7. Dezember 2015
von admin
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Der DTB geht neue Wege!

Im vergangenen Jahr beklagte der Turnierdirektor der deutschen Tennis- Meisterschaften Rolf Schmid noch die mangelnde Resonanz der Medien auf diese Veranstaltung. Es ist in diesem Jahr alles getan worden, um die verdiente Aufmerksamkeit in den Medien zu finden.

Das beginnt mit dem Teilnehmerfeld: Bei den Damen führen die Fed-Cup-Spielerinnen Julia Görges (Bad Oldesloe) und Mona Barthel (Neumünster) das Starterfeld bei den 44. deutschen Tennis-Meisterschaften in Biberach an der Riß an.

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Auch die Top 100-Weltranglistenspielerinnen  Carina Witthöft (Hamburg), Anna-Lena Friedsam (Neuwied) und Laura Siegemund (Metzingen) haben fest für die Meisterschaften, die vom 15. bis zum 20.Dezember ausgetragen werden, zugesagt. Diese geballte Ladung Qualität hat es bei den deutschen Titelkämpfen seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben.

Ein weiteres sinnvolles und attraktives Vorhaben wird in Biberach realisiert werden. DTB Präsident Ulrich Klaus:  „Wir wollen in diesem Jahr  den Fokus auf das Mixed legen. Das ist ein Wettbewerb, der bei allen Grand-Slam-Turnieren und auch bei Olympia eine wichtige Rolle spielt.“

Zwei Mixed-Wimbledonsieger stehen schon jetzt für das Teilnehmerfeld im gemischten Doppel fest: Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) und Philipp Petzschner (Bayreuth) gehen in Biberach in diesem Wettbewerb  an den Start. Die 29-jährige Grönefeld, Nummer 22 der Doppel-Weltrangliste, hat bereits zwei Major-Titel im Mixed gewonnen: 2009 siegte sie an der Seite von Mark Knowles in Wimbledon, fünf Jahre später triumphierte die Niedersächsin dann mit Jean-Julien Rojer bei den French Open. Davis-Cup-Spieler Petzschner (31), der in Biberach auch im Einzel antritt, hatte zusammen mit seinem Partner Jürgen Melzer (Österreich) 2010 in Wimbledon den Herrendoppel-Titel und ein Jahr später bei den US Open den Mixed-Titel gewonnen.

In Biberach bereitet das deutsche Tennis sich zielgerichtet schon im Dezember 2015 auf die olympischen Spiele 2016 vor, denn im Mixed und im Dameneinzel haben wir realistisch die größten Medaillenchancen.

Das spricht für Weitsicht.

Die Entscheidung des DTB, in diesem Jahr auch das Coaching auf dem Platz bei den Meisterschaften zuzulassen, zeigt auch, dass der nationale Verband in diesem Jahr neue Wege geht.

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Außerdem wurde der Spielmodus so geändert, dass die vier Topgesetzten erst am Freitag im Viertelfinale ins Geschehen eingreifen. Nach der Premiere im letzten Jahr wird zudem wieder Rollstuhltennis in die Veranstaltung integriert.

Es weist einiges darauf hin, dass die DTB-Führung, die Spitzen der Verbände, die Veranstalter und die Spieler und Spielerinnen (!) intensiv miteinander kommuniziert haben, um eine präsentable Deutsche Meisterschaft auf die Beine zu stellen.

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Chapeau!

Weiter so!

 

 

 

3. Dezember 2015
von admin
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Daniel Brands und Mischa Zverev – die Helden der Saison 2015!

Die deutschen Tennisstars haben im Jahr 2015 bei den ATP-Turnieren und im Davis Cup wahrlich keine Bäume ausgerissen. Philipp Kohlschreiber, Dustin Brown, Sascha Zverev, Benjamin Becker, Thomas Bachinger und Michael Berrer gelangen einige Glanzleistungen und überdeckten damit eine insgesamt schwache Saison. Kein deutscher Spieler konnte das Viertelfinale eines Grand Slams erreichen.

Mit Kohlschreiber ( Platz 34 der Weltrangliste),  Sascha Zverev (Platz 83) und Benjamin Becker (Platz 97) sind nur noch drei deutsche Spieler in den Top 100 des aktuellen ATP-Rankings vertreten.  Zwischenzeitlich waren in dieser Saison sogar nur zwei deutsche Profis unter den Top 100. Das gab es zuletzt im November 1984 – sieben Monate bevor Boris Becker erstmals Wimbledon gewann.

Zwei deutsche Spieler haben aber in diesem Jahr Leistungen gezeigt, die Respekt abverlangen und die würdig sind, ausführlich dargestellt zu werden.

Beide sind 28 Jahre alt,  waren nach schweren Verletzungen und Krankheiten in der Weltrangliste abgerutscht und haben sich jetzt Schritt für Schritt wieder an die Weltspitze heran gekämpft.

Wir sprechen von Mischa Zverev und Daniel Brands.

Daniel Fabian Brands  wurde am 17.Juli 1987 in Degendorf geboren. Am Jahresende 2009 stieg er erstmals in die Top 100 der Weltrangliste ein. Im Jahr 2010 feierte er in Wimbledon seinen bisher größten Erfolg: Nach Siegen über Andrejew, Davydenko und Hanescu schaffte er den Einzug ins Achtelfinale, wo er in vier Sätzen dem späteren Finalisten Tomas Berdych unterlag. Diese Leistungen führten ihn auf Rang 66 der Weltrangliste.

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2011 und 2012 konnte er nicht ganz an seine Erfolge der Vorjahre anknüpfen. Gleich am Anfang des Jahres 2013 machte er mit dem Einzug ins Halbfinale von Doha wieder positiv auf sich aufmerksam. Bei den BMW Open  verlor er im Halbfinale gegen Philipp Kohlschreiber. Im August 2013 erreichte er mit Platz 51 in der Weltrangliste seine bisher höchste Platzierung,  kurz nachdem er Roger Federer in Gstaad besiegen konnte.

Das Jahr 2014 begann für den Degendorfer zunächst sehr gut. Beim Turnier in Doha stand er nach Siegen über Nikolai Dawydenko und den an Nummer zwei gesetzten David Ferrer im Viertelfinale. Dort war er allerdings gegen den Franzosen Monfils  chancenlos. Bei den nachfolgenden Turnieren schied er insgesamt sieben Mal gleich in der Auftaktrunde aus, ehe Ende März Pfeiffersches Drüsenfieber bei ihm diagnostiziert wurde. Er fiel für mehrere Monate aus.

In diesem Jahr spielte sich der 28-jährige Brands, der die Saison auf Platz 329 begann, Stück für Stück wieder nach oben und beendet das Jahr als Nummer 159 der Welt.

Michail Alexandrowitsch  Zverev,  der ältere Bruder unserer Nachwuchs-Hoffnung Alexander,  wurde 1987 in Moskau geboren. Die Familie zog nach Hamburg, als er vier Jahre alt war. Seit früher Jugend wurde Mischa von seinem Vater Alexander Zverev trainiert, der selbst für die Sowjetunion im Davis Cup spielte. Seine bisher größten Einzel-Erfolge auf der ATP-Tour waren seine Viertelfinalteilnahmen in Bangkok 2006, wo er in der ersten Runde den früheren Weltranglistenersten Juan Carlos Ferrero besiegte, und in Newport 2007. Außerdem erreichte er in Wimbledon 2008 die dritte Runde.

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Beim Turnier in Moskau im Oktober 2008 erreichte Zverev das Halbfinale gegen Marat Safin, zu dem er aufgrund einer Erkrankung nicht antreten konnte. Kurze Zeit später brach er sich beim Masters-1000-Turnier von Schanghai in seinem Erstrundenmatch gegen Fernando Gonzalez das rechte Handgelenk. Dies setzte ihn für den Rest der Saison 2009 außer Gefecht.

In den Jahren 2010 bis 2014 konnte er wegen zahlreicher Verletzungen nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen und fiel in der Weltrangliste weit zurück. Im Jahr 2015 startete er auf Rang 726 und fiel zwischenzeitlich sogar auf Position 1026 ab. Dann kämpfte er sich erfolgreich durch die Qualifikationen der großen Turniere und ihm gelangen auch einige beeindruckende Siege im Hauptfeld. Am Ende der Saison hat er sich auf  Position 172 vorgespielt.

Vor einem Monat traten die beiden vorbildlichen „Stehaufmännchen“ beim ATP-Turnier in der Qualifikation an und spielten sich in das Hauptfeld. Beide überraschten mit tollen Erfolgen in ihren Auftaktmatches.

Daniel Brands bezwang den in der Weltrangliste 140 Positionen besser platzierten Australier Nick Kyrgios 6:4, 2:6, 7:6 (7:3).

Der Linkshänder Mischa Zverev setzte sich nach knapp drei Stunden gegen den Brasilianer Tomaz Bellucci mit 7:6 (7:4), 6:7 (2:7), 7:6 (7:5) durch.

Gegen Fognini und Ferrer schieden sie dann nach großartigen Matches aus.

Die Willensleistungen dieser beiden deutschen Tennisprofis sind zu bewundern. Mit ihren Erfolgen in dieser Saison haben sie sich einen günstige Aussichtposition geschaffen, um im kommenden Jahr noch viel weiter in der Weltrangliste voran zu kommen und bei den Grand Slams wieder in das Rampenlicht des internationalen Tennis zu treten.

Sie haben es verdient.

1. Dezember 2015
von admin
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Es ist ruhig geworden im deutschen Tennis.

Die DTB hat auf seiner Homepage eine Bilanz des Jahres 2015 gezogen. Wir zitieren:

„Angesichts der sportlichen Erfolge 2015 und einer guten Haushaltspolitik erlebten die Delegierten der 18 Landesverbände des Deutschen Tennis Bundes (DTB) im Steigenberger Hotel Frankfurter Hof in Frankfurt am Main eine erfolgreiche und harmonische Mitgliederversammlung. „Ich bin sehr froh darüber, dass wir der Öffentlichkeit gegenüber ein positives Bild der Einigkeit präsentiert haben“, bilanzierte DTB-Präsident Ulrich Klaus.“

klaus

Das stimmt. Wir haben in der Regentschaft von Ulrich Klaus – im Gegensatz zu den Vorjahren – keine großen Skandale erlebt. Das ist schon ein Fortschritt.

Wenn diese Aussage mit den sportlichen Erfolgen eingeleitet wird, kommt Skepsis auf:  Das Fed Cup-Team schied früher als erwartet aus, die Davis Cup-Mannschaft konnte gegen die Dominikanische Republik den Abstieg aus der Weltgruppe noch vermeiden. Von unseren Spitzenspielern hat Angelique Kerber zwar die WTA-Finals erreicht, verpasste aber die große Chance die Endrunde zu erreichen.

angelique

Außer der Kielerin haben Petkovic und Kohlschreiber, auch Barthel und Brown einige überzeugende Leistungen präsentiert. Bei den Grand Slams war aber spätestens im Achtelfinale „Schluss mit lustig“. Die letzten Runden in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York wurden ohne deutsche Beteiligung von dem „Rest der Welt“ ausgespielt.

Die Tennisnation Deutschland hat sich im Jahr 2015 von der Bühne des „Großen Tennis“ in der Welt eher zurückgezogen. Großbritannien und Belgien haben sich bei den Herren in den Vordergrund gespielt, Tschechien und Russland dominierten bei den Damen, Serbien und die Schweiz sorgten bei den Herren für aufsehenerregende Erfolge. Die USA stellte mit Serena Williams wieder die herausragende Spielerin der Saison, Japan hatte mit Nishikori einen Repräsentanten,  der sich in der Weltspitze etablieren konnte. Rumänien präsentierte mit Simona Halep eine absolute Weltklassespielerin. Italien gelang es, dass zwei Spielerinnen des Landes das Finale der US Open unter sich ausspielten. In Frankreich haben sich mehr als eine Handvoll Spieler hervorgetan, die jederzeit bei den großen Turnieren die Endrunden erreichen konnten.

Von den ehemals großen Tennisnationen teilen wir mit Australien und Schweden das Schicksal, dass wir bei den Finalspielen der großen Tennis-Events das attraktive Geschehen von außen beobachten durften.

Ja, es ist ruhiger geworden im deutschen Tennis.

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Das gilt für den Verband, für die Spitzenleistungen der Profis und das bekommt auch die Industrie zu spüren…

Das sieht man auch deutlich in den Medien, in denen Tennis immer mehr als Randsportart erscheint.