13. Januar 2014
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“German Frauenpower Down Under”

Brütende Hitze empfing die Spieler und Spielerinnen, die in der Hauptrunde der Australian Open 2014 antraten. Das scheint die deutschen Damen eher beflügelt zu haben. Der Auftakt ist mehr als vielversprechend:

In der ersten Spielrunde kamen die Schleswig-Holsteinerinnen Angelique Kerber und Julia Görges gleich zum Zug. Die Kielerin Kerber setzte sich in einem ausgeglichenen 1.Satz 6:3 gegen die Australierin Gajdosova durch. Dann stürzte ihre Gegnerin, nahm eine Verletzungspause und kam wie ein Wirbelwind zurück. Sie riskierte noch mehr als zuvor und fegte Angie mit 6:0 vom Platz. Beeindruckend wie Kerber im entscheidenden Satz zu ihrer Souveränität zurückfand. Mit 6:2 sorgte sie dafür, dass der erste deutsche Sieg in Melbourne unter Dach und Fach war. Auffällig war die Aufschlagschwäche der Deutschen: sie servierte nicht nur viele Doppelfehler, sondern bekam auch kaum Druck in ihre 1.Aufschläge. Wenn die sehr fit wirkende und konterstarke Angie das verbessert, werden wir noch länger Freude an ihrem Spiel in Melbourne haben.

goergespic

Julia Görges hatte vorher angekündigt, dass sie ihre Spielfreude endlich zurück gewonnen hat und dass man Down Under einiges von ihr zu erwarten hätte. Ihren Worten folgten Taten: mit 6:3,6:2 schlug sie die gesetzte Sara Errani aus Italien. Hochachtung, Julia! Mach weiter so!

Annika Beck setzte den Siegeszug fort: Petra Martic hatte bei der 0:6, 0:6 Niederlage nicht den Hauch einer Chance.

Dass man sich auf die Spielerinnen aus dem nördlichsten Bundesland verlassen kann, bewies dann Mona Barthel gegen die chinesische Hoffnung Zhang Shuai. Mit harten Grundschlägen setzte sie sich gegen die spielstarke Gegnerin aus Asien beim 7:6,6:3 am Ende entschlossen durch.

Vor dem Match von Sabine Lisicki konnte man den perfekten Auftritt der deutschen Damen bei ersten Grand Slam des neuen Jahres feiern: 4 Matches – 4 Siege! Geballte deutsche Frauenpower in Australien. Da hatte es sich für alle einheimischen Tennisenthusiasten doch gelohnt, die Nacht zum Tage gemacht zu haben.

Unsere Bine zeigte in ihrem Match gegen Mirjana Lucic dann von Anfang an, dass sie keinesfalls die einzige deutsche Teilnehmerin sein wollte, die am ersten Spieltag in Melbourne als Verliererin den Hartplatz verlassen würde. Konzentriert und entschlossen setzte sie sich mit 6:2 durch. Auch im zweiten Satz war Sabine nicht aufzuhalten: 6:1. Der fünfte Sieg der starken deutschen Frauen in Folge beim Grand Slam in Down Under!

Lediglich Dinah Pfizenmaier, die letzte deutsche Starterin des ersten Tages, musste sich der souverän agierenden Yanina Wickmayer aus Belgien geschlagen geben. Sie konnte sich nach einem knappen ersten Satz nicht mehr steigern und unterlag mit 6:7 und 3:6.

Für die größte Sensation in der Damenkonkurrenz sorgte die junge Thailänderin Luksika Kumkhum: sie schlug die Geheimfavoritin Petra Kvitova in drei Sätzen und trifft in der nächsten Runde auf Mona Barthel. 

Bei den Herren unterlag Jan Lenhard Struff, der zeitgleich mit Julia und Angelique spielte, dem bärenstarken Russen Youzhny 1:6, 4:6, 2:6.

Florian Mayer zeigt dann, dass er gegenwärtig in besonders guter Form spielt: mit 6:4, 6:2, 6:.4 setzte er die Siegesserie der deutschen Frauen fort.

Unglücklich verlief das Match von Tommy Haas. Unser Oldtimer musste im zweiten Satz gegen den Spanier Garcia-Lopez nach 5:7, 2:5 verletzt aufgeben.

Trotzdem macht das Auftreten unser Tennisstars im fünften Kontinent bisher viel Freude. Wenn unsere junge Hamburger Hoffnung Carina Witthöft, die sich in der Quali beeindruckend durchgesetzt hat, morgen im ersten Hauptrundenspiel gegen Mandy Minella ihren persönlichen Siegeszug noch einmal fortsetzen kann, flaggen wir die Hamburger Fahne in unserem „Redaktionsbüro“!

Zur Einstimmung auf die zwei kommenden Wochen voller Spitzentennis haben wir ein emotionales Video für euch:

11. Januar 2014
von admin
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“Ein steiniger Weg nach oben”

Der Kampf um den Einzug in das Grand Slam-Hauptfeld in Melbourne

Über 20-stündige Flugstrapazen zum 5.Kontinent, ermüdende Zeitumstellung, ein ganz anderes Klima und hohe Investitionen für Verpflegung und Unterkunft – trotzdem wagen junge deutsche Talente das Abenteuer Australien, um sich einen Platz im Hauptfeld der Australian Open zu erkämpfen. Das ist eine vorbildlich mutige Einstellung, die zu honorieren ist. Deshalb berichten wir in diesem Post von den Ergebnissen unserer Hoffnungsträger bei der Qualifikation in Melbourne als „Warm Up“ für die Berichterstattung in den nächsten 14 Tagen. Zwei junge Mädchen, Carina Witthöft und Anna-Lena Friedsam, und sechs Herren, Beck, Berrer, Bachinger, Brown, Gojowczyk und Micha Zverev, haben sich aus Deutschland aufgemacht, um sich „Down Under“ ihren Traum zu erfüllen. Vergessen sollte man bei diesem „Flug ins Ungewisse“ nicht, dass nur wer sich qualifiziert hat, ohne finanziellen Schaden davon kommt.

Schnell zerplatzte dieser Traum vom Einzug in das Hauptfeld bei Andreas Beck, Dustin Brown (in der Qualifikation an 1 gesetzt!) und Anna- Lena Friedsam (7:9 im entscheidenden Satz!): sie schieden leider gleich in der ersten Runde aus. Micha Zverev verlor in der 2.Runde ausgerechnet gegen den deutschen „Shooting Star“ Peter Gojowczyk. Auch für Matthias Bachinger bedeutete seine Niederlage gegen Martin Klizan schon Endstation in der 2.Quali-Runde.

Damit haben noch drei der acht gestarteten deutschen Profis die Chance auf das Hauptfeld gewahrt. Eine ordentliche Quote, die viel Hoffnung für die kommende Saison aufkommen lässt. Mindestens fünf von ihnen haben jedoch viel Zeit, Kraft und Geld investiert, ohne für ihre Mühen entlohnt worden zu sein. Für sie heißt es weiterreisen, um beim nächsten Turnier erneut anzugreifen und sich in der Weltrangliste zu verbessern.

Als aussichtsreicher Kandidat gilt Gojowczyk. Nach der letztwöchigen Halbfinalteilnahme in Doha und der starken Partie gegen den Weltranglistenersten Nadal, muss ihm eine bestechende Form attestiert werden. Schafft er es nach den Anstrengungen der beiden letzten Wochen seine Kräfte einzuteilen, kann ihm auf seinem Lieblingsbelag einiges zuzutrauen sein. Für Berrer und Witthöft wird bei einer Qualifikation das Losglück eine Rolle spielen. Für eine Überraschung sind beide gut, gegen die Topstars müsste allerdings vieles zusammen kommen, um einen Sieg davon tragen zu können.

kerber AusOpen

Neben unseren Qualifikanten haben es schon 15 Mädels und Jungs aufgrund ihrer Weltranglistenplätze in die Konkurrenzen geschafft. Auch ihnen ist gutes Gelingen bei den Aussie-Open zu wünschen. Realistische Chancen auf die zweite Woche geben wir natürlich Angie Kerber, gestern noch im Finale von Sidney, die vielleicht den nächsten Schritt Richtung Top Five der WTA Rangliste gehen kann. Gespannt sind wir auch auf Bine Lisicki und Mona Barthel, die ihr Potential schon unter Beweis gestellt haben – die fehlende Konstanz sorgt jedoch dafür, dass eine sichere Prognose schwierig ist.

Bei den Herren sind es die „alten Hasen“, die im deutschen Team den Ton angeben. Haas, Mayer und Kohlschreiber haben allemal das Zeug, um die ersten Runden zu gewinnen und die Elite zu ärgern. Außer Mayer mit seinem Halbfinaleinzug in Doha konnte bisher keiner der Herren in der noch kurzen Saison glänzen. Ausgang ungewiss!

Besonderes Interesse werden wir zudem unserem Leser Daniel Brands widmen. Er hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass er auch die ganz Großen schlagen kann. Vielleicht gelingt es ihm schon in Australien, die erste Duftmarke zu setzen und uns auf eine grandiose Saison einzustimmen.

Allen anderen Startern bleibt unseres Erachtens nur die Außenseiterrolle beim ersten wichtigen Tennisevent des Jahres. Lassen wir uns überraschen, was sie im Stande sind zu zeigen.

Machen wir uns vor dem Start des medialen Großereignisses bewusst, dass der Traum vom finanziell gut situierten Tennisstar nur für die Wenigsten in Erfüllung geht. Alle anderen kämpfen jede Saison aufs Neue um den Sprung in eine sichere Zukunft. Ein kräftezehrendes Unterfangen, geprägt von aufreibenden Reisen durch die Zeitzonen, Rückschlägen auf dem Tennisplatz, getrennt von Familie und Freunden. Umso bemerkenswerter sind der Einsatz und die Hartnäckigkeit, mit der sich die Akteure immer wieder motivieren zu trainieren, um den Globus zu reisen und ihr Bestes zu geben.

Wir wünschen unseren drei verbliebenen Tennishoffnungen eine erfolgreiche Quali und allen Startern des Hauptfeldes eine schöne und sportlich zufriedenstellende Zeit Down Under. Vielleicht ist es uns vergönnt, die eine oder andere Überraschung mitzuerleben.

Hang Loose.

Hang in!

9. Januar 2014
von admin
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Show Down “Down Under” 2014

Profis überlassen nichts dem Zufall

Es wird ernst im internationalen Tennis im neuen Jahr: die erste Qualifikationsrunde des ersten Grand Slam-Turniers 2014 in der Hauptstadt des fünften Kontinents wurde gerade gespielt.

Zur Hauptrunde rücken die Tennis-Recken mit optimaler Bewaffnung nach Melbourne vor: Zu den Australian Open haben – über ihren gewohnten Tross an Matchpartnern, Psychologen, Physiotherapeuten oder Trainern hinaus – einige Topspieler zusätzlich noch ehemalige Weltklassestars als Berater verpflichtet. Nole Djokovic wird von Boris Becker sekundiert, Roger Federer hat Stefan Edberg an seiner Seite. Rafael Nadal hält auch 2014 an seinem Onkel fest – und der ist auf seine Art auch längst „Legende“. Andy Murray braucht aktuell weniger Ivan Lendl, sondern vorrangig einen Medizinmann.

tennislegends

Die Boulevardpresse hat über Beckers Rückkehr in den Tenniszirkus mit Spott und Häme berichtet. Das ist naheliegend – aber deshalb keinesfalls seriös und frei von Kenntnissen über die modernen Entwicklungen im Profitennis.

Heutzutage sind die Tennisstars nicht nur Profis, weil sie Geld für ihre sportliche Tätigkeit erhalten, sondern weil sie eine wirklich professionelle Einstellung benötigen, um sich erfolgreich gegen die ambitionierte Konkurrenz durchzusetzen. Da wird genau geplant: bei der Auswahl der Turniere, bei den Budgets, bei der medizinischen und psychologischen Betreuung, bei der Zusammenstellung eines Teams, das den vielfältigen Anforderungen des Berufes gerecht wird. Die modernen Profis wissen: nicht nur ein einzelner „Big Point“ im Match kann über Sieg oder Niederlage entscheiden, sondern auch ein kleiner Vorteil, den man sich in der Vorbereitung und in der Betreuung verschafft hat.

Wo liegt der Vorteil bei der Verpflichtung der sogenannten „Legenden“?

Zuerst haben diese Coaches eine seltene Eigenschaft: sie haben alle einmal ein Grand Slam Turnier gewonnen! Die wissen, wie man über 14 Tage seine Motivation aufrecht erhält – wie man sein Ziel nie aus den Augen verliert. Die kennen auch alle Störfaktoren, die während zweier Wochen auftreten können und sie haben selbst bewiesen, dass sie diese alltäglichen Probleme während des gesamten Turnieraufenthaltes erfolgreich ausgeschaltet hatten. Das schafft Vertrauen. Dieses Quäntchen mehr an Sicherheit und Zuversicht kann dazu führen, dass der Spitzenspieler mit Hilfe der „Tennislegenden“ den angestrebten Triumph verwirklichen kann.

Das moderne Herrentennis ist ein Unternehmen, dessen Belegschaft sämtliche Funktionen, die für den Erfolg wichtig sind, ausfüllt.

Warum die Stars des Damentennis nicht genau so agieren? Ein Beispiel kann erste Hinweise liefern: die mehrfache Wimbledonsiegerin und Tennislegende Steffi Graf wird kein entsprechendes Angebot annehmen: sie konzentriert sich auf ihre Familie und ihre Stiftung. Da ist keine Zeit für derartige Ausflüge.

Grundsätzlich stehen viel weniger weibliche Tennislegenden zur Verfügung. Und es ist immer noch so: die Herren befürchten als Damencoaches einen Verlust ihres guten Images … Andererseits hatte Jana Novotna mit ihrer Verpflichtung von Hanna Mandlikova erfolgreich bewiesen, dass ein weiblicher Coach, der Grand Slam Siege aufweist, eine Spielerin zum Wimbledonsieg führen kann. Diese beiden Profis waren aber auch privat befreundet. Da gab es keine geschlechtlichen Schranken oder Hemmnisse im alltäglichen Leben.

Damit unsere Argumentation noch deutlicher wird, bieten wir eine Analogie aus einer anderen durch und durch professionellen Sportart, dem American Football, an: Hier agiert seit Jahrzehnten ein umfangreiches und optimal koordiniertes Trainerteam: vom Headcoach über den Coach für Verteidigungsaufgaben, über den Coach für Offensive, bis zum Trainer des Specialteams. Das hat sich bewährt. Warum soll man erfolgreiche Konzepte von anderen Sportarten nicht im Tennis übernehmen? Im Profi-Fußball ist man längst diesem Rezept gefolgt. Im Tennis haben viele Stars dieses System auch kopiert. Mit der Verpflichtung von ehemaligen Wimbledonsiegern als psychologische und strategische Coaches während der Turnierwochen zeigt sich der „bunte weiße Sport“ zumindest als Avantgarde des Rückschlag-Sports!

Im Profisport Tennis spiegelt sich mit Verspätung eine Entwicklung unserer gesamten Gesellschaftsorganisation wider. Bereiche werden aufgeteilt und von Spezialisten ausgeführt, die sich auf das Wesentliche ihres Spezialgebiets konzentrieren. Das „Unternehmen Spitzentennis“ folgt 2014 nur einem logischen Trend, dass in dem Engagement der ehemaligen Stars seine nächste Stufe erreicht.

Ach so. Ein Spieler tritt bei den Australian Open nicht optimal ausgerüstet an: ausgerechnet die einheimische Hoffnung Bernard Tomic. Dessen Vater und Coach John ist von der Turnierleitung verbannt worden und darf den Melbourne Park nicht einmal betreten. Ein eigens dafür geschaffenes Sicherheitspersonal wir dafür sorgen, dass „Mad John“ sich nicht doch noch durch eine Lücke im Zaun einschleicht.

Vielleicht ist das auch kein Schaden für Bernard Tomic. Bisher hat sein Vater als Coach eher dadurch für Furore gesorgt, dass er Matchpartner seines Sohnes auf dem Turnierareal verprügelt hat. Wir wissen nicht, wie Bernard darüber denkt, aber etwas mehr Ruhe und friedliche Atmosphäre könnte in den nächsten Tagen von Vorteil sein, oder?

Um den Erfolg Novotnas angemessen zu würdigen, stellen wir noch Ausschnitte des Wimbledonfinals von 1998 bereit und wünschen gute Unterhaltung.