19. April 2014
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“Unser Fed Cup – Team auf dem Weg zum Traumfinale”

Zwei Mal konnte Deutschland bisher in der Geschichte des Federation Cups den inoffiziellen Weltmeistertitel der Nationalteams gewinnen. Zuletzt gelang das 1992 – mit Steffi Graf und der aktuellen Teamchefin Barbara Rittner im Team. In diesem Jahr hatte sich die junge deutsche Mannschaft vorgenommen, an diese aufsehenerregenden Erfolge anzuknüpfen. Dafür musste an diesem Wochenende erst einmal Australien aus dem Weg geräumt werden.

Die Auslosung der einzelnen Partien vor dem Fed-Cup-Semifinale fand am Donnerstag  im Lone Pine Koala Sanctuary in den Außenbezirken des Küstenortes Brisbane statt. Kängurus hüpften durch den Park und die Spielerinnen nutzen die Gelegenheit, die niedlichen Koalas zu liebkosen. Eine sehr relaxte Stimmung zwischen den Spielerinnen der beiden Teams war zu beobachten. Ernster wurde es dann, als die Matchabfolge angekündigt wurde: Andrea Petkovic musste im ersten Spiel gegen den Aussie-Star Samantha Stosur antreten. Im Anschluss daran sollte unsere Nummer eins, Angie Kerber, sich mit Publikumsliebling Casey Dellaqua auseinandersetzen.

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Am Sonnabend lag knisternde Spannung über der „Pat Rafter Arena“, als die Nationalhymnen gespielt wurden und Petkovic und Stosur den Hartplatz betraten. Die Siegerin von Charleston startete unbeeinflusst von der Atmosphäre mit viel Selbstvertrauen. Die Australierin verschlug anfangs viele Vorhände und wirkte im Verlaufe der Ballwechsel immer unruhiger und verkrampfter. Umso entschlossener agierte unsere Darmstädterin. Das deutsche Betreuer- und Spielerteam gab von außen „richtig Gas“ und feuerte sie bei jedem Siegpunkt aufmunternd an. Ruck-Zuck gewinnt die Deutsche den Auftaktsatz mit 6:1.

Im anschließenden Satz kämpft sich die Spielerin aus Brisbane zurück, dominiert mit ihrem Service und geht mit 5:3 in Führung. Andrea wehrt sich mit neuem Mut und gleicht aus. Im Tiebreak nutzt sie ihren fünften Matchball zum Sieg. Mit 6:1 7.6 hat sie ihr Team auf den Weg gebracht. Großartiger Kampf-  und vorbildlicher Teamgeist unserer „Petko“!

Die Spekulation und leise Hoffnung unserer Team-Chefin Barbara Rittner, dass Stosur unter dem großen Druck vor dem heimischen Publikum nicht zur Bestform finden würde, hatte sich bewahrheitet.

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„Unser Ziel ist das Finale. Der Titel ist ein Traum“, mit diesen Worten hatte Angelique Kerber das entschlossene Vorhaben des Teams in den Vortagen der Veranstaltung deutlich herausgestellt. Mit einem Sieg gegen Casey Dellaqua konnte die Kielerin ihren ersten Beitrag zur Realisierung dieses Traumes leisten.

Kühl, kontrolliert und klar gewinnt die Kielerin den ersten Satz mit 6:1. Klug und kämpferisch setzt sich Kerber auch im 2.Satz mit 6:0 durch. Einfach Klasse, Angie!

2:0 für Deutschland nach dem ersten Tag des Fed-Cup-Semifinals in Australien!

Unser deutsches Tennis-Dreamteam ist auf dem besten Weg, den Traum zu verwirklichen.

16. April 2014
von admin
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“Das Porsche Team mit Vollgas zum Showdown in Australien”

1987 und 1992 hatte das deutsche Damenteam den Federation Cup, die inoffizielle Weltmeisterschaft der Nationalteams im Frauentennis, gewonnen. Nach dem Wiederaufstieg im Jahr 2013 in die Weltgruppe der acht besten Nationen, hat sich das deutsche Team 2014 gleich sehr viel vorgenommen. Andrea Petkovic: „Die Zeit für einen deutschen Sieg ist reif.“

fedcup

Vor diesem Erfolg muss das „Porsche-Team“ im Halbfinale des Wettbewerbs noch einen starken Gegner aus dem Weg räumen: In Brisbane, im Queensland Tennis Centre, wartet am kommenden Wochenende Gastgeber Australien auf die neue deutsche Frauenpower im Tennis. 5000 Zuschauer in der „Pat Rafter Arena“ wollen ihren Teil dazu beitragen, dass den deutschen Mädchen der Einzug in das Finale verwehrt wird.      

Das macht der deutschen Teamchefin Barbara Rittner keine Angst: „Alle sind gesund, alle sind fit. Ich bin froh, wenn es losgeht.“

Für die deutsche Auswahl in „down under“ hat Rittner Angelique Kerber und Andrea Petkovic für die Einzel und Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld für das Doppel nominiert. Sabine Lisicki wurde eine Regenerationsphase in der Heimat empfohlen.

Den in den Kader berufenen Spielerinnen traut die Teamchefin einen Sieg gegen die Aussies zu, erkennt aber sachlich die Stärke des Gegners: „Mit Samantha Stosur, (Nummer 17 der aktuellen WTA-Weltrangliste, Grand Slam–Siegerin US-Open 2011) verfügt das australische Team über eine konstante und gute Spitzenspielerin. Allerdings hat sie sich in den letzten Jahren bei ihren Auftritten in Australien immer sehr unter Druck gesetzt. Casey Dellaqua (gegenwärtig Rang 53 der WTA-Weltrangliste) hat überhaupt nichts zu verlieren und in Indian Wells und Miami konstante Leistungen gebracht. Das Doppel mit Ashleigh Barty und Dellaqua hat im letzten Jahr drei Grand-Slam-Finals erreicht!“

Trotz des Heimrechts der Australier, trotz der Reisestrapazen und Klimaumstellung gelten für viele einheimische Fachleute die Deutschen als Favoriten. Babara Rittner ist sich da nicht ganz so sicher: „Jede Partie ist offen. Die Tagesform entscheidet.“

Am Freitag, den 19.April startet der Showdown auf dem fünften Kontinent mit den ersten beiden Einzeln.

Der Fernsehsender „SAT1 Gold“ wird alle Matches live übertragen.

Wir werden vor dem Bildschirm das Porsche-Team begleiten, vertrauen auf den ausgeprägten Teamgeist unserer Mädels und ihrer Begleiter und werden natürlich „up to date“ berichten.

14. April 2014
von admin
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“Carsten Arriens Verständnis von der Rolle des Tennistrainers im Leistungssport 2″

2. Teil: Die Wir-Perspektive

Unser Davis Cup-Kapitän hatte seinen Vortrag in Göttingen über die Rolle des Trainers im Leistungssport in zwei Abschnitte geteilt. Im zweiten Teil referierte er über das Thema aus der Wir-Perspektive. Diese Perspektive umfasst alle Interaktionen zwischen Trainer und Spieler.

In dieser Interaktion sieht Arriens den Trainer idealer Weise als Mentorals erfahrenen Ratgeber, Anreger und Helfer des Spielers. Er kritisiert die Unselbstständigkeit einiger Profis in der heutigen Zeit und sieht die Aufgabe des Coaches auch darin, den Spieler zur Selbstverantwortung zu erziehen. Um das leisten zu können, ist es wichtig, dass der Trainer „das Zuhören können“ beherrscht. Nur wenn er die Informationen des Partners mit Empathie aufnimmt, bereit ist, routinehafte Wahrnehmungen aufzubrechen und ein realistisches Bild von den gemeinsamen Stärken und Schwächen entwickelt, ist eine erfolgsversprechende Zusammenarbeit möglich. Das sich daraus entwickelnde gegenseitige Vertrauen ist dabei der stabilisierende Faktor der Beziehung zwischen Trainer und Athlet.

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Neben der Vertrauenswürdigkeit spielt aber auch der Respekt eine wichtige Rolle. In der Kommunikation zwischen Spieler und Coach müssen immer wieder klare Grenzen abgesteckt werden. Ein gemeinsamer Regelkodex muss erarbeitet werden. Durch souveränes Handeln, durch „ein Wissen, was wichtig ist“, muss der Trainer immer wieder seine Autorität wahren. Um als Autorität wahrgenommen zu werden, muss der Coach präzise formulieren und erklären können. Unklare Sprache führt zu Missverständnissen, zu Unglaubwürdigkeit und damit zum Misstrauen oder Zweifel. Wenn dem Trainer vom Spieler kein Respekt entgegengebracht wird, mutiert er zum „Reisebegleiter“ oder zum „Knecht des Systems“.

Ein wichtiger Faktor in dem Aufbau eines respektvollen Vertrauensverhältnisses ist das sogenannte „Commitment“. Spieler und Trainer müssen sich mit vollem Einsatz und Hingabe ihrer gemeinsamen Aufgabe, ihrem gemeinsamen Ziel, „widmen“. In jeder Sekunde des Trainings und des Wettkampfes sollte diese aufopferungsbereite „Hingabe“ und diese „disziplinierte Verpflichtung“ realisiert werden, um zum außerordentlichen Erfolg kommen zu können.

Zum Ende seines Referats geht Arriens auf die komplexen Anforderungen des Coaches im System Leistungstennis ein: „Es geht um viel mehr als nur um Aufschlag, Vorhand, Rückhand oder Volley.“ Aspekte wie Führung, Konfrontation, Verbindlichkeit, Ernsthaftigkeit und zahlreiche andere Faktoren bestimmen Tag für Tag das Anforderungsprofil eines Trainers von neuem. Trotz dieser hohen Anforderungen sollte der Trainer nie vergessen, dass es ein Privileg ist, auf so einem hohen Niveau mit so außergewöhnlichen Talenten arbeiten zu dürfen. Dass man „tiefe, energiegeladene, fast spirituelle“ Momente erleben kann, die im normalen Leben kaum zu finden sind.

In seinem Schlusssatz zitiert er einen Beobachter des internationales Tennis: „Ich vermisse manchmal das Lachen und die Freude bei den Trainern.“