14. Februar 2016
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Kohli zu brav gegen den Paradiesvogel!

Unser Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber hatte nach einem grandiosen Sieg gegen den an 2-gesetzten Marin Cilic das Semifinale des ABN AMBO Tournaments erreicht. Am Sonnabend trat er auf dem Center Court in Rotterdam gegen Gael Monfils an, der im Viertelfinale Sascha Zverev ausgeschaltet hatte.

Lange Ballwechsel prägten von Anfang an das Geschehen. Beide Spieler spielten sicher und platziert und brachten ihre Aufschlagspiele bis zur 4:3-Führung des Franzosen durch. Monfils gelangen dann einige Big Shots, Kohli unterliefen einige unnötige Fehler und der Deutsche wurde gebreakt. Ohne Punktverlust servierte der französische Paradiesvogel anschließend zum 6:3-Satzgewinn durch.

Monfils-tennis

Im zweiten Satz blieb der an 5-gesetzte Franzose konzentriert und produzierte ungewohnt wenig leichte Fehler. Mit einigen überraschenden Schüssen und krachenden Aufschlägen dominierte „der Sliderman“ das Match und zog mit dem 6:2-Satzgewinn ungefährdet in das Finale des Turniers in der holländischen Hafenstadt ein.

Unsere deutsche Nr.1 spielte solide. Einzige Kritik: Er hätte selbst mehr die Initiative ergreifen können.

Trotz des Ausscheidens von Kohlschreiber haben wir in diesen Tagen noch eine deutsche Waffe im Gefecht. Bei dem WTA-Turnier in Dubai  hat die deutsche Meisterin Anna-Lena Friedsam, die sich auf der Weltrangliste in den letzten Wochen auf  Rang 52 hochkatapultiert hat,  ihr Auftaktspiel in der Qualifikation gegen Evgenia Rodina 7:5, 6:1 gewonnen.

friedsam

Carina Witthöft kommt in diesem Jahr „noch nicht richtig auf Touren“: Sie unterlag in ihrem Quali-Erstrundenmatch Jana Cepelova 7:6(13!), 2:6, 4:6.

Angie Kerber hatte das Turnier auf der arabischen Halbinsel wegen einer Oberschenkelverletzung kurzfristig abgesagt. Zwei Tage vor Beginn der Hauptfeldmatches zog auch Serena Williams aus Krankheitsgründen ihre Meldung zurück. Der Turnierdirektor des hoch dotierten „Dubai Duty Free Tennis Tournaments“  war „not amused“, als auch noch Caroline Wozniacki sich wegen einer Knieverletzung abmeldete.

Die Absagen sind für Anna-Lena Friedsam und Julia Görges, die in Dubai im Hauptfeld ist, verschmerzbar: Die Konkurrenz für ein Vorankommen im Turnier lichtet sich von Tag zu Tag. Am Sonntag spielt Friedsam  in der 2.Runde der Qualifikation gegen die Chinesin Quiang Wang. Eine lösbare Aufgabe.

13. Februar 2016
von admin
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Kohlschreiber im Semifinale von Rotterdam!

Im Februar 2016 haben sich die deutschen Herren seit langer Zeit wieder als das starke Geschlecht im deutschen Tennis präsentiert. In der letzten Woche hatten Dustin Brown und Alexander Zverev mit aufsehenerregenden Erfolgen in Montpellier das Semifinale des Turniers erreicht. In dieser Woche steht Alexander „Sascha“ Zverev, nachdem er den an 3-gesetzten Gilles Simon eliminiert hatte, neben Philipp Kohlschreiber im Viertelfinale des mit 1.9 Millionen Preisgeld dotierten Events in Rotterdam. Die beiden Deutschen standen allerdings vor schweren Aufgaben in der niederländischen Hafenstadt.

Der Augsburger Kohlschreiber (ATP Nr.32) trat in der Runde der letzten Acht gegen den an 2-gesetzten Marin Cilic (ATP Nr.13)an. Sein junger Kollege Zverev hatte in Montpellier vorgemacht, wie man den Favoriten aus Kroatien stürzen kann. Kohli lässt sich aber früh breaken und muss den 1.Satz mit 3:6 abgeben. Er steigert sich im zweiten Durchgang, breakt Cilic bei 4:3-Führung zum ersten Mal und serviert zum 6:3-Gewinn des 2.Satzes durch.

kohli

Jetzt hat unsere Nr.1 Lunte gerochen: im ersten Aufschlagspiel des kroatischen Riesen erspielt er sich im dritten Durchgang gleich zwei Breakbälle in Folge, vergibt sie zwar, verwandelt aber den dritten Spielball und erkämpft sich den wichtigen 1:0-Vorsprung. Kohli spielt jetzt entschlossen und souverän weiter, gibt kein eigenes Aufschlagspiel mehr ab und marschiert mit 6:4 im 3.Satz in das Semifinale des „ABN AMRO World Tennis Tournaments“ in Holland.

Der Aufschwung der deutschen Herren setzt sich fort!

Der 18-jährige Alexander Zverev (ATP Nr.70) traf anschließend in Rotterdam auf den französischen Paradiesvogel Gael Monfils (ATP Nr.18). Der Hamburger Schlaks kennt keine Angst vor großen Namen. In einem Match auf Augenhöhe mit langen Grundlinienduellen gewannen beide Spieler bis 3:3 ihre Aufschlagspiele. Dann wurde Sascha gebreakt. Er blieb gelassen und konzentriert und breakte bei 4:5 zurück. Der Tiebreak entschied dann das ausgeglichene Match. Hier setzte sich der Franzose dank seiner überragenden Aufschläge 7:4 durch. Im zweiten Satz dominiert der französische „Sliderman“ das Geschehen – auch weil dem Deutschen nach seinem dreistündigen Mitternachtsmatch im Achtelfinale, das sich bis in den Freitag hinzog, jetzt ab und zu eine gewisse Müdigkeit anzumerken war. Unser Hoffnungsträger musste sich dem beeindruckend aufspielenden Monfils mit 3:6 im zweiten Durchgang geschlagen geben.

Gael Monfils 3

Trotz der Niederlage: Alexander Zverev hat in den letzten Wochen noch einmal einen Quantensprung nach vorn gemacht.

Benjamin Becker (ATP Nr. 107) traf im Viertelfinale der Memphis Open im Bundesstaat Tennessee auf die 18-jährige US-Hoffnung Taylor Fritz (ATP Nr. 145). Der Kalifornier hatte eine Wildcard vom Veranstalter erhalten und erreichte zum ersten Mal in seiner jungen Karriere das Viertelfinale eines ATP Major Events. Der 34-jährige Deutsche erwischte einen schwachen Start, lag schnell 0:3 und 1:4 in Rückstand  – auch weil der US-Boy ihm humorlos ein Ass nach dem anderen um die Ohren haute. Bei 2:4 gelang dem Routinier dann doch ein Break, er glich später aus, musste aber den 1.Satz nach einem Doppelfehler zum falschen Zeitpunkt 4:6 abgeben. Im 2.Satz lag Becker nach einem frühen Break schnell wieder 1:3 zurück. Dem Kämpfer aus Merzig gelang aber gleich ein Rebreak und er drehte darauf den Spieß mit einem 7:5-Erfolg im zweiten Durchgang noch um.

benni

Im entscheidenden Durchgang gings es zu Beginn drunter und drüber – kein Spieler konnte sich einen vorentscheidenden Vorsprung sichern. Am Ende siegte  die Jugend über das Alter und die Routine:  Taylor Fritz setzte sich in einem nervenzerfetzenden Tennisthriller mit 7:5 im Tiebreak des 3. Satzes durch. Bad luck, Benni.

 

12. Februar 2016
von admin
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Die deutschen Herren springen in die Bresche!

Die DTB-Funktionäre, die Tennisindustrie und die deutschen Tennisfans warteten ungeduldig auf den großen Erfolg, der den bunten weißen Sport im 21.Jahrhundert endlich wieder standesgemäß in den Blickpunkt der deutschen Öffentlichkeit bringt. Angelique Kerber bewies vor etwas mehr als einer Woche, dass „nichts unmöglich ist“, schlägt die Powerqueen Serena Williams im Finale des Grand Slams in Down Under. Tennis boomte seitdem schon ein wenig in unserem Land. Den Rückschlag beim Fed Cup nahmen wir gelassen hin, weil die deutschen Herren in die Bresche sprangen und sehenswerte Erfolge bei den ATP-Turnieren errangen. Die Autoren von Tennisblogs sahen schon dem großen Aufschwung des deutschen Tennis mit Frohlocken entgegen. (Auch weil die Besucherzahlen explosiv anstiegen.)

„Nach den Mühsalen des Aufstiegs, warten die Mühsale der Ebenen auf uns“ – diesen Satz hat der BB der deutschen Literatur (Nicht unser Boris, obwohl ausgerechnet der ein Buch über Kindererziehung publiziert hat, sondern Bert Brecht, der viele junge Schüler in der Schule davon abgehalten hat, sich mit deutscher Dichtung anzufreunden…) in die Welt gesetzt.

Er hat mit Recht diese Aussage getroffen: Unsere Euphorie wurde am Donnerstag gedämpft, als wenn jemand mit einer kleinen Stecknadel in die dünne Hülle eines straff aufgeblasenen Luftballons gestochen hätte: Die „zweite Garde“ bei den Frauen ist nach den erfreulichen Anfangserfolgen jetzt komplett im Achtelfinale des Turniers in St.Petersburg ausgeschieden.

Annika Beck lieferte der Kerber-Bezwingerin Belinda Bencic einen großen Kampf, musste sich aber 6:7(3), 3:6 geschlagen geben.

Bencic

Laura Siegemund scheiterte dann gegen Daria Kasatkina aus der Ukraine 3:6, 4:6.

Unserer jungen Hoffnungsträgerin Carina Witthöft ging in ihrem Match gegen die Russin Anastasija Pawlyuschenkova (WTA Nr. 21) auch die Luft aus. Die 18-jährige Hamburgerin lag 1:6 und 2:4 zurück, kam besser in das Spiel, glich auf 5:5 aus und verlor doch zum Schluss mit 5:7 im zweiten Satz.

Der Spieltag wird als „Schwarzer Donnerstag“ in die Geschichte unserer weiblichen Tennisprofis eingehen.

Die Matches der beiden deutschen Herren, die in Holland und in den USA antraten, wurden nach Mitternacht deutscher Ortszeit beendet.

Alexander Zverev begann großartig gegen den an 3-gesetzten Gilles Simon in Rotterdam. Er gewann gegen den Weltranglistenfünfzehnten den 1.Satz 7:5, verlor aber nach hartem Widerstand den 2.Satz mit 3:6. Der entscheidende dritte Durchgang wurde zum Tenniskrimi. In einem Match auf Augenhöhe konnte keiner der beiden Kontrahenten einen entscheidenden Vorsprung erringen, der Tiebreak musste entscheiden. Nach fast drei Stunden Spielzeit gelang um 0.15 Uhr am Freitag  dem für sein Alter extrem abgeklärten Hamburger die Sensation: Er schlug den Franzosen mit 7:4 im Tiebreak des 3.Satzes und zog strahlend als zweiter Deutscher neben Philipp Kohlschreiber in das Viertelfinale von Rotterdam ein.

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Der „Schwarze Donnerstag“ war damit schon „Schnee von gestern“.

BB der III., alias Benjamin Becker, fühlt sich wohl in seiner ehemaligen Studienheimat USA. Das bewies er auch im 1.Satz seines Matches gegen den an 7-gesetzten Australier John Millman, den er 6:2 gewann. Zu Beginn des 2.Satzes drehte der Aussie den Spieß um, ging 4:1 in Führung. Benni hielt dagegen, glich später aus und erreichte das Viertelfinale in Tennessee mit einem 8:6-Sieg im Tiebreak des zweiten Durchgangs!

Verkehrte deutsche Tenniswelt: Drei deutsche Damen scheiden im Achtelfinale von St.Petersburg aus, drei deutsche Herren stehen im Viertelfinale der ATP-Turniere von Memphis und Rotterdam.