6. November 2013
von admin
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“Der deutsche Padel-Markt”

In einem der letzten Posts haben wir einen ersten kritischen Einblick in die Situation des Padel- Tennis in Deutschland gegeben. Wir haben die Aspekte der fehlenden Testimonials, der konkurrierenden Arbeit der zwei Nationalverbände und die unterschiedlichen Lebensstile, in denen sich das Padel in der BRD gegenwärtig präsentiert, thematisiert. In dem vorliegenden „Padel-Essay“ zeigen wir weitere problematische Aspekte auf, die ihren Teil dazu beitragen, dass „in unseren Landen“ – trotz hoher Erwartungen der „Padel-Infizierten“ und der Industrie – dieser dynamische Trendsport noch in den Kinderschuhen steckt.

Beginnen wir mit einer Binsenweisheit: Das soziale Leben und damit auch der deutsche Sport wird vom Markt geprägt. Schauen wir uns also einmal auf dem deutschen Padel-Markt um:

Zuerst haben wir  uns die Arbeit gemacht, die Platzgebühren der bisher vorhandenen Anlagen in Deutschland zu vergleichen. Schon die ersten Nachfragen wiesen darauf hin, dass es völlig unterschiedliche Angebote gab. Am Ende konnten wir feststellen, dass auf jeder Padel-Anlage ein unterschiedlicher Stundenpreis verlangt wurde. Hallelujah! Das spricht vielleicht für die Vielfalt der Padel-Pioniere, das könnte aber auch ein Ausdruck für eine unkoordinierte Willkür sein! Es leuchtet keinem Normalbürger ein, dass er auf einem Platz nur 10,-€ zahlen darf, auf einer anderen Anlage aber 30,- € abdrücken muss. Diese Differenz kann man auch nicht damit erklären, dass die Umgebung des Courts den entscheidenden Qualitätsunterschied von 200(!) Prozent ausmacht. Wer das nicht glauben kann, hat zumindest einen kritischen Verstand – aber leider keine Ahnung von der deutschen Paddelmarkt- Realität! Recherchiert selbst, wenn ihr das verwunderte Kopfschütteln am eigenen Leibe erfahren wollt.

Nach diesem Erlebnis haben wir die Preise der verschiedenen Padel-Schläger- Hersteller auf dem deutschen Markt recherchiert. Hurrah! – hier ist sofort eine klare gemeinsame Struktur zu erkennen: die „Paddel“ sind überraschend teuer. Im aktuellen Tennis-Magazin stellt ein bekannter europäischer Schlägerhersteller, der eh ein wenig zu spät gekommen ist auf dem Padel-Markt, seine neuesten beiden Padelschläger in Wort und Bild vor. Und mit einem netten „Einstiegspreis“: schlappe  200,- €! Wow! – das Paddel muss eine gigantische Qualität haben. Aber eine Frage sei der Marketingabteilung dieses Sportunternehmens gestellt: Wer kauft solch ein Padel-Brett für 200,-€, um damit tagein, tagaus gegen die hauseigene Garagenwand zu hämmern, weil es in der weiten Umgebung überhaupt noch keine Padel-Anlagen gibt? Unser Spruch in einem zurückliegenden Post, „Padel für Dösbaddel“, gewinnt hier – eine ursprünglich nicht intendierte –  zynisch-reale Bedeutung…

Wäre es nicht sinnvoller, bevor man Padel-Materialien mit Todschlag-Preisen auf den Markt wirft, erst einmal mit vereinten Kräften dafür zu sorgen, dass Plätze hergestellt werden, wo diese Produkte sinnvoll eingesetzt werden können?

Da haben die lifestyle-orientierten „Padel-Piraten“, die wir im letzten Padel-Post vorgestellt haben, einen viel besseren Weg eingeschlagen: die protzen nicht mit überteuerten Materialien oder Platzgebühren, sondern genießen relaxt auf gesellig-soziale Art und Weise das faszinierende Spiel zwischen den Glaswänden. Wir können uns nicht vorstellen, dass sie ihren Kunden einen Schläger zu einem Preis anbieten, der es dem Käufer unter Umständen nicht mehr erlaubt, in den nächsten 3 Monaten einem Padel-Court zu buchen.

Ähnlich sieht es in dem Segment aus, wo schnell viel Geld zu verdienen ist: beim Bau von Padel-Courts. Die ersten Angebote, die man für den Bau eines Padel-Platzes erhielt, lagen bei 30 000 €. Wenn man sich davon nicht abschrecken ließ und sich weiter umhörte, purzelten die Preise schnell auf etwa 20 000 €. Wir prophezeien verbindlich, dass bald der Bau eines Padel-Platzes für 17-18 000 €  realistisch ist!

Erster Eindruck vom deutschen Padel-Markt: Hier herrscht größtenteils noch ein ungezügelter und dilettantischer „Wild-West-Stil“ vor: Da donnert es gewaltig, aber es kommt kein Regen, der die noch zarte Pflanze auf deutschem Boden mit Nährstoffen versorgt!

Wo Schatten ist, da muss auch viel Licht sein: Es existieren auch vernünftigere Anbieter auf dem wirtschaftlichen Absatzgebiet „Padel-Tennis“: da gibt es zum Beispiel eine skandinavische Firma (wir verraten natürlich nicht den Namen!), die geht mit einem zukunftsorientierten Konzept auf den deutschen Markt. Die bietet Schläger zu differenzierten Preisen an, die unterstützt neue Anlagen mit „Sponsoring-Aktivitäten im „Win-Win Stil“, verteilt andere kostenlose Starthilfen und die plant, mit großzügiger finanzieller Unterstützung  eine Turnier-Serie 2014 auf deutschem Boden zu etablieren.

Es geht also auch anders. Dem Padel-Tennis in der BRD wird es zu Gute kommen. Wir hoffen, dass sich der der deutsche Padel-Tennis Markt bald von selbst reguliert. Damit eine Sportart, die weltweit einen außergewöhnlichen Begeisterungssturm ausgelöst hat, sich auch in unserer Heimat unter optimalen Bedingungen entwickeln kann.

Nach diesen kritischen Worten wollen wir unseren vielleicht etwas desillusionierten Lesern, zur Erholung und zur neuen Motivation, wieder Bilder von dem mitreißenden Trendsport präsentieren.

Im Folgenden könnt ihr euch einen Einblick in den Padelstil der Piraten aus Berlin verschaffen:

4. November 2013
von admin
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“Über Paris nach London zur Tennis-Weltmeisterschaft”

+Ergebnis-Dienst+

Und das Spektakel geht weiter, es wurden wieder zwei Matches absolviert:

R. Federer – R. Gasquet 6:4 / 6:3
N. Djokovic – J.M. Del Potro  6:3 / 3:6 / 6:3

Wir bleiben dran und freuen uns auf das Spitzentennis der kommenden Tage!

In dieser Woche startet das ATP-Final mit den acht besten Tennisspielern der Saison in London. Ohne Andy Murray, der schon vor längerer Zeit wegen Verletzung dieses Saisonabschlussturnier absagen musste.

In Paris, beim mit 3 Millionen Dollar dotierten Masters, trafen sich in der letzten Woche alle Spitzenspieler, die ihre Chancen zur Qualifikation für diese prestigeträchtige Veranstaltung noch nutzen wollten, sowie die schon Qualifizierten, die ihre Form überprüfen wollten. Eine hochklassige Besetzung, ein dramatisches Finish, das interessante Hinweise für die Saisonkrönung in London lieferte.

federer

Roger Federer, der mit 6 Siegen bei den ATP-Tour-Finals noch immer den Rekord hält, musste sich in diesem Jahr in letzter Minute, d.h. in Paris, für das ATP-Finale qualifizieren. „Es ist geschafft!“, atmete er nach seinem Erstrundenerfolg gegen den Südafrikaner Anderson auf. Nach seinem Sieg über P. Kohlschreiber im Achtelfinale, spielte er gegen den Geheimfavorit Del Potro (6:3 4:6 6:3) im Viertelfinale „fast wie in alten Zeiten“, wie die Zürcher Zeitung titelte. Federer kommentierte richtungsweisend: „Das tut meinem Selbstvertrauen gut“ und bewies seinen Formaufschwung zur rechten Zeit auch in der Halbfinalniederlage gegen Djokovic in drei hart umkämpften Sätzen (6:4, 3:6, 2:6). Wenn er in London noch etwas gefestigter auftritt, kann er sogar das Finale zum 7. Mal gewinnen! Dann hätte sein „Seuchenjahr“ zuletzt doch noch eine positive Wendung genommen.

Rafael Nadal musste sich in harten Erstrundenkämpfen gegen Granollers und Janowicz durchsetzen, schoss im Viertelfinale Gasquet vom Platz und wurde dann überraschend von David Ferrer (3:6 5:7) aus dem Turnier geworfen. Geht dem „Unermüdlichen“ kurz vor Schluss die Kraft aus? Bei Rafael „weiß man nie“ – in London kann schon wieder eine geballte Ladung Energie und Siegeswillen auf dem Platz stehen. Es wird der Dramatik dieses Turniers gut tun!

Die Nr.3 der Setzliste in Paris, David Ferrer, hat ein überragendes Turnier gespielt. Nach seinem Dreisatz-Sieg im Viertelfinale über T. Berdych wuchs er im Halbfinale gegen Landsmann Nadal über sich hinaus und schlug sich auch im Finale tapfer. Ist er aber schon so weit, dass er in London den Titel holen kann? (Übrigens, die beiden Top-Spanier Nadal und Ferrer sind laut eigenen Aussagen nicht nur auf dem Tennisplatz aktiv, sondern auch begeisterte Padel-Spieler!!!)

djoko

Das kann man eher von Novak Djokovic erwarten. Mit seinem Finalerfolg in Paris hat er jetzt 17 Einzelsiege nacheinander auf der ATP-Tour gewonnen. Aufgrund dieser aktuellen Spielstärke gilt er für viele Fachleute als Top-Favorit für das ATP-World Tour Final in dieser Woche.

Berdych und Gasquet (der sich erst mit seinem Vordringen in das Viertelfinale von Paris einen Startplatz bei den Auserwählten in London sicherte) haben in dieser Saison großartiges geleistet, aber einen Turniersieg einer der beiden bei dem Saisonabschlussevent scheint außer Reichweite.

Das ist bei Juan Martin Del Potro anders. Der hat in diesem Jahr schon oft gezeigt, dass er in guter Form jeden schlagen kann. Dem ist alles zuzutrauen – auch in London!

Das Feld wird komplettiert von Stanislas Wawrinka, der in dieser Saison wohl den größten Sprung in der internationalen Spitzenklasse geschafft hat. In Paris bezwang er Lopez und Almagro, scheiterte im Viertelfinale an Nole Djokovic (1:6 4:6). Ist er in der Lage, seine außergewöhnliche Entwicklung mit dem Titel in London zu krönen? Es weist einiges darauf hin, dass er eher seinen Schweizer Konkurrenten Federer zu neuen Höhenflügen antreibt.

Zwei Spanier, zwei Schweizer, ein Serbe, ein Argentinier, ein Tscheche und ein Franzose haben sich für das „final Shoot out“ der ATP-Tour qualifiziert. Kein Amerikaner, kein Australier, kein Deutscher und kein Schwede. In der Weltspitze im Herrentennis spielt Tradition keine Rolle mehr.

Paris mit seinen hochklassigen Matches hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass das Interesse an dem ATP- Finale 2013 weltweit  noch weiter gestiegen ist.

Einige letzte Sätze aus deutscher Sicht: Außer im Pay-TV Sender Sport1+ und im Internet Live-Stream waren in Deutschland keine Live-Bilder von dem dramatischen Geschehen in Paris zu sehen. Das hilft nicht unbedingt, die Tennis-Begeisterung hierzulande weiter zu entfachen…  

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Dass ausgerechnet Phillip Kohlschreiber mit seinem Zweitrundensieg über Tommy Haas, dessen Hoffnungen auf eine Teilnahme am Turnier der weltbesten Tennisspieler endgültig begrub, entbehrte auch nicht einer gewissen Tragik.

1. November 2013
von admin
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“Deutschland – Quo vadis, Padel-Tennis?”

In Südamerika und Südeuropa wird „gepadelt“, dass die Glaswände zittern. In der Schweiz und in England, bekannt für die konservativ-zurückhaltende Art ihrer Bürger, breitet sich die Tennis-Variante auch wie ein Lauffeuer aus. In Schweden bauen jetzt sogar einige Golf-Clubs Padel-Courts, um ihren Mitgliedern etwas Besonderes zu bieten und sie „bei der Stange zu halten“.

padelfoto

In Deutschland flackert hier und dort einmal ein kleines Padel-Flämmchen auf. Werden hier die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Oder ist das die Ruhe vor dem Sturm?

Diese Frage haben wir mit Fachleuten diskutiert: mit Alexander Kux, der ehemals dabei geholfen hat, dass Tennis Point sich auf dem Tennismarkt durchgesetzt hat und jetzt von Tretorn aus Schweden den Auftrag bekommen hat, dafür zu sorgen, dass diese Mischung aus Tennis und Squash sich endlich auch in der Bundesrepublik durchsetzt. Mit Tim Neidhart, der die PadelPals gegründet hat und dessen Community organisch wächst. Mit den Experten der großen Tennisschlägerfirmen, die längst Padel-Schläger in ihrem Angebot haben und nicht zuletzt mit Harald Clausen, einem Unternehmer, der früher erfolgreich Squash-Courts baute und sich jetzt mit viel Elan und vielen Ideen in dem Padel-Projekt engagiert.

Alle Gesprächspartner waren fasziniert von diesem internationalen Trendsport, sehen große Möglichkeiten auf dem deutschen Markt und wundern sich alle, warum die Entwicklung in der Bundesrepublik gegenüber den anderen Nationen so „nachhinkt“.

padelus

Aufgrund dieser „Informationen aus erster Hand“ haben wir uns eigene Gedanken zu diesem Thema gemacht. Auch wir werden keine endgültigen Antworten liefern können, aber wir glauben, einige Strukturen gefunden zu haben, die dem Siegeszug des „Padel-Tennis“ auf unserem heimatlichen Boden noch entgegenstehen.

Beginnen wir auf der Organisationsebene: gegenwärtig gibt es zwei Nationalverbände, die sich und damit ihrer Sportart – nach Aussage der Fachleute – gegenseitig eher im Wege stehen. Ihre Arbeit ist mehr durch selbstsüchtige Konkurrenz als durch konstruktive Zusammenarbeit gekennzeichnet. Wenn sich diese Art der Kommunikation nicht bald ändert, wird der „Sport der Zukunft“ in Deutschland wohl auf der Strecke bleiben.

„Das ist noch viel zu dilettantisch!“, lautete der treffende Kommentar eines unserer Gesprächspartner.

Nachteilig ist in unserem Heimatland, das bisher Testimonials, also in der Öffentlichkeit bekannte und geachtete Vorbilder, noch nicht in Verbindung mit Padel-Tennis in Erscheinung getreten sind. Wenn der spanische Nationalheld Manuel Santana, der vor vielen Jahren die Weltrangliste im Tennis anführte, sich mit dem Trendsport identifizierte und gleich eine Turnierserie an der Costa del Sol initiierte, dann ist dieses persönliche Engagement Manolos für alle sportbegeisterten Spanier ein Zeichen, dass an diesem Spiel „etwas dran ist“. Unser Boris spielt gegenwärtig auf einer anderen Klaviatur – wenn man ihn aktuell im TV sieht, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass ihm ein paar Runden schweißtreibendes Padel-Tennis gut zu Gesicht stehen würden. Steffi Graf ist fast nur in Florida und kümmert sich um Andre, die Kinder und ihre Stiftung. Michael Stich hat so viel mit dem DTB herum zu „daddeln“, dass er kaum Zeit finden wird, zu „paddeln“. (Außerdem ist noch gar keine Padel-Anlage im Großraum Hamburg in Betrieb.)

Zusammenfassung dieses Aspekts: in Deutschland fehlen die Sporthelden, die Zeugnis ablegen können für die Faszination des Spiels zwischen den Glaswänden.

padelbenz

Kommen wir zur dritten Problematik: Gegenwärtig gibt es zwei Richtungen, in denen sich das Padel-Tennis präsentiert: einerseits  wird Padel im Ausland auf Anlagen gespielt, die über Wellnessangebote jeglicher Art verfügen. Dort fühlen sich die Youngster, die Ladies und Gentlemen (Caballeros) wohl und auch ein wenig als „etwas Besonderes.“ – ohne das zu deutlich zur Schau zu stellen. Da spielt man ein Doppel auf dem Padel-Court bis es zu anstrengend wird, unterbricht kurz das Spiel, setzt sich auf die nahen Barsessel, trinkt seinen Erfrischungscocktail, plaudert und lacht über die ungewöhnlichen Spielsituationen und kehrt dann auf das Spielfeld frohgemut zurück, um weiter zu paddeln. Manchmal findet sich eine Gruppe von acht Personen zusammen, spielt abwechselnd ein Doppel auf einem Court, während die anderen zuschauen (nicht ohne Erfrischungsgetränke und Snacks) und genießt den Sport und die Entspannung. Savoir vivre.

Dann gibt es auch die alternative Szene: ohne einengende Formen trifft man sich zum Paddeln, hat Spaß an der Bewegung und der Kommunikation mit Gleichgesinnten, legt keinen Wert auf großen Komfort, wenn nur die Zwanglosigkeit und Freiheitssehnsucht erhalten bleibt. Da wird nach dem Spiel kein Cocktail von der Bar geholt, sondern man greift in den Kühlschrank im Bürocontainer und zieht sich ein Bier heraus. Da ist sich auch keiner zu schade, das Dixi-Klo zu nutzen, wenn es nötig ist. Das Alter dieser „Padel-Piraten“ ist hier im Durchschnitt zwischen zwanzig und vierzig Jahren. Diese Padel-Szene hat auch ihren Charme.

Die Frage ist, ob diese beiden Richtungen zu vereinigen sind oder ob sie in Zukunft parallel zueinander ablaufen. Bisher agieren diese fast gegensätzlichen Neigungen auf deutschem Padel-Boden noch getrennt voneinander. Zu weit voneinander entfernt, um jemals zusammen zu kommen?

Mit dieser offenen Frage, beenden wir unseren Text vorerst einmal und empfehlen euch die anschließenden Bilder, die viel deutlicher die Faszination des Padel-Tennis demonstrieren können: