10. Juli 2013
von admin
4 Kommentare

“What it’s all about!”

(You can find an English translation of this article below the German text.)

In dieser Rubrik veröffentlichen wir in Zukunft Kommentare zu aktuellen Themen rund um den Tennisplatz. Das Neueste ist seit heute dieser Blog. Macht es nicht Sinn, die Personen kurz darzustellen, die hinter diesem Projekt stehen? Ein Interview, dass dieser Tage in einem Tennisjournal veröffentlicht wird, kann den besten Einblick in die Motive und Ziele der Blogger geben:                                                                    

Willi (31 J.) und Björn (62 J.) haben im Kreis Pinneberg und über die Region hinaus als Spieler und Trainer im Tennis gewirkt. Der Ältere hat als Sportdirektor einer sehr erfolgreichen Bundesligamannschaft fungiert, hat als Coach Talente auf der ATP- und WTA-Tour in die „Top Hundert“ der Weltrangliste geführt, beide haben akademische Abschlüsse und ihr Tenniswissen in verschiedenen Fachzeitschriften publiziert.

Jetzt haben sie sich für einen neuen Weg entschieden: sie werden einen sogenannten Blog im Internet erstellen.

„Warum habt ihr euch für dieses Projekt entschieden?“

Willi: „Die junge Generation holt  sich heutzutage Informationen eher aus dem Internet. Wenn wir im Tennisport die jungen Interessierten erreichen wollen, wenn das deutsche Tennis – und das war die Forderung vom neuen DTB-Präsidenten bei seinem Amtsantritt – dem Zeitgeist entsprechen will, dann ist es doch eine naheliegende Entscheidung, in dem Medium aufzutreten, das von den meisten benutzt wird.“

Björn: „ Willi und ich haben uns in letzter Zeit intensiver über das Image des Tennis in Deutschland informiert. Uns ist dabei deutlich geworden, dass wir endlich neue Wege einschlagen müssen, um Leben und Bewegung in unsere Sportart zu bringen. Ein Beispiel: noch vor zwei Jahrzehnten gab es verschiedene Tennis-Printmedien, die im sechsstelligen Auflagenbereich publizierten. Der heutige überregionale Marktführer im Tennis-Printbereich in Deutschland hat eine Auflage von maximal 30 000 Exemplaren. Das sind weniger als 10 Prozent im Vergleich zu den sogenannten „Tennis-Boom-Zeiten“! Diese schmerzende Tatsache hat aber nicht allein mit dem Imageverlust des weißen Sports zu tun – es ist auch ein Hinweis, dass sich in der Gegenwart das Leseverhalten in unserer Gesellschaft stark verändert hat. Ich kann gelassen eingestehen, dass ich noch vor einem Jahr von der Bedeutung von Blogs im Internet keinen blassen Schimmer hatte. Dank der Hinweise  jüngerer Mitarbeiter konnte ich jetzt meine Unwissenheit korrigieren.“

„Welche konkreten Intentionen verfolgt ihr mit dem Blog-Projekt?“

Willi:  „Drei Ziele haben wir schon in den ersten Antworten geäußert: das Image des deutschen Tennis verbessern, dem Zeitgeist entsprechen und den Kreis der Leserschaft erweitern.

Björn: Unsere Beiträge können auf Deutsch und in englischer Übersetzung gelesen werden. Damit erreichen wir im Zeichen der Globalisierung durch das Internet auch Leser in anderen Ländern und Kontinenten. Vielleicht können wir dadurch auch Anregungen gewinnen, die den eingeschränkten provinziellen Blick erweitern. Unser Vorteil ist, dass wir gute Kontakte zu Trainern und Tennisenthusiasten auf der ganzen Welt haben. Ich bin gespannt, was sich da entwickelt.“

„Printmedien erscheinen täglich, wöchentlich, monatlich oder sogar nur einmal im Jahr. Wie sieht bei eurem Blog der zeitliche Ablauf aus?“

Willi: „Aktualität ist eine besondere Forderung an den Blog. Wir haben uns vorgenommen alle 7 Tage neue Beiträge in das Netz zu stellen!“

Björn: „Man kann sich vorstellen, dass das nicht nur Spaß macht, sondern auch harte  Arbeit ist und viel Disziplin erfordert. … So what!“

„Welche Inhalte wollt ihr transportieren?“

Willi: „ Unser Blog wird vier Rubriken umfassen: „What`s up“,“ Pitch and Court“, „Stories“ und, als Anreiz für unsere Leser, der sogenannte „Blogstorm.“

Björn: Da ich im Internetdenglisch weniger zu Hause bin als mein Kollege und Nerd, Willi, erläutere ich kurz diese Rubriken in meiner Sprache: Wir schreiben wöchentlich Kommentare zu aktuellen Tennisthemen,  wollen in einer anderen Rubrik interessante Analogien und Beziehungen zwischen Fußball und Tennis unter aktuellen Gesichtspunkten  diskutieren und werden in witziger Form Geschichten aus dem internationalen Tennissport darbieten. Die Rubrik „Blogstorm“ assoziiert den langsam bekannten Begriff „shitsorm“ in spielerischer Weise: in dieser Rubrik können uns die Leser ihre eigenen Kommentare schreiben, oder „posten“, wie die Fachleute sagen würden.

Willi: „ Zusätzlich werden wir ab und zu amüsante Tennisvideos auf unserer Blogseite in das Netz stellen – und unsere Empfänger motivieren, eigene Videos einzuschicken!“

Hat der Blog keine klaren Vorgaben für den Stil?“

Willi: Eindeutig! Kurz, knapp und frech ist angesagt! Da wird mein Mitarbeiter Björn, der „Thomas Mann der Tennisjournalisten“ mit seinem ausschweifenden Schreibstil seine Probleme bekommen!“

Björn: „Mein junger Kollege glaubt offenbar nicht, dass das menschliche Gehirn immer neu dazu lernen kann. Ich werde in unserem gemeinsamen Blog den Beweis für diese wissenschaftliche These antreten!“

—————-english—————-

In the future this section will be used to publish current tennis news from on and off the court.  The latest news is this blog itself. Therefore, it makes sense to introduce the people behind this project. The best way to do this is to use a recent interview given to a well-known tennis magazine in which the ‘bloggers’ explained their motives and goals.


Willi (31) and Björn (62 ) have acted as  players and coaches in numerous tennis clubs in  Pinneberg and throughout Germany. The elder served as sports director of a very successful first league team in Bavaria. Besides that he was the traveling coach of players on the ATP and WTA tour in the “top one hundred” in the world rankings. Both have university degrees and have published articles about tennis in national journals.


Now they have decided to do something totally different: they will create a blog on the Internet.  


“Why did you choose this project?”


Willi: “The young generation nowadays usually gets its information from the Internet. If we want to reach young people who are interested in tennis and if German tennis is to reflect the spirit of the times as demanded by the new DTB president, then it is a essential for the future of tennis that our sport is a  subject to be discussed on the most-frequented medium in the whole world.”


Björn: “Willi and I have been doing extensive research lately about the image of tennis in Germany. It has become clear to us that we have to strike a new path to bring life and movement back into our sport. An example: two decades ago there were various tennis print media with six-figure circulation. The current national leader in the tennis-print area in Germany has a circulation of 30 000 copies at the most. This is less than 10 percent compared to the so-called “tennis boom times”! This painful fact has not only to do with the image loss of the white sport, but it is also an indication that in the present reading behavior has changed in our society. I must admit that a year ago I did not have any idea about the momentary importance of blogs in general.

Thanks to the expertise of younger employees I have been able to improve my internet know-how considerably. “


“What specific intentions do you pursue with your blog project?”


Willi: “We have already expressed our objectives in the first three answers: improve the image of the German Tennis, reflect the spirit of the times and expand the circle of readers.
Björn: Our contributions can be read in German and in an English translation. Thus, in the present age of Globalization and the Internet we will be able to communicate with readers and bloggers in other countries and continents.

In this way we may be able to receive suggestions and ideas which will enable us to expand our limited provincial way of looking at the outside world. Our advantage is that we have good contacts with coaches and tennis enthusiasts all over the world.  I can`t wait to see what happens next. “


“Print media appear daily, weekly, monthly or even just once a year. What will the time flow look like on your blog?


Willi: “Timeliness is a principle of any blog! We intend to update our blog with new postings every 7 days. ”
Björn: “You can imagine that a blog is not only fun, but also hard work and requires a lot of discipline. So … what! ” ???


“What kind of content you want to convey?”


Willi: “Our blog will consist of four sections:” What `s up”, “Pitch and Court”, “Stories” and, as an incentive for our readers, the so-called ” Blog Storm “.


Björn: Due to the fact that I do not feel as comfortable using “Internetdenglisch” as my colleague and nerd, Willi, does,  I will briefly explain these headings in my own language.  We will present weekly commentaries on current tennis themes and sundry items concerning our sport. Besides that, in another section we would like discuss interesting analogies and links between football and tennis under current viewpoints and publish entertaining stories from the international tennis world. The category “blog storm” is the equivalent of the well-known term `shit-storm`. In this particular rubric the readers can write or, as the internet-wise blogger would say, post their own comments.


Willi: “In addition to these items, from time to time we will provide some tennis videos on our blog and hopefully motivate our readers to send in their own videos!”


“Does the blog have any clear-cut style guidelines?”


Willi: Definitely! Short, sweet and naughty is a must! My colleague Björn, who is well-known as the “Thomas Mann of tennis journalists” because of his extravagant style, will certainly have his problems! “


Björn: “My young colleague apparently does not believe that the human brain is capable of learning new things despite one`s age. I will provide the scientific evidence for this hypothesis in our joint blog! “

9. Juli 2013
von admin
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“Der Leopard”

(You can find an English translation of this article below the German text)

In der letzten Folge der Stories aus der Tenniswelt hatten wir von einem wahren Sporthelden berichtet. In dieser Folge betrachten wir einen anderen wichtigen Faktor dieser Sportart: den Turnierleiter.

Michael Stich, der Turnierdirektor der German Open, hatte vor Jahren von einem unrühmlichen Vorgänger auf seinem Posten berichtet, der seine Herrschaft so verstand, dass er die Turnierangestellten in seinem privaten Garten zur Frühjahrsüberholung abkommandierte. Natürlich ohne Sonderbezahlung. Eindeutig kann man diesen Hamburger Tennisboss zu den schwarzen Schafen der ehrenwerten Gilde der Turnierfürsten zählen.

Es gibt aber auch viel buntere Gestalten in der weiten Welt der selbsternannten Herrscher im Profitennis. Ein besonders stilvolles Exemplar dieser Gattung wollen wir in diesem Text vorstellen. Er ist nicht nur mir in rühmlicher Erinnerung geblieben: überall wo sich die alten Tennishaudegen treffen, kann einer der Spieler oder Coaches eine besondere Episode von dieser schwarzen Eminenz des weißen Sports erzählen.

Ort des Geschehens ist Italien. Nicht der Süden, dem das Vorurteil der Korruption und des Chaos anhaftet, sondern der Norden, der sich mit dem Anspruch seiner hohen Zivilisation und Kultur gern von den armen Brüdern in Kalabrien oder Sizilien abgrenzt.

Das  Grand Prix Turnier in Mailand wurde von einer beeindruckenden Persönlichkeit, dessen Namen wir aus verschiedenen Interessen nicht veröffentlichen wollen, geleitet.

Hoch aufgeschossen, sein klassisch-römisches Gesicht umrahmt von silber-grauen Locken, stets in eleganten Anzügen der italienischen Modeelite gekleidet, thronte er über den Tenniscourts, die er sich als Betätigungsfeld für die Präsentation seines einzigartigen Charakters ausgesucht hatte.

Wer Burt Lancaster im Film „der Leopard“ von Visconti gesehen hat, der hat eine adäquate Vorstellung von diesem Tennisfürsten aus der Lombardei.

Der Adelstitel in seinem Namen war selbstverständlich und entsprach komplett seinem Auftreten.

Verlassen wir für einen Augenblick diese schillernde Figur und gehen wir näher auf die Umstände ein, die eine Nebenrolle in der darzustellenden Tragikomödie spielen:

Am Vorabend des bedeutenden Turniers hatten sich die Spieler im offiziellen Turnierhotel eingefunden und saßen in verschiedenen Gruppen in dem eigens für sie eingerichteten Saal beim Abendessen.

Plötzlich öffnete sich die Tür geräuschvoll und ein junger deutscher Spieler, der aufgrund seiner hohen Weltranglistenposition für das Hauptfeld qualifiziert war, trat mit fröhlichem Gesicht ein.

Er gesellte sich zu dem Tisch der anderen deutschen Hauptfeldteilnehmer und gab sofort den Grund seiner Fröhlichkeit kund: Er hatte zu dem Sonderpreis, den ein luxuriöser deutscher Automobilhersteller den Topspielern der deutschen Rangliste gewährt hatte, einen neuen Sportwagen erstanden. Von München gestartet, hatte er sich als Ziel seiner ersten Fahrt den Turnierort in Norditalien auserkoren.

Voller Stolz bat er seine Berufskollegen, das Prachtexemplar mit einem Blick aus dem großzügigen Saalfenster zu würdigen. Deutlich sichtbar für jegliches Publikum war der Wagen vor dem Hotelportal von ihm abgestellt worden.

Aus Solidarität taten ihm seine Sportsfreunde den Gefallen und bewunderten das Edelmodell.

Um auch anderen Passanten die Bewunderung seines Sportwagens zu ermöglichen, ließ der Tennisprofi  ihn auch über Nacht an diesem auffälligen Ort stehen.

Als am nächsten Tag die Frühaufsteher schon beim Frühstück im Hotel zusammen saßen, ging die Saaltür auf und ein Spieler der deutschen Delegation tauchte in der Öffnung auf.

Unverschämt grinsend machte er die anderen Spieler auf ein Geschehen außerhalb des Saales aufmerksam: „Schaut mal aus dem Fenster!“ – der sarkastische Unterton war unüberhörbar.

Gesagt- getan. Das Prachtauto war verschwunden.

Sofort wurde der Besitzer des Wagens mit dem Telefon geweckt und informiert.   

Wenige Minuten später erschien dieser in heller Aufregung im Speisesaal, rannte dann zum Hotelportal und suchte verzweifelt, aber vergeblich seinen Wagen in den umliegenden Straßen.

Als der Geschäftsführer des Hotels bei seiner Rückkehr ihm mitteilte, dass das Auto mit höchster Wahrscheinlichkeit gestohlen sei, ließ er seinen Kopf auf den Tisch sinken und schlug seine Arme um sein Haupt. Ein Bild hoffnungsloser Niedergeschlagenheit.

Als er seinen Kopf wieder aufrichtete, verkündigte er, dass er nicht zu seinem Erstrunden-Match antreten werde. Dass er sofort mit dem Zug nach München zurück fahren würde.

Seine Kollegen versuchten ihn zu trösten und ihn zum Spielen zu motivieren.

Derjenige, der den Diebstahl entdeckt hatte, machte ihm auf eine sehr besondere Art Hoffnung: „Wenn du die vierte Runde erreichst, kannst du dir von dem Preisgeld, das du hier gewinnst, in München sofort wieder den gleichen Wagen kaufen!“

Der Münchner ließ sich überreden und fuhr mit dem Fahrdienst zur Turnieranlage.

Als er dort im Turnierbüro dem Direktor sein unglückliches Los schilderte, stand der in voller Würde von seinem schwarzen Ledersessel auf, umschritt den antiken Schreibtisch, nahm den jungen Deutschen huldvoll in seine Arme und tätschelte ihm fürsorglich seinen Hinterkopf.

Zurück auf seinen ledernen Turnierthron sprach er gelassen – in italienisch gefärbtem Englisch – die Worte:

„Bleib ruhig. Mach dein Spiel. Um das andere werden wir uns kümmern. Du kannst dich auf mich und meine Leute verlassen. Wir werden das in Ordnung bringen. Konzentriere du dich jetzt nur auf dein Match!“

Der junge Deutsche verlor sein Erstrundenmatch. Nachmittags brachte ihn der Fahrdienst zurück in das Spielerhotel. Als der Wagen vor dem Hotelportal stoppte, wartete eine Überraschung auf ihn: Exakt auf dem Platz, auf dem ihm sein Neuwagen gestohlen worden war, stand wunderbarerweise wieder sein Gefährt!

Blitzblank  - wie neu. Der Dreck von der Fahrt nach Mailand war abgewaschen worden.

Froh und glücklich rannte der Tennisprofi sofort zum Telefon und ließ sich mit dem Turnierdirektor verbinden, um ihm seinen Dank abzustatten.

Nonchalant erwiderte ihm der „Tennis-Leopard“:

„Du brauchst dich nicht zu bedanken. Das ist selbstverständlich gewesen. Ich und meine Leute, wir halten unser Wort! Wir müssen uns für den italienischen Nachwuchs entschuldigen: Die schießen schnell über das Ziel hinaus und kennen die Spielregeln noch nicht genau. Jetzt werden sie für ewig verstanden haben…“

Das ist der Stil, die Grandezza, eines wahren Fürsten, oder?

Dieser Mann hat nicht nur seine Mitarbeiter im Griff – seine Macht weist weit darüber hinaus.

Während der deutsche Turnierdirektor seine Turnierangestellten zum eigenen Vorteil ausbeutete, hatte unser verehrter Italiener seine Mitarbeiter sogar zum persönlichen Service

für die Turnierteilnehmer einsetzen können. So soll es sein!

Der Wagen war gereinigt worden, die Sorgen waren wie weggewischt und der Turnierdirektor hat seine Hände in Unschuld gewaschen.

Diese Geschichte ist keine fiktive Erzählung – es ist eine wahre Episode. Natürlich bestimmt durch das besondere  italienische Lokalkolorit.

„Das Leben ist schön“ heißt ein moderner italienischer Film vom Komiker Benigni – das gilt auch, in besonderer Weise, für das Leben eines Tennisprofis in Italien.

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“The Leopard”

In the last episode of the stories from the world of tennis, we retold the true story of a sports hero.

In this episode we will talk about another important factor in professional tennis: the tournament director.

Years ago Michael Stich, the present German Open tournament director, described one of his inglorious predecessors as a person who exploited his reign to such a degree that he ordered his tournament staff to spruce up his private garden in the spring: without special payment of course! We can count this Hamburger tennis director as one of the worst black sheep in the honorable guild of tennis tournament royalty.

But there are also a lot more colorful figures in the wide world of the self-proclaimed rulers of professional tennis. A particularly exceptional example of the tournament director will be the subject of this text. He has not only stuck in my mind as a memorable stereotype, but whenever and wherever veteran tennis pros happen to meet, there is always a player or coach who can relate a special episode in the life on this unscrupulous tennis ‘dictator’.

The action takes place in Italy. Not in the south, which is closely associated with corruption and chaos, but in the north which considers itself to be the total opposite of its Calabrian and Sicilian brethren who are considered to be uncivilized and culturally underprivileged.

The Grand Prix Tournament in Milan was organized by an impressive personality, whose name we do not want to publish for obvious interests.

Tall, lanky, his classic Roman face framed by silver-gray hair, always dressed in elegant suits of the Italian fashion elite, he towered over the tennis courts, which he had chosen as the field of activity for the presentation of his unique personality.

Anyone who has seen Burt Lancaster in the movie “The Leopard” by Visconti, has a good conception of this Lombardian tennis prince. The titles of nobility in his name were, of course, real and corresponded exactly to his outward appearance.

For a moment we leave this colorful character and talk more about the circumstances that play a supporting role in the melodrama in question

On the eve of this important tournament, the players had gathered in the official tournament hotel and were sitting in different groups in the hall which had been especially set up for them…

Suddenly the door opened noisily and a young German player, who had already qualified for the main draw due to his world ranking, came in with a broad and cheerful smile on his face.

He joined the other German main-draw participants and immediately explained why he was in such a good mood: he had just purchased a German luxury sports car directly from the manufacturer at a special price available only to top tennis pros.

Since he had gotten the car in Munich, he chose the tournament in Northern Italy to show off his new `wheels`. He proudly requested his colleagues to take a look through the huge lobby window at his beautiful and brand new automobile. Clearly visible to anyone who happened to enter the hotel, the car was parked right in front of the entrance. His buddies did him a favor and expressed their universal admiration of the their friend`s example of conspicuous consumption, his new vehicle.

In order to enable the other passersby to admire his sports car, the tennis pro left it over night in this very conspicuous place.

On the next morning while the early birds were already sitting together at breakfast in the hotel, the door opened and a player of the German delegation appeared in the doorway.

With a dirty grin on his face, the player asked his fellow pros to take a look out the window to observe what was happening outside. The sarcastic tone was unmistakable. No sooner said than done! The newly acquired, beautiful, expensive car was gone.

The owner of the car was immediately aroused and informed of the stolen vehicle A few minutes later the desperate owner appeared in the dining room and started searching for his car in the near-by streets. Of course, all in vain.

When the manager of the hotel returned, he told the tennis pro that with all probability that his car had been stolen. The German`s head sank to the table and he held it with both hands as if to prevent it from falling off. It was a scene of total dejection and desperation. His colleagues tried to comfort him and encouraged him to play.

When he finally lifted his head again, he announced that he would not play his first-round match and that he would go straight back to Munich by train.

The one who had discovered the theft tried to cheer him up and said: “When you reach the fourth round, you can use your the prize money go back to Munich and buy the same car!” The victim was easily persuaded and took the shuttle service to the tennis grounds.

When he related his unfortunate fate to the director, the tournament boss got up from his black leather chair, walked around the antique desk and graciously embraced the depressed, young German graciously in his arms and patted him on the back of his head in a soothing manner. He slowly walked back to his leather `throne´ and spoke the following words with a heavy Italian accent: `Stay calm. Play your game and we will take care of this matter. You can count on me and my friends. We will fix it. You only have to concentrate on your match!`

The young German lost his first round match. The car service took him back to the players’ hotel. When the car stopped in the front of the main entrance, there was a huge surprise was waiting for him: His stolen car was in the same exact place he had left it the night before. An Italian miracle!!

Spic and Span – as if it had just left the showroom . The dirt from the ride to Milan had been washed away.

Elated and very, very happy the tennis pro immediately ran to the phone and called the tournament director to pay him his thanks.

Nonchalantly the boss replied:

“You do not have to thank me. This was taken for granted. My people and I keep our word! We must apologize for the Italian youth. They sometimes act too quickly and do not exactly know the rules of the game. I think they have now come to understand them forever … “

This is the style, the grandeur of a true Italian prince, right? This gentleman not only has his employees under control, but his power extends far beyond that.

While a German tournament director exploits his employees to his advantage, our `honorable` Italian director even used his staff for the personal well-being of the tournament participants. That is the way things should be!

The car had been cleaned, the worries had disappeared and the tournament director had washed his hands of guilt.

This story is not fiction – it really happened. Of course, it has a certain Italian flair to it. “Life is Beautiful” is a modern Italian film produced, directed and played by Italy`s most famous comedian, Roberto Benigni. In a special way, this also reflects the life of a tennis pro in Italy.


9. Juli 2013
von admin
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“HisStory”

You can find an English translation of this article below the German text.

 

Das Team des TC Bamberg hatte erstmalig das Finale der deutschen Tennis-Bundesliga erreicht. Der tschechische Spitzenspieler des Clubs hatte vertragsmäßig für die Endspiele zugesagt, kurze Freigabe für ein Masters-Turnier im Ausland erhalten und sagte das Finale vertragswidrig einen Tag vor Spielbeginn kurzfristig ab. Der zweite Spitzenspieler, der Finne mit deutschem Pass, Veli Paloheimo, war krank geworden und weilte im Krankenhaus im weit entfernten Helsinki. Eine Katastrophe für den Bamberger Sportdirektor: Die sensible Bamberger Öffentlichkeit wäre empört gewesen, wenn das Heimteam mit einem derart  geschwächten Kader anträte. Seit Wochen waren alle Eintrittskarten ausverkauft, das Publikum würde Betrug vermuten und sicherlich seiner Enttäuschung am Finaltag in fränkischem Zorn Ausdruck geben.

Am Vorabend des Finalspiels setzte sich der verzweifelte Sportdirektor telefonisch mit Paloheimo in seinem Krankenzimmer in Verbindung. Er schilderte ihm die aussichtslose Lage und fragte den finnischen Sportler, ob er gesund genug sei, noch rechtzeitig nach Bamberg zu kommen. Er gab ihm zu verstehen, dass er nicht spielen musste, sondern nur anwesend sein müsste. Veli antwortete, dass er eigentlich noch zwei Wochen im Krankenbett liegen sollte, aber eigentlich auch längst gelangweilt von seinem Krankenhausaufenthalt sei. Er beendete das Telefongespräch mit dem Hinweis, dass er in 15 Minuten zurückrufen würde und seine Entscheidung mitteilen würde. In der Zwischenzeit versuchte  der Sportdirektor Flüge oder Bahnfahrten zu organisieren, damit der Finne unter Umständen noch rechtzeitig am Ort des Geschehens in Oberfranken  eintreffen könnte. Vergeblich – es gab keine Lösungen für Flugzeug oder Bahn.

Als der Rückruf aus dem Hospital in Helsinki kam, hatte Paloheimo die Organisation  schon in die eigenen Hände genommen. Nach seinem Plan lief es dann auch ab:

Eine Stunde nach dem Rückruf wartete ein enger Freund mit seinem Wagen unter dem Krankenzimmer des Tennisspielers. Veli seilte sich aus dem Fenster ab, stieg in den PKW ein. Sein Freund hatte inzwischen auch schon seine Tennissachen im Kofferraum verstaut. Jetzt fuhr man zügig nach Norden zur schwedischen Grenze, fuhr nachts in Richtung Süden nach Malmö, erreichte über die Brücke Dänemark, überquerte dann um 7 Uhr morgens die deutsche Grenze. Als man um 10 Uhr Hannover passierte, rief Veli die Vereinsführung im Frankenland an und beruhigte mit skandinavischer Gelassenheit die aufgeregten Bamberger, dass er mit größter Wahrscheinlichkeit zum Spielbeginn um 14 Uhr eintreffen würde.

Bis kurz vor 14 Uhr war der Kontakt abgebrochen. Auf der Tennis-Anlage In Bamberg wurden die Eröffnungszeremonien verzögert. Dann klingelte das Telefon des Sportdirektors. Am anderen Ende der Leitung erklang Velis Stimme: „Björn, wir sind auf dem Parkplatz! Wir treffen uns dann gleich in der Umkleidekabine.“

Präsident und Sportdirektor warteten im Umkleideraum als die Tür aufging und der zerzauste, abgemagerte und bleiche Finne eintrat. Man fiel sich in die Arme – dem Präsident flossen die Tränen der Dankbarkeit in Sturzbächen aus den Augen,, der Sportdirektor – ach, lassen wir das…

Fast hätte ich vergessen, dass das Bamberger Publikum beim Auflaufen der Teams in Jubelstürme ausbrach, als sich unerwartet der Publikumsliebling aus Finnland  präsentierte.

In der zweiten Spielrunde musste der Finne sein Match gegen Charly Steeb, aktuelle Nr. 16 der Weltrangliste, antreten. Der Sportdirektor ging als Coach auf die Bank. Nur um dafür zu sorgen, dass der Finne nicht seine Gesundheit schädigte und rechtzeitig aufgab.

Überrachend ging der übermüdete Rekonvaleszent mit 1:0 in Führung. Sein Coach bat um Spielabbruch. „Ach Björn, solange ich führe und noch stehen kann, spiele ich weiter“, gab der Finne lakonisch zur Antwort.

2: 1 Paloheimo, 3 :2 Paloheimo, 4 :3 Paloheimo, 5 :4 Paloheimo. Das Publikum tobte und feuerte den Kämpfer unermüdlich an. Bei jedem Seitenwechsel versuchte der Betreuer Veli zum Spielabbruch zu motivieren. Keine Chance!. „Björn, solange ich führe…“ Von Minute zu Minute wurde das Gesicht des Skandinaviers schmaler und einfallender. Schweiß rann aus allen Poren. Die Verantwortung des Coaches für seinen Schützling wuchs und wuchs.  

Dann verlor Paloheimo des ersten Satz im Tiebreak. Aufatmen beim Sportdirektor: endlich konnte der Bamberger Tennisheld ohne Gesichtsverlust aufgeben. Pustekuchen! „Das kann ich den Zuschauern doch nicht antun – ich spiele weiter“, laute die unwiderlegbare Entscheidung des Spielers. Veli Paloheimo verlor 2 : 6 den zweiten Satz.

Niemals hatte ein Bamberger Bundesligaspieler nach einer Niederlage so einen enthusiastischen Begeisterungssturm beim heimischen Publikum entfacht.  Den Weg zur Umkleidekabine konnte der Finne nicht mehr auf eigenen Beinen zurück legen. Ein Mitspieler und der Sportchef mussten ihn stützten.

Wenn mich heute jemand fragt, welcher Tennisspieler mich am meisten beeindruckt hat, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: Veli Paloheimo.

Ein Vorbild an Einsatzfreude und  an Teamgeist. Einfach ein richtiger Sportler.

P.S.

Mehrere Stunden nach dem Spiel hatte sich der alte Finne wieder erholt. In der Weise aller trinkfreudigen Wikinger feierte mit seinem finnischen Wegbegleiter die Nacht durch.   So krank möchte ich einmal sein…

English version:

 HisStory


The TC Bamberg Bundesliga tennis team had reached the finals for the first time in its history. The Nr. 1 player, a Czech who had contractually agreed to participate in the playoffs, got a wild card at a Masters tournament abroad and broke his contract a day before the final game. The Nr 2 member of the team, a Finnish player with a German passport, Veli Paloheimo, was sick and in the hospital in distant Helsinki. A disaster for the Bamberg Sports Director: The sensitive Bamberg public would be outraged if the home team dared to present such a weakened squad. For weeks all tickets had been sold out. The fans would suspect fraud and certainly express their disappointment on the final day.


On the eve of the final match, the desperate Sports Director called Paloheimo in his hospital room. He explained the hopeless situation and asked the Finnish athlete whether he was healthy enough to get to Bamberg in time for the start of the finals. He told him that all he had to do was be present for the game. The team boss did not expect him to play. Veli replied that his doctors recommended that he stay in the hospital for another two weeks. But he also mentioned that he was terribly bored in his hospital bed and  he was going more or less crazy.  Veli ended the phone call by saying that he would call back in 15 minutes and would announce his decision. In the meantime, the sports director tried to organize some means of transportation, a flight or a car or a train ride to get the Finn to Bamberg in time. It was all in vain – there were no solutions either by  plane or train.

When the call came in from the hospital in Helsinki, Paloheimo had already taken the travel itinerary into his own hands. According to his plan, things would go as follows:

 An hour after his return call a close friend was waiting in his car outside the tennis player`s room. Veli used a rope to get out of his room and subsequently jumped into the car. In the meantime His friend had already stowed his tennis stuff in the trunk. First they quickly drove  northwards towards the Swedish border, then turned south towards Malmö and then on to Denmark. They crossed the German border at 7 in the morning. When they passed through Hannover at 10 o`clock,  the serene and easygoing Scandinavian called the club’s manager in Franconia and calmly assured the excited Bambergers that he would most likely arrive by 2 pm to start the game.

There was no further contact until shortly before 2 pm. At the tennis facility in Bamberg, the opening ceremonies were delayed. Then Sporting Director`s phone rang. At the other end of the line Veli s voice rang out: “Bjorn, we are in the parking lot! We’ll meet right in the locker room. ”
President and Director of Sport were waiting in the locker room as the door opened and the disheveled, emaciated and pale Finn entered. They fell into each other`s  arms – the President, the tears of gratitude flowing in torrents from his eyes, the sports director – oh, let’s leave  the rest to your imagination.


I almost forgot to mention that the Bamberger fans erupted into a frenzy when the whole team – including the unexpected Finn – was introduced in the obligatory pre-game presentation.


In the second round, the Finn had his match against Charly Steeb,  at that time the No. 16 in the world rankings. The director of sport was on the bench to coach and support his player and just to make sure that the Finn did not damage his health and retired as soon as possible.

To everyone´s surprise the drowsy convalescent took a 1:0 lead. His coach begged to retire. “Oh, Björn, as long as I  am in the lead and on my two feet, I will continue to play,” the laconic Finn replied.
2: 1 Paloheimo,  3: 2 Paloheimo, 4: 3 Paloheimo, 5: 4 Paloheimo. The audience was going wild and fired on the fighters tirelessly. With each change of sides the manager tried to motivate Veli to retire. Not a chance. “Bjorn, as long as I am in the lead …” From minute to minute his face seemed to get narrower and paler. Sweat was dripping from every pore. The responsibility of the coach for his protegé got bigger and bigger.

Then Paloheimo lost the first set in a tiebreak. The Sports Manager was relieved. Now Veli,  Bamberg`s tennis hero, could retire without losing face.  “Nope! I can not do this to the audience – I`ll  play on,” was the player’s loud and irrefutable decision. Veli Paloheimo lost the second set  2:6. Never before had a Bamberger league player ignited such a storm of enthusiasm from the hometown audience after a defeat. He was so tired and exhausted that another player and the sports director had to almost carry him on his way to the locker room.


If someone asks me today which tennis player has impressed me the most, the answer comes as a shot, Veli Paloheimo.
A model of dedication and team spirit. Just a real athlete.

P.S.
Several hours after the game, the old Finn had recovered. In the manner of all the hard-drinking Vikings he celebrated till the early morning with his Finnish companion.

I would like to be so sick once myself…