17. November 2014
von admin
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Traumfinale in London geplatzt!

„Djokovic gegen Federer im Endspiel der ATP-Finals 2014 – das ist absolute Champions-League im Tennis! Die Autorität des vergangenen Jahrzehnts trifft auf den Regent der letzten vier Jahre. London sieht das  Duell der Superlative: der elegante Tennisästhet gegen den Inbegriff der Gewandtheit, der Stratege gegen den Künstler, der perfekte Aufschläger gegen den Mann mit dem besten Return auf der Tour. Nicht zuletzt: das Duell der Legenden Edberg und Becker.

Die „Hütte an der Themse“ ist voll. Halb London träumt von einem Platz in der  O2 Arena. Die Tennisfans auf der ganzen Welt richten ihre Blicke nach England.

Bei Sport1+HD können minimal  283 deutsche Tennisenthusiasten das Match live am Bildschirm verfolgen… Bad luck.

So what – wir berichten ja davon.“

Das dachten wir vor dem Finale. So hatten wir die Einleitung unseres Berichts vom Traumfinale in London geschrieben.

Dann kam die Hiobsbotschaft, dass Roger Federer wegen starker Rückenschmerzen das Tennis-Gipfeltreffen absagen musste. Mit Blick auf das Davis-Cup-Finale gegen Frankreich am kommenden Wochenende wollte der Schweizer jetzt kein Risiko mehr eingehen.

Das ist verständlich – aber ein schmerzender Schlag in die Magengrube aller Ticketinhaber für die O2-Arena, für die Sportfans weltweit.  Das ist ein Desaster für die Turnierveranstalter. Gerade weil erst am Samstag in den Semifinals das Turnier richtig in Schwung gekommen war und man der Krönung des Events jetzt mit umso größerer Freude und Erwartung entgegensah. Das ist eine Katastrophe für die übertragenden TV-Sender.  Das ist bitter für Stan Wawrinka, der gegen Federer schon vor der offenen Tür zum Finale stand. Das ist traurig  für das Tennis.

nolesieger

Bleiben wir sachlich: Novak Djokovic holte sich kampflos den dritten WM-Titel in Folge, hat mit Ivan Lendl in diesem außergewöhnlichen Rekord gleichgezogen und damit Tennisgeschichte geschrieben.

Zum Trost noch ein Video von Federer und Djokovic aus der Vergangenheit.

16. November 2014
von admin
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Traumfinale in London

Die Hierarchien bei den ATP-Herren sind ausgeprägter als bei den Damen der WTA. Bei den Barclay ATP World Tour Finals 2014 in London stehen  vier der besten fünf Spieler der Weltrangliste im Semifinale. Da Rafael Nadal, als aktuelle Nr.3 der Weltrangliste absagen musste, haben sich die vier höchstplatzierten Profis auch im Saisonabschlussfinale durchgesetzt. Neu ist, dass zwei Spieler in den Round Robin-Matches in der englischen Metropole sich noch einmal deutlich von dem Rest des erlesenen Feldes abgesetzt haben: der Weltranglistenerste Djokovic und die aktuelle Nr. 2 der Weltrangliste Roger Federer.

o2-arena

Wer bei den bisherigen Matches in London Spannung und Überraschungen   vermisst hatte, konnte sich darauf freuen, dass sich das am Samstag bei den Semifinals der ATP-Finals 2014 ändern könnte.   

In der Nachmittagsveranstaltung traf im ersten Halbfinale Novak Djokovic auf Kei Nishikori. Dem Serben kann es in London als erstem Spieler der ATP-Geschichte nach Ivan Lendl (1985 – 87) gelingen, das ATP-Saisonabschluss-Turnier drei Mal in Folge zu gewinnen. Die Bilanz gegen seinen Gegner im Halbfinale ist 2014 ausgeglichen: die beiden Kontrahenten gewannen jeweils 2 Partien  in den 4 Begegnungen der laufenden Saison.

Der Weltranglistenerste geht psychisch entspannt und in den Ballwechseln extrem fokussiert in das Match. Der Serbe breakt den Japaner früh und gibt die Oberhand bis zum Ende des 1. Durchgang nicht mehr ab. Er gewinnt den Satz klar mit 6:1.

djoko

Obwohl unsere deutschen Tennisprofis nicht an den diesjährigen Finals der WTA und ATP teilnehmen konnten, trägt unsere Nation doch zu dem Erfolg eines der Protagonisten des Turniers in London bei: Seit der Zusammenarbeit mit Becker hat Djokovic sein Angriffs- und Volleyspiel verbessert und setzt es auch viel häufiger ein. Auch die Platzierung und Variation des Services von Nole erinnert an Zeiten, als „unser Boris“ noch einige Pfunde leichter war und in der absoluten Weltspitze spielte.   

Im zweiten Durchgang zeigt Nishikori seine größte Qualität: die Resilienz. Er stemmt sich gegen die Niederlage, riskiert mehr und hält damit das Match ausgeglichen. Weltklassetennis wird geboten. Bei 4:3-Führung gelingt es dem Japaner,  zum ersten Mal in London Djokovic  zu breaken. Der 24-Jährige Asiate wittert seine Chance, schlägt zu und gewinnt den 2.Satz mit 6:3. Das Publikum tost und tobt – jetzt endlich sieht es ein hart umkämpftes Match auf höchstem Niveau! Djokoviv ist sauer, reagiert auf die Zuschauer mit sarkastischen Gesten.

Anfang des dritten Satzes wankt der Favorit aus Serbien, muss Breakbälle abwehren. Mit vermeidbaren Fehlern bringt Nishikori seinen Gegner wieder in die Spur und Nole Djokovic zieht den Kopf aus der Schlinge -  auch weil der Japaner jetzt nach den vergebenen Chancen resigniert, gewinnt der Serbe den dritten Satz mit 6:0 und zieht in das Finale ein.    

In der Abendveranstaltung kam es zum Gipfeltreffen des Schweizer Tennis: Federer gegen Wawrinka. Der Champion aus Basel kann zum neunten Mal in seiner Karriere das Endspiel eines ATP-Finals erreichen. Dabei stehen bisher sechs  Titel zu Buche. In direkten Duellen gegen „Stan the Man“ hat Roger auf Hartplatz eine 10:0-Siegesbilanz.

federer

Federer wirkt zu Beginn angespannt. Schon im zweiten Aufschlagspiel wird er von Wawrinka gebreakt. Dem 29-Jährigen aus Lausanne gelingt ein weiteres Break, er geht 5:2 in Führung. Dann verliert er die nächsten beiden Spiele, bringt aber sein Servicegame durch und gewinnt den 1.Satz mit 6:4. Wenn er den ersten Aufschlag in das Feld brachte, gewann er 100% aller Punkte in diesem Durchgang!

Im zweiten Satz kommt Roger besser in das Spiel, die Grundschläge werden druckvoller und sicherer. Trotz ungewöhnlich schlechter Aufschlagquote  gewinnt er seine Servicegames, vergibt aber seine Breakchancen. Bis zur 6:5-Führung des 33-Jährigen Federer gibt es keinen Aufschlagverlust beider Spieler. Dann gelingen dem Weltranglistenzweiten zwei Traumschläge, er nimmt dem Gegner das Aufschlagspiel ab und gleicht mit 7:5  im zweiten Satz aus.Im entscheidenden Satz verliert Federer nacheinander die vier ersten Punkte und wird gleich von Wawrinkas gebreakt. Bis zur 5:4 Führung des Lausanners werden die Aufschlagspiele durchgebracht. Er serviert zum Match, Federer wehrt drei Matchbälle ab, gleicht dann  zum 5:5 aus. Stan hat zwei Breakbälle in Folge im nächsten Spiel, vergibt sie. Roger führt 6:5. Sein Widersacher gleicht zum 6:6 aus. Ein Thriller, der das Publikum begeistert! Federer geht im Tiebreak 5:3 in Führung, Wawrinka macht 3 Punkte in Folge, vergibt den vierten Matchball.

StanislasYon

Bei 7:6 hat „Gentleman Roger“ seinen ersten Matchball, verwandelt ihn mit einem Volley-Stopp. Das Drama ist beendet.Federer steht im Finale. Er schüttelt nur den Kopf  angesichts des aberwitzigen Verlaufs,  als sein Freund und heutiger Gegner ihn am Netz gratuliert.

Das Traumfinale Djokovic gegen Federer ist perfekt.

 

15. November 2014
von admin
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Djokovic endgültig Nr.1 der Weltrangliste 2014!

Die Barclay ATP-Finals 2014 sind bisher eine Freude für Tennisästheten und herz-und nervenschwache Fans des weißen Sports, die unnötige Aufregungen aufgrund  ihrer Gesundheit vermeiden sollten. Federer benötigte am Donnerstag 55 Minuten,  um Murray abzuservieren. Am Freitag brauchte Novak Djokovic 10 Minuten länger, um Tomas Berdych im letzten Spiel der Gruppenphase mit 6:2, 6:2 in die Umkleidekabine zu schicken.

nole

Die erwähnenswerteste Meldung von diesem Spiel der Afternoon-Session ist die Tatsache, dass der Serbe mit diesem Sieg sich endgültig den 1.Rang der ATP-Abschlussweltrangliste 2014 gesichert hat.

Die nächste wichtige Information ist der Hinweis, dass der „Djoker“ im Semifinale des Turniers in London sich mit Kei Nishikori auseinanderzusetzen hat.

Von der Auseinandersetzung des tschechischen Weltklassespielers mit der Nr.1 der Weltrangliste  ist wenig Erwähnenswertes zu erzählen, weil von Anfang an Nole Djokovic dominierte und keinen bemerkenswerten Widerstand des Tschechen zuließ.

Selten – oder sogar nie – haben in der Historie der ATP zwei Spieler sich durch ihre besondere Klasse so deutlich von ihren Konkurrenten abgesetzt, wie bisher Djokovic und Federer bei diesem Saisonfinale der acht Weltbesten in der O2-Arena.

Im Spiel der Evening-Session der Gruppe A zwischen Wawrinka und Cilic ging es darum, wer als Zweiter der Gruppe im Halbfinale der ATP-Finals 2014 gegen Federer anzutreten hat. „Stan the man“ dominierte den ersten Satz und gewann 6:3. Im zweiten Satz drehte Cilic  auf und den Spieß um mit seinem 6:4 Erfolg. Es war der erste Satzgewinn des Kroaten in London. Im dritten Satz sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Match, das der Schweizer am Ende mit 6:3 gewann.

stan

Mit zwei Siegen hatte sich Wawrinka für das Semifinale qualifiziert. Dort trifft er auf seinen Landsmann Federer. Wenn einer Roger – außer Djokovic – in diesen Tagen schlagen kann, dann „Stan the man“. Sein großes Vorbild hat er in der Saison 2014 schon einmal bei einem großen Turnier überraschend besiegt. Die Besonderheit, dass beide befreundet sind und oft gemeinsam trainieren, kann als Vorteil für Wawrinka bewertet werden.

Trotzdem: So wie Federer in der englischen Hauptstadt bisher aufgetrumpft hat, ist er klarer Favorit.