, dass unsere deutschen Tennisprofis ihr Losglück nutzen und uns zumindest in der nächsten Woche viel Freude bereiten!

Allen Freunden des “spektakulären Sandplatzgewühles” empfehlen wir das Video aus unserem letzten Post!