11. November 2013
von admin
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“Nr.1 vs. Nr.2 im Finale – die Eidgenossen rausgeschossen!”

Die internationale Tennisgemeinde schaute erwartungsvoll nach London, wo sich heute Nachmittag die diesjährige Nr.1 der Welt, Rafael Nadal, und der Topspieler der Vergangenheit, Roger Federer, um das Erreichen des Finales stritten. Unbändige Kraft und Energie gegen Variabilität der Schläge und kluge Taktik. Power gegen Spielkunst.

Der Spanier hatte 21 der insgesamt 32 Partien dieses Duells für sich entschieden. Andererseits hatte der Schweizer bisher alle vier Duelle gegen Rafa, die „indoor“ – wie in London – stattfanden, erfolgreich bestritten. Federer hat sich zum rechten Zeitpunkt vom „Seuchenjahr 2013 erholt, Nadal will in diesem Jahr endlich das erste „ATP-Finals“ in seiner an Triumphen reichen Karriere gewinnen. Knisternde Spannung vor diesem „Aufeinandertreffen der Tennis-Superlative“ in der britischen Metropole.

Vom ersten Spiel an hatte man den Eindruck, dass ein Großteil des Publikums auf einen Sieg des wiederauferstandenen Schweizers hoffte. Jeder Gewinnpunkt Federers wurde von frenetischem Jubel begleitet. Der erste Satz stand auf des Messers Schneide. Acht Spiele ohne Serviceverlust – mit wenigen Breakchancen auf beiden Seiten. Federer beginnt mit einem Ass. Dann folgt der erste Doppelfehler – und Rogers Spielvermögen setzt aus: Nadal fällt das erste Break quasi in den Schoß. Feder schlägt zurück, spielt wieder selbstbewusst- aggressiv auf und nimmt dem Spanier ebenfalls den Aufschlag ab. Die ungeheure Anspannung der Spieler auf dem Platz ist zu spüren. Das Momentum schlägt von Ballwechsel zu Ballwechsel um. Das nächste Servicegame Federers ist symptomatisch für die ganze Partie: bei klaren Situationsvorteilen misslingen ihm die leichtesten Killerschläge – gerade bei den „Big Points“. Drittes Break nacheinander. Rafael ist dann entschlossener, nutzt jede Chance und beendet den ersten Satz 7:5.

Vergeblich hofft man im zweiten Satz darauf, dass Roger sich wieder in das Spiel zurück kämpft, den „Spieß doch noch wieder umdrehen kann“. Der sensible Mann aus Basel scheitert aber an seiner größten Stärke, der Vorhand, die zum „Psychoschlag“ des Schweizers wird: Kurz vor Ende stehen 17 „totally unforced errors“ bei Vorhand-Schlägen mit Situationsvorteilen für ihn zu Buche. Nadal lässt sich den Einzug in das Finale nicht mehr nehmen: er breakt den leicht resignierenden Federer zwei Mal und beendet den Satz und das Match mit 6:3.

Respekt vor dem Comeback des Schweizers am Ende seines „Seuchenjahrs“. Der Gesamtverlauf dieser Saison ist aber nicht spurlos an ihm vorüber gezogen: in den entscheidenden Spielsituation fehlte ihm wohl doch das letzte Quäntchen Selbstvertrauen. Es gibt keinen Grund für einen Rücktritt Federers – in der nächsten Saison wird er gestärkt den Kampf um den Titel des weltbesten Tennisspielers wieder neu aufnehmen!

finallondon

Im anderen Semifinale stand spätabends der zweite(!) Schweizer, Stanilas Wawrinka, gegen den Topfavoriten Nole Djokovic auf dem Platz. Der „new shooting star“ dieser Saison gegen den Spieler, der bis dato 19 Matches nacheinander auf der ATP-Tour gewonnen hatte. In der Anfangsphase geben beide Spieler einmal ihre Aufschlagspiele ab. Im 8.Spiel breakt der Serbe den Schweizer noch einmal und gewinnt bei seinem Servicegame souverän mit 6.3 den 1.Satz. Die unfassbare Gewandtheit und die reaktionsschnellen Schläge (bemerkenswerte Returnstärke!) Djokovics dominieren auch im 2.Satz. Nach drei Rückhandfehlern Wawrinkas gibt der Schweizer seinen Aufschlag früh ab. Noles Gesicht zeigt deutlich Selbstsicherheit und Siegeszuversicht. Der Schweizer hält sich nur mit zahlreichen Assen im Spiel. Auffällig ist, dass Djokovic mit seinen zweiten Aufschlägen, den tiefen und hoch abspringenden „Kicks“, noch mehr Punkte gewinnt, als mit seinen ersten Services! Im achten Spiel wird der Schweizer wieder gebreakt und der Serbe beendet den 2.Satz und das Match mit seiner fast fehlerlosen, „kontrollierten Offensive“ (Zitat Otto Rehagel!) in gewohnter Souveränität. Ein beeindruckender Auftritt des Serben! Wohl die bisher beste Vorstellung in der O2-Arena. Der 20. Sieg in Folge von Djokovic auf der ATP-Tour! Kann Nadal ihn morgen in seinem Siegeszug aufhalten?

Bisher liegen die beiden Autoren dieses Tennisblogs mit ihren Prognosen noch „goldrichtig“. Jetzt legen wir uns auf eine recht gewagte Prophezeiung für den Ablauf des Finales fest: Der eine sagt einen Sieg des Spaniers Nadal, der andere einen Sieg des Serben Djokovic voraus!

Zur Einstimmung auf das Finale einige Szenen des Spielers, auf den 50% des Bloggerduos gesetzt hat:

10. November 2013
von admin
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“Auf dem Weg in das Halbfinale der Weltbesten 2013″

In London bei den ATP-Finals wurde am Freitag und Samstag um das Erreichen des Halbfinales gestritten. In der Gruppe A gelang es Stanislas Wawrinka bei seinem Debut in den Finals gleich das Halbfinale zu erreichen. Er ging gegen Ferrer schnell mit 5:2 in Führung und verlor den Satz dennoch mit 3:7 im Tiebreak. Ferrer gewann sein Aufschlagspiel im zweiten Satz sicher und kam beim 30:40 zum Breakpoint bei Aufschlag des Schweizers. Wawrinkas Antwort: ein Ass. Beim nächsten Breakball Ferrers, donnerte Stanilas wieder ein Ass in das gegnerische Feld. Als Ferrer dieses Spiel verlor, zerstörte er frustriert seinen Schläger – und das Momentum schlug um. Bis zum 6:4 im zweiten und 6:1 im dritten Satz gab Wawrinka seinem Gegner keine Gelegenheit mehr für einen Breakpoint und dominierte auch die Grundlinienduelle. „Der Beginn des zweiten Satzes war entscheidend. Ich habe alles getan, um dieses Match nicht zu verlieren“, kommentierte er seinen Erfolg.

wawrinka

Nach dem 6:4 1:6 6:3 Sieg Rafael Nadals gegen Tomas Berdych war Wawrinkas Einzug in das Semifinale des ATP Tour Finals endgültig gesichert. Sein außergewöhnlicher Formanstieg in dieser Saison erhielt in London seine Bestätigung. Nadals Auftreten in allen bisherigen Matches in London bewies, dass er alle Energien auf den erstmaligen Triumph im „Turnier der Weltbesten“ ausrichtet.

In der Gruppe B kam es zu dem mit Spannung erwarteten „Shoot-Out“ zwischen Roger Federer und Juan Martin Del Potro. Der Argentinier begann fehlerlos, der Schweizer bekam keine Länge in seine Schläge. „Wenn schon kurz, dann richtig kurz“, dachte Federer und versuchte mit Stopps seinen Gegner aus dem Rhythmus zu bringen, ihn langsam zu ermüden. Trotzdem beendete Del Potro nach 5:2 Führung und zwei Breakbällen Federers im letzten Aufschlagspiel, die der Argentinier cool mit zwei Assen abwehrte, den 1.Satz mit 6:4. Im 2.Servicegame des Schweizers im 2.Satz wird er wieder gebreakt. Bei 1:3 gewinnt Roger 12 Punkte nacheinander und geht nach dem siebten Spiel in Führung. Beiden Spielern unterlaufen nach „großem Tennis“ immer wieder kleine Aussetzer. Die Mühen der Saison machen sich bemerkbar. Der Mann aus Basel kämpft aber unermüdlich gegen die drohende Niederlage an und schließt den 2.Satz mit einem Ass im Tiebreak ab.

Vor dem dritten Satz ging Roger zur Toilette und kam erst einmal nicht zurück in das Match: 0:3 ist die Folge. Jetzt zeigt Federer, was einen Helden kennzeichnet: er bäumt sich gegen sein Schicksal auf, schlägt zurück und gleicht aus. Bei 5:5 steigert sich der Schweizer, spielt entschlossener und aggressiver und nimmt del Potro das Aufschlagspiel ab. Der im Gesicht gezeichnete und schwer atmende Riese aus Argentinien gab noch einmal alles, erspielte sich noch einen Breakball. Aber Federer ließ sich den Triumph nicht mehr nehmen, gewann die nächsten beiden Punkte und beendete die dramatische Partie mit einem Ass zum 7:5. Auf Rogers Lippen zeigte sich endlich ein erleichtertes Lachen, das Publikum tobte und London feierte das Comeback seines Tennishelden.

Am Sonntag tritt der wiederauferstandene eidgenössische Tennisstar im Halbfinale gegen Rafael Nadal an. Sein Schweizer Landsmann Wawrinka nimmt es mit Nole Djokovic, der in einem bedeutungslosen Spiel Richard Gasquet mit 7:6 4:6 6:3 bezwang, auf. Wir werden weiter berichten, schließen aber diesen Post mit ein paar legendären Bildern von Novak Djokovic ab.
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8. November 2013
von admin
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“Großes Tennis bei den ATP World Tour Finals”

„Swinging London“ – in dieser ewig jungen Metropole, kommen im November 2013 auch die acht besten Tennisspieler der Welt richtig in Schwung.

picadilly circus

Da hat Rafael Nadal – nach seiner kurzen Atempause in Paris -alle seine unerschöpflichen Energien wieder aufgefrischt, siegt zuerst gegen seinen Landsmann Ferrer in zwei Sätzen und bezwingt dann Stanislas Wawrinka in einem atemberaubendem Match – mit allen Waffen, die die Dramatik des Tennis auf höchstem Niveau kennzeichnen.

Rafas Kommentar: „Das Match war wirklich schwer. Stan hat großartig gespielt.“ Das Lob war absolut berechtigt und Nadal jubelte nach dem Matchball, als hätte er gerade Wimbledon das erste Mal gewonnen. Dieser emotionale Ausbruch zeigt einerseits deutlich die unermüdliche „Gegenwehr auf Augenhöhe“ Wawrinkas bei dem 6:7, 6:7, andererseits war Nadal mit diesem Sieg die uneinholbare Nr. 1 der Weltrangliste 2013 geworden und darüber hinaus war es ein Hinweis, dass Rafael in diesem Jahr unbedingt zum ersten Mal das Saisonfinale der besten Acht für sich entscheiden will.

Tomas Berdych bezwang in seinem zweiten Spiel David Ferrer mit 6: 4, 6:4. Er trifft am heutigen Tag auf Rafael Nadal und könnte sich mit einem Überraschungssieg noch den Einzug in das Halbfinale sichern. Wawrinka, der phasenweise „großes Tennis“ gegen Nadal präsentierte, hat gegen Ferrer mit einem Sieg unseres Erachtens beste Aussichten für ein Weiterkommen in dem Turnier.

Der in Paris und London wiedererstarkte Roger Federer ließ bei seinem 6:4 6:3 gegen Gasquet sein überragendes Spielvermögen immer wieder aufblitzen. Sein altes Selbstvertrauen scheint er noch nicht ganz wiedergefunden zu haben. Bei den ersten 5 Matchbällen wirkte er angespannter als gewohnt, machte unnötige eigene Fehler und gewann das Match dann mit einem unforced error seines Widersachers. Wer seine Frau, die ihn seit Jahren bei den Turnieren begleitet und sich sicherlich am besten in den Schweizer Superstar einfühlen kann, in der Players Box während des Spielendes beobachtete, konnte auf ihrem mitleidenden Gesicht ablesen, dass auch sie noch nicht ganz der Siegeszuversicht des Ehepartners traute.

Um sich gegen den bärenstarken Del Potro am Sonnabend in der „final round“ durchzusetzen, braucht Roger aber Selbstvertrauen und unbedingten Siegeswillen. Der Argentinier unterlag Nole Djokovic gestern in drei Sätzen, 3:6 6:3 3:6. Er hat auch in diesem Spiel deutlich aufgezeigt, das immer mit ihm zu rechnen ist.

Viele Fachleute erklären Novak Djokovic zum Topfavoriten. Nach 19 Siegen in Folge scheint das Selbstvertrauen des Serben so groß zu sein, dass er nach Gewinn des ersten Satzes, in London gern eine kurze Atempause im zweiten Satz einschiebt, um im dritten Satz wieder voll aufzuspielen.

coach djoko

Sein listiger Coach Marian Vajda weiß, dass diese mangelnde Konzentration in gewissen Phasen, Noles Weg zum Triumph in London – gegen einen  im rechten Moment zupackenden Gegner – noch zu Nichte machen könnte.

Wir freuen uns auf die kommenden Spiele und bedauern alle Tennisfans, die dieses Superturnier in London nicht live auf dem Pay-TV-Sender Sport1+ mit verfolgen können.

Zum Trost: wir werden Euch in den nächsten Tagen weiter von dem spannenden Event auf unserem Blog berichten.