20. Januar 2016
von admin
Keine Kommentare

Tapferer “Brandy” – erfolgreiche Anna-Lena!

Obwohl behauptet wird, dass Spieler, die in dem Aufsehen erregenden Wettskandal verwickelt sind, bei den Australian Open antreten, sind – entgegen der Ankündigung! – keine weiteren Details über die Betrügereien bisher veröffentlicht worden. Die einzige Person, die in den meisten Recherchen zu dem  Skandal erwähnt wird, ist Nikolai Davidenko. Der spielt aber nicht mehr auf der Tour, hat auch nie ein Grand Slam Turnier gewonnen und es ist bei Tennis-Insidern seit Jahren ein offenes Geheimnis, dass er in „unsaubere  Geschäfte“ verwickelt war.

Die ATP-Führung spielt das Thema herunter und verweist darauf, dass sie mit der Initiative, die die kriminellen Machenschaften im Tennis-Zirkus entdeckt hatte, eng und kontinuierlich kommuniziert.

The Show must go on. Die Matches bei den Australian Open wurden am dritten Tag fortgesetzt, als wenn nichts geschehen wäre.

melbourne

Zwei deutsche  Vertreter versuchten am Mittwoch in die dritte Runde des Grand Slams einzuziehen.

Anna-Lena Friedsam ging als erster deutscher Teilnehmer gegen die 26-jährige Qiang Wang in das Rennen. Die Chinesin hatte immerhin  in ihrem Auftaktspiel die an 23-gesetzte Sloane Stephens in zwei klaren Sätzen besiegt. Die 21-jährige aus Neuwied begann entschlossen mit druckvollen Schlägen und sicherte sich den ersten Satz mit 6:3. Im 2.Satz agierte sie bis 5:2 weiter dominant, wurde dann aber hektischer, verschlug leichte Bälle und ihre Gegnerin verkürzte auf 4:5.  Bei eigenem Aufschlag steigerte die aktuelle deutsche Meisterin sich wieder und gab nur noch einen Punkt zum 6:4- Satz -und Matchgewinn ab. Zum ersten Mal in ihrer noch jungen Karriere erreichte die 21-Jährige die dritte Runde eines Grand Slam-Turniers! Bravo!

friedsam

Anschließend vertrat Daniel Brands als „einziger Gewinner der ersten Runde“ gegen den Gesetzten Guillermo Garcia-Lopez die Ehre des deutschen Herrentennis. Die Marschrichtung des Deggendorfers war vom ersten Ball an offensichtlich: kompromisslose Attacke! Diese Strategie führte im 1.Satz zum Erfolg: „Brandy“ setzte sich gegen den beeindruckten Spanier mit 6:4 durch.

Daniel-Brands

Im 2.Satz unterliefen dem Deutschen schon früh einige leichte Fehler und er musste den zweiten Durchgang mit 1:6 abgeben. Im 3.Satz spielte Daniel wieder begeistert auf, errang wieder die Dominanz, aber Garcia- Lopez konnte sich in den Tiebreak retten. Hier riss gleich zu Beginn der Faden im Spiel unseres Qualifikanten, ihm unterliefen einige „unforced errors“ und der iberische Routinier setzte sich ohne Punktabgabe durch. Unsere „last hope“ kämpfte sich unbeirrt im 4.Satz wieder in das Match. Bei dem Stand von 2:3 wurde er aber  gebreakt und konnte das Spiel nicht mehr drehen. Mit 3:6 im vierten Durchgang schied schon am dritten Tag der letzte deutsche Spieler in der Herrenkonkurrenz der Australian Open aus.

Trotzdem: Ein ehrenvoller Auftritt von Daniel Brands!

Die Weltspitze ließ am Mittwoch nichts anbrennen: Serena Williams, Maria Sharapova, Roger Federer, Kei Nishikori und Tomas Berdych zogen ohne Satzverlust in die dritte Runde des Grand Slams.

19. Januar 2016
von admin
Keine Kommentare

Angie Kerber kurz vor dem Abgrund!

Bevor wir vom Sport  bei den  „Australian Open“ berichten, müssen wir kurz auf den Skandal eingehen, den die Bild-Zeitung in üblich-übertreibender  Manier mit dem Titel „Der Weiße Sport steckt offenbar bis zum Hals im Wett-Sumpf!“ kommentiert. Zu den Tatsachen: Die „BBC“ und das US-Medium „BuzzFeed“ berichten von einem gewaltigen Wett-Komplott  im professionellen Tennis – sogar Wimbledon soll betroffen sein. Hinter den Ermittlungen um Wett-Betrügereien  im Tennis steckt eine Task Force mit dem Namen „Tennis Integrity Unit (TIU)“. Diese wurde im Jahr 2008 gegründet. Sie hat ihren Sitz in London und wurde als Reaktion auf Gerüchte und Verdachtsmomente über Wettmanipulationen bei ATP-, WTA- und ITF-Turnieren gegründet. Die bisherige Aufklärungsquote ist übersichtlich: Seit 2010 wurden 18 Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Fünf Spieler – darunter bekanntermaßen der Österreicher Daniel Köllerer – und ein Offizieller wurden lebenslang gesperrt.

Unser Boulevardblatt bringt vorschnell gleich auch  die Weltspitze mit Djokovic und Federer unter Generalverdacht. Das ist nach unseren Informationen unverantwortlich. Ein Grand-Slam-Gewinner wird offiziell verdächtigt, aber von Federer, Murray, Nadal oder Djokovic kann bisher nicht die Rede sein!

Lassen wir uns zu diesem Zeitpunkt nicht die Freude verderben  und wenden wir uns den sportlichen Wettkämpfen in Melbourne zu: 11 deutsche Repräsentanten griffen am Dienstag zum Schläger, um die zweite Runde der „Australian Open“ zu erreichen.

Alle drei Spielerinnen, die schon um 11h Ortszeit auf den Platz mussten, gingen als Favoriten in ihre Partien: Annika Beck gab der 18-jährigen Australierin Priscilla Hon (WTA Nr.335), die eine Wildcard vom Veranstalter erhalten hatte, nicht den Hauch einer Chance und fegte sie mit 6:0, 6:3 vom Platz. Ein vielversprechender Tagesauftakt!

Annika

Mona Barthel gewann gegen die 26-jährige Vania King (WTA Nr.349) auch  wie erwartet den 1.Satz mit 6:3. Als die Amerikanerin sich steigerte, verlor die Neumünsteranerin offensichtlich ihr Selbstvertrauen und verkrampfte.. Mit 5:7 und 4:6 in den Folgesätzen schied sie in der ersten Runde überraschend aus. Ein herber Rückschlag!

Erfreulich schlug sich Laura Siegemund. In einem Match auf Augenhöhe bezwang sie Kiki Berterns (WTA Nr. 95) aus den Niederlanden 6:4 und 7:5und freute sich ausgelassen über den Einzug in die zweite Runde des Grand Slams.

Sabine Lisicki ist in Melbourne an Position 28 gesetzt. In der Partie gegen die Tschechin Petra Cetkovska (WTA Nr.132) war sie nach eigener Aussage „nie in Panik geraten“ und erreichte mit einem 6:4, 6:4-Gewinn die zweite Runde des Grand Slams.

sl

 

Tatjana Maria, die Deutsche mit dem USA-Wohnsitz, sorgte gegen die Weißrussin Olga Govortsova (WTA Nr.71) für den nächsten deutschen Tageserfolg. In einem ausgeglichenen Match machte sie die entscheidenden Punkte und siegte 6:4, 6:3.

Julia Görges zeigte sich auf dem fünften Kontinent bislang in  bestechender Form. Auch gegen Andreea Mitu (WTA Nr.96) trumpfte sie auf und bezwang die unangenehm variantenreiche Rumänin souverän mit 6:3 und 6:4.

Carina Witthöft startete gegen die Chinesin Saisai Zheng (WTA Nr.83) nervös und geriet in kürzester Zeit mit 0:5 in Rückstand, bevor ihr der erste Spielgewinn gelang. Die Hamburgerin verlor dann wieder das nächste Spiel und den 1.Satz mit 1:6. Auch im 2.Satz dominierte die Chinesin und erspielte sich einen 3:1-Vorsprung. Die junge Deutsche konnte nicht dagegensetzen und schied nach dem 2:6-Satzverlust in der ersten Runde aus dem Turnier in Melbourne aus.

Die bei den Australian Open an Position 7 gesetzte Angelique Kerber sollte gegen Misaki Doi  (WTA Nr.64) der Garant des nächsten deutschen Erfolges sein. Die Kielerin wirkte auch erholt von ihren gesundheitlichen Problemen und ging im 1.Satz schnell 4:0 in Führung. Die Japanerin trat dann risikobereit und kompromisslos auf und spielte sich in einen sogenannten „Lauf“. Sie drehte den Spieß um und gewann den Durchgang noch mit 7:4 im Tiebreak. Trotz der Assoziationen an die schmerzende Niederlage von Andrea Petkovic am Vortag vertraute man dem Kampfgeist und der Nervenstärke Angies. Die deutsche Nr.1 bekam im 2.Satz das Match auch wieder besser in den Griff, ging 5:2 in Führung. Dann verkürzte die Asiatin wieder auf 4:5. Kerber wirkte nicht „amused“, konnte auch nicht verhindern, dass ihre Widersacherin bei eigenem Aufschlag auf 5:5 ausglich. Unsere Spitzenkraft kämpfte im weiteren Verlauf wie gewohnt, übernahm aber zu wenig die Initiative und hoffte eher auf die Fehler ihrer Gegnerin. Im Tiebreak musste sie einen Matchball bei 5:6 abwehren, rettete sich aber mit 8:6 in den entscheidenden Durchgang. Ein Tennis-Krimi, der an den deutschen Nerven zerrte. Der unerbittliche Kampf im Duell der Linkshänderinnen setzte sich im entscheidenden dritten Durchgang fort. Beide schenkten sich nichts. Als Die Kielerin erschöpft wirkte, verschlug  das japanische Energiebündel leichteste Bälle. Mit letzter Kraft rettete sich unsere Spitzenspielerin in das Ziel: Angelique Kerber gewann den 3.Satz 6:3 und sorgte für den sechsten deutschen Tagessieg bei den Damen.

angelique-kerber

Alexander Zverev stand vor einer fast unlösbaren Aufgabe gegen den   Weltranglisten-Zweiten Andy Murray. Trotzdem hatten wir etwas mehr Gegenwehr erwartet. Der Schotte gab dem 19-jährigen Hamburger aber nicht den Hauch einer Chance und schickte ihn mit einer 6:1, 6:2, 6:3-Packung vom Court.

Auch der Qualifikant Peter Gojowczyk hatte Lospech: Gegen den an 8-gesetzten David Ferrer stand er trotz aller Gegenwehr auf verlorenen Posten: Der Spanier sorgte mit seinem 6:4, 6:4, 6:2-Sieg für das Ausscheiden des dritten deutschen Spielers in der Herrenkonkurrenz.

Von Benjamin Becker konnte man erwarten, dass er als nächster Deutscher nach Daniel Brands die zweite Runde der „Australian Open“ erreichen würde. Dudi Sela (ATP Nr.87) machte den Erwartungen einen Strich durch die Rechnung. Der Paradiesvogel aus Israel spielte unbekümmert auf und machte mit seinem 6:1, 6:3, 2:6, 6:2-Sieg alle deutschen Hoffnungen auf einen zweiten Erstrundensieg zunichte.

Zum Auftakt der Australian Open stehen bei den Damen sieben deutschen Siegen drei Niederlagen gegenüber. Bei den Herren hat einsam und allein Daniel Brands sich in die zweite Runde gespielt – vier deutsche Spieler schieden in der Eröffnungsrunde aus.

Rein zahlenmäßig ist das insgesamt eine knapp positive Bilanz. Das Ausscheiden unserer Spitzenkräfte Petkovic und Kohlschreiber schränkt aber die Aussichten auf großartige richtungsweisende deutsche Erfolge bei dem ersten bedeutungsvollen Turnier im neuen Jahr doch etwas ein.

Apropos positive Aussichten: Diese sind für Rafael Nadal gestorben. Im dramatischen spanischen Duell mit Fernando Verdasco musste sich Rafa 6:7, 6:4, 6:3, 6:7, 2:6 schon zum Auftakt des Grand Slams sensationell geschlagen geben.

Weitee Überraschungen gefällig? Dafür sind die WTA-Damen immer gut. Am Dienstag schied die an 2-gesetzte Simona Halep sang- und klanglos gegen die Chinesin Shuai Zhang (WTA Nr.133!) 4:6 und 3:6 in der Auftaktrunde aus.  Die an 8-gesetzte Venus Williams scheiterte an der Britin Johanna Konta 4:6 und 2:6.

18. Januar 2016
von admin
Keine Kommentare

Deutsche Siege und schmerzende Niederlagen bei den skandalüberschatteten Australian Open!

Bevor bei dem ersten großen Highlight der neuen Tennissaison, den Australian Open, die ersten Bälle geschlagen wurden, haben Manipulationsvorwürfe das  Spektakel überschattet: Englische Journalisten behaupten, dass mehrere Top 50 -Spieler der ATP – darunter ein Grand Slam-Gewinner – ihre Matches im Verlaufe der letzten zehn Jahre an Wettbetrüger verkauft haben sollen. Die ATP dementierte. In den nächsten Tagen sollen nähere Auskünfte veröffentlicht werden.

Lassen wir bis dahin alle Spekulationen außer Acht und wenden uns den Auftaktmatches der deutschen Profis zu, die zum Eröffnungstag in Melbourne  antraten.

melbourne

Vier von fünfzehn deutschen Hauptfeldteilnehmern gingen am Montag in Australiens Hauptstadt auf dem Platz, um sich mit der internationalen Konkurrenz zu messen.

Philipp Kohlschreiber (ATP Nr. 34), unser Spitzenspieler bei den Herren, wurde als Erster in das Feuer geworfen. Im Hisense-Stadion wartete auf den Augsburger eine schwere Aufgabe. Zu schwer: Gegen den an 7-gesetzten Japaner Kei Nishikori schied Kohli klar und deutlich mit 4:6, 3:6 und 3:6 aus.

Diese erste Niederlage konnte verschmerzt werden, weil ein anderer deutscher Spieler gleich für eine positive Überraschung sorgte: Daniel Brands (ATP Nr.151), der sich erfolgreich durch die Qualifikation geschlagen hatte, kämpfte  in seinem Erstrundenmatch den favorisierten Victor Estrella Burgos (ATP Nr.56)  6:4, 7:6, 4:6, 6:1 nieder. Ein großartiger Grand Slam-Erfolg nach seinem  Comeback im vergangenen Jahr!

brands

Auch unsere Damen sorgten dann weiter für erfreuliche Nachrichten: Anna- Lena Friedsam (WTA Nr. 83), die aktuelle deutsche Meisterin, erreichte mit einem 7:6, 2:6, 6:1-Erfolg gegen die 34-jährige Lourdes Dominguez Lino (WTA Nr.99)  aus Spanien auch die zweite Runde des Grand Slams auf dem fünften Kontinent.

Der Auftritt der an 22-gesetzten Andrea Petkovic dämpfte dann den deutschen Optimismus schmerzend: Gegen die 19-jährige Russin Elisaveta Kulichkova (WTA Nr.108) verlor die Darmstädterin nach einem Break-Festival den 1.Satz 5:7. Im 2.Satz brachten beide Kontrahentinnen ihre Aufschlagspiele bis 4:4 sicher durch. Dann verlor Petko ihre Nerven und wurde gebreakt. Die Russin brachte ihr Servicegame dann ohne großen Widerstand durch und besiegte unsere deutsche Nr.2 mit 6:4 im zweiten Durchgang.

Petkos Psyche hat den Belastungstest bei dem ersten Grand Slam-Turnier des Jahres nicht bestanden.

Die absolute Weltspitze setzte sich zum Auftakt der Australian Open souverän durch. Serena Williams, Maria Sharapova und Petra Kvitova  bei den Damen sowie Nole Djokovic, Roger Federer, Tomas Berdych bei den Herren zogen ohne Satzverlust in die 2.Runde ein.

Novak Djokovic celebrates

Im Damenfeld fanden die obligaten Favoritenstürze auch wieder in Melbourne statt:  Nach Andrea Petkovic können auch Wozniacki, Stephens und Errani  nach dem ersten Tag das Geschehen in der Einzelkonkurrenz in aller Ruhe von außen betrachten.