1. Juli 2016
von admin
Keine Kommentare

Der Regen wird in Wimbledon nicht zum Freund der Spieler!

Die Verzögerungen im Turnierplan des Grand Slams in Wimbledon sorgten am Freitag  für ein volles Programm der  deutschen Teammitglieder, die sich bisher erfolgreich geschlagen hatten: Drei Herren und eine Dame sollten zu früher Stunde in der ersten Spielrunde am Vormittag auf ihre Plätze gehen, um ihre Zweitrunden-Matches auszutragen. Am späten Nachmittag waren vier Damen zu ihren Drittrunden-Matches angesetzt.

logo

Die Vormittagspartien fielen dann wieder einmal dem Regen zum Opfer und wurden verschoben. Nach einstündiger Wartezeit konnten dann die Courts betreten werden. Die Spieler schlugen sich ein, dann kam der nächste Regenschauer und vertrieb die Profis vom Platz. Um 16 Uhr Ortszeit konnte  dann der nächste Versuch zum Spielen gestartet werden.

Nach ihrem Marathonmatch am Vortag musste Annika Beck (WTA Nr.43) am nächsten Tag gleich wieder zum Schläger greifen, um gegen Aleksandra Sasnovich (WTA Nr.98) noch eine Runde weiter zu kommen. Annika trat dynamisch und entschlossen auf, ging früh in Führung und konnte sich, obwohl sie zwei Satzbälle vergab, den 1.Satz überlegen mit 6:2 sichern. Auch danach gab die Bonnerin die Dominanz nicht aus der Hand und zog mit 6:1 im 2.Satz als fünfte Deutsche in die dritte Runde von Wimbledon ein.

annika

Die Begegnung unseres Paradiesvogels Dustin Brown (ATP Nr.85) mit dem an Position 15 gesetzten Nick Kyrgios, dem Exzentriker von „Down Under“, versprach Emotionen, attraktive Ballwechsel und artistische Schläge. Der Australier kündigte eine „Zirkusvorstellung“ der beiden Tennisfreunde an. Das Match begann dann etwas nüchterner: Beide Spieler dominierten in ihren Aufschlagspielen bis zum 6:6. Im Tiebreak servierte der Rastaman aus Celle noch besser, gewann 7:3 und den 1.Satz 7:6. Im nächsten Durchgang gelang dem Aussie früh das erste Break und er konnte den 2.Satz gegen den sich am Ende etwas schonenden Brown dann mit 6:1 gewinnen. Im dritten Durchgang war der Deutsche sofort wieder präsent: Er nahm  Kyrgios gleich das Aufschlagspiel ab, servierte beeindruckend und  brachte den 3.Satz souverän mit 6:2 unter Dach und Fach. Im 4.Satz drehte der Australier den Spieß mit 6:4 wieder um. Brown kämpfte im entscheidenden Durchgang, brillierte mit aufsehenerregenden Schlägen,  musste sich aber dem guten Freund Kyrgios 4:6 geschlagen geben.

Unser 35-jähriger Oldtimer Benjamin Becker (ATP Nr.102) traf auf den an 10-gesetzten Routinier Tomas Berdych. Dem Tschechen genügte ein Break im 1.Satz, um den Durchgang 6:4 zu gewinnen. Berdych dominierte danach noch eindeutiger und entschied den 2.Satz überlegen mit 6:1 für sich. Auch im 3.Satz hatte Benni keine Siegchance und schied mit 2:6 im entscheidenden Durchgang in der zweiten Runde aus.

Der an 31-gesetzte Alexander Zverev war jetzt unsere letzte Hoffnung bei den Herren auf ein Vordringen in die Finalrunden des Rasen-Grand Slams. Der 19-jährige Hamburger konnte sich im Auftaktspiel souverän durchsetzen und hatte große Aussichten, mit einem Sieg über Mikhail Youzhny (ATP Nr.70) in die dritte Runde von Wimbledon vorzustoßen. Die beiden Kontrahenten kennen sich von zahlreichen Trainingsmatches. Sascha gelang früh ein Break, der Russe lief dem Vorsprung vergeblich bis 4:5 und Aufschlag  Zverevs hinterher. Beim ersten Satzball rutschte der junge Deutsche nach einem Stoppball auf dem Grass aus und stürzte spektakulär. Er erholte sich aber schnell, haute seinem Gegner cool zwei harte und platzierte Services in das Feld und gewann den 1.Satz 6:4.

 

Tennis Gerry Weber Open 2016

Im nächsten Durchgang haderte Zverev mit unnötigen eigenen Fehlern und dubiosen Linienrichterentscheidungen und verlor den 2.Satz 3:6.Danach war er wieder im Match, führte 3:0 als um 18 Uhr ein Platzregen zur Unterbrechung zwang. Bei Wiederaufnahme des Matches gab er Youzhny in den ersten Spielen keine Chance und holte sich den 3.Satz mit 6:0. Im 4.Satz ließ die Anspannung bei dem deutschen Ausnahmetalent nach, er servierte 7 Doppelfehler und sein russischer Kontrahent gewann den Satz 6:4. Fast drei Stunden standen die Spieler auf dem Platz – die mehrstündigen Wartezeiten nicht mit berechnet. Der entscheidenden Durchgang begann zäh: Sascha nahm eine medizinische Behandlungspause, Youzhny rutschte mehrfach auf dem glatten Rasen aus und beschimpfte wütend den Schiedsrichter. Beim Stand von 2:1 für Zverev und 30: 40 wurde die Partie wieder unterbrochen – der Regen war gekommen und hatte sich am späten Abend wieder unbeliebt gemacht. Eine halbe Stunde später wurde die Partie wegen Nässe und Dunkelheit für den Freitag abgesagt.

Die Matches von Angelique Kerber gegen Carina Witthöft, von Sabine Lisicki gegen Yaroslava Shvedova und Anna-Lena Friedsam gegen Misaki Doi wurden schon am späten Nachmittag abgesagt und auf Sonnabend verschoben.

Die Turnierleitung wird wohl aufgrund der Verzögerungen nicht vermeiden können, dass in diesem Jahr der „heilige Sonntag der ersten Woche“, an dem aus puritanischer Tradition keine Spiele stattfinden, entweiht wird. Man wird den Sonntag für Matches nutzen müssen, um im Zeitplan wieder aufholen zu können.

30. Juni 2016
von admin
Keine Kommentare

Kerber, Witthöft, Beck, Friedsam und Lisicki siegen in Wimbledon!

Am vierten Spieltag sind in Wimbledon noch immer nicht alle Erstrunden-Matches gespielt. Der Regen hat sich auch bei diesem Rasenevent als unkalkulierbares Risiko erwiesen.

logo

Annika Beck (WTA Nr.43) trat am Donnerstag in der ersten Spielrunde an, um ihre bei 3:6, 6:0, 1:0 und 30:15 unterbrochene Auftaktpartie gegen Heather Watson (WTA Nr.55) fortzusetzen. Die 22-Jährige aus Bonn begann beschwerdefrei, führte schnell 4:1. Watson gab sich nicht geschlagen, startete eine Aufholjagd, gewann 4 Spiele und ging sogar 5:4 in Führung. Bis zum 6:6 hielten beide Kontrahenten ihre Aufschlagspiele. Nach über zehnminütiger Spielzeit gelang der Deutschen wieder ein Break, kassierte aber sofort ein Rebreak. Bis 10:10 gewannen Beck und Watson wieder überlegen ihre Servicegames. Dann gelang der Deutschen ein Break zum 11:10, sie vergab einen Matchball in ihrem anschließenden Aufschlagspiel, verwandelte nach fast dreistündiger Gesamtspielzeit den zweiten und zog mit 12:10 in die zweite Runde des Wimbledonturniers ein.

beck

Sechs andere deutsche Spielerinnen gingen anschließend auf die Courts, um ihre Zweitrunden-Partien aufzunehmen.

Mona Barthel WTA Nr.68), die nach geheimnisvoller Krankheit wieder in das Tennisleben zurückgekehrt ist. stand mit der an Position 26 gesetzten Kiki Bertens vor  einer schweren Aufgabe. Die Neumünsteranerin hatte eine offensive Taktik gegen den 24-jährigen niederländischen „WTA-Rising Star“ der letzten Monate gewählt, startete zahlreiche erfolgreiche Netzangriffe, musste sich in einem ausgeglichenen Match aber mit 4:6 im 1.Satz geschlagen geben. Mona agierte auch im 2.Satz offensiv – mit dem gleichen Ergebnis: Nach einem sehr guten Auftritt unterlag sie der favorisierten Holländerin mit 4:6 und schied in der zweiten Runde des Turniers in London aus.

Carina Witthöft (WTA Nr.109) hatte gute Chancen, gegen Kurumi Nara (WTA Nr.93) in die dritte Runde vorzustoßen und für neuen Schwung in ihrer jungen Karriere – nach einer kurzen Phase von Rückschlägen – zu sorgen. Die 21-jährige Hamburgerin begann unbekümmert und aggressiv, konnte den 1.Satz mit 6:3 für sich entscheiden. Im 2.Satz gab sie der 24-jährigen Japanerin keine Chance mehr, schickte sie gnadenlos mit 6:0 vom Rasen und erreichte die dritte Runde des Grand Slams. Dieser grandiose Sieg kann ihr Selbstvertrauen für weitere gute Auftritte im Turnier geben.

cwitt

Sabine Lisicki (WTA Nr.81) ist zurück in ihrem „Wohnzimmer Wimbledon“! „Bum Bum Bine“ begann gleich mit einem Break gegen die an Position 14-gesetzte Samantha Stosur. Sie spielte fokussiert und entschlossen weiter, nutzte ihren Aufschlag als Waffe und setzte sich gegen die Australierin im 1.Satz 6:4 durch. Im 2.Satz gab sie das Heft nicht aus der Hand und zog souverän mit 6:2 als zweite Deutsche in die 3.Runde des Rasen-Grand Slams ein! Unsere Aufschlag-Weltrekordlerin hatte Stosur in der gesamten Spielzeit von etwas mehr als einer Stunde 12 Asse „um die Ohren gehauen“!

Unserer Nr.1, Angelique Kerber, traute man, nachdem sie ihre ungeliebte Auftakthürde im Turnier erfolgreich genommen hatte, gegen Varvara Lepchenko (WTA Nr.64)  den nächsten deutschen Sieg zu. Die Australian Open- Siegerin war vom ersten Ballwechsel an konzentriert und entschlossen. Nach der schnellen 5:0-Führung gab sie bei Aufschlag der US-Amerikanerin ein Spiel ab und servierte dann durch zum 6:1-Gewinn des 1.Satzes. Im zweiten Durchgang gewannen beide Spielerinnen ihre ersten Aufschlagspiele. Bei 2:2 breakte Angie dann ihre Gegnerin. Zielstrebig und souverän dominierte sie dann das Match und zog mit 6:4 im 2.Satz als dritte Deutsche in die 3. Runde der inoffiziellen Tennis-Weltmeisterschaften ein, in der sie auf Carina Witthöft treffen wird.

angie

Eine vielversprechende Leistung der Kielerin – aber wir sollten in ihrem und unserem Interesse „den Ball flach halten“…

Die Erfolgserie der „deutschen Frauerpower“ wurde dann von Anna-Lena Friedsam (WTA Nr.57) fortgesetzt.  Die 22-jährige aus Neuwied konnte sich im 1.Satz nach einigen Unsicherheiten gegen die russische Qualifikantin Ekaterina Alexandrova(WTA Nr.223) mit 6:4 durchsetzen. Im 2.Satz wurde der Kampf auf Augenhöhe bis zum 6:6 fortgeführt. Im Tiebreak steigerte sich die junge Deutsche noch einmal, deklassierte ihre Gegnerin mit 7:1 und qualifizierte sich  als vierte Deutsche für die dritte 3.Runde des Grand Slams.

Am Abend konnte Angie Kerbers beste Freundin, die an 32-gesetzte Andrea Petkovic, gegen Elena Vesnina WTA Nr.50) als fünfte Deutsche in die dritte Runde des Wimbledon-Turniers vorstoßen. Die Darmstädterin startete unruhig und angespannt. Sie schimpfte mit sich selbst und haderte mit den Linienrichterentscheidungen. Beim Ball zum 5:6 zog sie sich eine Verletzung zu, nahm ein „medical time-out. Nach der langen Behandlung sie im nächsten Spiel keinen einzigen Punkt und gab den 1.Satz 5:7 ab. Im zweiten Durchgang wirkte Petko nicht fit, erkämpfte sich aber viele Spielbälle, die sie allerdings nicht nutzen konnte. Mit 3:6 im zweiten Satz schied Andrea Petkovic unglücklich aus.

Erste große Sensation in Wimbledon: Die French Open-Siegerin und Wimbledon-Geheimfavoritin Garbine Muguruza flog in der 2.Runde des Turniers gegen Jana Cepelova aus Tschechien sang- und klanglos mit 3:6 und 2:6 raus!

Auch Belinda Bencic ist ausgeschieden. Die Schweizerin verlor gegen die  bisher unbekannte Tatjana Maria-Bezwingerin  Julia Boserup aus den USA den 1.Satz mit 4:6. Bei 0:1 im 2.Satz gab die an Position 7-gesetzte Bencic dann auf.

29. Juni 2016
von admin
Keine Kommentare

Petkovic und Zverev besiegen Gegner und Regen!

Großkampftag für die deutschen Tennisasse am Mittwoch, dem dritten Tag der Wimbledon Championships: 10 deutsche Tennisprofis wurden in das Rennen geschickt – unter dem berechtigten Vorbehalt, dass das Wetter bei dem Turnier mitspielt…

logo

Vier Spieler und Spielerinnen aus dem nationalen Aufgebot mussten ihre am Vortag unterbrochenen Partien am Mittwoch fortsetzen und gingen in der ersten Spielrunde am späten Vormittag auf den Platz.

Andrea Petkovic stand gegen Nao Hibino mit 3:6, 7:5 und 5:1 kurz vor dem Sieg, als der Regen ihr den endgültigen Erfolg vermasselte. Petko schaffte es dann am folgenden Tag,  innerhalb von vier Minuten noch schnell das letzte Spiel vor dem einsetzenden Regen zu gewinnen und zog mit 6:2 im 3.Satz in die zweite Runde von Wimbledon ein.

petko

Alexander Zverev setzte seine Begegnung mit Paul-Henri Mathieu nach 6–stündiger Wartezeit beim Stand von 6:3, 6:4 und 3:0 fort. Bei Wiederaufnahme der Begegnung wehrte Sascha Breakbälle ab und baute die Führung auf 4:0 aus. Er gewann unbekümmert seine weiteren Aufschlagspiele und erreichte als zweiter deutscher Tennisprofi mit 6:2 im 3.Satz die zweite  Runde des Rasen-Grand Slams.

„Wir müssen starten, stoppen, starten und wieder stoppen. Letztes Jahr hatten wir 35 Grad und Sonnenschein an jedem Tag. Ich bin froh, dass ich das Match jetzt zu Ende bringen konnte,“ mit diesen Worten kommentierte der 19-jährige Hamburger nach dem Match seine Erlebnisse in den ersten Tagen des Wimbledon-Turniers 2016.

sascha

Florian Mayer und Dominic Thiem könnten von ähnlichen Erfahrungen berichten: Der Regen vertrieb die beiden am Dienstag, bevor sie warm geworden waren, vom Platz. Beim Stand von 1:1 setzten sie ihr Match am Mittwoch fort. Die beiden lieferten sich den erwarteten harten Fight bis 4:4, dann sorgte die Nässe dafür, dass sie sich in Ruhe und Trockenheit im Clubhaus auf die Fortsetzung vorbereiten konnten. Nach der Wiederaufnahme der Partie konnte der Österreicher den 1.Satz mit 7:5 für sich entscheiden. Ein einziges Break reichte Thiem, um den 2.Satz mit 6:4 zu gewinnen. Auch im 3.Satz war der Wiener der aggressivere Spieler, ihm gelang die Revanche für das Finale von Halle mit 6:4 im dritten Durchgang.

Tennis Gerry Weber Open 2016

Thiem schlug 43 „Winner“ im Match – Mayer 12. Nach Kohlschreiber und Becker schied der Bayreuther damit als dritter Spieler des deutschen Herren-Aufgebots in der ersten Runde des Grand Slams aus.

Tatjana Marias Begegnung mit der US-Amerikanerin Julie Boserup war am Vortag bei 3:4 im ersten Durchgang einem Wolkenbruch zum Opfer gefallen. Bei der Wiederaufnahme des Matches am Mittwoch verlor die Deutsche den 1.Satz 4:6, ging im 2.Satz 2:0 in Führung, als das Wetter die Spielerinnen vom Platz vertrieb. Sechs Stunden später gewann unsere Qualifikantin vier Spiele in Folge und den 2.Satz mit 6:0. Bis 2:2 wurde im entscheidenden Durchgang auf ebenbürtigem Niveau gespielt, dann verlor Maria vier Spiele in Folge und konnte mit 2:6 im 3.Satz die erste Runde des Wimbledonturniers nicht überstehen.

Auch Annika Beck (WTA Nr.43) musste zu ihrem  Erstrundenmatch gegen Heather Watson (WTA Nr.43) am Mittwoch antreten. Bis 2:1 für die Engländerin rutschten die Spielerinnen  einige Minuten auf dem Grass herum, dann konnten sie sich nach der Dusche im Umkleideraum abtrocknen und im gemütlichen Players Center abwarten. Bei der Fortsetzung der Partie war Watson sofort hellwach und sicherte sich den 1.Satz mit 6:3. Im zweiten Durchgang erlebte man das Comeback von Beck: die 22-Jährige aus Bonn spielte aggressiv- entschlossen auf und konnte sich klar mit 6:0 im 2.Satz behaupten. Im entscheidenden Durchgang setzte Annika ihr bravouröses Spiel bis 1:0 und 30:0 fort, rutschte dann auf dem feuchten Rasen aus und musste sich medizinisch am Knöchel behandeln lassen. Nach dem Schrecken und dem „medical timeout“  Becks unterbricht die Schiedsrichterin die Partie wegen des Regens – eine viel zu späte und damit unverantwortliche Entscheidung!

rain

Das Match wurde für Mittwoch um 20 Uhr Ortszeit abgesagt und wird Donnerstag fortgesetzt werden.

Die Zweitrundenmatches-Matches von  Angie Kerber, Mona Barthel, Sabine Lisicki, Anna-Lena Friedsam und Carina Witthöft wurden schon am frühen Nachmittag von der Turnierleitung „gecancelled“.