29. November 2015
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Andy Murray Superstar!

Vor den ATP-Finals hatte Andy Murray überlegt, auf eine Teilnahme zu verzichten, um sein Land in bester Form bei dem Davis Cup-Finale gegen Belgien vertreten zu können. Er spielte zwar in London, schied aber vor dem Semifinale aus.

Bis in die Haarspitzen motiviert trat der Weltranglistenzweite dann im belgischen Gent zum Finale des Teamwettbewerbs an. Er gewann sein erstes Einzel souverän und konnte an der Seite seines Bruders Jamie im Doppel Großbritannien mit 2:1 in Führung bringen.

murray

Bei seinem dritten Auftritt in Gent spielte Andy Murray gegen die belgische Nr.1 David Goffin und gegen 13 000 enthusiastische Besucher im „Flandern Exposition Center“. Der Brite blieb „cool, calm and collected“. In keiner Sekunde des Matches verlor er seine Souveränität. Mit einem klaren 6:3, 7:5 und 6:3 Erfolg sorgte er für den dritten und entscheidenden Punkt Großbritanniens. Nach 79 Jahren konnte „Great Britain“ endlich wieder diesen wertvollen Titel holen und sich als Weltmeister im Teamwettbewerb  feiern. In den Anfängen der Geschichte des „weißen Sports“ hatte die große Tennisnation schon 9 Mal den Davis Cup gewonnen.

„Ich habe nie gedacht, dass wir die Gelegenheit bekommen werden, dies zu erreichen. Unglaublich dass wir das geschafft haben”, mit diesen Worten, unmittelbar nach seinem Erfolg, gab der 28 Jahre alte Schotte zu erkennen, welche große Bedeutung dieser Sieg für ihn und für seine Nation hatte.

Andy

Das vierte Einzel in Gent war nach Murrays Triumph belanglos geworden.

Der schottische Wimbledon-Gewinner und Olympiasieger ist seit dem 29.November 2015 endgültig als Superstar in die Geschichte des Sports in Großbritannien eingegangen.

29. November 2015
von admin
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Davis Cup-Finale 2015 im Ausnahmezustand!

Im belgischen Gent wird an diesem Wochenende mit dem Davis Cup Finale zwischen Belgien und Großbritannien das letzte große Ereignis im internationalen Herrentennis ausgetragen. Gent liegt etwa 50 km von Brüssel und damit von  dem in den letzten Wochen wegen der terroristischen Anschläge in Paris zu trauriger Berühmtheit gelangten Vorort  Molenbeek entfernt. Der Terror überschattet in diesen Tagen auch dieses sportliche Ereignis.

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Großbritannien hat den Davis-Cup zuletzt 1936 gewonnen, Belgien noch nie, stand im letzten Jahrhundert ein Mal im Finale. Doch statt über den Ausgang der Partie wird in Gent vor allem über deren Sicherheit diskutiert.

Die Veranstalter erwarteten an den drei Tagen 38 000 Zuschauer im „Flandern Exposition Center“. Um sie und die Spieler zu schützen, haben die lokalen Behörden die Sicherheitsvorkehrungen angesichts  der gerade in Belgien sehr präsenten Bedrohung massiv verschärft. Zutritt zum Gelände erhält nur, wer eine Akkreditierung oder ein Ticket hat. Die Eintrittskontrollen wurden massiv verschärft. In der Arena sind keine Taschen, Getränke oder Lebensmittel erlaubt.

Trotz dieser widrigen Umstände wurden am Freitag und Sonnabend großartige sportliche Leistungen in Gent geboten. Im ersten Einzel trat der belgische Superstar David Goffin am Freitag gegen den Engländer Kyle Edmund ( Nr. 100 der Weltrangliste) an. Die Nr.16 der ATP-Weltrangliste aus Belgien litt anfangs noch unter den ungewohnten Umständen und unter dem besonderen Druck eines Davis Cup-Finales auf heimischen Boden.  Goffin setzte sich nach einem 0:2-Satzrückstand auf dem Sandplatz in der Flanders Expo nach 2:47 Stunden dann aber doch noch mit 3:6, 1:6, 6:2, 6:1, 6:0 gegen den jungen Briten durch.

Der britische Weltranglistenzweite Andy Murray glich im zweiten Einzel dann gegen den Belgier Ruben Bemelmans (ATP Nr. 108) ohne Probleme mit 6:3, 6:2, 7:5 zum 1:1-Spielstand aus.

Dem Doppel am Sonnabend  konnte vorentscheidende Bedeutung zukommen. Die schottischen Brüder Andy und Jamie Murraybesiegten David  Goffin und Steve Darcis  6:4, 4:6, 6:3, 6:2 und brachten Großbritannien mit 2:1 in Führung.

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Am Sonntag kommt es im dritten Einzel zum Aufeinandertreffen der beiden Topspieler Murray und Goffin.  Das letzte Spiel der beiden endete für den Belgier in einem Desaster: 1:6, 0:6 verlor er bei dem Turnier in Paris vor einigen Wochen.

Der Davis Cup hat aber bekanntlich eigene Gesetze. Vor seinem Heimpublikum kann der in diesem Jahr im Davis Cup noch ungeschlagene Goffin über sich hinauswachsen. Das Finale ist noch längst nicht entschieden.

26. November 2015
von admin
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Elf Gründe für die überragenden Erfolge von Novak Djokovic!

Novak Djokovic war der überragende Spieler der ATP-Saison 2015.

Wir sind der Frage nachgegangen, welche Gründe zu dieser Dominanz geführt haben und haben elf  Antworten gefunden:

1. Resilienz

Der Djoker hat auf die Frage, was den Erfolg seines Spieles kennzeichnet, geantwortet, dass es seine Resilienz sei. Resilienz ist die Eigenschaft, trotz widriger Umstände sich aus der Notlage zu befreien, unbeirrte Widerstandskraft zu zeigen. Die Spieler auf der Tour wissen, dass man gegen den Serben das Match erst gewonnen hat, wenn man den letzten Punkt erfolgreich beendet hat.  Das erhöht den Druck auf seine Konkurrenten. Jedes kurze Nachlassen wird sofort von Djokovic bestraft.

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2. Selbstvertrauen

Die Kontrahenten des Weltranglistenersten nennen immer wieder sein starkes Selbstvertrauen als Grund für seine Stärke. Selbstvertrauen kann man weniger trainieren als Schlagtechniken oder Fitness – es wird erst im Wettkampf „gestählt“.  Siege stärken das Selbstvertrauen. Die Erfolgsbilanz Noles im Jahr 2015: 82 Siege stehen nur 6 Niederlagen gegenüber. Kein Wunder, dass die Konkurrenz sein Selbstvertrauen bewundert.

Zwischen Selbstvertrauen und Resilienz besteht ein ursächlicher Zusammenhang: Ohne Selbstvertrauen ist Resilienz unmöglich – ohne Resilienz ist es schwer, Selbstvertrauen aufzubauen.

3.  Fitness

Der Weltranglistenerste ist sehr schnell, außerordentlich gewandt und hat die  Ausdauer eines Marathonläufers. Für andere unerreichbare Bälle spielt er noch als Gewinnschläge zurück. Bei Bällen, bei denen andere Spieler sich die Knochen brechen würden, schlägt er den Ball mit seinen „Gummiknochen“ noch so zurück, dass der Gegenspieler Probleme bekommt. Auch bei Rückständen im 5.Satz nach dreistündiger Spielzeit kann Djokovic neue Energien mobilisieren und das Match noch drehen. Nadal und Federer haben dieses Phänomen am eigenen Leibe bitter erfahren dürfen.

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4.  Die Sicherheit in allen Schlägen

Der Belgrader ist der absolute Allround-Spieler. Er schlägt druckvolle und platzierte Vor- und Rückhandschläge, er beherrscht Winkelschläge wie kaum ein anderer und er setzt gefühlvolle Stopps situationsgerecht ein. Sein Überkopfspiel und sein Volley sind fehlerlos.

Er hat die ideale Mischung von Sicherheit und Aggressivität in der Saison 2015 gefunden.

Einzige Schwäche: Wenn er sich (zu) überlegen fühlt, sich seiner Sache zu sicher ist, unterlaufen ihm unnötige Patzer.

5. Der Aufschlag

Nole schlägt nicht so hart auf,  wie John Isner, Ivo Karlovic oder Federer. Aber er platziert die Bälle extrem genau. Sein Aufschlag ist unberechenbar, weil er Tempo und Platzierung permanent ändert. Sein Service ist kaum zu lesen.

Diese Variabilität des Aufschlags ist sicherlich eine Frucht der Zusammenarbeit mit Coach Boris Becker. Der hatte seine Erfolge auch zu einem großen Teil dieser Vielseitigkeit und diesem taktisch klugen Rhythmuswechsel beim Aufschlag zu verdanken.

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6. Big Points

Djokovic ist in der Lage, sich bei großen Herausforderungen zu steigern. Nach dem Motto: When the Going gets tough, the Tough gets going.

Im Spitzentennis ist diese psychische Einstellung die Voraussetzung für den Erfolg.

Die Aussage Roger Federers macht diesen Unterschied deutlich: „Es ist sicher ein Vorteil, dass er so entspannt ist in den wichtigen Momenten. Da verschlägt er kaum je, trifft er die Linie, während ich sie um zwei Zentimeter verpasse.“

7. Der große Respekt vor seinen Leistungsmöglichkeiten

Die überragenden Erfolge von Djokovic haben bei seinen Konkurrenten für großen Respekt gesorgt. „He`s in their heads.“ Er bringt seine Gegner zum Nachdenken. Damit verzögern sich automatische Abläufe. Unnötige Fehler werden provoziert. Als Beispiel kann wieder sein größter Widersacher Roger Federer angeführt werden: Der Schweizer Champion hatte gegen Djokovic auffällig eine andere Körpersprache als in den Matches gegen die übrige Konkurrenz. Ein Zeichen war in den letzten Duellen oft das erste Aufschlagspiel des Schweizers, das er zuletzt verlor oder nur mit großen Mühen gewinnen konnte. Auch wenn er vorher über mehrere Runden hinweg kein einziges Servicegame verloren hatte.

Auch im weiteren Verlauf der Matches zeigte Roger eigentlich nie die Selbstsicherheit, die ihn gegen alle anderen Topprofis so auszeichnete. Er wirkte angespannter und nachdenklicher. Es gelang ihm selten, gegen den Djoker an die Form in den Runden zuvor anzuknüpfen.

8. Konstanz

Auch Tennisstars sind nur Menschen. Jeder Tennisspieler hat gute und schlechte Tage, sogenannte Ups and Downs. Das gilt auch für Djokovic. Aber: Sein Grundniveau ist extrem hoch. Sein Coach Boris Becker hat diese außergewöhnliche Konstanz vor kurzer Zeit hervorgehoben: „Djokovic hat in diesem Jahr kein wirklich schlechtes Match abgeliefert“.

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9. Frustrationstoleranz

Einen leichten Volley verlegt, einen todsicheren  Smash noch in die Netzwurzel gedrückt – das alles ist auch dem „Unschlagbaren aus Serbien“ unterlaufen. Er äußert aber spontan kaum Wut oder Ärger, sondern meist folgt ein ironisches Lächeln, das deutlich ausdrückt, dass dieser Fehlschlag unter seiner Würde ist. Dann schüttelt er, immer noch grinsend, den Kopf. Damit hat er auch die  negativen Gedanken aus seinen Kopf vertrieben, gibt ihnen keinen Raum. Die „Sache“ ist abgehakt und er ist beim nächsten Punkt wieder fokussiert.

10. Return

Die Explosivität, die Gewandtheit, die schnellen Reaktionsfähigkeiten sowie die hohe Qualität in der Wahrnehmung und  in der Antizipation haben dafür gesorgt, dass der Serbe – mit Andy Murray (?) – der beste Returnspieler der ATP-Tour ist.  Wer so gut retourniert, setzt seine Gegner beim Aufschlag unter besonderen Druck.

11. Willenskraft

Dem Weltranglistenersten ist es in der Saison 2015 gelungen, Tag für Tag, Woche für Woche Topleistungen zu präsentieren. Das erfordert ausgeprägte Willenskraft. Novak hat diesbezüglich neue Maßstäbe im Jahr 2015 gesetzt.

Es wird interessant zu beobachten sein, wie lange er diese mentale Konstanz bewahrt. Wenn er nur etwas weniger Willensstärke in Zukunft mobilisieren kann, wird er seine Dominanz verlieren.

Auch deshalb wird die Saison 2016 wieder spannend verlaufen.