10. Juli 2016
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Andy Murray ist der König von Wimbledon!

Bevor wir auf das Finale der Herren in Wimbledon an diesem Sonntag näher eingehen, soll die Leistung von Angelique Kerber bei dem Rasen-Grand Slam noch kurz gewürdigt werden.

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Die Kielerin hatte das deutsche Tennis mit ihrem Triumph bei den Australian Open wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Die Medien stürzten sich auf die bescheidene Kielerin, ein enormer Erwartungsdruck fokussierte sich auf Angie  – auch weil unsere anderen Spitzenspieler (auch das „German Wunderkind“  Sascha Zverev braucht noch Zeit) und Spitzenspielerinnen noch nicht das Potential für nachhaltige absolute Weltklasseauftritte besitzen. Die 28-jährige Linkshänderin erlitt in der Zeit nach Melbourne einige Rückschläge. Das machte den öffentlichen Druck nicht geringer. Umso bewunderungswürdiger war die Wiederauferstehung im Tennismekka im Juli 2016. Ohne Satzverlust kämpfte sich Kerber in das Finale von Wimbledon, begeisterte die internationalen Tennisfans und – fachleute und war in einem Endspiel auf höchstem Weltklasseniveau eine würdige und fast ebenbürtige Gegnerin der Weltranglistenersten Serena Williams. Nach Wimbledon ist unsere Nr.1 wieder auf Position 2 der WTA-Weltrangliste. Wir können stolz auf unsere „Angie“ sein. Und sollten nicht den Beitrag vergessen, den ihr Coach Torben Beltz in dieser schweren Zeit geleistet hat.

torben und angie

Ein ähnlicher Druck, wie in Deutschland auf Angelique Kerber, lastet auf   Andy Murray aus Großbritannien, dem Finalisten des heutigen Endspiels in der Herrenkonkurrenz. „Britannia rules the World“ – diese Zeiten sind in der internationalen Politik, in der Wirtschaft und im Fußball längst vorbei. Ein Wimbledonsieg des Schotten soll für neuen  Ruhm sorgen und dem britischen Nationalstolz Aufschwung in den Krisenzeiten geben.

Andy Murray

Vor dem Finale gegen Milos Raonic war der medienerfahrene und schlagfertige Murray selbstbewusst und  ironisch mit den Ansprüchen seiner Landsleute  umgegangen. Sein Gegner aus Kanada konnte unbeschwerter in das Finale in Wimbledon gehen: Er hatte mit dem erstmaligen Erreichen eines Grand Slam-Finales seiner Karriere neuen Glanz verschafft und in seinem Heimatland war man stolz auf diese Leistung – ein Triumph im Endspiel wäre nur das Sahnehäubchen auf den bewunderungswürdigen Auftritten in der englischen Hauptstadt gewesen. Raonic hatte weniger zu verlieren als der britische Wimbledonsieger von 2013.

milos_raonic

Andy Murray spielte dann aber von Anfang an im Finale entschlossen und unbeschwert auf. Milos Raonic schien einige Probleme mit dem Druck eines Grand Slam-Finales bei seiner Premiere zu spüren. Der gebürtige Montenegriner musste schon in seinem zweiten Aufschlagspiel einen Breakball abwehren, bei 3:3 gelang es dann Murray mit hervorragenden Returns dem Kanadier das Aufschlagspiel abzunehmen. Anschließend sicherte sich der Brite den 1.Satz mit 6:4. Im zweiten Durchgang gewann der Lokalmatador seine Servicegames ohne Probleme, Milos Raonic musste mehrere Breakbälle abwehren, bevor es in den Tiebreak ging. Hier dominierte Murray, ging schnell 6:1in Führung  und gewann dann mit 7:3 im Tiebreak auch den 2.Satz. Im 3.Satz konnten sich die beiden Finalisten bis 6:6 ohne Probleme in ihren Aufschlagspielen durchsetzen. Im Tiebreak war der brite überlegen, vergab bei 6:1 zwei Matchbälle, konnte sich aber am Ende mit 7:3 durchsetzen und holte sich zum zweiten Mal unter dem Jubel des britischen Publikums den Wimbledontitel mit 6:4, 7:6 und 7:6.

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Britannia rules the World – aber nur für einen Tag und auch nur im Tennis.

9. Juli 2016
von admin
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Serena Williams besiegt eine starke Angie Kerber im Wimbledonfinale!

Während unsere Fußball-Nationalelf bei der Europameisterschaft im Halbfinale ausschied, gelang es  Angelique Kerber mit einem Sieg über Venus Williams das Finale der inoffiziellen Weltmeisterschaften im Tennis zu erreichen. Am Sonnabend trat sie zu ihrem Endspiel gegen Serena Williams im Tennismekka Wimbledon an.

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Die deutsche Ausnahmespielerin hatte sich schon vor dem Sieg über Venus bei den Williams-Schwestern unbeliebt gemacht. Der aktuellen Weltranglistenersten Serena hatte sie schon bei den Australian Open im Januar dieses Jahres die Party verdorben, als sie mit ihrem sensationellen Sieg verhindert hatte, dass die US-Amerikanerin mit ihrem 22. Grand Slam-Titel als Rekordhalterin in der Geschichte des Damentennis mit Steffi Graf gleichgezogen wäre. Mit einem Sieg im Wimbledon-Endspiel am Sonnabend könnte sie der Powerfrau aus den USA ein zweites Mal in diesem Jahr in die Suppe spucken.

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Angie wusste, wie schwer diese bedeutungsvolle Partie zu gewinnen sei: „Auf Rasen ist Serena immer gefährlich. Ich denke, sie hat hier schon so oft  gewonnen, dass sie auch dieses Mal alles dafür gibt. Ich weiß, dass ich eines meiner besten Matches spielen muss, um morgen zu gewinnen“, hatte sie vor dem Finale der internationalen Presse mitgeteilt. Angie begann dann auch stark gegen eine wild-entschlossene Serena Williams. In einem ausgeglichenen Match gewannen beide Finalistinnen bis 5:5 ihre Aufschlagspiele. Dann gelang der US-Amerikanerin das erste Break und sie entschied den 1.Satz mit 7:5 für sich.

Tennis French Open Paris 2015

Im zweiten Durchgang wurde weiter auf Augenhöhe gekämpft. Bei 3:3 hatte  Angie einen Breakball, Die Weltranglistenerste wehrte mit einem Ass ab, servierte anschließend noch ein Ass und gewann drei Spiele in Folge, den Satz mit 6:3 und das Match mit 7:5, 6:3. Serena Williams holte sich den Titel von Wimbledon 2016 und hat es endlich geschafft, den 22.Grand Slam-Titel in ihrer Karriere zu gewinnen und steht damit zusammen mit Steffi Graf an Position 1 in den Geschichtsbüchern der WTA.

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Wir ziehen nicht gerne Statistiken zur Einschätzung eines Matches heran. Im heutigen Fall machte zumindest ein statistisches Kriterium den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage deutlich: Serena Williams servierte 13 Asse, Angelique Kerber gelang kein einziges Ass. Die Kielerin würdigte nach dem Match die Leistung ihrer Gegnerin: „Ich habe gegen eine sehr starke Serena verloren.” Sie fügte hinzu: „Ich habe gemerkt, wenn das Publikum auf meiner Seite war und mich angefeuert hat. Diese unglaubliche Atmosphäre habe ich wirklich genossen. Ich habe dieses Gefühl ‘Wimbledon-Finale’ sehr genossen. Und ich hoffe, dass ich nochmal die Chance bekomme, dort in einem Finale zu stehen – dann mit einem anderen Ausgang.”

Dem ist von unserer Seite nichts hinzuzufügen.

8. Juli 2016
von admin
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Murray und Raonic im Finale von Wimbledon 2016!

Am Donnerstag hatten Serena Williams und Angelique Kerber ihre Semifinal-Partien in Wimbledon gewonnen und werden am Sonnabend in einem – aus deutscher Sicht – Traumfinale gegeneinander antreten. Am Freitag standen die Semifinalspiele der Herren auf dem Programm.

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Der siebenfache Wimbledonsieger Roger Federer ist auf dem besten Weg, mit 34-Jahren einen weiteren Wimbledontitel seiner außergewöhnlichen Karriere hinzuzufügen. Am Freitag trat der an 3- gesetzte Schweizer im Tennismekka gegen den Kanadier Milos Raonic (ATP Nr.7) zum ersten Halbfinale an. Gegen den kanadischen Aufschlagtitanen konnte er mit einem Sieg zum dritten Mal in Folge das Finale in London erreichen. 2014 und 2015 verlor er im Endspiel jeweils gegen Novak Djokovic – der Serbe ist in diesem Jahr aber bereits in der dritten Runde ausgeschieden. Federers letzter Sieg auf dem „Heiligen Rasen” datiert aus dem Jahr 2012.

Tennis Gerry Weber Open  2012

Der Champion aus Basel kam nur schwer in das Spiel, ihm unterliefen anfangs viele Flüchtigkeitsfehler. In seinem zweiten Aufschlagspiel führte ein Doppelfehler zum Break. Der Kanadier servierte bis 5:3 ohne Probleme durch, vergab bei eigenem Service einen Satzball, entschied aber dann den 1.Satz mit 6:3 für sich. Im 2.Satz brachten die beiden Kontrahenten bis zum 6:5 für Federer ihre Aufschlagspiele ohne große Probleme durch. Der Schweizer konnte bei Aufschlag von Raonic, dessen Services meist mit mehr als 220 Stundenkilometern über das Netz rauschten, vier Breakchancen nicht nutzen, setzte sich dann aber im Tiebreak unter dem Jubel des Publikums klar mit 7:3 durch. Im dritten Durchgang gewährte der siebenfache Wimbledonsieger dem Weltranglistensiebten bis zum 3:3 keine Breakchance, nahm dem Kanadier dann den Aufschlag ab und setzte sich später mit 6:4 im 3.Satz durch. Bis zum 5:5 im 4.Satz gewann Federer etwas leichter seine Aufschlagspiele, aber auch Raonic hielt seine Servicegames. Der Maestro aus dem Alpenland  konnte dann einige Breakchancen nicht nutzen und bei 6:5 nahm der Kanadier aus heiterem Himmel dem Schweizer das Aufschlagspiel ab und sicherte sich anschließend den Durchgang mit 7:5. Im entscheidenden Satz rutschte Roger bei 1:2 auf der Aufschlaglinie aus, stürzte auf den Rasen. Er ließ sich kurz behandeln, nahm das Spiel wieder auf, musste aber nach einem atemberaubenden Ballwechsel das Break hinnehmen. Der gebürtige Montenegriner baute den Vorsprung auf 4:1 aus und zog nach fast dreieinhalb Stunden Spielzeit zum ersten Mal in seiner Karriere mit 6:3, 6:7, 4:6,7:5, 6:3 in das Finale eines Grand Slams ein.

raonic

 

Im zweiten Halbfinale traf anschließend  der an 2-gesetzte Lokalmatador  Andy Murray,  der 2013 in Wimbledon triumphiert hatte, auf Tomas Berdych (ATP Nr.9), der in der dritten Runde den deutschen Youngster Alexander Zverev aus dem Turnier geworfen hatte. Nach dem frühen Ausscheiden des englischen Fußballnationalteams bei der Fußball-EM und in den Wirren des Brexits erwartet die ganze britische Nation jetzt einen weiteren Triumph ihres Tennishelden. Auf die Frage eines Journalisten,  ob der große Druck  ihn nicht belasten würde, hatte der Schotte lakonisch geantwortet, dass er sich Schlimmeres vorstellen könnte, als im Semifinale oder gar Finale des Wimbledonturniers stehen zu können…

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Der Brite ging dann auch alles andere als verkrampft in das Semifinale gegen den Tschechen. Er schlug sehr gut auf, attackierte den zweiten Aufschlag seines Gegners entschlossen, verwandelte seine Angriffsbälle sicher und streute gefühlvolle Stopps ein, die in dem Rasen versanken. Zwei Mal gelang ihm ein Break und er sicherte sich den 1.Satz souverän mit 6:3. Im 2.Satz steigerte sich Berdych. Er vergab aber einige Breakbälle und musste den Durchgang wieder mit 3:6 an den Schotten abgeben. Murray gab das Heft im weiteren Verlauf nicht mehr aus der Hand, setzte sich auch im 3.Satz 6:3 durch und spielt am Sonntag gegen Raonic das Finale von Wimbledon 2016.