29. Mai 2014
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Kein Favoritensterben am Himmelfahrtstag in Paris

Vier deutsche Tennisprofis traten an Himmelfahrt zu ihren Matches in der 2.Hauptrunde der French Open an. Fast zeitgleich begannen die Damen Petkovic und Pfizenmaier. Unser Youngster Dinah zeigte ihr Können gegen die an 10-gesetzte Italienerin Sara Errrani, musste aber deren Überlegenheit letztendlich anerkennen: mit 6: 2, 6:4 zog der Favorit aus Bologna in die Runde der letzten 32 ein.

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Andrea Petkovic geriet in ihrem Match gegen die Schweizerin Stefanie Voegele schnell mit 0:2 in Rückstand. Dann war die Muskulatur eingestimmt auf das schnelle und direkte Spiel der Darmstädterin und sie gewann sechs Spiele in Folge zum 6:2 Satzerfolg. Wer erwartet hatte, dass Andrea auch im 2.Satz unangefochten agieren würde, sah sich getäuscht. Die junge Schweizerin kam wieder besser in das Spiel und entschied den zweiten Durchgang mit 6:4 für sich. Dieser Rückschlag wirkte sich keineswegs negativ auf Petkos Siegeswillen aus. Sie servierte gerade bei entscheidenden Spielständen besser als ihre Kontrahentin und gewann die Begegnung souverän mit 6:2 im entscheidenden Durchgang. In der nächsten Runde trifft Andrea auf die französische Hoffnung Kristina Mladenovic, die in der ersten Runde sensationell die an Position 2 gesetzte Chinesin Li Na bezwungen hatte und anschließend sich auch gegen das US-Girl Alison Riske in drei Sätzen behaupten konnte.

Auf Philipp Kohlschreiber kann man sich auf Sand verlassen. Das bewies er auch in Paris. Nur im zweiten Satz geriet er gegen den Usbeken Istomin in Bedrängnis. Mit 6:3, 7:6 und 6:2 gewann er auch sein zweites Match in Paris und trifft jetzt auf den an Position 7-gesetzten Andy Murray. Hier ist er nicht chancenlos. Bei dieser Prognose ist nicht allein der Wunsch der Vater des Gedankens: Murray hat nach seiner Verletzung noch nicht ganz zu seiner überragenden früheren Form gefunden und auf Sand ist er eh leichter zu bezwingen als auf den anderen Belägen.

Als letzter deutscher Teilnehmer an diesem Tag trat Jan-Lennard Struff gegen den Publikumsliebling Gael Monfils aus Frankreich an. Mit besonnener Entschlossenheit agierte der Warsteiner am Anfang der Auseinandersetzung. Er dominierte das Geschehen mit seinen Grundschlägen und Netzangriffen. Monfils rettete sich mit zahlreichen Assen, produzierte aber ebenso viele Doppelfehler. Da Jan-Lennard sieben Satzbälle nicht verwandeln konnte, verlor er den ersten Satz folgerichtig mit 6:7. Der Deutsche ließ sich von dem unnötigen Satzverlust nicht beirren, riss die Initiative wieder an sich und ging im nächsten Satz mit 4:2 in Führung. In vorteilhaften Situationen verschlug er dann einige Bälle und sein französischer Widersacher nutze die Chance und beendete erfolgreich den 2.Satz mit 6:4. Leichte Resignation und Müdigkeit schlich sich im dritten Satz bei Struff ein. Er konnte sein hohes Spielniveau nicht mehr ganz halten und gab den Satz und das Match dann mit 1:6 ab.

Drei deutsche Damen (Kerber, Petkovic und Barthel) und ein Herr (Kohlschreiber) sind beim Grand Slam in Paris noch im Rennen. Angie und Andrea haben die größten Aussichten, dass die deutschen Fans auch noch in der zweiten Woche der French Open mit ihren Akteuren hoffen und bangen können.

Das große internationale Favoritensterben blieb am Himmelfahrtstag aus. Jankovic, Ivanovic, Kvitova und Halep setzen sich bei den Damen mehr oder minder mühelos durch. Bei den Herren zeigten Nadal, Ferrer, Murray, Fognini und Gasquet keine Blößen.

Und wie die Franzosen ihren grand Slam zelebrieren zeigen die Herren Montfils und Lokoli im Vorfeld des Turniers mit einer Demonstration ihrer Bewegungskünste:

29. Mai 2014
von admin
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Dunkle Wolken, böiger Wind und schmerzende Stürze in Roland Garros

Fünf von neun deutschen Teilnehmern traten am Mittwoch zu ihren Matches in der zweiten Runde der French Open im Park von Roland Garros an. Julia Görges musste gleich in der ersten Spielrunde auf Platz 7 gegen das an Position 20-gesetzte „Wondergirl“ aus Kanada, Eugenie Bouchard, antreten. Unbekümmert von dem aufkommenden Wind schlug Julia „auf die Kugel drauf“ und hatte schnell den ersten Satz mit 6:2 gewonnen. Je länger jetzt die Ballwechsel dauerten, desto mehr setzte sich Bouchard durch. Sie gewann die nächsten Sätze deutlich mit 6:2 und 6.1 und Görges musste als erste Deutsche an diesem Tag aus dem Turnier ausscheiden.

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Als nächste deutsche Hoffnung ging Angelique Kerber gegen die Amerikanerin Varvara Lepchenko auf den Platz. Die Kielerin war klarer Favorit. Sie gewann schnell die Oberhand in dem Match, als sie auch aus fast aussichtslosen Situationen punktete. Der klare 6:2 –Gewinn des ersten Durchgangs war Ausdruck ihrer Überlegenheit. Lepchenko gab nicht auf, setzte dagegen, wurde aggressiver und ging 5:4 in Führung. Angie wehrte in kurioser Form den ersten Satzball des US-Girls ab: wegen Spielverzögerung erhielt ihre Gegnerin einen Punktabzug. Angie ergriff die Chance, setzte sich dann mit 7:5 im zweiten Satz durch und sorgte für den ersten deutschen Sieg an dem wolkenverhangenen und windigen Spieltag.

Ihr schleswig-holsteinischer Kollege Tobias Kamke trat gleichzeitig mit ihr zu seinem Match gegen Marin Cilic an. Der Kroate wurde im ersten Durchgang seiner Favoritenrolle gerecht und gewann 6:3. Tobias setzte dagegen, Cilic verschlug auch einige leichtere Bälle und dem Lübecker gelang mit 6:3 den Satzausgleich. Im dritten Satz setzte sich wieder der an 23-gesetzte Kroate mit 6:3 durch. Damit war die Widerstandskraft des Deutschen gebrochen und Cilic zog mit 6: 0 im vierten Satz in die nächste Runde ein.

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Die beiden letzten Deutschen, die an diesem Tag in Paris zu spielen hatten, trafen in einem direkten Duell aufeinander. Man fieberte dieser Auseinandersetzung zwischen Sabine Lisicki und Mona Barthel entgegen, gerade weil viele psychologische Komponenten hier über Sieg und Niederlage entscheiden konnten. Vom ersten Ball an ist dann aber keine Nervosität zu spüren. Beide Kontrahentinnen schlagen aggressiv und mit hohem Tempo die Bälle über das Netz. Mona breakt Sabine im ersten Spiel und bei einem Return gerät Bine ins Straucheln, fällt am Rande des Platzes unglücklich auf die Schlaghand. Sie bleibt lange am Boden liegen, Tränen im Gesicht. (Eine Frage sei erlaubt: Warum ging Mona nicht zu der offensichtlich leidenden Kollegin?) Die anschließende medizinische Behandlung Sabines dauert mehr als 10 Minuten – dann betritt sie wieder den Platz. Verliert die nächsten 8 Punkte in Folge. Als sie ihr erstes Spiel gewinnt, flackert kurz die Hoffnung auf und erlischt schnell. Nach 1:6 und 0:3 gibt die Berlinerin auf. Eine kleine Tragödie für Sabine Lisicki.

Schon vorher hatte sich auf dem Center Court ein Drama abgespielt: Mit dem böigen Wind kam nicht nur der flatternde Rock, sondern auch die Schlagtechnik von Serena Williams nicht zurecht. Die talentierte Spanierin Garbine Muguruza – die das Zeug hat, die hochklassige spanische Damentradition in der Nachfolge von Sanchez und Martinez fortzusetzen – nutzte ihre Chance kompromisslos und sorgte mit ihrem 6:2, 6:2- Sieg für die Überraschung des Tages. Damit sind bei den Damen die beiden Topgesetzen Li Na und Williams ungewöhnlich früh ausgeschieden. Das eröffnet Chancen für andere Spielerinnen – auch für Kerber und vielleicht sogar Petkovic

Petko trifft am Donnerstag auf die Schweizerin Voegele. Da hat sie große Siegchancen. Auf Dinah Pfizenmaier wartet mit der an 10-gesetzten Sara Errani ein vermeintlich größerer Brocken.

Bei den Herren waren die Topgesetzten Federer, Djokovic, Tsonga und Berdych ungefährdet in ihren Auseinandersetzungen. Philipp Kohlschreiber hat morgen gegen den Usbeken Istomin gute Aussichten zum Weiterkommen und auch Jan- Lennard Struff trauen wir einen Sensationserfolg gegen den französischen „Zauberer“ Monfils zu. Vielleicht wäre es für Jan–Lennard gegen den französischen Sunnyboy ein Vorteil, wenn auch am Donnerstag dunkle Wolken und böiger Wind in Paris herrschen. Freuen wir uns auf weitere Favoritenstürze in Paris – und hoffen wir, dass morgen schmerzhafte Stürze der Aktiven in den Ballwechseln vermieden werden oder ohne Folgen bleiben.

Das Tennisprofis durchaus sympathisch sind beweist der Djoker während einer Regenunterbrechung:

28. Mai 2014
von admin
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Tag 3 – Düstere Wolken über Paris

Am dritten Tag zeigte sich die Sonne nicht. Bei unangenehmem Wind und einem behangenen Himmel kämpften einige der deutschen Profis um den Einzug in die zweite Runde. Beginnen wir mit den strahlenden Siegern.

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Philip Kohlschreiber startete sehr souverän und bezwang den Spanier Riba nach anfänglichen Problemen deutlich in 3 Sätzen (7:5 6:4 6:1). Dabei ließ er immer wieder sein großes Potential aufblitzen. In den nächsten Matches muss er aber konzentrierter bei seinen Aufschlagspielen agieren.

Ebenfalls sehr deutlich spielte sich der junge Berliner Jan Lennard Struff in Runde 2. Er machte beim 6:4 6:4 6:1 kurzen Prozess mit dem französischen Wildcard-Starter Olivetti. Wir hoffen der Auftritt hat ihm viel Selbstvertrauen gegeben – in der nächsten Runde wartet der „local hero“ und Publikumsliebling Monfils auf den Berliner Schlacks.

Den dritten Erfolg des Tages für die deutsche Equipe brachte der aufopferungsvolle Einsatz von Dinah Pfizenmaier, die gegen Cabeza Candela im dritten Satz die Oberhand behielt und erschöpft, aber froh, in die nächste Runde vorstieß (4:6 6:3 6:3). Jetzt muss sie gegen die Italienerin Errani ran. Eine sehr unangenehme Gegnerin, die sich auf Sand sehr wohlfühlt.

Unsere weiteren Starter/innen mussten sich leider ihren Gegnern und den Bedingungen beugen. Tommy Haas startete furios, konnte aber bei 5:2 Führung im ersten Satz nicht weiterspielen und gab gegen den Esten Zopp auf. Nach einer Vorhand ließ Haas mit schmerzverzehrter Mine das Racket fallen –  wieder machte die lädierte Schulter schlapp! Enttäuscht räumte Haas den Platz.

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Ebenfalls tragisch verlief die Partie des Hünen Daniel Brands gegen seinen österreichischen Kontrahenten Haider-Maurer. Nach 2 zu 0 Satzführung verlor er die Partie in 5 Durchgängen und muss schon nach dem ersten Auftritt die Koffer packen. Hoffen wir, dass er nach der schweren Zeit die positiven Aspekte aus seinem Match aufgreifen kann und uns in Zukunft wieder mit frischem Schwung begeistert. Auf Rasen ist ihm in Top-Form einiges zuzutrauen.

Leider werden wir den Rest des Turniers auch auf weitere Matches der Wundertüte Dustin Brown verzichten müssen. Er war dem Australier Matosevic in 4 Sätzen unterlegen. Zu inkonstant ist sein Spiel auf Sand. Auch er wird sich auf die kommenden Rasenturniere freuen, die seinem Spiel und seinem hartem Aufschlag mehr liegen.

Durchgesetzt haben sich an Tag 3 die internationalen Spitzenspieler Ferrer (3 Satz Sieg gegen Sijsling), Gasquet (3 Satz Sieg gegen Tomic), Murray (4 Sätze gegen Golubev) und Karlovic (3 Satz Sieg gegen Dimitrov), sowie die Damen Halep (2 Sätze gegen Kleybanova), Ivanovic (2 Satz Sieg gegen Garcia) und Jankovic (3 Sätze gegen Fichman).

Überraschend hingegen kam das aus für die Chinesin Li Na gegen die unbekümmert aufspielende Französin Mladenovic, die das Match im entscheidenden 3 Satz gewann. Nach dem Aus von Wawrinka am Vortag haben sich sowohl der Sieger als auch die Siegerin der diesjährigen Australien Open in der ersten Runde von Paris verabschiedet.

Wir hoffen auf einen sonnigeren 4 Tag in Roland Garros.