25. Juni 2016
von admin
Keine Kommentare

Montag kommender Woche startet die deutsche Tenniselite in Wimbledon!

Die Aufmerksamkeit der Sport interessierten deutschen Öffentlichkeit ist auf die Fußball-EM in Frankreich gerichtet. Den Tennisfans unter ihnen bietet sich bald ein weiteres Highlight an: am Montag nächster Woche beginnen die „Wimbledon Championships“, die inoffizielle Weltmeisterschaft der Tennisprofis.

wimbledon

Die Zeit nach dem Grand Slam-Sieg Angie Kerbers im Januar dieses Jahres hat die hochgesteckten Erwartungen der deutschen Tennisgemeinde wieder etwas heruntergeschraubt. Das schwache Abschneiden des deutschen Tennisaufgebots bei dem letzten Grand Slam, den French Open im Mai 2016, hat dann doch etwas desillusioniert. In Wimbledon wird die deutsche Tennisspitze wohl nicht an die generell beeindruckenden Erfolge bei den Australian Open anknüpfen können.

kerber

Bei den Herren kann Kohlschreiber weit kommen, Alexander Zverev für großartige Erfolge sorgen und Dustin Brown ist auch für mindestens ein Sensationsergebnis gut,  aber einen realistischen Titelanwärter haben wir noch nicht im Angebot.

Bei den Damen hat die Garde hinter Australian Open-Siegerin Kerber trotz einiger individueller Erfolge, insgesamt etwas geschwächelt. Ein Vorrücken dieser Spielerinnen in das Viertel- oder gar Semifinale von London wäre eine absolut positive Überraschung.

Alle Titelhoffnungen ruhen auf Angie  Kerber. Gerade dieser Erwartungsdruck könnte aber die Ursache der unbeständigen Leistungen der bodenständigen und bescheidenen Kielerin nach ihrem Triumph in Melbourne gewesen sein. Die Linkshänderin mit polnischen Wurzeln ist aber vor dem Rasen-Grand Slam total motiviert: „Ich will in Wimbledon bei der Titel-Vergabe ein Wörtchen mitreden“, gab die 28-Jährige in diesen Tagen bekannt. Auch die Bundestrainerin sieht gute Chancen für unsere Nr.1: „Wenn sie gut in das Turnier startet und die ersten zwei, drei Runden übersteht, kann sie sehr weit kommen. Ich traue ihr alles zu“. “

In diesen Tagen ist die Auslosung für den Rasen-Grand Slam veröffentlicht worden. Einigen unserer Teilnehmer stehen zum Auftakt hohe Hürden gegenüber. Angie Kerbers Gegnerin in der ersten Runde sollte zu schlagen sein. Ein Knüller ist die Partie zwischen Florian Mayer und Dominik Thiem. Die beiden standen sich gerade im Finale des Rasenturniers von Halle gegenüber.

 mayer

Hier nun die Liste der Erstrundenmatches unserer 15 Hauptfeld- Teilnehmer:

 

DAMEN

Annika Beck (Bonn) – Heather Watson (Großbritannien)

Andrea Petkovic (Darmstadt/ an 32 gesetzt) – Nao Hibino (Japan)

Mona Barthel (Neumünster) – Danka Kovinic (Montenegro)

Laura Siegemund (Metzingen) – Madison Keys (USA/9)

Anna-Lena Friedsam (Andernach) – Zarina Dijas (Kasachstan)

Carina Witthöft (Hamburg) – Irina-Camelia Begu (Rumänien/25)

Angelique Kerber (Kiel/4) – Laura Robson (Großbritannien)

Sabine Lisicki (Berlin) – Shelby Rogers (USA)

Julia Görges (Bad Oldesloe) – Jaroslava Shvedova (Kasachstan)

HERREN

Philipp Kohlschreiber (Augsburg) – Pierre-Hugues Herbert (Frankreich)

Jan-Lennard Struff (Warstein) – Daniel Evans (Großbritannien)

Florian Mayer (Bayreuth) – Dominic Thiem (Österreich/8)

Alexander Zverev (Hamburg/24) – Paul-Henri Mathieu (Frankreich)

Benjamin Becker (Mettlach) – Facundo Bagnis (Argentinien)

Dustin Brown (Winsen/Aller) – Dusan Lajovic (Serbien)

 

24. Juni 2016
von admin
Keine Kommentare

Ansprechende Leistungen unserer Profis vor Wimbledon!

Die Tennisprofis der WTA und ATP hatten in der Rasensaison dieses Jahres einen übermächtigen Gegner, gegen den auch die gesamte Weltspitze keine Chance hatte -  den Regen. Der nervige Feind des Freilufttennis schlug jetzt auch in Eastbourne bei den Aegon Championships zu.

Anna-Lena Friedsam  hat den Sprung ins Viertelfinale beim WTA-Turnier im britischen Eastbourne verpasst. In der zweiten Runde hatte die 22-jährige aus Neuwied sich erfolgreich gegen die favorisierte Lucie Safarova (WTA Nr.30) aus Tschechien 7:6(5), 6:4 durchgesetzt. Gegen die Französin Kristina Mladenovic (WTA Nr.33)   stand sie am Mittwoch zweimal auf dem Platz, da Regenschauer den Spielplan durcheinander gebracht hatten.  Am Ende schied die junge Deutsche knapp mit 4:6, 6:7(4) in der dritten Runde aus.

friedsam

Andrea Petkovic hatte sich nach dem mühevollen Sieg gegen die Chinesin Zheng in der Auftaktrunde des Turniers in Eastbourne weiter gesteigert und die favorisierte Italienerin Sara Errani (WTA Nr. 22) 6:1, 3:6 und 6:4 besiegt. Die Achtelfinal-Partie gegen die Russin Jekaterina Makarowa wurde am Mittwochabend beim Stand von 1:0 für Petkovic im ersten Satz abgebrochen. Grund war selbstverständlich der plötzlich einsetzende Regen, der bereits zuvor im Turnier den Spielplan durcheinander gebracht hatte. Das Match wurde Donnerstagmittag fortgeführt. Auch Petko schaffte dann nicht den Sprung ins Viertelfinale des WTA-Rasenturniers. Die Darmstädterin  musste sich nach den zwei kräftezehrenden Dreisatz-Partien in den Runden zuvor der Linkshänderin Jekaterina Makarowa (Russland) nach 1:41 Stunden Spielzeit mit 6:3, 4:6, 0:6 geschlagen geben. Im entscheidenden 3.Satz gegen Makarowa wirkte die 28-Jährige entkräftet und konnte insgesamt nur noch sechs Punkte gewinnen.

petko

Benjamin Becker, der einzige deutsche ATP-Profis, der eine Woche vor Wimbledon zu einem Turnier antrat, ist in Nottingham bei den Aegon Open auch nicht mehr im Rennen. Nach hartem Kampf hatte er in der zweiten Runde noch den Uruguayer Guido Pella (ATP Nr.51) bezwingen können, unterlag aber in der dritten Runde dem Israeli Dudi Sela (ATP Nr.71) mit 6:3, 2:6 und 4:6.

Die deutschen Profis haben in dieser Woche ansprechende Leistungen gezeigt. Der Frage, ob es beim Grand Slam in London zu international – und national! – aufsehenerregenden deutschen Erfolgen kommen kann, stehen wir doch mit einiger Skepsis gegenüber.

22. Juni 2016
von admin
Keine Kommentare

Roger Federer – die große Persönlichkeit des Tennissports

Roger Federer gehört zu den größten Tennisspielern aller Zeiten. Auf allen ATP-Turnieren ist der „Maestro“ ein Zuschauermagnet. Selbst wenn er gegen einen einheimischen Star antritt, fasziniert er das Publikum, das sogar sein Ausscheiden befürchtet, weil es seine Tenniskunst in den nächsten Tagen nicht mehr miterleben könnte.

Roger Federer ist die große Persönlichkeit des Profitennis.

Tennis Gerry Weber Open  2012

Er hat mit 35 Jahren ein Alter erreicht, dass für viele Beobachter ungewöhnlich für Spitzenleistungen ist. Nach jeder Niederlage hört er die obligatorische Frage der Journalisten nach seinem Rücktritt.

In diesen Tagen hat sich der Schweizer deutlich und hoffentlich verständlich zu diesen nervigen Nachfragen geäußert: „Ich höre das Rücktrittsgerede seit 2009, als ich die French Open gewonnen habe und die Leute sich gedacht haben, wofür ich noch spiele. Ich frage mich, was ist falsch mit euch Leuten? Versteht ihr nicht, dass Tennis spielen großer Spaß ist? Ich brauche nicht drei Slams pro Jahr zu gewinnen, um zufrieden zu sein. Wenn der Körper, mein Geist nicht mehr möchte, wenn meine Frau und meine Kinder es nicht mehr möchten, dann höre ich morgen auf. Überhaupt kein Problem. Aber ich liebe Tennis so sehr, dass ich mich nicht darum kümmere, dass ich nicht mehr so viel gewinne. Für mich ist das irrelevant.“

Tennis Gerry Weber Open  2012

In unserer Zeit wird Sport kaum noch als Erlebnis begriffen, sondern fast nur an Ergebnissen gemessen. Gegen diese Reduzierung des Sportgedankens wehrt sich der Champion zu Recht und führt weiter aus:

„Heute habe ich eine tiefere Liebe zum Spiel. Zuvor habe ich einen Traum gejagt. Nun lebe ich den Traum und schätze es, dass ich es noch immer tun kann. Es ist ein wunderbares Gefühl“, erklärte Federer, der in seiner Karriere  88 Titel auf der ATP-Tour gewonnen hat und immer noch Freude daran hat, seine Leistung mit Konkurrenten zu messen.

Federer ist nicht nur ein Tennisästhet, ein absoluter Weltklassespieler, er ist ein Mensch, der sich Gedanken über seinen Sport gemacht hat und jetzt vorbildlich tiefere Einblicke in dem Sinn des Tennisspiels und des Sports im Allgemeinen vermittelt.

Im Tennis geht es nicht allein um das Siegen gegen Konkurrenten. Im Tennis kann man eigene Leistungen realisieren, die Selbstvertrauen schaffen, die einen glücklich machen können.

Der mehrfache Grand Slam-Gewinner hatte Spaß am Tennis und liebte seinen Sport. Dieser Spaß und diese Liebe gaben ihm nachhaltig die Kraft und das Durchhaltevermögen, erfolgreich zu werden. Er hat es geschafft, seinen Traum zu verwirklichen. Ein Privileg, dass er zu schätzen weiß und dass dazu geführt hat, dass er Verantwortung für seine Sportart übernimmt.

Tennis Gerry Weber Open  2012

Seine Erfahrungen, sein Wissen teilt er jetzt der Öffentlichkeit mit. Einerseits um kurzsichtige Medienvertreter aufzuklären, andererseits, um den Tennis begeisterten Jugendlichen – und ihren Trainern – den Weg zu weisen.

Seine Liebe zum Tennis hat wirklich Tiefe gewonnen.