14. November 2013
von admin
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“Es geht aufwärts beim DTB”

Wir haben nicht an Kritik an dem DTB in unseren Posts gespart. Die journalistische und sportliche Fairness verlangt, dass auch positive Entwicklungen beim DTB in unserem Blog dargestellt werden. Deshalb sind wir froh, von Neuigkeiten im Umfeld des DTBs zu berichten, die anzeigen, dass es aufwärts geht:

Im Jahr 2014 wird das angekündigte männliche Nachwuchs-Förderteam in Analogie zum erfolgreichen weiblichen Nachwuchsteam, das von Babara Rittner betreut wird, ins Leben gerufen werden.

altenburg

“Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind geschaffen. Wir müssen bei den Herren die gleiche Spitzenförderung haben wie bei den Damen”, sagte DTB-Präsident Karl Altenburg bei der 65. Mitgliederversammlung am Sonntag in Frankfurt am Main. Durch dieses Projekt soll die Chance erhöht werden, dass „wir irgendwann mal wieder einen deutschen Spieler bei einem ATP-Abschlussturnier dabei haben.”

In den kommenden Wochen will der drittgrößte Sportverband in Deutschland und weltweit größte Tennisverband (1,55 Millionen Mitglieder) die Partner aus der Wirtschaft vorstellen, die sich diesbezüglich engagieren. Ende Januar 2014 soll der Investitionsplan dann endgültig verabschiedet werden. Davis-Cup-Teamchef Carsten Arriens und sein Co-Trainer Michael Kohlmann werden das Nachwuchsteam betreuen.

Auch in einem anderen relevanten Bereich setzt sich der Präsident jetzt engagiert ein: Der Deutsche Tennis Bund kämpft seit zwei Jahren mit der Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) um die Bereitstellung öffentlicher Fördergelder – bislang ohne Erfolg.”Wir haben aufgrund der wirtschaftlichen Situation und als drittgrößter Sportverband aber das Anrecht darauf, gefördert zu werden. Wir wollen einen fairen Anteil, den wir verdienen”, sagte Altenburg. Bislang sei es noch nicht komplett gelungen, das Bundesinnenministerium davon zu überzeugen, “dass wir kein wohlhabender Verband mehr sind.” In naher Zukunft wird dieses Vorhaben intensiver angegangen.

dtb

Hintergrund dieser Aktion ist die angespannte Finanzlage des Verbandes. Im Geschäftsjahr 2012 verbuchte der DTB ein Minus von 58.000 € – im Jahr 2013 wird es nicht viel besser aussehen…  “Unser Ziel bleibt die schwarze Null. Aber wir müssen den Spagat schaffen, weil wir in die Zukunft investieren müssen“, sagte der 50 Jahre alte DTB-Präsident.

Wir wünschen dem DTB „von Herzen“ viel Erfolg bei seinem Engagement. Es sieht so aus, als ob alle Kräfte momentan an einem Strang ziehen. Dass endlich mehr Ruhe in das Leben auf den höchsten Verwaltungsebenen kommt. Möge das noch etwas länger anhalten – dem deutschen Tennis – vom Anfänger bis zum Spitzenspieler – kann es nur zu Gute kommen.

 

13. November 2013
von admin
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“Tennis-Dopingskandal – das Theater geht weiter”

Der Doping-Fall um Victor Troicki (wir berichteten im Blog) schlägt immer noch große Wellen. Nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS vor kurzem die Sperre von Troicki von 18 auf 12 Monate verringert hat, geht die Diskussion um diesen Fall in den nächsten Akt.

Im Rahmen der ATP Finals in London wurde das Thema heiß diskutiert, und die Tenniselite ist sich in ihrer Meinung nicht einig.

topfour

N. Djokovic wiederholte in einer emotionalen Rede seine Position und holte zum Rundumschlag gegen alle verantwortlichen Institutionen aus. Er wirft der ATP, der ITF und der WeltAntiDopingAgentur (WADA) vor, sich unprofessionell zu verhalten und bemängelt, dass in dem dubiosen Fall Troicki keiner zur Rechenschaft gezogen wird – außer Troicki! Laut seiner Aussage, habe er jegliches Vertrauen in die Institutionen verloren. In seinem Statement gibt er provokant an, dass „noch nie ein unter Dopingverdacht stehender Spieler vor dem CAS entlastet und von einer Beschuldigung freigesprochen wurde“.

Roger Federer, der herausragende Spieler der letzten Dekade, betrachtet das Geschehen wesentlich nüchterner. Der Spielervertreter äußert sich kritisch zu dem Verhalten Troickis: „Ein Spieler hat sich jederzeit testen zu lassen, egal wie sein Befinden ist“, argumentiert Federer. Er bemängelt vielmehr, dass die Dopingkontrollen weniger geworden seien und er im vergangenen Jahr nach 3 Turniersiegen in Folge nicht einen einzigen Test hatte machen müssen.

Hier wird von einem erfahrenen Profi eine weitsichtigere Einstellung geäußert. Im Interesse des Sports sollten Spieler die Regeln befolgen und jede Chance nutzen, für einen sauberen und damit auch fairen Sport einzutreten.

In die gleiche Richtung äußerte sich auch Andy Murray. Für ihn hat man sich als Profi den Regeln entsprechend zu verhalten und „jeder wisse, wie so ein Test funktioniert“! Hält man sich nicht daran, habe man die Konsequenzen zu tragen. Das Pikante an Murrays Statement: Er gilt als einer der besten Freunde Djokovics! Somit verwundert es den einen oder anderen Insider, dass er sich in seinen Aussagen gegen seinen „Kumpel“ und dessen Verteidigungsrede für Troicki wendet. Dass Murray sich dieser Tage, trotz der verletzungsbedingten Absage der Finals, regelmäßig zu den Geschehnissen äußert, kann auch mit seiner aktuell erschienenen Biografie im Zusammenhang stehen. Ein wenig PR hat selten geschadet.

Auch Rafa Nadal meldet sich zu Wort. Er glaube Troicki  und dessen Aussagen und denke, es wurden Fehler im Rahmen der Dopingkontrolle gemacht. Nichts desto trotz sieht er alle Spieler in der Pflicht, sich an die Regularien zu halten und ihre Proben abzugeben, wenn dies gefordert wird.

Wir sind gespannt, wie sich die Diskussion um die Dopingproblematik im Tennis entwickeln wird. Es entsteht der Eindruck, dass der nächste Skandal nicht lange auf sich warten lassen wird und die heile Welt des Tennis-Showsports erneut heimsucht. Dann wird wieder viel und kontrovers diskutiert, es werden willkürliche Entscheidungen gefällt werden und die Seriosität des Proficircuits und der involvierten Institutionen wird auf die Probe gestellt.

Ein Teufelskreis!

Wer ist in der Lage, das endlich zu beenden?

Die ATP ist gefordert.

 

P.S.

Wir haben uns bei diesem „Theater“  mit unfreiwilliger Komik gedacht, dass es auch absichtliche humorvolle Beiträge im Tennis gibt und uns an Mansour Bahrami erinnert.

 

12. November 2013
von admin
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“Novak Djokovic – der würdige Sieger der ATP Finals 2013″

In Nebelschwaden wurden die Finalisten auf den Platz der O2-Arena geführt, aber Nole Djokovic sorgt schnell für Klarheit: Er ergreift vom ersten Ball an die Initiative, setzt Nadal gleich unter Druck und geht 3:0 in Führung. Dann unterlaufen dem Serben die ersten Flüchtigkeitsfehler, der Spanier kommt nun „ins Spiel“, schlägt länger und aggressiver, ballt die Faust nach erfolgreichen Ballwechseln und drückt jetzt Entschlossenheit aus. Er gleicht zum 3:3 aus. Djokovic gewinnt sein Aufschlagspiel. Jetzt zupft und zieht Rafael hektisch an seiner Hose, serviert zwei Doppelfehler und wird wieder gebreakt. Im 9.Spiel entwickelt sich ein ausgeglichener Kampf mit elektrisierenden Ballwechseln. Ein unglaublicher „Save“ Noles, in aussichtsloser Position bei 15:30 in seinem Aufschlagspiel, gibt dem Serben den entscheidenden Auftrieb. Er beendet den Satz mit einem Ass zum 6:3.

nolesieger

Im zweiten Satz gewinnt Djokovic immer mehr an spielerischer Überlegenheit. Er breakt Nadal im vierten Spiel und geht 3:1 in Führung. Rafael gibt nicht auf, versucht zurück zu schlagen. Das Publikum feuert ihn an. Bei 5:3 und Aufschlag Nadal hat der Serbe den 1. Matchball. Als alles verloren scheint, bäumt sich der Spanier wieder auf, wächst über sich hinaus, wehrt den Matchball ab und gewinnt mit ungeheurem Einsatz und harten Gewinnschlägen das Spiel. Er kommt auf 4:5 heran. Die Hoffnung auf seinen ersten ATP-Finals-Sieg keimt wieder auf.

Doch Djokovic ist schon länger in der „Form seines Lebens“ und lässt sich auch in der knisternden Spannung nicht aufhalten. Er hat bei 40:30 den 2.Matchball. Den anschließenden atemberaubenden langen Ballwechsel gewinnt der unermüdliche Kämpfer Nadal. Nole gibt unbeeindruckt die nächste Antwort: ein Ass! Den dritten Matchball verwandelt der Spieler aus Belgrad – trotz der niemals aufgebenden Gegenwehr des Spaniers. Novak Djokovic gewinnt das Endspiel der ATP-Finals in London mit 6:3 6:4 gegen die Nr.1 der Welt!

Kompliment für den unermüdlichen Einsatz und unbeugsamen Siegeswillen Nadals. Aber es wird Zeit, die außergewöhnliche Spielstärke Djokovics zu würdigen: Unseres Erachtens gehört er zu den komplettesten Tennisspielern aller Zeiten! Einmalige Fitness, beeindruckende Gewandtheit und Schnelligkeit, perfekte Technik in allen Schlägen, ein enormes Spielverständnis und der beste Return auf der Tour, kennzeichnen die überragenden Fähigkeiten des Serben.

Vorbildlich für alle Tennistalente ist auch, wie früh Nole auch die härtesten Bälle seiner Gegner trifft. Er weicht dabei kaum hinter die Grundlinie zurück und nutzt jede Chance, sofort im Feld dem Ball entgegen zu gehen, um Druck zu machen und bessere Winkeloptionen zu gewinnen. Das ist modernes Tennis in Perfektion.

Nole Djokovic – ein würdiger Sieger des ATP-Finals 2013!