24. Mai 2014
von admin
Keine Kommentare

Das “Tennis Exzellenz – Sommercamp 2014″

In unseren Blogtexten haben wir immer wieder mehr Aktivität und persönliches Engagement im deutschen Tennis eingeklagt. Jetzt sollen unseren Worten die Taten folgen. In diesem Text präsentieren wir ein Vorhaben für unsere Tennistalente, an dem wir aktiv beteiligt und von dem wir überzeugt sind.

Das sogenannte Tennis-Exzellenz-Sommer-Camp“ wird jeweils vom 12. – 15. Juli; vom 16. – 19. Juli; vom 17. – 20.August und vom 21. – 24. August 2014 vor den Toren Hamburgs auf ausgewählten Tennisanlagen angeboten.

Viele Motive und Anregungen unserer Texte zur Psychologie, Soziologie und Pädagogik des „bunten weißen Sports“ sind in das Konzept dieses Intensiv-Tennis-Kurses für Jugendliche eingebunden.

In harmonischer und humorvoller Atmosphäre soll den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben werden, ihre individuellen Leistungsperspektiven mit neuesten Trainingsmethoden zu verbessern, es soll Eigeninitiative gefördert und Teamgeist entwickelt werden und in der tennisfreien Zeit werden zahlreiche Anregungen angeboten, um das Mitdenken und Lernen auch in den Ferien nicht zu vernachlässigen.

Die jeweiligen Camps dauern 4 Tage, in denen die Teilnehmer die Zeit gemeinsam verbringen – Verpflegung und Übernachtung inklusive.

Zielgruppe dieses besonderen Camps sind Jugendliche im Alter von 10 – 18 Jahren, die über einen gewissen Leistungsstandard verfügen und motiviert sind, diesen noch zu verbessern. In homogen zusammengestellten Gruppen soll dann trainiert werden. Um auf individuelle Unterschiede besser eingehen zu können, wird auch Einzelunterricht als ein wesentlicher Aspekt des Trainingskonzeptes organisiert.

Finn_NBO4938_01

Besondere Freude hatte es den Initiatoren dieses Projekts bereitet, als zwei junge deutsche Weltranglistenspieler spontan ihre Zusage gaben, sich als Betreuer und Matchpartner in diesem Feriencamp zur Verfügung zu stellen.

Darüber hinaus werden erfolgreiche ATP- und WTA-Coaches mitarbeiten und engagierte Trainer und Übungsleiter aus der Region eingesetzt.

Da die beteiligten Jugendlichen vorwiegend Turnierspieler sind, werden täglich Matches eingeplant, die dann mit den Trainern ausführlich analysiert werden.

Um das eigene Wissen über die Technik zu stärken, sind Videoanalysen mit modernen High-Speed-Kameras fester Bestandteil des sportlichen Programms.

bm + fc 100

Der tägliche sportliche Ablauf wird morgens und abends von Konditions- und Fitnesstraininggeleitet von erfahrenen Sporttherapeuten – umrahmt.

Als besonderes Highlight wird den Teilnehmern ein Life-Kinetik-Kurs angeboten. Diese Methode zur Optimierung der mentalen und motorischen Fähigkeiten hat in den letzten Jahren große Erfolge im Spitzensport erzielt. Jürgen Klopp hat Life-Kinetik bei Mainz 05 und Borussia Dortmund eingesetzt, die Fußball- und Hockeynationalmannschaften bereiteten sich mit diesem Programm auf die Weltmeisterschaften vor und auch im Biathlon oder im  alpinen Sport gehört diese Methode längst zum Trainingsstandard. Für die Tennisspieler, die permanent mentale mit motorischen Leistungen koordinieren müssen, wird diese Trainingsmethode zukünftig von immer größerer Bedeutung sein. 

Als sportlicher Ausklang wird am letzten Tag des Camps ein Abschlussturnier organisiert, bei dem die Teilnehmer Schläger, Thermobags, Taschen, Bälle, Saiten oder Overgrips der Firmen YONEX und SOLINCO gewinnen können.

yonex bag               solinco3

Für die Veranstalter beruhen exzellente Leistungen im Tennis nicht nur auf körperlichen Fähigkeiten, sondern das situationsgemäß aufeinander abgestimmte Zusammenspiel von Körper und Geist sorgt für nachhaltige Erfolge.

Deshalb nehmen psychologische und pädagogische Aufgaben einen adäquaten Raum in dem Szenario des Exzellenz-Tenniscamps ein. An jedem Tag halten z.B. akademisch ausgebildete Fachkräfte kurze Vorträge über mentale Herausforderungen im Tennis und laden die jugendlichen Teilnehmer dazu ein, mitzudiskutieren und eigene Erfahrungen einzubringen. Theorie und Praxis gehören zusammen: Deshalb werden in den Tennisstunden gezielte psychische Herausforderungen an die Spieler/innen gestellt.

Die oben im Text kurz vorgestellte Life Kinetik-Methode kann natürlich auch den psychologischen Trainingsformen zugeordnet werden. 

In den Ferien soll das Lernen nach Auffassung der Initiatoren nicht „einrosten“. Deshalb sind kurze englische und französische Sprachkurse, die in spielerischer Form und mit Humor gestaltet werden, auch eine relevante Komponente des Tagesablaufs. Um das neu gewonnene Wissen zu festigen, werden einzelne Trainingsstunden auch in englischer oder französischer Sprache durchgeführt. 

Eine wichtige Intention des Projekts ist es, den Teamgeist und die Eigeninitiative zu fördern. Dafür werden die Teilnehmer in Projektgruppen dazu motiviert, kleine Events selbständig zu planen und zu realisieren. Da geht es dann z.B. um die Vorbereitung eines Grillfestes, um die Erarbeitung von Gesellschaftsspielen für die Abendstunden, um das Arrangieren eines täglichen Team-Ballspiels (Fußball, Hockey) sowie  um die Planung und Durchführung des Abschlussfestes.  

Dass eine halbtägige gemeinsame Exkursion auf dem Plan dieses Camps steht, ist eine Selbstverständlichkeit. Bei den Camps im Juni ist z.B. ein Besuch der German Open am Rothenbaum fest vorgesehen.

Zu den Abendveranstaltungen gehören auch die Vorführungen von ausgewählten  Sportfilmen, die Einblicke in Themen des Leistungssports geben sollen und zur Motivation beitragen sollen.

Für Frühstück, Mittag- und Abendessen wird gesorgt. Übernachtet wird in der Tennishalle auf Isomatten, auf normalen oder Luft-Matratzen. Dieser eher spartanische Aspekt des ansonsten an höchster Qualität orientierten Feriencamps und das gemeinsame Zusammensein über vier Tage soll Empathie und Kooperationsbereitschaft fördern

Das Tennis- Ferien- College versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung der vorbildlichen Ferien-Tenniscamps, die seit Jahren in deutschen Landen in den Vereinen durchgeführt werden. In den Exzellenz-Tenniscamps sollen  gezielt die außerordentlich begabten Talente optimal auf anspruchsvollem Niveau, von einem Personal, das sich ein normaler Tennisclub kaum leisten kann, betreut und gefördert werden.

Deshalb ist das Tennis-College-Projekt auch eine hervorragende Möglichkeit für Jugendliche, sich auf die Sommerturniere unter einzigartigen Voraussetzungen vorzubereiten!

23. Mai 2014
von admin
Keine Kommentare

“Auf dem roten Sand noch nicht richtig Fuß gefasst”

In Nürnberg, Straßburg und Düsseldorf kämpfen die deutschen Topspieler in dieser Woche um Weltranglistenpunkte und justieren ihr Leistungsvermögen in Hinsicht auf das Grand Slam-Turnier in Roland Garros.

Angie Kerber führte das Teilnehmerfeld in Nürnberg an und setzte sich erwartungsgemäß bei ihrem ersten Auftritt im deutschen Duell gegen Anna-Lena-Friedsam, die nach Absage Asarenkas in Paris im Hauptfeld antritt, mit 6:2, 7:6 durch. Die Kielerin zeigte gegen die in der Weltrangliste auf Platz 112 und damit 103 Ränge schlechter eingestufte Friedsam eine souveräne Vorstellung im ersten Satz und musste ihr gesamtes Potential einsetzen, um sich gegen die tapfer kämpfende Außenseiterin im zweiten Satz durchzusetzen.

kerber2

Für viele überraschend, bezwang Mona Barthel im zweiten deutschen Duell Annika Beck. Monas 6:2, 6.4- Sieg könnte auch für Paris ihr Selbstbewusstsein wieder stärken.

Dinah Pfitzenmaier konnte leider gewisse Spielvorteile gegen den Lucky Looser aus Frankreich, Carolin Garcia, nicht nutzen und musste mit 7:5, 5.7 und 3:6 die Segel streichen.

Zur gleichen Zeit traten in Straßburg Andrea Petkovic und Julia Görges zu ihren Erstrundenmatches an. Andrea gewann klar gegen Vania King aus den USA mit 6:3, 6:2. Die aktuell auf Rang 108 der Weltrangliste platzierte Julia setzte wieder zu einem Höhenflug an und fegte die an 1-gesetzte Sloane Stevens 6.3, 6:2 vom Platz, um mit einem 7:5, 6:4- Sieg gegen das US-Girl L. Davis in das Viertelfinale zu stürmen.

Die Auftaktspiele unserer Damen waren vielversprechend. Alle Hoffnungen wurden dann jäh gestoppt. In der fränkischen Hauptstadt musste sich in der „Runde der letzten Acht“ Angelique Kerber der Tschechin Pliskova in zwei Sätzen (6:7, 2:6) geschlagen geben und auch Mona Barthel konnte ihren Auftakterfolg nicht fortsetzen: die Ukrainerin Elina Svitolina machte alle Hoffnungen der Neumünsteranerin mit  6:4, 6.4 zunichte.

Damit waren alle deutschen Spielerinnen in Nürnberg spätestens nach dem Viertelfinale ausgeschieden. Eine leise Enttäuschung – besonders für das patriotische fränkische Publikum.

In Straßburg setzte sich diese Viertelfinal- Niederlagenserie fort. Andrea Petkovic verlor gegen Monica Puig aus Puerto Rico (4.6, 4:6) und Julia Görges wurde von der amerikanischen Hoffnung Madison Keys mit 6:2, 2.6, 6:2 besiegt.

Der schwarze Tag für die Frauen-Tennis-Power aus Deutschland lässt keine große Zuversicht aufkommen, dass unsere Mädchen sich in Paris zu Leistungen wie zuletzt in Australien bei dem Fed Cup-Halbfinale aufschwingen können.

Unsere Herren wollten bei den Düsseldorf-Open ihr Leistungsvermögen für das Grand Slam Turnier in der französischen Hauptstadt unter Beweis stellen.

Ben Becker schied dann schnell gegen den Argentinier Juan Monaco (2:6, 1:6) aus.

Tobi Kamke kämpfte tapfer, musste sich in seinem Auftaktmatch aber am Ende dem kroatischen Hünen Ivo Karlovic mit 6:3, 5:7 und 6:7 denkbar knapp geschlagen geben.

brown

Dann konnte man sich aber über Dustin Brown freuen, der den an 5-gesetzten Taiwanesen Lu Yen-Hsun mit 7.6, 6:3 eliminierte. Unser Paradiesvogel verlor dann sang- und klanglos 3:6, 0:6 gegen Marco Dedic in der zweiten Runde.

Der bei den Düsseldorf Open an 1-gesetzte Philipp Kohlschreiber hatte in der ersten Runde ein Freilos. In der zweiten Runde hielt er sich gegen den Georgier Gabashvili mit 6:3, 6:1 schadlos. Im Viertelfinale trifft er auf den Brown-Bezwinger Dedic. Die Unterbrechungen sorgten dafür, dass dieses Match noch nicht beendet werden konnte.

Wenige Tage vor Beginn der French Open haben die deutschen Tennisprofis – ob Damen und Herren – auf dem roten Sand noch nicht so richtig Fuß gefasst.

Hoffen wir, dass die Atmosphäre in der französischen Metropole für neuen Schwung sorgt.

Zur Einstimmung auf das zweite Grand Slam Turnier des Jahres dient das folgende Video mit sensationellen Ballwechseln der letzten Jahre aus Paris:

21. Mai 2014
von admin
Keine Kommentare

“Nichts zu verzollen!”

Eine wahre Geschichte aus der Welt des Tennissports

„Die alten Zeiten waren nie gut, sie werden nur immer besser, je schlechter man sich daran erinnert.“ Diesem Satz von Frank Schätzing kann man zustimmen. Die alten Zeiten waren nicht unbedingt besser, sie waren anders. Die folgende wahre Begebenheit aus der Welt des  Tennissports ist ein Beispiel dafür.

Das Ereignis spielt in den Jahren des kalten Krieges. Die beiden Ostblocknationen Rumänien und CSSR hatten sich im Davis Cup weit vorgespielt und trafen in Bukarest aufeinander. Die rumänischen Spitzenspieler Nastase und Tiriac waren beide hochrangige Armeeangehörige. Das hieß nicht, dass sie täglich mit Waffen hantieren mussten oder zu zeitraubenden Manövern eingezogen wurden. Das bedeutete nur, dass sie im Gegensatz zu anderen Bürgern dieses Staates unendlich viele Freiheiten erhielten. Internationale Spitzensportler waren einfach die beliebtesten Repräsentanten des rumänischen Regimes.

kodes

Das tschechische Team war mit einem Bus angereist, weil die Länder nicht weit auseinanderlagen. An der Grenze zum Land am Schwarzen Meer wurde ihr Wagen von den rumänischen Grenzposten gestoppt. Der Spitzenspieler der Tschechen, der dreimalige Grand Slam-Sieger Jan Kodes, wurde von zwei Zollbeamten aus dem Wagen gezogen und  in die Wachstube geführt. Dort erwartete ihn ein hoher Offizier, der mit niedergesenktem Kopf und mit einem in das Gesicht gezogenen militärischen Käppi hinter seinem Pult saß. „Hemd ausziehen!“, lautete der knappe und grußlose Befehl des Grenzoffiziers. Kodes zog – etwas verstört über die unfreundliche Behandlung von einem Vertreter des kommunistischen Bruderstaates – sein Hemd aus. „Hose aus!“, lautete die nächste Anweisung des gesichtslosen Beamten. Kodes zog die Hose aus.“Unterhose“, knurrte dann der Vertreter des Gesetzes, ohne seinen Kopf zu heben. Der Mann aus Prag gehorchte eingeschüchtert. Als er jetzt bis auf die Socken nackt im Zoll-Büro stand, hob der rumänische Offizier seinen Kopf, schob das Käppi nach hinten, sprang dynamisch von seinem Stuhl auf und gab sich breit lachend seinem entblößten Gegenüber zu erkennen. Es war Ilie Nastase, der rumänische Spitzenspieler.

nastase

Der Tscheche durfte kurz darauf wieder in das Verbandsfahrzeug zurück – ziemlich schlecht gelaunt angesichts der demütigenden Vorführung.

Der Vorfall zeigte Wirkung. Einige Tage danach unterlag Kodes in der Davis Cup-Begegnung in Bukarest in seinen Einzeln sowohl gegen Tiriac wie auch gegen Nastase. Die Rumänen gewannen die prestigeträchtige Davis-Cup-Begegnung deutlich.

Eine Inszenierung mit Folgen.

Das wäre in der heutigen Zeit nicht mehr möglich.

Oder?

Frank Ribery könnte auf ähnliche Gedanken kommen…