12. April 2014
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“Carsten Arriens Verständnis von der Rolle des Tennistrainers im Leistungssport”

1.Teil: Die Ich – Perspektive

Carsten Arriens hat viel Anerkennung durch den Auftritt des neu geformten Davis Cup-Teams in Frankreich am vergangenen Wochenende erhalten. Anlässlich eines Kongresses in Göttingen im vergangenen Jahr hat er einen interessanten Vortrag über die Rolle des Tennistrainers im Leistungssport gehalten, dessen Inhalte wir hier kurz zur Diskussion stellen wollen. Auch weil er bemerkenswerte Einblicke in seine Person ermöglicht.

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Einleitend stellt Arriens in seinen von eigenen Erfahrungen geprägten Ausführungen heraus, dass der Trainer ein leistungsbestimmender Faktor im Spitzensport ist. In diesem Zusammenhang bedauert er, dass diese Schlüsselfunktion im deutschen Tennis noch immer keine eigene Berufsvertretung besitzt.

Diese eher beiläufig formulierte Aussage hat unseres Erachtens eine nicht unerhebliche Tragweite. Warum gibt es keine juristisch verantwortliche deutsche Trainervereinigung? Wäre es nicht an der Zeit, diese Institution zu gründen? Oder sollte nicht zumindest eine Trainer-Community in Deutschland, die regelmäßig miteinander über die modernen elektronischen Medien kommuniziert, in das Leben gerufen werden?

Carsten geht dann auf die Grundsituation des Trainers im Spitzensport ein, die immer als Interaktion, als persönliche Beziehung, zwischen Coach und Spieler zu verstehen ist. In dieser Zusammenarbeit muss sich der Trainer in der Ich-Perspektive immer wieder klar machen, wer er selbst ist und wie er von seinem Spieler wahrgenommen wird. Gerade zu Beginn der Zusammenarbeit muss der Coach darauf vorbereitet sein, von seinem Athleten getestet zu werden. Nur wenn er Zugang zu seinen eigenen Stärken findet, kann der Coach seinen Schützling überzeugen. Der Trainer muss dabei „seinen eigenen Erfahrungen nachspüren“ „seine Intuition“ wirken lassen und daraus Energien schöpfen und authentisch kommunizieren. Diese „Echtheit“ schafft dann das Vertrauen, dass grundlegend für eine erfolgsversprechende Zusammenarbeit ist. „Habe Mut zur eigenen Kraft!“, empfiehlt deshalb unser Davis-Cup-Kapitän allen Trainern, die mit ihren Schützlingen Spitzenleistungen hervorbringen wollen.

Der Münchner betont dann die Bedeutung der „Inspiration“ und beschreibt eine Situation, die grundlegend für sein Verständnis vom Beruf (der Berufung!) des Tennistrainers gewesen ist: Als junges Talent wurde er in der bayrischen Hauptstadt von einem ehemaligen Spitzenspieler betreut und trainiert. Um den außerordentlich begabten Carsten auf seinem Weg zu unterstützen, hatte der Trainer außergewöhnliches Engagement gezeigt, sich emotional und rational mit dem Jugendlichen identifiziert und immer wieder auf finanzielle Honorierung bei Trainerstunden verzichtet. Eine „vorbildliche Haltung“, sagt Arriens. Ein Zeichen, dass der Trainer seiner Arbeit einen Sinn gibt, der über das sachliche finanzielle Interesse hinausgeht.

Trainern, die mit Freude arbeiten, die von der Identifikation mit dem Schüler geprägt sind und die sich für die Realisierung eines gemeinsamen Projekts „mit Herz“ engagieren, haben ideale Voraussetzungen für die Optimierung von Spitzenspielern. Darüber hinaus ist die Bereitschaft des Trainers, in das gemeinsame Ziel zu investieren von besonderer Bedeutung. Wer als Trainer bereit ist, selbst alles zu geben, wer motiviert tätig ist und auch Risiko übernimmt, gewinnt nachhaltig das Vertrauen des Partners. Eine persönliche Bindung entsteht.

Dieses Ensemble an emotionalen und emphatischen Eigenschaften bezeichnet Arriens als „Inspiration“.

Die persönliche Motivation und Inspiration des Tennistrainers macht sich dann meist später „bezahlt“ – wenn die Karriere erfolgreich verläuft. Ohne Motivation und Inspiration ist außergewöhnlicher Erfolg aber gar nicht möglich.

Im zweiten Teil unseres Textes über das Verständnis unseres Davis Cup-Kapitäns von der Rolle des Trainers im Leistungssport, der in den nächsten Tagen gepostet wird, werden wir uns näher mit seinen Ausführungen zur „Wir-Perspektive“, die nur als Einheit mit der „Ich-Perspektive“ erfolgversprechend wirken kann, näher auseinandersetzen.

9. April 2014
von admin
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“Andrea Petkovic – in Charleston wieder Grund zum Tanzen”

Das neugebildete deutsche Davis Cup-Team begeisterte am letzten Wochenende in Nancy. Zur gleichen Zeit gewinnt Andrea Petkovic in Charleston/South Carolina, der Geburtsstätte des „Charleston-Tanzes“, seit langer Zeit wieder ein bedeutendes WTA-Turnier: es geht voran im deutschen Tennis!

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„Ich habe eine ganz schwierige Zeit hinter mir“, kommentierte Andrea mit Erleichterung ihren Turniersieg. Vorher hatte sie die gesetzten Konkurrentinnen Sabine Lisicki (6:0 6:1!), Lucie Safarova und Eugenie Bouchard aus dem Turnier geworfen. Petkovic, die im Jahr 2011 schon auf Position 9 der WTA-Weltrangliste stand, wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und war einem Verzweifeln und einem Karriereabbruch schon sehr nahe. Die „Grand Lady des deutschen Tennis“, Steffi Graf, ließ ihrer Freude über diesen kämpferischen Erfolg der Darmstädterin via Twitter freien Lauf: „Nach vielen Rückschlägen hat sie nie aufgegeben und diesen Sieg hoch verdient. Gratulation!“.

Wir schließen uns den Glückwünschen von ganzem Herzen an. Schon beim Fed Cup- Viertelfinale gegen die Slowakei hat uns Petko mit ihrem Kampfgeist und ausgeprägten Teamgeist beeindruckt. Ihre hervorragende Form wird auch dem deutschen Porsche-Team im kommenden Halbfinale gegen Australien in Brisbane zu Gute kommen. „Das gibt uns auch als Team Selbstvertrauen“, erklärt die Teamchefin Babara Rittner. Schon vor dem Turnier in den Südstaaten der USA hatte sie Petkovic als zweite Einzelspielerin neben Angie Kerber für das Halbfinale der Teamweltmeisterschaft nominiert – und Sabine Lisicki nicht berücksichtigt. Eine mutige Entscheidung, deren Berechtigung Andrea mit ihrem Triumph in South Carolina schon jetzt untermauert hat.

Rittner sieht noch einen weiteres Motiv für den aktuellen Aufschwung Andreas: „Die Zusammenarbeit mit ihren neuen Trainer trägt erste Früchte.“ Seit Februar trainiert Petko mit Eric van Harpen. Der gebürtige Niederländer hatte jahrzehntelang mit dem ehemaligen Bundestrainer Hofsäß die Spitze des deutschen Damentennis in Marbella betreut, dann war er sehr erfolgreich als Coach von Weltklassespielerinnen auf der WTA-Tour tätig. Die Darmstädterin hatte nach dem Finale den Turniersieg ihrem neuen Coach gewidmet, weil „er es nicht immer ganz einfach mit mir hat“. Ihre Bedenken sind wohl unbegründet: Van Harpen hatte mit der Wimbledonsiegerin Conchita Martinez und der Schweizerin Patty Schnyder zwei Spielerinnen betreut, die berühmt-berüchtigt für ihre Eskapaden, Egomanien und unerwarteten Stimmungen waren – und das in einer Szene, in der es nicht an zickigen Ausfällen mangelt. Der coole Niederländer hat sich nie aus der Ruhe bringen lassen – und die Spielerinnen waren extrem erfolgreich. Andrea Petkovic, die ihren Teamgeist schon öfters unter Beweis gestellt hat, ist da für ihn wohl nur eine „Erholung“…

Der ausgelassene Siegestanz von Andrea Petkovic in Charleston, den wir unseren Usern im anschließenden Video vorführen, möge als symbolische Ankündigung eines frohen deutschen Tennisjahres 2014 gelten:

7. April 2014
von admin
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Trotz Niederlage (fast) nur Sieger – das deutsche Tennis lebt!

Die erhoffte Sensation von Nancy ist ausgeblieben. Am Sonntag mussten sich die deutschen Kämpfer der Weltelite aus Frankreich geschlagen geben. Jo Wilfried Tsonga und Gael Monfils wurden ihren Favoritenrollen in den entscheidenden Einzeln gerecht und bezwangen die „Helden vom Freitag“. In jeweils klaren 3-Satz-Matches waren Tobi Kamke und Peter Gojowzcyk ihren Kontrahenten unterlegen. Somit endete die sportliche Berg-und-Talfahrt für die deutsche Davis Cup-Mannschaft der Zukunft mit einer knappen 2:3 Niederlage.

Es bleibt ein denkwürdiges Viertelfinale in Erinnerung, bei dem die junge Mannschaft von Teamchef Arriens eindrucksvoll bewiesen hat, dass sie sich vor niemandem verstecken muss und mit jedem Gegner mithalten kann. Mit ihren aufopferungsvollen Einsätzen konnten nicht nur Kamke und „Gojo“ beweisen, welche Leistungen sie im Stande sind abzurufen. Auch Doppelspezialist Begemann überzeugte durch bedingungslosen Willen und unermüdlichen Einsatz.

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Dass es am Ende nicht für die große Überraschung gereicht hat liegt zum Einen an der Klasse der Franzosen, die mit einer Handvoll Topspieler die vielleicht beste Equipe des Wettbewerbs stellen, und zum Anderen an der mangelnden Erfahrung der neu formierten deutschen Mannschaft, die diese sehr spezielle und aufgeheizte Atmosphäre des Davis Cups am finalen dritten Tag zu überwältigen schien. 5000 frenetisch jubelnde und ihre Mannschaft mit der Marseillaise lauthals anpeitschende Franzosen wurden zu einem entscheidenden Faktor beim Kampf um das Halbfinalticket.

Dennoch muss den Hoffnungsträgern des deutschen Herrentennis eine tolle Leistung attestiert werden, die einem beim Zuschauen begeistert und durchweg positive Signale an die deutsche und internationale Tennisgemeinde gesendet hat. Das war Werbung fürs deutsche Tennis und kann nach den Possen der letzten Zeit der Sportart neuen Auftrieb geben. Ein wichtiger Imagegewinn wurde verbucht.

Es bleibt zu hoffen, dass der DTB und Chefcoach Arriens den eingeschlagenen Weg fortsetzen und mit einem breiter aufgestellten Kader aus jungen Spielern dem Davis Cup in Deutschland einen neuen Glanz und erhöhte Aufmerksamkeit verschaffen. Die Zuschauerzahlen und das mediale Echo während und nach den vergangenen Partien gegen Spanien und Frankreich belegen ein enormes Interesse der Tennisenthusiasten an diesem Wettbewerb, der es nach wie vor schafft, die Emotionen des Publikums  zum Kochen zu bringen und für Euphorie zu sorgen.

Wir freuen uns auf die kommende Davis Cup Saison – mit einer sympathischen, authentischen und um einige Erfahrungen reicheren Truppe. Vermisst haben wir an diesem Wochenende auf dem Platz niemanden.

Vielleicht schaffen es die Jungs, dieses positive Erlebnis in der näheren Zukunft auch für ihre Einzel- bzw. Doppelkarriere zu nutzen, mit Erfolgen auf der Profitour ihren Erfahrungshorizont zu erweitern und an der Höhenluft der Weltelite zu schnuppern.

Jetzt richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die deutschen Damen, die sich auf den Weg ins ferne Australien begeben haben, um dort den nächsten Schritt in Richtung Fed Cup Titel zu vollziehen. Angeführt werden die Mädels um Captain B. Rittner von „Angie“ Kerber und der frisch gekürten Siegerin von Charleston, Andrea Petkovic. An dieser Stelle gratulieren wir und wünschen „Petko“ neben dem Erfolg mit der Mannschaft eine erfolgreiche Rückkehr in die Weltspitze 2014.

Das deutsche Tennis lebt!

 

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DAVIS CUP – Hosting nations turning it around!

By TheForeign Correspondent “Pinguini”

France 3 : 2 Germany

J. BENNETEAU              6-7(8) 3-6 2-6                T. KAMKE

J. TSONGA                      7-5 6-7(3) 6-3 6-7(8) 6-8      P. GOJOWCZYK

J. BENNETEAU/M. LLODRA    6-1 7-6(5) 4-6 7-5     A. BEGEMANN/T. KAMKE

J. TSONGA                      6-3 6-2 6-4                  T. KAMKE

G. MONFILS                   6-1 7-6(0) 6-2             P. GOJOWCZYK

DC Team Germany

And the Winner is … Tennis.

What a crowd in Nancy. Kamke and Tsonga warmed up with 5000 patriots singing la Marseillaise (the French national hymn), amongst these 5000 was French Number one Richard Gasquet. It would have been nice if someone from the Top 3 in Germany would have showed up…

To sum things up: the former Top 10 players Tsonga and Monfils showed their ability of feeling the crowd and perform on their highest level – too strong for the German.

The players, the coaches and the fans seemed to be united. LA GRANDE NATION is an example of how to celebrate tennis. Cheer all the players, show respect to the opponents, go crazy for the own players and afterwards celebrate all together.

Switzerland 3 : 2 Kazakhstan 

S. WAWRINKA                      6-7(5) 2-6 6-3 6-7(5)     A. GOLUBEV

R. FEDERER                                  6-4 6-4 6-2                    M. KUKUSHKIN

R. FEDERER/S. WAWRINKA 4-66-7(5)6-46-7(5)A.GOLUBEV/NEDOVYESOV

S. WAWRINKA                      6-7(4) 6-4 6-4 6-4         M. KUKUSHKIN

R. FEDERER                         7-6 (0) 6-2 6-3     A. GOLUBEV

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Roger the savior or Roger Roger Semifinals.

“STANTASTIK” - Sunday for the Swiss crowd. Both, Federer and Wawrinka, did their homework, but I was just enough to pass this class. In the Semifinals the guests will come from Italy. Fabio and his boys will not be easier to beat than these fantastic fighting Kazakhs.

Italy 3 : 2 Great Britain

F. FOGNINI                          6-4 2-6 6-4 6-1    J. WARD

A. SEPPI                                4-6 5-7 3-6                    A. MURRAY

S. BOLELLI/F. FOGNINI  3-6 2-6 6-3 5-7    C. FLEMING/A. MURRAY

F. FOGNINI                          6-3 6-3 6-4                    A. MURRAY

A. SEPPI                                6-4 6-3 6-4                    J. WARD

HE DID IT!

What a Fabio Fognini! He demonstrated his power on clay. Murray looked like he was not comfortable on clay and never got a chance to get Fognini into big trouble. After having saved one macht point, the Italian Team was on fire and Andrea Seppi showed all his routine to win over James Ward in straight sets.

Japan 0 : 5 Czech Rep.

T. ITO                           7-6(5) 6-7(5) 1-6 5-7     R. STEPANEK

T. DANIEL                             4-6 4-6 6-3 6-4 2-6        L. ROSOL

T. ITO/Y. UCHIYAMA         4-6 4-6 4-6              L. ROSOL/R. STEPANEK

Y. UCHIYAMA             3-6 6-3 4-6                             L. ROSOL

T. DANIEL                   4-6 4-6                          J. VESELY

Just for the record. Japan gave the young UCHIYAMA and DANIEL the chance to gain some experience against the Semifinalist of 2014.