12. September 2013
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“Döspaddels in der Hauptstadt des Padel-Tennis”

Berlin ist eine Reise wert. Besonders wenn man in der neu entstehenden deutschen Padel- Tennis- Landschaft nach einem Ort sucht, an dem dieser neue Trendsport sich schon stärker ausgebreitet hat.

In unserem Blog haben wir schon viel von dieser dynamischen Mischung aus Squash und Tennis geschrieben. Jetzt wurde es Zeit, dort selbst aktiv zu werden, wo der Padel-Bär tobt. Von Insidern wurde uns empfohlen die Anlage von „Padel Berlin“ zu besuchen, um erste vielversprechende Eindrücke zu sammeln.

Als wir im Osten Berlins erwartungsvoll eintrafen, fanden wir auch schnell in einem Wohngebiet mit Industriezone die Stätte der Verheißung: Zwei Padel Courts mit blauer Spielfläche, Damen- und Herrenumkleideräumen, vor denen Liegestühle schon die relaxte Atmosphäre betonten und einem Büro, in dem der Betreiber der Anlage, Alexander Hillbrecht, saß. Natürlich waren wir nicht angekündigt. Kein Problem. Ein Court war noch frei. Alexander teilte uns mit, dass bei der ersten Schnupper-Stunde für alle Interessierten keine Platzgebühr erhoben wird. Das war doch schon mal ein angenehmer Empfang. Dann mussten nur noch vier Padel-Schläger ausgeliehen werden und der Spaß konnte beginnen.

Bei unseren ersten tastenden Versuchen das Paddelracket in ähnlicher Sicherheit zu bewegen, die mehr oder weniger die Akteure im Tennis beherrschten, stand uns Alexander als höflicher Gastgeber zur Seite und gab wertvolle Tipps. Dann wurde auch bald ein Wettkampf-Doppel gespielt. Dabei versuchten wir, der Philosophie dieses Padel-Projekts in Berlin gerecht zu werden:

„Erlebe eine bezahlbare neue Trendsportart mit allen deinen Freunden, treibe Sport auf hohem Niveau ohne dich zu verausgaben und gehe mit einem Lächeln nach Hause“.

Wie gesagt, bezahlbar war diese Stunde Padel-Erlebnis mit Leichtigkeit.

Bis kurz vor der Niederlage hatten wir unsere Mitspieler auch noch als „Freunde“ wahrgenommen.

Das „Sporttreiben auf hohem Niveau“ gelang uns besonders gut: mehrere Bälle flogen in hohem Bogen über die Seitenwände und verloren sich auf den noch nassen Grünflächen, die den Court umrahmten.

Mit dem „sich nicht Verausgaben“ hatte das bei uns auch eine spezielle Bewandtnis: die Sieger des Doppels taten so, als hätten sie keinen Tropfen Schweiß vergeudet und die Verlierer fühlten sich schon während des Spiels bemüßigt, die klitschnassen Hemden zu wechseln.

Auch das „Nach Hause gehen mit einem Lächeln“ gelang nur den hohnlachenden Gewinnern des Matches – und das auch nicht in authentischer Art.

Okay, von Quasi-Anfängern dieser Tennisvariante konnte man wohl nicht erwarten, dass sie allen Komponenten der Spielphilosophie sofort hundertprozentig entsprechen würden.

Während der furiosen Schlagwechsel entdeckten die Blogger schnell, dass Stopp und Lob beim „Paddeln“ sehr erfolgsversprechende Schläge sind.

Schnell war klar: Padel- Tennis ist unser ureigenstes Metier!

Im anschließenden Gespräch mit dem „Urberliner“ Alexander Hillbricht, der 2 Jahre auf der internationalen Tennistour als Profi tätig gewesen war, hatten die vier Berlinreisenden längst wieder zur gelassenen Haltung gefunden, die kennzeichnend für die Padel-Community ist. In gemütlicher Runde – und auch das ist charakteristisch für die Einstellung der „Padel Pals“ – saß man zusammen, trank sein Bier und plauderte über die Perspektiven dieser Sportart in Deutschland. Auf Alexanders Anlage hatten in dem zurückliegenden Jahr mehr als hundert Sportbegeisterte „das Paddel“ geschwungen. Tendenz ansteigend. Der Bau eines dritten Platzes, die Überdachung der Courts, sowie eine zweite Padel-Begegnungsstätte in der Bundeshauptstadt sind in der Planung des Padel-Pioniers. Momentan können aufgrund des starken Zulaufs keine weiteren Mitglieder aufgenommen werden.

Alexander Hillbricht: „Für mich ist schon immer wichtig gewesen, dass Personen jeden Alters oder in jeder finanziellen Position die Gelegenheit bekommen, meine favorisierte Sportart ausüben zu können.“

Einstimmiges Urteil der Padel-Scouts auf der Rückfahrt in ihre Heimat: Das hat Spaß gemacht. „Padel Tennis ist cool!“(Die Jüngeren), “Padel ist großes Tennis!“(Die „Best Ager“). Jetzt werden so bald wie möglich im Raum Hamburg Padel-Courts gebaut, um der Spielfreude und der in Berlin entfachten Begeisterung auch in Zukunft nachkommen zu können.

Wir bleiben am Padel-Ball.

 

10. September 2013
von admin
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“Atemberaubendes Duell im Finale der US Open”

Vor Stunden ging das Finale von Novak Djokovic gegen Rafael Nadal in New York zu Ende. Ein Duell der Superlative.

Von Anfang an trumpfte Nadal in Höchstform auf, Djokovic kam zu spät in das Match und musste sich im ersten Satz mit 2:6 geschlagen geben. Im 2. Satz, der einzigartige und kaum zu wiederholende Höchstleistungen bot, setzte sich der Serbe  mit 6.3 durch. Der dritte Satz wurde dann lange auch von ihm dominiert, er konnte aber trotz (oder wegen?) seiner Mega-Form einige Punkte nicht abschließen und der nie aufgebende Spanier setzte sich mit 6:4 dann doch noch durch. Nole resignierte dann etwas und das Raubtier Rafael schlug erbarmungslos zu. Nach dem 6:1 Sieg im vierten Satz kannte der Jubel des Spaniers – und des Publikums – keine Grenzen.

us open

Diese nüchternen Zahlen können nicht die artistischen Techniken, den unbedingten Siegeswillen beider Konkurrenten und auch die unermüdliche Athletik, die hier auf dem Center Court von Flushing Meadow geboten wurden, angemessen widergeben.

Im letzten Post hatten wir an die unvorstellbare Dramatik des Spielablaufs der Kontrahenten bei den Australian Open 2012 erinnert. Was sich jetzt in New York abspielte, war noch eine weitere Steigerung. Die furiosen Schlagwechsel, die hier geboten wurden, rissen die Zuschauer – und die internationalen Kommentatoren – von den Sitzen. 

Im 2.Satz präsentierten die beiden Tenniskünstler einen Ballwechsel mit 54 „Shots“. Im wahrsten Sinne des Wortes schossen die Spitzenkönner in derart rasantem Tempo wieder und wieder den Tennisball über das Netz, dass die Zuschauer fassungslos vor Staunen und Bewunderung aufstöhnten.

Atemberaubend, mitreißend, faszinierend.  Einfach „ g a n z großes Tennis“!

Da trieb einer den anderen zu absoluten, nie zu erahnenden,  Höchstleistungen. Immer wieder. Von Schlagwechsel zu Schlagwechsel. Von Ballwechsel zu Ballwechsel.

Dieses Stakkato an Powerschlägen zweier ebenbürtiger Gegner wurde unseres Erachtens noch nie in der Geschichte des Tennis auf diesem Höchstniveau gezeigt. Aber nicht nur das: auch mit verdeckten Stopps, mit gefühlvollen Lobs, artistischen Volleys und krachenden Smashes wurde gepunktet.

Danke, Nole! Danke, Rafa! Gratulation und absolute Hochachtung!

Bei aller Emotionalität angesichts dieses „Showdowns in New York“, wollen wir zum Ende dieses Textes auch Rationalität in das Spiel bringen: Rafael Nadal hatte seit Monaten intensiv daran gearbeitet, den Ball bei der Vorhand weiter vorn zu treffen, um noch mehr Tempo zu ermöglichen. Das Training hatte sich gelohnt: so viele direkte Vorhandwinner hatten wir noch nie in einem Match des Balearen gesehen!

Auch wer ganz oben ist, muss Tag für Tag hart arbeiten, um sich noch verbessern zu können. Der US-Open Sieg von Rafael Nadal war diese Mühen wert.

9. September 2013
von admin
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“Der Griff zu den Sternen” – Gedanken anlässlich der US Open

Ohne deutsche Beteiligung ab dem Viertelfinale – trotzdem ist das Grand Slam – Turnier in New York eine Betrachtung wert. Dabei geht es uns nicht um eine generelle Analyse, sondern wir wollen einen Aspekt thematisieren, der während des Events auffiel.

serena

Unsere weiblichen Rezipienten mögen entschuldigen, dass wir nach dem doch schmerzenden frühen Ausscheiden unserer Tennisspielerinnen etwas kürzer auf die Damen- Konkurrenz eingehen. Die Dominanz des US-Powergirls Serena Williams ist offensichtlich. Dass Sabine Lisicki sie in Wimbledon schlagen konnte, ist deshalb umso höher zu würdigen. Hinter der dominierenden Serena gibt es ein Dutzend Spielerinnen mit Azarenka und Scharapova an der Spitze, die immer wieder zumindest in das Finale eines Grand Slams einziehen können. Zu diesem Kreis gehören auch mindestens drei deutsche Spielerinnen: Kerber, Lisicki und – bei kontinuierlicher Weiterentwicklung – Andrea Petkovic.

Bei den Herren sieht das anders aus: Hier dominieren Djokovic, Nadal, Murray und – auch wohl immer noch – Roger Federer. Wawrinka hat in New York deutlich gemacht, dass er in Zukunft in diese vierköpfige Phalanx einbrechen könnte. Gasquet, Ferrer und Genossen spielen hervorragendes Tennis, gehören aber noch nicht in diese „überragende Kategorie“. Da gibt es doch noch feine Abstufungen, die den Unterschied ausmachen.

Konzentrieren wir uns auf eine bedeutende Nuance: das Durchsetzungsvermögen.

Djokovic, Nadal und Murray präsentieren sich seit Monaten und Jahren als Wettkämpfer, die sich in keinem Augenblick des Matches geschlagen geben. Immer wieder finden sie auch im Rückstand eine neue Lösung, um das Match umzudrehen. Typisch für diesen unermüdlichen Kampfgeist und die Bereitschaft, bei harter Gegenwehr über sich hinauszuwachsen, war das Finale der Australian Open 2012 zwischen Djokovic und Nadal. Welcher körperliche und auch geistige Einsatz! Welch unermüdlicher Siegeswillen! Welche Widerstandskraft! Dieses fünfstündige Finale sollte man den jugendlichen Talenten eigentlich immer wieder vorführen – leider ist in der Zeitplanung unserer Leistungsspieler so viel Frist gar nicht mehr vorhanden…

warinka morman

Sicherlich ist dieses Durchsetzungsvermögen eine genetische Disposition, aber wenn man genau hingehört hat bei den US Open, dann findet man auch Hinweise, wie diese herausragende Fähigkeit auch für normal Sterbliche zu erlangen ist. Da erzählt zum Beispiel der Trainer von Stanislaus Wawrinka , Magnus Norman, dass ihre Zusammenarbeit so gut funktioniert, weil sie ähnliche Voraussetzungen in ihren Karrieren hatten: beide seien nicht mit diesen herausragenden spielerischen und koordinativen Fähigkeiten gesegnet gewesen wie andere Stars des Profitennis, aber sie hätten eben Stärken wie unermüdliche Einsatzbereitschaft, unbedingte Trainingsdisziplin und unerschütterliche Zielbewusstheit. Dann erwähnt Norman, dass er den Trainingsumfang von Wawrinka in den letzten Monaten stark erweitert hat. Das Ergebnis dieses erhöhten Trainingseinsatzes konnten wir in New York mit verfolgen.

Diese Einschätzung der individuellen Fähigkeiten gibt vielen jungen Spieler/innen Hoffnung: Auch wenn in bestimmten Aspekten die Konkurrenten bessere Voraussetzungen haben, heißt das nicht, dass man nicht die Nr.2 (Magnus Norman!) der Weltrangliste werden konnte oder in die Top Ten der aktuellen Weltrangliste (Wawrinka) vorstoßen kann. Man muss halt nur viel härter und mit nachhaltigerem Plan arbeiten als die Mitspieler.

Wir wollen uns nicht den Stimmen anschließen, die behaupten, dass die Trainingsumfänge der deutschen Talente zu niedrig seien. Trainingsintensität kann nicht zeitlich generalisiert werden. Dafür gibt es zu viele unterschiedliche Komponenten – nach individueller Veranlagung sollte das Training schon geplant werden. Es ist aber auffällig, dass in anderen Nationen die Trainingsumfänge eindeutig höher sind als in unseren Verbänden. Bei der immer stärker werdenden internationalen Konkurrenz entscheiden über Sieg und Niederlage am Ende meist athletische und psychologische Aspekte: unbedingter Einsatz- und Siegeswillen, die klare, nicht abgelenkte Handlungsausführung. Diese Eigenschaften besitzt der individuelle Spieler mehr oder weniger. Im Training kann man aber diese entscheidenden psychischen Einstellungen lernen. Wer schlechtere Voraussetzungen bei diesen leistungsbestimmenden Faktoren hat, kann sie im Üben korrigieren, sich eine subjektiv optimale Einstellung erarbeiten.

Dabei verstehen wir unter Training nicht das reine Techniktraining. Nach unserer Auffassung gehört ein Matchtraining unter Aufsicht eines erfahrenen Coaches unbedingt zu den Übungseinheiten von leistungsorientierten Tennistalenten!

nole

Um Missverständnisse zu vermeiden: Nadal und Djokovic sind nicht deshalb nur seit Jahren ganz oben in der Weltrangliste, weil sie extrem hart an sich arbeiten. Das ist nur die eine Seite. Darüber hinaus haben sie – wie Federer und Murray – exzellente Fähigkeiten in der Athletik, im Ballgefühl, in der Koordination und in der Trainings- und Matchführung.

Deshalb sind sie eben aktuell eine Klasse für sich.

In den Anfängen des Profisports Tennis standen Typen mit unterschiedlichen Begabungen in der Weltspitze – in der rasanten Entwicklung des modernen Tennis hat unseres Erachtens nur noch der allseitig ausgebildete Spieler eine Chance, in die absolute Weltklasse vorzudringen.

Diese Vielseitigkeit kostet aber wieder Zeit und – immer und immer wieder-viele Mühen. Schlagtraining steht in der Weltspitze im Zentrum der Trainingstätigkeiten bei den Damen und Herren der absoluten Weltklasse. Aber sorgfältig geplantes Sprint-, Konditions-, spezielles Gymnastik- und allgemeines Fitnesstraining gehören ebenso zum festen Bestandteil des professionellen Tagesablaufs. Regenerative Maßnahmen sind längst in ihrer gesundheitlichen Bedeutung erkannt und nehmen im Alltag eines Profis einen nicht unerheblichen Raum ein. Da immer wieder erfahren wird, dass letzten Endes der Kopf über Sieg und Niederlage bei ausgeglichener Konkurrenz entscheidet, bereiten sich die Profis natürlich täglich auch mit psychologischen Übungsformen auf den Wettkampf vor.

Das kann heute kein Spieler mehr allein leisten. Er braucht ein funktionstüchtiges Team, das von Minute zu Minute, von Tag zu Tag, von Monat zu Monat nie das angestrebte Ziel aus dem Auge verliert.

Viele Fachleute behaupten, dass die Materialentwicklung ein ausschlaggebender Faktor in der explosiven Leistungsentwicklung im Profitennis ist. Andere – und wir geben ihnen recht – sehen in den professionellen Trainingsplänen den Grund des Fortschritts.

Der glamouröse Schein der Weltspitze im Tennis verspricht Glanz – dahinter steckt aber immer ein aufopferungs- und mühevolles Sein.

Das sollten unsere nationalen Talente – aber auch ihre Betreuer, ihre Eltern – wissen, wenn sie ihren Traum von einer Profikarriere im Tennis verwirklichen wollen.

Dabei ist die psychische Belastung ungleich höher als in den Mannschaftssportarten. Bei Rückschlägen ist der Tennisspieler erst einmal allein. Er kann die Verantwortung für Fehlentwicklungen nicht auf die Mitspieler übertragen und damit entschuldigen. Gerade deshalb spielt ein souveränes mitmenschliches Umfeld bei der Karriereplanung eine entscheidende Rolle.

Per aspera ad astra! – nur wer durch die alltäglichen Widrigkeiten kommt, kann nach den Sternen greifen. Der uralte lateinische Spruch gilt wohl auch heute noch – oder gerade!- im modernen Profi-Tennis-Zirkus.