11. Mai 2016
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Das Turnier in Rom findet jetzt ohne deutsche Beteiligung statt!

Am Mittwoch gingen am frühen Nachmittag zwei der drei verbliebenen deutschen Hoffnungen, Alexander Zverev und Angelique Kerber, fast zur gleichen Zeit auf ihre Plätze, um das Achtelfinale der BNL Internazionali d’Italia zu erreichen.

Sascha Zverev musste in seinem Zweitrundenmatch gegen die aktuelle Nr.2 der Weltrangliste, Roger Federer, antreten. Im 1.Satz hatte der 19-jährige Hamburger Probleme mit den variantenreichen Aufschlägen des Schweizers, konnte sich keinen einzigen Breakball erspielen. Federer nutzte einen von seinen zwei Breakbällen und gewann den Durchgang 6:3. Im 2.Satz kam der junge Deutsche noch besser in das Spiel. Bis zum 5:5 hatten die Kontrahenten beide ein Break kassiert. Sascha lag dann 0:40 bei eigenem Aufschlag zurück, wehrte die drei Breakbälle ab, um dann doch sein Aufschlagspiel noch zu verlieren. Bei  6:5 und eigenem Service gab die Schweizer Tennislegende das Match nicht mehr aus der Hand. Er nutzte seinen zweiten Matchball und zog mit 6:3 und 7:5 in das Achtelfinale von Rom.

roger

 Der Champion aus Basel war im Match gegen Zverev noch  noch immer von seinen Rückenproblemen geplagt. Ob er zu seinem Achtelfinale gegen den Österreicher Dominic Thiem antreten kann, will Federer erst kurz vor Spielbeginn entscheiden.

Die Geschichte des 1.Satzes von Angelique Kerber gegen Eugenie Bouchard (WTA Nr.46!) ist schnell erzählt: Das ehemalige Wunderkind aus Kanada traf alles, die Australian Open-Gewinnern kam überhaupt nicht in das Match und musste den Satz 1:6 abgeben. Bei 0:3-Rückstand im zweiten Durchgang hatte man geglaubt, dass Kerber sang-und klanglos ausscheiden würde. Die Kielerin stemmte sich gegen die Niederlage, gewann jetzt zwei Spiele in Folge. Die 20-jährige Kanadierin ging noch 4:2 in Führung, musste aber die nächsten drei Spiele in Folge wieder an die Deutsche Nr.1 abgegeben. „Genie“ glich auf 5:5 aus, erspielte sich Breakbälle, aber Angie erkämpfte sich den 6:5-Vorsprung. Bei Aufschlag Bouchard hatte Kerber zwei Satzbälle in Folge, verwandelte den zweiten und konnte den 2.Satz 7:5 gewinnen. Im entscheidenden Durchgang brachte die Kielerin ihr Aufschlagspiel ohne Punktverlust durch, nahm der  Kanadierin das Aufschlagspiel ab, musste nach zwei verlorenen Spielen aber wieder den 2:2 Ausgleich hinnehmen. Ein Kampf auf des Messers Spitze zwischen einer erbarmungslosen Hardhitterin und einer bravourösen Konter-Spielerin wurde dem Publikum geboten. Bei 5:5 verlor Angie ihr Aufschlagspiel. Die Kanadierin servierte zum Matchgewinn. Die Kielerin konnte den ersten Matchball noch abwehren, den zweiten Matchball nutzte Bouchard und zog mit 6:1, 5:7 und 7:5 in das Achtelfinale der BNL Internazionali d’Italia ein.

genie

Fünf deutsche Damen sind an den Auftakthürden bei dem Turnier in der italienischen Hauptstadt gescheitert. Erstrundengewinnerin Friedsam verlor –allerdings gegen Serena Williams – in ihrem zweiten Match. In Rom werden für die deutschen Tennisprofis in diesem Jahr sicherlich keine Triumphbögen errichtet werden.

Philipp Kohlschreiber konnte am Abend aber noch in der ewigen Stadt die bisher enttäuschenden Ergebnisse verbessern. In seinem Zweitrundenmatch hatte der Ausburger aber mit Rafael Nadal einen richtig schweren Brocken vor sich. Kohli, der sich in der Sandplatzsaison der ATP bisher großartig geschlagen hatte, fand in den Mallorquiner wieder einmal seinen Meister. Nadal gewann 6:3 und 6:3 und man hatte nie den Eindruck, dass er die Partie verlieren könnte.

nadal

Kohlschreiber erlitt in der zweiten Runde des mit 4,3 Millionen Euro dotierten ATP-Turniers im Foro Italico seine 13. Niederlage im 14. Duell mit dem Spanier. Sein einziger Sieg gegen den Linkshänder aus Manacor gelang ihm 2012 beim Rasenturnier in Halle/Westfalen.

Alle deutschen Teilnehmer sind jetzt in Rom schon nach dem dritten Tag ausgeschieden. Das hatte es lange nicht mehr gegeben.

10. Mai 2016
von admin
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“Arrivederci Roma” für unsere Damen!

Bei den Mutua Madrid Open fehlten von den Superstars der ATP und WTA nur Serena Williams und Roger Federer. Die beiden Topverdiener der Tennisprofis sind in dieser Woche bei den „Internazonali BNL d’Italia“ in Rom jetzt auch am Start.

rom

Julia Görges hatte sich erfolgreich in der Qualifikation des mit 3,75 Millionen € Preisgeld dotierten Sandplatzturniers durchgesetzt. Tatjana Maria verlor in der ersten Qualifikationsrunde. Sechs deutsche Damen standen jetzt im Hauptfeld.

Andrea Petkovic (WTA Nr.30) verlor am Montag gleich ihr Auftaktmatch. Gegen das 21-jährige US-Girl Madison Keys (WTA Nr. 24) schied die Darmstädterin mit 4:6, 1:6 aus.

Auch Annika Beck (WTA Nr.41) fehlt gegenwärtig noch das Selbstvertrauen: Die Gießenerin verlor etwas unerwartet gegen die Brasilianerin Teliana Perreira (WTA Nr.90) ihr Erstrundenspiel 4:6, 6:7.

Als einzige Deutsche konnte am ersten Tag des Turniers in der „ewigen Stadt“  Anna-Lena Friedsam (WTA Nr.50) gewinnen: Sie rang die Slowakin Anna Karolina Schmiedlova (WTA Nr.37) 6:4, 7:5 nieder.

 

friedsam

In der 2.Runde musste  sie  sich am darauffolgenden Tag gleich mit der topgesetzten Serena Williams auseinandersetzen. Die US-Powerfrau servierte im 1.Satz druckvoll, brachte ihre Aufschlagspiele sicher durch, nutze einen von zwei Breakbällen und holte sich den Durchgang mit 6:4. Im zweiten Satz kämpfte die 21-jährige Deutsche weiter bravourös, die Weltranglistenerste nutzte aber alle ihre drei Breakchancen. Obwohl sie dieses Mal sogar ihren eigenen Aufschlag abgab, zog die Amerikanerin mit 6:3 im zweiten Durchgang in die dritte Runde des Turniers in der italienischen Hauptstadt.

Sabine Lisicki (WTA Nr.44), die sich nach Freund Oliver Pocher jetzt auch vom Coach Christopher Kas getrennt hat, griff  am Dienstag in das Turniergeschehen ein. Gegen Daria Gavrilova (WTA Nr.32) kassierte die Aufschlagweltrekordlerin ein frühes Break und lag schnell 1:4 zurück. Mit einem weiteren Break gewann die Australierin den 1.Satz nach 27 Minuten 6:1. Im ersten Durchgang stand Lisicki total neben sich. Im 2.Satz gab sie zu Beginn ein ganz anderes Bild ab: Sie spielte aggressiv und entschlossen auf, ging nach wenigen Minuten 3:0 in Führung. Sie erhöhte anschließend auf 4:1, war dann aber wieder von allen Tennisgeistern verlassen und verlor 4 Spiele in Folge zum 4:5-Rückstand. Kurz vor dem Abgrund hatte sie nichts mehr zu verlieren und breakte Gavrilova ohne Punktverlust zum 5:5, ging 6:5 in Führung nahm aber dann aber gleich wieder den 6:6-Ausgleich hin. Dann kam der „19th Nervous Breakdown“ der Sabine Lisicki: Gavrilova setzte sich im Tiebreak ohne große Gegenwehr mit 7:3 durch. Die  dritte Deutsche war in Rom in ihrem Erstrundenmatch ausgeschieden.

Unsere Bine hat in den letzten Wochen und Monaten die Spitzenposition der „Diplom-Hektikerinnen“ auf der WTA-Tour unangefochten erklommen. Schafft sie es in naher Zukunft, Ruhe und Ordnung in ihr Leben zu bringen, um auf dem Court wieder ihr außergewöhnliches Talent präsentieren zu können?

Julia Görges (WTA Nr.62)  traf  in ihrem ersten Match im Hauptfeld auf Lesia Tsurenko (WTA Nr. 42). Die Bad Oldesloerin stürmte zu Beginn der Partie los wie ein Hurrikan, ging schnell 4:1 in Führung und sicherte sich nach weniger als 30 Minuten den 1.Satz mit 6:1. Im zweiten Durchgang leistete die Ukrainerin bis 2:2 harten Widerstand. Dann gelang Jule ein Break. Sie erhöhte auf 4:2 und verlor „aus heiterem Himmel“ die nächsten zwei Spiele. Bei 4:4 konnte die 28-jährige Deutsche Tsurenko breaken, kassierte aber sofort ein Rebreak zum 5:5.  Der 2.Satz musste später im Tiebreak entschieden werden. Görges behielt nicht die Nerven, gab nach Führung den Tiebreak mit 5:7 ab – übrigens zur gleichen Zeit, als ihre Kollegin Lisicki ihr Match im Tiebreak verlor. Im dritten Satz war  die Ukrainerin überlegen, sicherte sich eine 5:2-Führung, bevor die Schleswig-Holsteinerin sich kurz gegen das Ausscheiden stemmte, auf 3:5 verkürzte, um dann doch 3:6 zu verlieren. Eine unnötige Niederlage von Julia Görges und gleichzeitig das vierte Erstrunden-Aus der deutschen Spielerinnen. „You can’t always get what you want“…

Die an Position 2-gesetzte Angelique Kerber ist in Rom vorgesetzt und wird erst am Mittwoch ihr erstes Spiel bestreiten. Für alle anderen deutschen Repräsentantinnen „it‘s all over now“ in Rom.

Von den deutsche Herren sind im mit 4.2 Millionen € Preisgeld dotierten Turnier nur Philipp Kohlschreiber und Alexander Zverev im Hauptfeld. Kein deutscher Profi hatte sich den Mühen der Qualifikation ausgesetzt.

Sascha Zverev(ATP Nr.44) trumpfte in seinem Auftaktaktmatch großartig auf und schlug am Montag den hoch eingeschätzten Bulgaren Grigor Dimitrov (ATP Nr.35) 6:1 und 6:4.

alexander-zverev

Philipp Kohlschreiber zog am Dienstag gegen den Qualifikanten Inigo Cervantes (ATP Nr.65) auch in die zweite Runde der Internazionali d’Italia ein. Der  Augsburger bezwang den Spanier 6:4 und 6:2.

„Mixed Emotions“ angesichts der Auftritte unserer deutschen Profis in Rom: Vielen unvorhergesehenen oder unnötigen Niederlagen unserer Damen, stehen positive Leistungen unserer zwei Herren gegenüber. Auf beide Spieler warten aber fast unlösbare Aufgaben in der nächsten Runde: Sascha darf gegen Roger Federer, Kohli gegen Rafael Nadal antreten.

Hoffentlich verbessert  „Angie“, die letzte deutsche Verbliebene im Damen-Hauptfeld, in den nächsten Tagen das Gesamtbild unserer Tennis-Ladies.

8. Mai 2016
von admin
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Halep und Djokovic gewinnen die Madrid Open!

Keine deutsche Spielerin und kein Spieler war bei den hochkarätigen „Mutua Madrid Open“ nach dem Achtelfinale noch im Rennen. Der Aufschwung des deutschen Tennis in der Saison 2016 ist fragil.

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic und der Weltranglistenzweite Andy Murray bestritten am Sonntag das Finale der Herrenkonkurrenz der mit 5,7 Euro Preisgeld ATP-Turniers in Madrid.

Der topgesetzte Serbe setzte sich im Semifinale am Samstagabend knapp gegen den Japaner Kei Nishikori mit 6:3 und 7:6 (4) durch.

Novak-Djokovic

Der an Position 2 gesetzte Schotte hatte zuvor den viermaligen Sieger und Geheimfavoriten Rafael Nadal mit 7:5 und 6:4 bezwungen.

murray

Murray war Titelverteidiger in Madrid und hatte das Sandplatzturnier schon 2008 gewonnen. Der „Djoker“ hat auf seiner langen Liste von bisher 63 Turniersiegen nur einen einzigen Erfolg (2011) in Madrid stehen. Von den bisherigen 31 Duellen mit Murray entschied er 22 für sich, bei den letzten zwölf Begegnungen gewann er 11 Mal.

Im 1.Satz gelangen Djokovic grandiose Returns, er breakte den Briten zwei Mal, erlaubte Murray bei eigenem Aufschlag keinen einzigen Breakball und setzte sich am Ende klar mit 6:2 durch.  Im 2.Satz kämpfte sich der Schotte in das Match. Ihm gelang endlich ein Break, er schlug noch wirkungsvoller auf und sicherte sich den Satz mit 6:3. Im entscheidenden Durchgang erhöhte der Serbe das Tempo erfolgreich um Nuancen und ging  2:0 in Führung. Murray schlug zurück, glich auf 2:2 aus. Der Djoker gewann dann drei Spiele in Folge zum 5:2.

Eine Szene sollte nicht unerwähnt bleiben: Bei 4:2 und eigenem Aufschlag gab der Schiedsrichter Djokovic eine Warnung wegen Matchverzögerung. Murray ging  zum Schiedsrichterstuhl und erklärt dem Umpire, dass er selbst etwas zu spät bereit gewesen war und dass seinem Gegenüber gerade 5 Sekunden zum Aufschlag zur Verfügung standen – die Bestrafung also unangemessen sei. Nole nickte zustimmend mit dem Kopf und lächelte. Ein Beispiel für professionelle Fairness in der Weltspitze.

Im nächsten Game wehrte der Brite den ersten Matchball ab, verkürzte auf 3:5. Er erspielt sich beim anschließenden Aufschlag des Serben eine 0:40-Führung. Der Djoker wehrte alle Breakbälle ab. Murray hatte noch vier weitere Spielbälle, die er nicht nutzen konnte und am Schluss gewann Novak Djokovic die „Mutua Madrid Open“ mit 6:3 im 3.Satz nach mehr als 2 Stunden Spielzeit.

nole

Während  bei den Herren – wie gewohnt – die Weltspitze in Madrid dominierte, schieden bei den Damen die fünf  Topgesetzten Radwanska, Kerber, Muguruza, Azarenka (Aufgabe) und Kvitova früh aus. Den Titel holte sich am Samstag Simona Halep.

 simona-halep

Die an Nummer sechs gesetzte Rumänin besiegte bei dem mit 4,8 Millionen dotierten WTA-Turnier im Finale die Slowakin Dominika Cibulkova (WTA Nr.38) 6:2, 6:4. Der Finalerfolg in der spanischen Hauptstadt war der insgesamt zwölfte Titel, den die Rumänin auf der WTA-Tour gewinnen konnte.

Die nächste Station der WTA- und ATP- Karawane wird Rom sein. In der italienischen Hauptstadt hat die deutsche Tenniselite eine Chance, für Furore zu sorgen und mit großartigen Erfolgen der kleinen Flamme der Hoffnung neues Leben zu geben.