21. Februar 2015
von admin
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Pfizenmaier verliert in Rio, Wawrinka in Marseille

Dinah Pfizenmaier war als einziger deutscher Tennisprofi in dieser Woche noch aktiv bei den internationalen Turnieren tätig. Das Erreichen des Viertelfinales in Rio de Janeiro war ein großartiger Erfolg für die gebürtige Bielefelderin, die in Kamen wohnt.

In der Runde der letzten Acht ist das 23-jährige deutsche Talent dann gegen die 26-jährige Schwedin Johanna Larsson, die aktuell auf Position 69 der Weltrangliste rangiert, ausgeschieden.

Im ersten Satz war das Match ausgeglichen. Dinah vergab 2 Breakbälle und verlor 4:6. Im zweiten Satz war die Luft raus, Larsson zog mit einem glatten  6:0 im zweiten Durchgang in das Semifinale von Rio.

Trotz der Niederlage hat die junge deutsche Hoffnung ein großartiges Turnier gespielt. Die Nr. 142 der Weltrangliste wird sicherlich in der nächsten Woche  um einige Plätze nach oben geklettert sein.

Forscht man nach den Ursachen des generell etwas schlechteren Abschneidens der deutschen Tennis-Frauenpower im neuen Jahr, rückt ein Ereignis in den Mittelpunkt: die Finalniederlage im Fed Cup in Prag im Herbst 2014.  Das Team war mit Selbstvertrauen und Siegeszuversicht in die Tschechei gefahren, hatte tapfer gekämpft, war aber deutlich von den sehr starken Tschechinnen besiegt worden. Nach diesem Ereignis haben gerade unsere Spitzenspielerinnen – mit der Ausnahme des Turniersiegs von Andrea Petkovic in Antwerpen -  nicht mehr an ihre vielversprechenden Leistungen anknüpfen können. Der Fed Cup-Sieg gegen Australien im Februar hätte ein Fanal für neues Selbstbewusstsein sein können, ist bisher aber  eher „im Sande verlaufen“. 

andrea-petkovic

Zur Relativierung unserer Probleme: Bei dem hoch dotierten WTA-Turnier in Dubai sind nicht nur Lisicki, Kerber und Petkovic überraschend früh ausgeschieden.

Die an 2-gesetzte Petra Kvitova verlor im Achtelfinale gegen Suarez-Navarro, Ana Ivanovic unterlag in der gleichen Runde Karolina Pliskova und auch Venus Williams musste sich gegen die Tschechin Lucie Safarova in ihrem zweiten Match geschlagen geben.

Die Ergebnisse im Jahr 2015 sind nicht nur bei unseren nationalen Repräsentanten instabil. Auch die etablierten Spitzenprofis – bei den Damen Kvitova, Ivanovic und Wozniacki, bei den Herren Nadal und Federer – haben ungewöhnliche  Niederlagen „einstecken müssen“.

Das Endspiel im Emirat bestreiten Simona Halep, die im Semifinale Wozniacki mi 2:5, 6:1 und 6:1 besiegte und der neue „Rising Star“ der WTA, die Tschechin Karolina Pliskova.

Bei den Herren haben Monfils und Bautista Agut das Semifinale in Marseille erreicht. Stan Wawrinka verlor überraschend im Viertelfinale gegen Stakhovsky mit 4:6, 6:3 und 4.6. Giles Simon wird der Gegner des Ukrainers im anderen Halbfinale sein.

In Rio de Janeiro sind die Spanier Nadal und Ferrer topgesetzt. Beide haben nach harten Kämpfen das Semifinale erreicht. Rafa besiegte Cuevas mit 4:6, 7:5 und 6:0, David bezwang Monaco mit 6:3, 4:6 und 6:2.

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Im Halbfinale spielt Nadal gegen den Italiener Fognini und Ferrer gegen die Turnierüberraschung Andreas Haider-Maurer aus Österreich.

19. Februar 2015
von admin
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Pfizenmaier springt als Marathon-Woman in die Bresche!

Wir können uns über die Besucherzahlen unseres Tennisblogs keinesfalls beschweren. Etwas mehr hatten wir von der Diskussion und Kommentierung unserer Posts erhofft.

Jetzt erhalten wir via E-Mail einen Kommentar, der uns vorwirft, „echt blind“ gewesen zu sein. Anlass dieser Beurteilung war der Bericht über die Niederlagenserie der deutschen Tennisprofis am Anfang dieser Woche. Darüber hinaus wird kritisiert, dass der Text „totale Resignation“ äußert. Es wird vermutet, dass wir beim Verfassen unseres Textes wohl das Bundeligaspiel Bayern gegen HSV (8:0) im TV verfolgt hätten.

Nein, wir sind nicht „echt blind“ gewesen. Wir haben die Ergebnisse sorgfältig recherchiert und die Tatsachen mit offenen Augen realistisch widergegeben. Wenn der Eindruck entstand, dass wir enttäuscht von den Ergebnissen waren, ist das richtig. Geht das nicht allen Tennisfans so, wenn eine Niederlagenserie unserer Profis vermeldet werden muss? Es kennzeichnet Blogger – im Gegensatz zu Printjournalisten – dass Gefühle ausgedrückt werden können. Wenn uns Resignation vorgeworfen wird, müssen wir gestehen, dass aktuell – bei sachlicher Betrachtung – wir keine realistischen Hoffnungen auf überragende deutsche Erfolge in nächster Zeit haben.

Dabei versuchen wir fair zu bleiben. Wir vermeiden unangemessene Erwartungen, wir haben Verständnis für individuelle Voraussetzungen bei unerwarteten Niederlagen unserer Tennisprofis.

Das Spiel unseres heimatlichen Fußballvereins in München hat keineswegs unsere Tennisberichterstattung beeinflusst: Wir haben seit Jahren gelernt, die Auftritte des HSVs mit Galgenhumor aufzunehmen und freuen uns über jeden Punkt, der dazu beitragen kann, dass der Dino auch in diesem Jahr  nicht aus der höchsten Spielklasse absteigen wird. Wenn wir einen Punktgewinn bei den Bayern erwartet hätten, wäre das „echt blind“!

Unsere pessimistische, vielleicht resignative, aber keinesfalls unrealistische Einstellung zu den künftigen Erfolgen der deutschen Tennisprofis wird leider ein wenig bestätigt, wenn wir die neuesten Ergebnisse unserer deutschen Repräsentanten auf den internationalen Turnieren vermelden:

Die in Dubai an 7-gesetzte Angelique Kerber hat in ihrem zweiten Match heute gegen die 32-jährige Italienerin Flavia Pennetta (aktuelle Nr. 14 der WTA)mit 2:6, 6:3 und 1:6 verloren. Dass eine Aufschlagschwäche der Kielerin zur Niederlage beigetragen hat, beweist eine Statistik: Pennetta hatte 18 Breakbälle im Verlauf des Matches!

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Auch Jan-Lennard Struff ist jetzt in Marseille ausgeschieden. Er unterlag dem Ukrainer Sergej Stakhovsky 4:6, 6:4 und 3:6.

In Rio de Janeiro scheint für das deutsche Tennis die Sonne: Dinah Pfizenmaier hatte gegen die 24-jährige Madison Brengle aus den USA den 1.Satz mit 7:5 gewonnen. Den zweiten Satz entschied die  favorisierte Nr.45 der WTA aus den USA mit 6:0 für sich. Im entscheidenden Durchgang  drehte Dinah den Spieß wieder um, gewann das Match mit 7:5 im dritten Satz. Pfizenmaier wandelt auf den Spuren von Andrea Petkovic. Auch in ihrem Auftaktmatch hatte sie nach fast dreistündiger Spielzeit noch gewonnen! Deutschland präsentiert seine zweite „Marathon-Woman“!

Pfizenmaier

Im Viertelfinale des Turniers an der Copacabana trifft die Bielefelderin jetzt auf die Schwedin Johanna Larsson.

 

18. Februar 2015
von admin
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Die deutschen Tennisprofis können auch siegen!

Als Chronist, der über die Auftritte der deutschen Tennisprofis bei den internationalen Turnieren im Jahre 2015 berichtet, fühlt man sich als  Verkünder schlechter Nachrichten auf Dauer unwohl.

Zur Beruhigung: im Gegensatz zum gestrigen Ergebnisdienst, in dem nur Niederlagen vermeldet werden konnten,  haben wir heute auch Erfolge zu verzeichnen.

Bevor alle aufatmen, müssen wir mit einer Hiobsbotschaft beginnen, die kurz zum Luftanhalten zwingt: Andrea Petkovic, die sich in diesen Tagen in die Top-Ten der WTA-Weltrangliste gespielt hatte, hat den Klimasprung vom kalt-nassen Antwerpen in die heiße Wüstensonne von Dubai nicht optimal in den Griff bekommen: Die Darmstädterin verlor ihr Auftaktspiel gegen die Kasachin Zarina  Diyas, die in ihrem ersten Match  Annika Beck eliminiert hatte, mit 5:7 und 3:6.

Sabine Lisicki hatte in der ersten Runde in Dubai gegen Monica Niculescu noch mit 6:3, 6:4 gewonnen, musste sich der Schweinsteiger-Freundin Ana Ivanovic aber in der zweiten Runde mit 3:6 und 3:6 geschlagen geben.

angelique-kerber

Angie Kerber hingegen hat sich im Wüstenstaat nach hartem Kampf gegen die Russin Svetlana Kusnetsova mit 7:6 und 6:4 durchsetzen können.

Auch von Dinah Pfizenmeier ist aus Rio de Janeiro erfreuliches zu berichten. Sie schlug die Spanierin Cabeza Candela (329 der WTA) in einem Marathonmatch mit 6:7, 6:4 und 6:4.

Jan Lennard Struff ist es bei den Herren gelungen, den ersten Sieg in dieser Woche zu erringen. Er schlug in Marseille den französischen Qualifikanten Nicolas Mahut denkbar knapp mit 6:1, 6:7 und 7:6.

struff

Alexander Zverev war es in Marseille gelungen, sich erfolgreich durch die Qualifikation zu schlagen. Im Hauptfeld traf er in der Abendveranstaltung auf den Lokalmatador Gael Monfils. Leider müssen wir zum Ende unseres Ergebnisdienstes die kleine Erfolgsserie wieder beenden: Der Paradiesvogel aus Frankreich war doch noch zu abgezockt für unser deutsches Talent. Im ersten Satz, den Monfils 6:1 gewann, war der Respekt Saschas noch zu groß. Der zweite Satz wurde auf Augenhöhe gespielt. Der Hamburger hatte sogar fünf Satzbälle im Tiebreak., musste sich aber am (bitteren) Ende mit 12:14 (!) geschlagen geben.

Dieses Match kann dem Youngster nur Selbstbewusstsein für alle zukünftigen Partien in der neuen Saison geben.