23. April 2014
von admin
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Die Stars von Morgen: Nick Kyrgios

Nick Kyrgios Name verspricht im internationalen Tennis schon viel: Er ist griechischer Herkunft – wie die US-Legende Pete Sampras (vielfacher Grand Slam Sieger) und Landsmann Mark Philippoussis (Wimbledonfinalist und Davis Cup-Gewinner).

Der am 27.April 1995 in Canberra/Australien geborene Rechtshänder hat längst mit eigenen Taten auf sich aufmerksam gemacht: 2013 gewann er das Juniorenturnier der Australian Open. Anschließend wagte er den Sprung auf die ATP-Tour und erreichte im australischen Adelaide auf Anhieb das Halbfinale. Mit seinem Sieg beim Challenger-Turnier in Sidney im vergangenen Jahr konnte er dann seinen bisher größten Profierfolg erzielen. Aufsehen erregte er bei den diesjährigen Australian Open. Er bezwang Benjamin Becker in seinem Maindraw-Auftaktmatch und gewann in der 2. Runde vor begeisterten Fans in der ausverkauften Margaret Court-Arena gegen den gesetzten Franzosen Benoit Paire die ersten Sätze mit 7/6 und 7/6. Dann musste das Talent von Down Under seiner Unerfahrenheit Tribut zollen: er verlor den dritten Satz knapp mit 4/6. Von Krämpfen geplagt, konnte er sich kaum noch wehren und unterlag dann im fünften Satz. Schnell hatte sich der Junge aus Canberra von der Niederlage erholt: „Es war eine Ehre da draußen zu sein – es ist ein langer Prozess und je mehr man Matches wie dieses spielt, desto mehr Erfahrungen sammelt man und umso mehr Meilen bekommst du unter deine Füße. Ich hoffe, dass die Krämpfe das nächste Mal nicht mehr auftreten werden”, kommentierte er die tragische Niederlage.

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Über 200.000 Twitter-Kontakte in den 12 Stunden nach diesem Spiel waren für Kyrgios ein Trost und ein Zeichen, dass er in der Welt des „Großen Tennis“ angekommen war.

Der australische Verband hat die Perspektiven des Jungprofis längst erkannt. Seine Berufung in das Davis Cup-Aufgebot 2013 war ein eindeutiger Vertrauensbeweis.

Auch der weltbekannte Schlägerhersteller YONEX setzt auf die außerordentlichen Fähigkeiten des jungen Aussies. Mit dem EZone ai 98 haben sie ihm jetzt eine Waffe gegeben, mit der er auch 2014 für Furore sorgen soll.

Taka Hamaura, der internationale Chefscout des japanischen Unternehmens, erwartet in Zukunft einiges vom Boy aus Canberra, dessen Vater George Grieche ist und dessen Mutter Norlaila aus Malaysia stammt: „In der Jugend gehörte er nicht zur internationalen Elite. Zwischen seinem 16. und 17. Lebensjahr hat er einen Sprung gemacht. Aktuell hat er noch kleine Defizite in der Athletik und in der Einstellung zum Profisport. Wenn er körperlich an sich arbeitet und noch intensiver trainiert, die letzten 20 Prozent aus sich herausholt, kann er ein absoluter internationaler Spitzenspieler werden.“

In den letzten Monaten musste Nick wegen einer Ellbogenverletzung eine Verletzungspause einlegen. „Der Übergang zur Profiebene ist nicht leicht. Es ist physisch anstrengender und im Verlauf geschehen auch öfters Verletzungen. Du musst das akzeptieren und noch beständiger sein, wenn du gesund bist“, reflektiert er seine Anfänge auf der ATP-Tour.

Vor Tagen rangierte der 19-jährige auf Position 185 der ATP-Weltrangliste. Am Ende des Jahres will er in die Top Hundert der Weltrangliste vorstoßen. Auf diesem Weg bleibt er gelassen: „Ich muss jetzt mein Selbstvertrauen zurückgewinnen .und kann endlich wieder das tun, was ich liebe. Wenn ich gewinnen sollte, ist das nur ein Bonus.”

Sein Selbstbewusstsein hat er schon früher als erwartet gestärkt: Am letzten Wochenende gewann er das 100.000 Dollar Turnier in Saratoga/USA. Sein bislang größter Karriereerfolg.

Seinem Ziel, spätestens bei den French Open in Paris sein bestes Tennis zeigen zu können, ist er mit großen Schritten näher gekommen.

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The stars of tomorow: Nick Kyrgios

Nick Kyrgios name is rushing through the international tennis scene: he has Greek roots – just like Pete Sampras ( 16 times Grand Slam Champion) and Mark Philippoussis (Wimbledon finalist and Davis Cup Champion).

The 19 year old right-hander, who was born in Canberra/ Australia, has already set his first marks on the professional tennis circuit: in 2013 he won the Australian Open Juniors and started his career on the ATP Tour afterwards. On his first attempt, he reached the semifinals in Adelaide and with the victory at the challenger in Sydney he celebrated his biggest triumph on the Pro-Tour. His impressing matches at the Australian Open this year pushed him in the focus of the international tennis elite. In the first round he defeated the German B. Becker and he started furious in his second match against the Frenchman Paire. Kyrgios was able to win the first two sets before the seated and much more experienced opponent stroke back and defeated the young Aussie, who was plagued by cramping and close to give up.

After this five-set–thriller the young guy from Canberra regenerated quite quickly:“It was an honor to be out there – it’s all the process and the more matches you play like that, the more experience and the more miles you get on your legs. Hopefully next time it (the cramping) won’t happen” he complained in the following interview.

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Over a 200.000 twitter followers which he reached during the next twelve hours after his impressing fight, were giving even more confidence to the “new member” of the Pro Tour and a sign, that he finally made his dream come true.

The Aussies expect a lot from the upcoming talent – the nomination for the Davis Cup Team in 2013 showed how much the Australian Tennis Federation trust in his skills.

Even the racket company YONEX is deeply impressed by the extraordinary enhancement of Kyrgios. With the EZone ai 98 they gave him a weapon for 2014 – hoping he will climb up the ranking with it.

The international chief scout of YONEX, Takamitsu Hamaura, is expecting much from the young Aussie, who is half Greek, half Malaysian. “During his junior years he never played in the world-elite, he enhanced later on, when he was between 16 and 17. His deficits are the physical level and his manner, which is not  100% professional. If he works hard and grows mentally he can become one of the international Top-Players.”

During the last months Nick was suffering from an elbow-injury. “The transition into the senior ranks isn’t an easy one. It’s physical and you’re going to get injuries, you’ve just got to embrace it and be more consistent when you’re healthy.”

Last week Kyrgios was ranked 185 in the official ATP Ranking. His own goal is to be a Top Hundred Player at the end of the season. But he keeps it calm: “I have to get my confidence back and do what I love. If the wins come, that’s a bonus.”

And the “wins” came sooner than expected: on the last weekend Nick was celebrating his victory at the 100.000 US-Dollar-Tournament in Saratoga/ California. A great success, which should give Nick a lot of self-esteem for the next months.

His dream of playing the best tennis at the French Open in Paris is not that far away from reality…

22. April 2014
von admin
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Wawrinka und Federer gemeinsam erfolgreich in Monte Carlo

Ein Blick über die Grenzen kann von Vorteil sein. Manchmal auch Sehnsucht hervorrufen. Das gilt auch im Tennis.

In Monte Carlo beim mit 3.4 Millionen Dollar dotierten ATP-Event, dem ersten bedeutenden Sandplatzturnier der Saison 2014, standen sich im Finale zwei Tennisstars aus unserem Nachbarland Schweiz gegenüber: Die Nummer 3, Stan Wawrinka, gegen die Nr.4 der Weltrangliste, Roger Federer.

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Bei Sonnenschein begann das Endspiel und der 32-jährige Basler lag mit 6:4 und 2:2 in Führung, als ein gewaltiger Regensturm die Spieler zwang, den Court zu verlassen. Nach der Regenunterbrechung ergriff „Stan the Man“ die Initiative und setzte sich mit 7:6 und 6:2 durch. Sein erster Sieg gegen seinen Freund und Mentor Federer seit fünf Jahren. Der erst zweite Erfolg Stans in insgesamt 15 Duellen der beiden Eidgenossen auf der ATP-Tour.

Federer hatte zuvor im Halbfinale Novak Djokovic mit 7:5 6:2 bezwungen. Der Australian-Open-Sieger Wawrinka bezwang in dem anderen Semifinale den Spanier Ferrer, der vorher im Viertelfinale seinen Landsmann Rafael Nadal aus dem Rennen geworfen hatte.

Die ATP-Herrenkonkurrenz 2014 kann das Jahr der Schweizer werden. Gentleman Roger findet zu alter Klasse zurück und „Stantastic“ behauptet sich endgültig in der absoluten Weltspitze.

Vorbildlich ist die gegenseitige Unterstützung der beiden Konkurrenten aus unserem Nachbarland. Davon könnten sich unsere deutschen Spitzenspieler „eine Scheibe abschneiden“

Vor dem Endspiel hatte Federer seine Gedanken zu diesem Traumfinale geäußert: „Das ist sehr speziell, vor allem weil wir in den letzten Monaten im Training und auch im Doppel sehr viel Zeit auf dem Court verbracht haben. Es ist schön, einen solchen Moment mit ihm zu teilen.“

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So war es auch nicht überraschend, dass die beiden Kontrahenten sich vor dem Finale in Monte Carlo – wie gewohnt – gemeinsam einschlugen. Am Abend zuvor hatten sie mit ihren beiden Frauen beim Essen in einem Restaurant an der Cote d’Azur in trauter Eintracht den Schweizer Tennis- Triumph genossen.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Das bezeugen die Erfolge der beiden Eidgenossen in diesem Jahr. Wenn hochklassige Konkurrenten sich gegenseitig unterstützen, anstatt sich voneinander abzugrenzen und aus dem Wege zu gehen, dient das der Leistung der Spieler umso mehr.

Auch der Einzug der Alpenrepublik in das Davis Cup-Halbinale 2014 ist ein Ausdruck dieser Zusammenarbeit auf höchstem Niveau.

Die deutschen Spitzenspielerinnen Andrea Petkovic und Angie Kerber haben sich vor 2 Jahren zu einer Trainingsgemeinschaft zusammengeschlossen. Die beiden Freundinnen hatten am vergangenen Wochenende in Australien dafür gesorgt, dass Deutschland seit zwölf Jahren endlich wieder das Finale des Fed Cups erreicht hat.

Wenn doch bloß unsere männlichen Spitzenspieler aus diesen vorbildlichen Beispielen lernen würden…

20. April 2014
von admin
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Kerber und Petkovic sind die Königinnen von Queensland

Am Tag der Entscheidung in der Pat Rafter- Arena in Brisbane lag eine schwere Last auf der Australierin Samantha Stosur. Eine Niederlage vor heimischem Publikum gegen Angie Kerber hätte schon den Einzug des deutschen Fed Cup-Teams in das Finale bedeutet.

Die deutsche 2:0-Führung vom Vortag hatte die Tennisfans des fünften Kontinents geschockt: nicht alle Plätze der 5000 Zuschauer fassenden Pat Rafter Arena waren besetzt. Hatten die Australier die Hoffnung auf einen Sieg ihres Teams schon aufgegeben?

Auf keinen Fall war ihre Spitzenspielerin gewillt, vorzeitig das Handtuch zu werfen. Von den ersten Ballwechseln an tritt eine entschlossene Samantha Stosur auf, die dem Druck standhält. Schnell geht sie gegen eine beeindruckte Kerber mit 3:0 in Führung. Die Kielerin kämpft, kontert die Angriffe ihrer Gegnerin auch in fast aussichtslosen Positionen und hat bei 3:5 drei Breakbälle in Folge. Die Australierin wankt noch nicht. Erst mit dem siebten Breakball verkürzt die Kielerin auf 4:5. Beim Spielgewinn halfen drei Doppelfehler Stosurs. Aber auch Angies „Psychoschlag“ ist der Service. Die Australierin gewinnt das Aufschlagspiel der Deutschen und damit den ersten Satz. Hoffnung keimt im „Queensland Tenniscentre“ auf – das Publikum wird engagierter.

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Angie Kerber rückt ihre Spielposition jetzt näher an die Grundlinie, spielt aggressiver – und erfolgreich. Mit 6:0 fegt sie ihre Gegnerin im zweiten Satz vom Platz.

Sam“ ist im entscheidenden dritten Satz wieder zurück im Match. Weltklassetennis von beiden Kontrahentinnen entwickelt sich. Aufgemuntert von der Teamchefin setzt unsere Nummer 1 alles gegen die Power von Stosur. Im dritten Spiel wogt das Momentum über 15 Minuten hin und her. Die Kämpferin aus Kiel setzt sich letztendlich beim Aufschlagspiel ihrer Gegnerin durch. Eine Vorentscheidung?

Unter ständigem Blickkontakt mit Barbara Rittner geht unsere „Angie Braveheart“ mit 5:2 in Führung. Stosur spielt „Alles oder Nichts“ – trifft alles und verkürzt auf 4:5.

Angelique hat das Ziel weiter unbeirrt vor Augen und beendet  mit einem Ass das Match (4:6 6:0 6:2). Deutschland ist uneinholbar mit 3:0 in Führung gegangen und steht nach 12 Jahren wieder in einem Finale des Fed Cups!

Die Mädchen liegen sich in den Armen und tanzen unter dem Beifall der fairen australischen Zuschauer.

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Der ausgeprägte Teamgeist ist eine Quelle dieser großartigen Leistungen.

Post Scriptum:

Das vierte Einzel zwischen Petkovic und Dellaqua fiel wegen des vorzeitigen Sieges der Deutschen aus. Görges, Grönefeld, Dellaqua und Barty traten dann im Interesse des Publikums noch zum Doppel an. Auf der Trainerbank nahm Andrea Petkovic Platz. Rittner war nach zwei Siegesbieren lieber in die zweite Reihe getreten.

Letzte Nachricht aus Australien: Das Team hat entschieden, dass es den Rückflug geschlossen in den Schlafanzügen antreten wird, die ihnen von den australischen Spielerinnen vor dem Halbfinale als Gastgeschenk überreicht worden sind.