In einem der letzten Posts haben wir einen ersten kritischen Einblick in die Situation des Padel- Tennis in Deutschland gegeben. Wir haben die Aspekte der fehlenden Testimonials, der konkurrierenden Arbeit der zwei Nationalverbände und die unterschiedlichen Lebensstile, in denen sich das Padel in der BRD gegenwärtig präsentiert, thematisiert. In dem vorliegenden „Padel-Essay“ zeigen wir weitere problematische Aspekte auf, die ihren Teil dazu beitragen, dass „in unseren Landen“ – trotz hoher Erwartungen der „Padel-Infizierten“ und der Industrie – dieser dynamische Trendsport noch in den Kinderschuhen steckt.
Beginnen wir mit einer Binsenweisheit: Das soziale Leben und damit auch der deutsche Sport wird vom Markt geprägt. Schauen wir uns also einmal auf dem deutschen Padel-Markt um:
Zuerst haben wir uns die Arbeit gemacht, die Platzgebühren der bisher vorhandenen Anlagen in Deutschland zu vergleichen. Schon die ersten Nachfragen wiesen darauf hin, dass es völlig unterschiedliche Angebote gab. Am Ende konnten wir feststellen, dass auf jeder Padel-Anlage ein unterschiedlicher Stundenpreis verlangt wurde. Hallelujah! Das spricht vielleicht für die Vielfalt der Padel-Pioniere, das könnte aber auch ein Ausdruck für eine unkoordinierte Willkür sein! Es leuchtet keinem Normalbürger ein, dass er auf einem Platz nur 10,-€ zahlen darf, auf einer anderen Anlage aber 30,- € abdrücken muss. Diese Differenz kann man auch nicht damit erklären, dass die Umgebung des Courts den entscheidenden Qualitätsunterschied von 200(!) Prozent ausmacht. Wer das nicht glauben kann, hat zumindest einen kritischen Verstand – aber leider keine Ahnung von der deutschen Paddelmarkt- Realität! Recherchiert selbst, wenn ihr das verwunderte Kopfschütteln am eigenen Leibe erfahren wollt.
Nach diesem Erlebnis haben wir die Preise der verschiedenen Padel-Schläger- Hersteller auf dem deutschen Markt recherchiert. Hurrah! – hier ist sofort eine klare gemeinsame Struktur zu erkennen: die „Paddel“ sind überraschend teuer. Im aktuellen Tennis-Magazin stellt ein bekannter europäischer Schlägerhersteller, der eh ein wenig zu spät gekommen ist auf dem Padel-Markt, seine neuesten beiden Padelschläger in Wort und Bild vor. Und mit einem netten „Einstiegspreis“: schlappe 200,- €! Wow! – das Paddel muss eine gigantische Qualität haben. Aber eine Frage sei der Marketingabteilung dieses Sportunternehmens gestellt: Wer kauft solch ein Padel-Brett für 200,-€, um damit tagein, tagaus gegen die hauseigene Garagenwand zu hämmern, weil es in der weiten Umgebung überhaupt noch keine Padel-Anlagen gibt? Unser Spruch in einem zurückliegenden Post, „Padel für Dösbaddel“, gewinnt hier – eine ursprünglich nicht intendierte – zynisch-reale Bedeutung…
Wäre es nicht sinnvoller, bevor man Padel-Materialien mit Todschlag-Preisen auf den Markt wirft, erst einmal mit vereinten Kräften dafür zu sorgen, dass Plätze hergestellt werden, wo diese Produkte sinnvoll eingesetzt werden können?
Da haben die lifestyle-orientierten „Padel-Piraten“, die wir im letzten Padel-Post vorgestellt haben, einen viel besseren Weg eingeschlagen: die protzen nicht mit überteuerten Materialien oder Platzgebühren, sondern genießen relaxt auf gesellig-soziale Art und Weise das faszinierende Spiel zwischen den Glaswänden. Wir können uns nicht vorstellen, dass sie ihren Kunden einen Schläger zu einem Preis anbieten, der es dem Käufer unter Umständen nicht mehr erlaubt, in den nächsten 3 Monaten einem Padel-Court zu buchen.
Ähnlich sieht es in dem Segment aus, wo schnell viel Geld zu verdienen ist: beim Bau von Padel-Courts. Die ersten Angebote, die man für den Bau eines Padel-Platzes erhielt, lagen bei 30 000 €. Wenn man sich davon nicht abschrecken ließ und sich weiter umhörte, purzelten die Preise schnell auf etwa 20 000 €. Wir prophezeien verbindlich, dass bald der Bau eines Padel-Platzes für 17-18 000 € realistisch ist!
Erster Eindruck vom deutschen Padel-Markt: Hier herrscht größtenteils noch ein ungezügelter und dilettantischer „Wild-West-Stil“ vor: Da donnert es gewaltig, aber es kommt kein Regen, der die noch zarte Pflanze auf deutschem Boden mit Nährstoffen versorgt!
Wo Schatten ist, da muss auch viel Licht sein: Es existieren auch vernünftigere Anbieter auf dem wirtschaftlichen Absatzgebiet „Padel-Tennis“: da gibt es zum Beispiel eine skandinavische Firma (wir verraten natürlich nicht den Namen!), die geht mit einem zukunftsorientierten Konzept auf den deutschen Markt. Die bietet Schläger zu differenzierten Preisen an, die unterstützt neue Anlagen mit „Sponsoring-Aktivitäten im „Win-Win Stil“, verteilt andere kostenlose Starthilfen und die plant, mit großzügiger finanzieller Unterstützung eine Turnier-Serie 2014 auf deutschem Boden zu etablieren.
Es geht also auch anders. Dem Padel-Tennis in der BRD wird es zu Gute kommen. Wir hoffen, dass sich der der deutsche Padel-Tennis Markt bald von selbst reguliert. Damit eine Sportart, die weltweit einen außergewöhnlichen Begeisterungssturm ausgelöst hat, sich auch in unserer Heimat unter optimalen Bedingungen entwickeln kann.
Nach diesen kritischen Worten wollen wir unseren vielleicht etwas desillusionierten Lesern, zur Erholung und zur neuen Motivation, wieder Bilder von dem mitreißenden Trendsport präsentieren.
Im Folgenden könnt ihr euch einen Einblick in den Padelstil der Piraten aus Berlin verschaffen:









